Asphalt & Neonlicht…
…lässt sich im grünen Gras die Sonne auf den Bauch scheinen.
Was in der bundesdeutschen Hauptstadt längst unabdingbarer Bestandteil des Alltagslebens der schönen Jahreszeit ist, erfreut sich auch in Wien wachsender Beliebtheit: Umsonst und draußen tanzen. Und zwar nicht vor 25 Metern Boxenwand auf Ketamin zu Speedcore Tekkno, sondern gediegen und entspannt, mit gutem Essen, Kind und Kegel, vorzugsweise untertags. Heuer gibt es gleich mehrere vielversprechende Crews bzw. Locations. Da ist zum einen die „Summerstation“ – im Ravemund „Agentes Island“ – unter der Brigittenauer Brücke, die jedes Wochenende bespielt wird. Mal durchgängig, mal nur untertags. Es gibt eine kleine, überdachte Tanzfläche, ausreichend Liegestühle, sanitäre Anlagen, zu kaufen gibt es Getränke sowie indische Snacks. Gleich dahinter liegt eine weitläufige Wiese mit Bäumen und die Donau links und rechts. Mein persönliches Highlight, weil ich dahinter eine Gruppe Schatzis sondergleichen vermute, ist die Veranstaltung „Tanz durch den Tag“. Nach einem spektakulären Iglu-Rave vergangenen Dezember fanden in diesem Jahr bereits zwei ihrer Events statt. Das letzte war die Verheißung eines wunderbaren Großstadt-Sommers. Gemütliche Musik und großartiges Essen für eine bunte Mischung tanzender und chillender Musikliebhaber_innen. Dass der Klang der Anlage mager war, haben Hall und Sonne wieder wettgemacht. Ohne sie selbst erlebt zu haben, habe ich viel Gutes über die folgenden drei Veranstaltungen gehört: Emissonen Picknicks, jeden Samstag ab 14 Uhr auf der Arenawiese im Prater. Im Prater selbst finden jeden Donnerstag ab 17 Uhr die Praterfauna Minigolf Events bei Little Minigolf statt. Ganz neu, zuletzt unter einer Brücke: 35 Grad. Natürlich sind das nicht alle und ich wette, es werden zahlreiche weitere Motivierte beginnen, sich in Parks und unter Brücken zu stellen, abwarten, ab wann sie von Anwohner_innen die Polizei vorbeigeschickt bekommen. Mit dabei ist, wer vernetzt ist. Die richtigen Facebook- Gruppen, Twitter-Kanäle, SMS- oder E-Mail- Ketten sind hilfreich. Oder bis zur Sperrstunde im Club bleiben und mit den letzten Gästen plaudern, was derzeit in der Stadt so geht. Dass diese Mini-OpenAirs derart dankbar aufgenommen werden, hat sicher auch mit der Unzufriedenheit der Wiener Techno-Community mit der lokalen Club-Situation zu tun. Die Nächte sind, egal ob in Pratersauna oder Club U, allzu oft von einer umfassenden Langeweile und Hemmung geprägt, die ihresgleichen sucht – selbst wenn der Laden zum Bersten gefüllt ist. Das, was Raven vielen bedeutet, nämlich entspanntes Miteinander, Loslassen, Vergessen, Lächeln, ist nur selten möglich und es scheint, als wäre die Sonne im Stande, es wieder aus unseren verwöhnten Hipster-Herzen herauszukitzeln.









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