Das unabhängige Tutoriumsprojekt
Wofür Tutorien?
Das Tutoriumsprojekt (TutPro) organisiert Tutorien zu verschiedenen Themen. Dabei werden zwei Bereiche großgeschrieben: So geht es zum einen darum, Studienanfänger*innen die Orientierung an und in der Universität zu erleichtern, zum anderen darum, (uni-)politische Zusammenhänge zu diskutieren und Kritik gegenüber herrschenden Verhältnissen zu üben. Dabei muss unterschieden werden zwischen Erstsemestrigen-, Themen- und Fachtutorien, wobei letztere als Hilfestellung zu bestimmten Lehrveranstaltungen gedacht sind und mit dem Tutoriums-Projekt nichts zu tun haben. Was ist nun der Anspruch der Tutoriumsprojekt-Tutorien? Zunächst einmal, und das gilt besonders für die Erstsemestrigen-Tutorien, geht es darum, neuen Studierenden den Einstieg in ihr Studium so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehört beispielsweise, Hilfestellung beim Zurechtfinden an und in der Uni zu bieten, ebenso wie die Möglichkeit, neue nette Leute kennenzulernen. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Unileben für „Erstis“ eine ganz neue und ungewohnte Situation ist, die mit ein wenig Hilfe leichter zu bewältigen ist. Tutorien dienen jedoch nicht nur dem Infoaustausch, sondern haben vor allem auch einen politischen Anspruch. Ihr Zweck ist die Sensibilisierung und Bewusstmachung von Missständen, mehr oder weniger versteckten Machtverhältnissen und Funktionsabläufen an der Universität. Auch die Universität ist ein Ort, der nicht vor Missbrauch gefeit ist und an dem es immer wieder zu gravierenden Missständen und (uni-)politischen Fehlentscheidungen kommt. Somit dienen die Tutorien auch dem Aufmerksammachen auf diese Vorgänge an der Universität und gegebenenfalls auf Möglichkeiten, gegen diese vorgehen zu können. Besonders die Thementutorien bieten die Möglichkeit, sich auf eben solche Missstände an der Uni, aber auch im Alltag, zu spezialisieren. (siehe Artikel zu Thementutorien weiter unten!)
Wie läuft ein Tutorium ab?
Die einzelnen Tutorien werden von einer Gruppe von Tutor*innen durchgeführt. Dabei handelt es sich um höhersemestrige Studierende, die eine Tutoriumsausbildung absolviert haben. Diese Ausbildung ist für alle zugänglich, somit kann grundsätzlich jede*r, der/die Lust dazu hat, Tutor*in werden!
In den Tutorien selbst treffen sich die Tutor*innen mit einer Gruppe von interessierten Studis und erarbeiten mit diesen gemeinsam ein Konzept, wie auf die unterschiedlichen Diskurse und Fragestellungen, die das Tutorium betrifft, eingegangen werden kann, und welche Ansätze beziehungsweise Lösungsmöglichkeiten es gibt, mit diesen umzugehen, was im Anschluss daran unter Miteinbeziehung aller auch getan wird. Ein solches Tutorium darf daher nicht mit einem Frontalvortrag wie in einer Lehrveranstaltung verwechselt werden, wo der/die Vortragende gewissermaßen die Zügel in der Hand hält und bestimmt, was wie getan wird. Vielmehr wird gemeinsam etwas erarbeitet und die Tutor*innen bieten Orientierungshilfen und geben den Tutorien damit eine Form. Die Tutorien sind kein Projekt, hinter dem Uni, Profs etc. stehen und den Inhalt vorgeben. Im Gegenteil, das TutPro steht eben solchen Strukturen kritisch gegenüber und setzt ihnen eine gemeinschaftliche, kreative und emanzipatorische Praxis entgegen, im Rahmen derer sich jede*r engagieren und mitbestimmen kann – was im krassen Gegensatz zur autoritären Unistruktur steht.
Wie ist das TutPro organisiert?
Ganz in diesem Sinne ist das TutPro also ein politisch-kritisches, basisdemokratisch organisiertes und unabhängiges Projekt, das nicht auf Wien beschränkt bleiben soll. Die Aufgabe des TutPro ist es, die Emanzipation und das eigenständige Denken Studierender zu fördern, sowie deren Kritikfähigkeit gegenüber universitären und gesellschaftlichen Normen zu schärfen. Daher wird auch das Engagement gegen jegliche Art der Diskriminierung gesellschaftlich benachteiligter Gruppen großgeschrieben und für Personen, die diskriminierendes Verhalten an den Tag legen, ist deshalb kein Platz.
Dem Grundsatz der Basisdemokratie folgend baut das TutPro auf unterschiedlichen, gleichberechtigten Ebenen auf, die in Form von Projektgruppen arbeiten und sich untereinander austauschen. Dabei liegt der Fokus besonders auf der anti-herrschaftlichen und basisdemokratischen Organisation, mit der das TutPro einen Kontrapunkt zur hierarchischen Struktur sowohl von Uni als auch von Gesellschaft setzt. Durch die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen vielen Mitarbeitenden wird das TutPro zu einem lebendigen, gemeinschaftlichen und spannenden Projekt mit weitreichendem Anspruch, das für alle Interessierten Platz bietet.









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