Sommerpause?

ÖH-Kommentar

Langsam nähern wir uns dem Ende des Sommersemesters und damit auch dem des Studienjahres. Es wird also Zeit für einen kleinen Rückblick auf das Studienjahr 2011/2012. Bildungspolitisch musste munter weiterdemonstriert werden – wie auch schon in den Jahren zuvor. Auch eine Kurzbesetzung des Audimax war dabei sowie unermüdliche Protestfrühstücke der Studierenden der Internationalen Entwicklung.

Doch leider konnte die Abschaffung des Bachelors der IE genau so wenig wie die (temporäre) Einführung der Studienbeiträge ab nächstem Semester verhindert werden. Das Rektorat pocht bei der Einhebung der Gebühren und der Rückzahlung auf ein (hoffentlich erfolgendes) ‚Kippen‘ des Gesetzes durch den Verfassungsgerichtshof und vorerst auf das Vertrauen der Student_innen. Will es doch laut eigener Argumentation nur „rechtliche Klarheit“ schaffen und die Politik zwingen, sich endlich zu einer Entscheidung durchzuringen. Dies hätte auch bei der Einhebung eines symbolischen Wertes von z. B. einem Euro erreicht werden können. Schließlich ist doch nicht nur dem Rektorat klar, dass Studienbeiträge in der jetzigen Höhe real nichts an der finanziellen Situation der Universitäten verbessern können, Student_innen damit aber weiter massivem Druck ausgesetzt werden. Dieser hat sich innerhalb der letzten Jahre ohnehin schon massiv verstärk. Bereits jetzt müssen 40% der Studierenden im Schnitt 20 Stunden in der Woche lohnarbeiten, um überhaupt studieren und nebenbei auch etwas leben zu können. Sei es durch die Kürzung der Familienbeihilfe bis nur noch 24 oder auch die Streichung der Zuschüsse zur Krankenversicherung, die nun doppelt so hoch ist.

Geschenkt wird Student_innen in Zukunft also weiterhin nichts. Außer ,freier‘ Zeit, die dann en masse auf diejenigen wartet, die die STEOP nicht bestehen. In manchen Studien kann dies dann eine unfreiwillige Wartezeit von bis zu einem knappen Jahr bedeuten, sollten Betroffene nicht das Pech haben, auch den zweiten oder dritten Antritt nicht zu schaffen, denn das hat dann eine lebenslange Sperre für das Wunschstudium zur Folge. Auch hier wird die ominöse ,Politik‘ als Hauptverantwortliche gesehen, die sich der Probleme des Hochschulsektors nicht annehmen will.

Dass aber das von vielen Rektor_innen hochgelobte Universitätsgesetz von 02 (UG02) den autonomen monokratischen Handlungsrahmen für all diese Verschlechterungen mit sich gebracht hat, darf nicht außer Acht gelassen werden. Und so bleibt auch als ÖH nichts anderes übrig, als nächstes Jahr weiterhin Sand ins Getriebe der universitären muffigen Talare zu streuen, nicht zu resignieren und weiterhin den Verschlechterungen entgegenzutreten.