Du ,Spasti‘!

Fangen wir einfach an: Es ist nicht okay, Menschen aufgrund ihrer (körperlichen) Behinderung zu beleidigen oder nachzuäffen. Das wissen die meisten Menschen und erfreulicherweise sind solche Übergriffe seltener geworden. Es ist aber auch alles andere als okay, Menschen ohne erkennbare Behinderung als ,Spast‘, ,Spasti‘, ,Spakko‘ oder ,Mongo‘ zu bezeichnen, um sie damit zu beleidigen. Die Beleidigung ,Spast‘ leitet sich von Spastiker*in ab, so wurden Menschen genannt, welche durch krampfhafte Bewegungen und Artikulationsprobleme auffielen (vorgezogen wird heute der Begriff Cerebralparetiker* in). Spastiker*innen wurden aufgrund ihrer Sprechweise für dumm gehalten. Die Beleidigung ,Spasti‘ wird noch verwendet. ,Mongo‘ ist die Kurzform von mongoloid, eine veraltete Bezeichnung für Trisomie 21 (früher Down- Syndrom genannt). ,Mongo‘ ist behindertenfeindlich und rassistisch zugleich: Die Bezeichnung spielt auf die angeblich ,asiatische‘ Augenform von Menschen mit Trisomie 21 an. Diese Worte sind also zweifach problematisch: es ist eine besonders unschöne Sache, ein Schimpfwort von einer (körperlichen) Behinderung her abzuleiten, für die niemand etwas kann, und zweitens sind Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund dessen dumm. 2009 wurde Pablo Pineda der erste Akademiker Europas mit Trisomie 21. Menschen mit Behinderungen sind nicht zu weniger fähig als Menschen, die als ,normal‘ angesehen werden. Oft hört man, es sei halt nur ein Schimpfwort,es würde ja nicht gegen die Personen gehen, die das haben. So wie ,schwul‘ als Beleidigung ja nichts mit Homophobie zu tun habe, das sage man halt so. STOPP! Dadurch, dass das Wort abwertend gemeint ist, dadurch, dass es als Schimpfwort verwendet wird, wertet man die Menschen ab. Gerade Menschen, die von der Gesellschaft schon Diskriminierung erfahren und ausgegrenzt werden, noch als Beleidigungs- oder Witzmaterial zu verwenden, ist einfach nur ekelhaft. Es gibt so viele bessere Beleidigungen, die keine Personengruppe generell abwerten. Seid kreativer!

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