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Kontroverse "Siegfriedskopf"

Die begleitende Multimedia-Station zum Denkmal "Siegfriedskopf" wird derzeit überarbeitet und bald als Web-Applikation online zugänglich gemacht.
Bis dahin finden Sie zentrale Informationen hier.

 

Künstlerisch gestaltet, wissenschaftlich aufgearbeitet: "Siegfriedskopf" im Arkadenhof

universitaet-online am 13. Juli 2006

Im Zuge des Umbaus und der Sanierung des Eingangsbereichs der Universität Wien wurde der so genannte "Siegfriedskopf" von der Aula in den hinteren Bereich des Arkadenhofs verlegt. Im Mittelpunkt der Neuaufstellung steht aber nicht das umstrittene Gefallenendenkmal selbst, sondern die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem.

Über mehrere Jahrzehnte zog sich die Kontroverse um das 1923 errichtete Gefallenendenkmal. Schon im Sommer 1990 beschloss der Akademische Senat der Universität Wien, den "Siegfriedskopf" aus der Aula zu versetzen. Das Bundesdenkmalamt legte sich dagegen quer. Durch die darauf folgenden öffentlichen Konflikte wurde dieses Projekt aufgeschoben.

Im Zuge der Neugestaltung des Eingangbereichs des Hauptgebäudes entschloss sich das Rektorat für die Versetzung des Denkmals von der Aula in den Arkadenhof und gab die künstlerische Umgestaltung des Denkmals in Auftrag. Das Erscheinungsbild der Aula vermittelte bis zu den Renovierungsarbeiten seit dem Frühjahr 2005 "die Aura der Zwischenkriegszeit", so Rektor Georg Winckler bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag. "Wir wollten den Siegfriedskopf nicht eins zu eins wieder aufstellen, sondern einer verstärkten historischen Analyse unterwerfen", betonte Winckler.

Künstlerische Aufarbeitung

Mit der künstlerischen Konzeption und der technischen Ausführung wurde das Künstlerpaar Bele Marx und Gilles Mussard (Atelier Photoglas TM) beauftragt - ihr Konzept überzeugte auch das Bundesdenkmalamt. Voraussetzung dafür war, dass der Kopf unter einen Glassturz kommt. Der neue Kontext wurde mit Roger Baumeister, dem Architekten der Neugestaltung der Aula und des Arkadenhofs, erarbeitet. Die wissenschaftliche Beratung erfolgte durch Univ.-Prof. Mag. Dr. Friedrich Stadler, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte.

"Stück österreichische Zeitgeschichte"

Stadler bezeichnete den 1923 errichteten "Siegfriedskopf" als "Stück österreichischer Zeitgeschichte". Das Denkmal wurde von der zu diesem Zeitpunkt deutlich antisemitischen und antidemokratischen Deutschen Studentenschaft für die im Ersten Weltkrieg gestorbenen Studenten und Lehrer aufgestellt. In seiner Symbolik verweist es auf die Siegfried-Mythologie der Nibelungen-Sage sowie die "Dolchstoßlegende" des Ersten Weltkriegs. Es sei "Ausdruck eines undemokratischen, ethnozentrischen Geistes, der in die Phase des Austrofaschismus und Nationalsozialismus mündete", so Stadler.

Denkmal unter Glas

Das Glas, das den Siegfriedskopf umgibt – übrigens wieder mit intakter Nase - ist Träger von Textbeiträgen und Fotografien aus Tageszeitungen von 1923 bis heute und bezieht die Schrift als aktives Element ein. Das Künstlerpaar Marx & Mussard hat mit seiner Arbeit das Thema “Bücherverbrennung” in der Form thematisiert, dass die Schrift im Falle eines Eingriffs diesem entgegenwirken kann.

Das Kunstobjekt besteht aus mehreren Glasebenen und Einheiten. Der äußere Kubus ist Träger eines zeitgeschichtlichen Textes, der autobiografischen Erinnerung der jüdischen Germanistin, Pädagogin und Schriftstellerin Minna Lachs aus den ausgehenden 1920er Jahren. Im inneren Teil des Glaskubus befinden sich weitere Glasflächen mit Texten und Fotografien, die unterschiedliche Standpunkte zur Thematik vertreten. In ihrer Gesamtheit stellen die Texte einen Teil der Dokumentation über die Geschichte des Denkmals dar. Über die nebenstehende Informationsstation werden ergänzend, am Beispiel von vier Zeitschichten ? 1914 bis 1923, 1938 bis 1945, 1965 bis 1968 und 1990 bis zur Gegenwart ? die unterschiedlichen Bedeutungen sichtbar gemacht, in denen das Denkmal stand und steht.

"Im 21. Jahrhundert angekommen"

Angst vor einer erneuten möglichen Beschädigungen habe man nicht, im Gegenteil, sie sei im künstlerischen Konzept schon mitbedacht, so Marx. Je stärker von außen auf das Kunstwerk eingewirkt wird, desto deutlicher würde die Erzählung auf der obersten Glasschicht sichtbar. "Die Schrift soll sich selbst verteidigen können", betonte Marx. Neben dem Objekt selbst informiert ein Info-Screen über dessen Geschichte.
Bisher gab es noch keine Proteste gegen die Neuaufstellung. "Ich gehe davon aus, dass alle akzeptieren, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind", sagte Georg Winckler. (red/APA)

Eröffnung: 
Donnerstag, 13. Juli 2006, 17 Uhr im Arkadenhof des Hauptgebäudes der Universität Wien
Begrüßung: Rektor Georg Winckler
Reden: Altrektor Wolfgang Greisenegger, Angelica Bäumer (Kulturjournalistin und Autorin)

  Vgl. Bilder in universiaet-online-Uni-Blicke zur Eröffnung

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Das Denkmal

Alter Standort des "Siegfriedskopfes" in der Aula mit Durchblick zum neuen Standort im Arkadenhof rechts hinten. Foto: (c) Herbert Posch, März 2006
Alter Standort des "Siegfriedskopfes" in der Aula mit Durchblick zum neuen Standort im Arkadenhof rechts hinten. Foto: (c) Herbert Posch, März 2006

 

Das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gestorbenen Studierenden und Lehrenden der Universität Wien wurde 1923 in der Aula aufgestellt. Seine Symbolik verweist auf die Siegfriedmythologie der Nibelungensage und die "Dolchstoßlegende" des Ersten Weltkriegs. Der so genannte "Siegfriedskopf" wurde 1923 von Josef Müllner, Professor für bildende Kunst, entworfen und auf Initiative der "Deutschen Studentenschaft" und ihrer Lehrer errichtet, die zu diesem Zeitpunkt deutlich antisemitisch und antidemokratisch war. Sie schloss jüdische wie weibliche, aber auch sozialdemokratische, kommunistische und liberale Studierende von Mitgliedschaft und Vertretung aus.

Das Denkmal trägt die Inschriften:

"Ehre, Freiheit, Vaterland"
"1914-1918"
"Den in Ehren gefallenen Helden unserer Universität"
"Errichtet von der Deutschen Studentenschaft und ihren Lehrern"

Anfang der 1990er Jahre begann eine Debatte um die politischen Bedeutungen dieses Denkmals. In dieser Debatte wurde für eine breite Öffentlichkeit sichtbar, dass der "Siegfriedskopf" im historischen Kontext ein zentrales geschichtspolitisches Zeichen der Universität Wien ist, das seit seiner Errichtung wiederholt in antisemitische, deutschnationale und deutschvölkische, aber auch nationalsozialistische Kontexte gestellt wurde.

Diese Positionierung wurde von unterschiedlichen Organisationen und Personen, die sich teilweise in die Tradition der "Deutschen Studentenschaft"gestellt haben, öffentlich bestritten. Im Sommer 1990 beschloss der Akademische Senat der Universität Wien, den "Siegfriedskopf"aus der Aula zu versetzen und mit einer die "Genesis dieses Denkmals erklärenden Tafel" zu kontextualisieren.

Durch die darauf folgenden öffentlichen Konflikte wurde dieses Projekt aufgeschoben. Schließlich entschloss sich das Rektorat der Universität Wien, die Versetzung des Denkmals von der Aula in den Arkadenhof zu veranlassen und die künstlerische Umgestaltung des Denkmals in Auftrag zu geben. Mit dem Kunstprojekt wurden Bele Marx und Gilles Mussard (Atelier Photoglas TM) beauftragt, die in Kooperation mit dem Architekten Roger Baumeister das Kunstprojekt im Jahr 2006 realisierten.

Mit einer knappen historischen Dokumentation sollen am Beispiel von vier Zeitschichten – 1914-1923 | 1938-1945 | 1965-1968 | 1990 bis zur Gegenwart –  die unterschiedlichen Bedeutungen sichtbar gemacht werden, in denen das Denkmal stand und steht.

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1914-1923 | Errichtung eines Denkmals für die "Helden" des Ersten Weltkriegs

Blick auf den "Siegfriedskopf" 1927, kurz nach der Aufstellung. Foto: (c) Universitätsarchiv Wien (106.I.16_03)
Blick auf den "Siegfriedskopf" 1927, kurz nach der Aufstellung. Foto: (c) Universitätsarchiv Wien (106.I.16_03)

Im November 1914 wurden die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs an der Universität Wien deutlich. Viele Studierende waren in das Kriegsgeschehen involviert. Die antisemitischen Ausschreitungen ein Jahr zuvor schienen für kurze Zeit der integrativen Kraft der Kriegseuphorie gewichen zu sein. Ebenfalls im November 1914 kam es zu einer Schlacht bei Langemarck in Flandern, die zur Urszene eines Mythos vom kämpfenden Studenten und der Glorifizierung seines "Heldentods" werden sollte.

In dieser Situation schlägt Edmund Hauler, Professor für klassische Philologie an der Universität Wien, vor, in der Aula ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg getöteten Angehörigen der Universität Wien zu errichten. In den Vorstellungen der Deutschnationalen und Deutschvölkischen ein "Abwehrkrieg", der die Vorherrschaft Deutschlands und des Deutschen über nationale Grenzen hinweg sichern sollte. Das Denkmal, wie Hauler es vorgeschlagen hatte, wurde nicht realisiert.

1923 wurde das Konzept eines Gefallenendenkmals wieder aufgenommen. Auf Initiative der Deutschen Studentenschaft (DSt) Österreichs wurde in Verbindung mit "ihren Lehrern" ein Denkmal für die in "Ehren gefallenen Helden unserer Universität"errichtet. Die DSt wurde nicht von allen Studierenden demokratisch gewählt, stellte allerdings den alleinigen Anspruch auf deren Repräsentation. Durch diese Konstellation und die deutlich antisemitische und antidemokratische Ausrichtung der DSt in Österreich ist klar, dass jüdische sowie weibliche aber auch sozialistische und liberale Studierende und Lehrende vom Gedenken ausgeschlossen wurden. Das "Siegfriedskopf"-Denkmal kommt aus der Werkstatt des Professors für bildende Kunst, Josef Müllner, der später u.a. ein Reiterstandbild für die Olympischen Spiele in Berlin (1935) sowie die Adolf Hitler-Büste für die Aula der Akademie für bildende Künste (1940) gestaltete. Das "Siegfried"-Denkmal war zunächst als übergroße liegende Ganzkörperplastik entworfen. Aus Kostengründen konnte aber nur der "Siegfriedskopf" realisiert werden.

Das von Beginn an "Siegfriedskopf" genannte Denkmal spielt auf den Brudermord des Nibelungenstoffes und die "Dolchstoßlegende" an und lässt sich in die Tradition so genannter Langemarck-Denkmäler stellen, die den Heldentod der deutschen Jugend glorifizieren und nicht nur für die Nationalsozialisten als Symbol für den kämpfenden Studenten standen. Das Denkmal wurde unter Rektor Carl Diener, Professor für Geologie und Paläontologie an der Universität Wien, errichtet, der den "Abbau der Ostjuden" forderte und überzeugt war, dass die DSt die "fortschreitende Levantisierung Wiens" aufhalten könne.

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1938-1945 | Die Universität Wien während des Nationalsozialismus

"Langemarck"-Feier des NS-Studentbundes am 11. November 1938, Studentenführer Müller bei seiner Rede neben dem "Siegfriedskopf" (c) Bildarchiv Zeitgeschichte

Anfang April 1938 fand in der Universität Wien eine Feier der Deutschen Studentenschaft (DSt) Österreichs anlässlich des "Anschlusses" an das Deutsche Reich statt. In seinen einleitenden Worten begrüßte ein Studierendenvertreter den "Anschluß" als "Erfüllung einer jahrhundertealten Sehnsucht" des deutschen Volkes und betonte den Kampf für den Nationalsozialismus in der illegalen Zeit.

Studentenverbindungen wurden im NS-Staat verboten, da sie die Durchsetzungsmöglichkeiten des "Führerprinzips"eingeschränkt hätten und zudem als elitär und hinderlich für die Verwirklichung der "Volksgemeinschaft" galten.

Bereits seit dem Ersten Weltkrieg spielte der Mythos von Langemarck vor allem für die deutschvölkischen, später auch für die nationalsozialistischen Studenten eine wichtige Rolle. Der "Siegfriedskopf" wurde zunehmend ein zentrales Symbol für diese Vorstellung vom kämpfenden Studenten und seines Heldentods. So wurde die Langemarckfeier des Nationalsozialistischen Deutschen Studenten Bunds (NSDStB) am 11. November 1938 – zwei Tage nach dem Pogrom, der so genannten "Reichskristallnacht"– rund um dieses Denkmal inszeniert. Davor hatten Vertreter des NSDStB die Entfernung von Denkmälern jüdischer Professoren gefordert, weil diese ihre Langemarckfeier stören würden. Als die Forderung nicht umgehend erfüllt wurde, beschmierten sie die Denkmäler mit Eisenlack.

An der Universität Wien wurde nach deutschem Vorbild ein sogenanntes "Langemarckstudium" eingerichtet: ein Vorbereitungsstudium, das parteitreue Nationalsozialisten aus der Unterschicht förderte. 

Der NSDStB hatte bereits bei den Wahlen im Juli 1931 die Mehrheit in der DSt erlangt, die katholischen Verbindungen standen zu diesem Zeitpunkt in Opposition, trotzdem verband beide Seiten eine antisemitische und antisozialistische Haltung. Nach dem "Anschluß" bot der NSDStB den völkischen Kameradschaften eine legale Form der Weiterexistenz; manche Burschenschaften betrieben ihre freiwillige Selbstauflösung; andere Verbindungen bildeten wiederum als Kameradschaften eine Untergrundexistenz: primär jene, denen der erste Weg entweder verwehrt war (wie im Fall der katholischen) oder die ihn nicht beschreiten wollten oder konnten (z.B. weil sie die Mindestzahlen von 50 Aktiven und 150 Alten Herren nicht erreichten und auch mit keinem anderen Bund fusionieren wollten). Die Repräsentation der Studierenden wurde vom NSDStB übernommen, der – wie auch die Hochschülerschaft während des österreichischen "Ständestaates" – nach dem "Führerprinzip" organisiert war.

"Nichtarische", vor allem jüdische Studierende wurden sukzessiv vom Studium ausgeschlossen, WissenschaftlerInnen entlassen. Viele Studierende und ihre Angehörigen emigrierten, andere wurden vom NS-System weiter verfolgt, deportiert und ermordet.

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1960er Jahre | 600 Jahre Universität Wien

50Jahr-CV-Rugia Feier am 22. Juni 1958 mit Rektor Prof. Erich Schenk. Foto (c) VGA E12-1024
50Jahr-CV-Rugia Feier am 22. Juni 1958 mit Rektor Prof. Erich Schenk. Foto (c) VGA E12-1024

Der Zweite Weltkrieg hatte auch für die Universität Wien entscheidende Veränderungen bedeutet: die Vertreibung zahlreicher – vor allem jüdischer – Studierender und WissenschaftlerInnen sowie den Verlust der zentralen Stellung innerhalb des Gebiets der ehemaligen Habsburgermonarchie. Verglichen mit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Provinzialisierung der österreichischen Wissenschaftslandschaft.

Die Entnazifizierung war auch an den Universitäten nicht konsequent betrieben worden. Ab 1947/48 wurden etwa entlassene Lehrende wieder eingestellt, vormals nationalsozialistische Studierende durften ihr Studium fortsetzen. In Österreich wurden im Unterschied zu Deutschland Burschenschaften bereits wieder Anfang der 1950er Jahre zugelassen.

Bis in die 1960er hatte sich eine neue Normalität etabliert. 1965 feierte die Universität Wien ihr 600-jähriges Gründungsjubiläum, das die Inszenierung ihres Selbstverständnisses erlaubte. Die Zeit des Nationalsozialismus spielte bei einer der zentralen Festveranstaltungen, der "Totengedenkfeier" in der Aula, eine wichtige Rolle. Rektor Karl Fellinger nahm in seiner Ansprache vor dem "Siegfriedskopf" Bezug auf die Toten des Zweiten Weltkriegs und das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen.

Hinter den Kulissen wurde allerdings die Brüchigkeit der Normalität des Wiederaufbaus und des Selbstverständnisses der Universität Wien sichtbar. Seit Anfang der 1960er Jahre wurden öffentlich rechtsextreme Positionen innerhalb des universitären Bereichs vertreten. Mehrere prominente vertriebene Professoren waren zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach Wien eingeladen worden, unter ihnen der Autor der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, der mittlerweile eine Professur an der University of California in Berkeley innehatte. In einem Brief nahm er seine ursprüngliche Zusage mit dem Hinweis auf Ereignisse rund um die Person Taras Borodajkewycz, Professor an der ehemaligen Hochschule für Welthandel, zurück. Der "Fall Borodajkewycz" hatte in der österreichischen Öffentlichkeit zu einer heftigen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Hochschulen im Nationalsozialismus geführt. Junge Aktivisten der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ), unter ihnen der derzeit amtierende Bundespräsident, Heinz Fischer, hatten Anklage gegen dessen antisemitische Äußerungen in Universitätsvorlesungen erhoben. Als Gast der österreichischen Bundesregierung kam Kelsen im Mai 1965 trotzdem nach Wien und hielt einen Vortrag vor der Sozialistischen Jugend.

In Österreich war der "Fall Borodajkewycz" hochschulpolitisch eine wichtige Zäsur, durch die eine Thematisierung der NS-Vergangenheit und daran gebundener Kontinuitäten möglich wurde.

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1990er | Öffentliche Debatten um den "Siegfriedskopf"

"Siegfriedskopf" und Aula werden am 23. November 1990 mit Farbe beschmiert
"Siegfriedskopf" wird am 8. Mai 2002 die Nase abgemeisselt

Im Sommer 1990 führte der Beschluss des Akademischen Senats der Universität Wien, den "Siegfriedskopf" aus der Aula zu entfernen, zu einer ungewohnt kontroversiellen öffentlichen Debatte. Die Geschichte des Denkmals und der Universität Wien seit dem Ersten Weltkrieg wurde in zahlreichen Zeitungsartikeln, Kommentaren und Diskussionen von verschiedenen politischen Positionen aus überdacht und neu entworfen.

Damit wurde ein schwelender Konflikt öffentlich wahrnehmbar, der seit Jahrzehnten zwischen einem Großteil der politisch aktiven, vor allem linken Studierenden und schlagenden Burschenschaftern bestanden hatte. Seit der "Waldheim-Affäre" 1986 und der Übernahme des Parteivorsitzes der Freiheitlichen Partei (FPÖ) durch Jörg Haider im selben Jahr verstärkten sich rechtspopulistische Positionen. Bei der 36. Österreichischen Cartellversammlung (ÖVV) 1993 distanzierte sich der ÖVP-nahe Österreichische Cartell-Verband (ÖCV) deutlich von der neuen Politik der Haider-FPÖ und sprach sich gegen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus aus.

Wiederholt war es auch schon davor zu mitunter gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Burschenschaftern und linken Studierenden gekommen. Der wöchentliche Bummel der Burschenschafter rund um den "Siegfriedskopf" wurde von linken Studierenden, die dieser Form von Traditionspflege sowie den damit verbundenen Weltanschauungen und politischen Ansichten kritisch gegenüberstanden, angefeindet. Politisch engagierte Geschichtestudierende machten eine Ausstellung mit dem Titel "Ehre, Freiheit, Vaterland", die im rechten Seitenflügel der Aula den "Siegfriedskopf" und seine Geschichte kommentierte.

Die Universität Wien gab eine offizielle Broschüre in Auftrag, in der die Universität auf diese Debatten mit einer Darstellung der Geschichte des "Siegfriedskopfes" reagierte und mit einer Auswahl von Texten die Kontroverse dokumentierte. Die Versetzung des Denkmals wurde aufgeschoben.

Seit jener Auseinandersetzung haben Teile der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) sowie andere Institutionen und Personen vielfach und in unterschiedlicher Weise den "Siegfriedskopf" und dessen Geschichte problematisiert und dessen Präsenz an einem der zentralen Orte der Universität in Frage gestellt.

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2006 | Wissenschaftliche Aufarbeitung und künstlerische Gestaltung des "Siegfriedskopfes"

Ansicht "Siegfriedskopf" Neugestaltung im Arkadenhof 2006 (c) Photoglas
Ansicht "Siegfriedskopf" Neugestaltung im Arkadenhof 2006 (c) Photoglas
Ansicht "Siegfriedskopf" Neugestaltung im Arkadenhof 2006 (c) Photoglas

Im Zuge des Umbaus und der Sanierung von Aula, Seitenaulen und Arkadenhof der Universität Wien wurde der „Siegfriedskopf“ von der Aula in den Arkadenhof verlegt. Die sich über mehrere Dekaden hinziehende Kontroverse um das Gefallenendenkmal waren Anlass, den „Siegfriedskopf“ durch ein Kunstprojekt in einen neuen Kontext zu stellen. Mit der künstlerischen Konzeption und technischen Ausführung wurden wir, Bele Marx & Gilles Mussard (Atelier Photoglas) beauftragt. Der neue Kontext des Gefallenendenkmals wurde mit Roger Baumeister, dem Architekten der Universitäts- Neugestaltung, sowie dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien unter Leitung von Univ.Prof.Dr.Mag. Friedrich Stadler zusammen mit Mag. Mario Wimmer erarbeitet.

In der Neu-Disposition und der parallel dazu verlaufenden künstlerischen Auseinandersetzung mit dem „Siegfriedskopf“ wurde die Grundstimmung der Zwischenkriegszeit an der Universität Wien und der Diskurs um das Denkmal, vorwiegend in den letzten Dekaden des vorigen Jahrhunderts, nachgezeichnet. Im Zusammenhang mit der architektonischen Neugestaltung wurde entschieden den „Siegfriedskopf“ von seinem ursprünglichen Standort in der Hauptachse der Aula des Gesamtgebäudes der Universität zu entfernen und ihn im westlichen Teil des Arkadenhofes in einer neuen Weise zu positionieren.

Die vom Bundesdenkmalamt geforderte Witterungshülle aus Glas unterstützte die Idee, die Hülle gleichzeitig als Träger von Textbeiträgen und Fotografien aus Tageszeitungen von 1923 (dem Jahr, in dem der Siegfriedskopf aufgestellt wurde) bis heute einzusetzen. Aufbauend auf diesen Vorgaben der Architekten begann die künstlerische Intervention. Das Objekt besteht nunmehr aus mehreren Glasebenen und Einheiten. Der äußere Kubus ist Träger eines zeitgeschichtlichen Textes von Minna Lachs, sie beschreibt darin exemplarisch eine Situation antisemitischer Übergriffe in den 20er Jahren. Im inneren Teil des Glaskubus befinden sich weitere Glasflächen mit Texten und Fotografien aus Publikationen. Über eine neben der Skulptur stehende Informationsstation werden ergänzend, am Beispiel von vier Zeitschichten - 1914-1923, 1938-1945, 1965-1968, 1990 bis zur Gegenwart – unterschiedliche Reaktionen sichtbar gemacht, für die das Denkmal stand und steht. Die Texte wurden unter wissenschaftlicher universitärer Beratung von uns ausgewählt und liefern einen Beitrag zu den historischen Hintergründen und den vielschichtigen Vorgängen um das Denkmal. Subsumierend betrachtet stellen sie einen Teil der Dokumentation über die Geschichte des Denkmals dar.

Für uns steht im künstlerischen Zentrum dieser Arbeit die Schrift. Sie ist Zeugnis historischer sowie kultureller Vergangenheit und Gegenwart. Es ist die Schrift, mit der Geschichte geschrieben und Geschichte dokumentiert wird. Und es sind wiederum Schriften, die in diktatorisch geführten Regimes der Zensur, der Verbrennung und Vernichtung anheim fallen. Um die Schrift als aktives Element einbeziehen zu können, galt es eine Darstellungsform zu finden, die sie als Teil eines sich stets verändernden Prozesses sieht. Die ausgewählten Texte wurden gescannt, aufbereitet, auf einem transparenten Film, gleich einem Diapositiv, ausbelichtet und zwischen Glasschichten eingebettet. Das Verfahren – genannt Photoglas – wurde ab 1997 von uns in Kooperation mit Partnern entwickelt und in Folge patentiert. Der Begriff Photoglas steht sowohl für das Atelier Photoglas (künstlerische Konzeption, Planung und technische Durchführung von Projekten) als auch für die Technologie Photoglas, die es ermöglicht großformatige Diapositive in Glasschichten dauerhaft einzuarbeiten.

Naturlicht, Wetterverhältnisse und mögliche gewaltsame Eingriffe von Außen sind wesentlicher Bestandteil der Schriftskulptur. Durch Sonnenlicht wird gleichsam ein Schatten der Schrift auf das Objekt projiziert, der die unterschiedliche Lesbarkeit des Gesamtobjekts hervorruft. Der Lauf der Sonne ist Teil des Konzepts. Er versetzt die Skulptur in einen permanenten Wandel von Licht und Schatten und die Textpassagen in einen abwechselnd aktiven und passiven Zustand. Über die drei Glas-Bügel legt sich - einer Matrize gleich - eine zweite Glasschicht. Die Oberfläche gibt, wie erwähnt, die autobiografische Erinnerung der Zeitzeugin Minna Lachs wieder, wobei Zeile für Zeile wie eine Zikkurat um den Glaskörper läuft, den man umgehen muss, um den Text vollständig lesen zu können. Auch die äußere „Glasschicht“ arbeitet mit Naturlicht, den Wetterverhältnissen und allen möglichen äußeren Umständen und Eingriffen. Im Laufe der Zeit wird die Schrift durch die Verwitterung noch deutlicher und dominanter werden. Je nach Wetterlage ist sie unterschiedlich sichtbar, wobei sich die sandgestrahlte Schrift beispielsweise bei Regen mit Wasser füllt, sodass sie auf der Gesamtoberfläche des Glasobjektes beinahe verschwindet, bei Sonneneinstrahlung hingegen entstehen Schattenbilder bzw. Projektionen, die zusätzliche Ebenen erzeugen.

Das ursprüngliche Denkmal wurde in seine skulpturalen Bestandteile: Plinthe, Sockel und Kopf zerlegt und die isolierten Einzelteile einem jeweiligen „Glasraum“ zugeordnet. Die Fragmentierung des Objekts kommt auf metaphorischer Ebene einer Archäologisierung des Denkmals gleich. Neben der räumlichen Entrückung wird gleichsam die zeitliche Distanznahme angesprochen, die mit der künstlerischen Auseinandersetzung einen neuen Zugang in der Gegenwart schafft. Sowohl die passive als auch die aktive Rezeption des Betrachters ist als Teil der öffentlichen Auseinandersetzung miteinbezogen. Da die Skulptur sich laufend mit den gegebenen Wetterverhältnissen verändert, ist sie in einem passiven Stillstand, besitzt aber gleichzeitig die Stärke „aktiv“ zu reagieren. Je stärker eine mögliche Einwirkung von außen stattfindet, desto deutlicher tritt die Erzählung der obersten Glasschicht in den Vordergrund und wird umso sichtbarer.

Die Neupositionierung war architektonisch notwendig, und es war politisch sinnvoll den Senatsbeschluss aus den 90er Jahren, den Siegfriedskopf zu verlegen, endlich zu realisieren. So wurde aus der Universitätsaula ein Objekt entfernt, das seit Jahrzehnten für Diskurs und Auseinandersetzung sorgte. Ursprünglich als Kriegerdenkmal geplant, wurde der Siegfriedskopf 1923 in der Aula der Universität aufgestellt und bald zur Ikone der deutsch - nationalen Studenten Verbindungen und so zum Symbol für politischen Extremismus, Faschismus und Antisemitismus. Er war kein Symbol für eine freie, offene und moderne Universität.

Der Siegfriedskopf wurde von seinem Sockel gestürzt, und mit Schrift ummantelt. Das so entstandene Kunstwerk ist als Metapher zu verstehen und soll daran mahnen, dass Extreme (Diktaturen) als erstes die Schrift und das freie Wort unterbinden (Autodafé). In subtiler Weise „antwortet“ und „verteidigt sich“ unsere Schrift-Skulptur, wenn notwendig, auf mögliche Eingriffe und lässt die Erzählung akkurat und von Mal zu Mal stärker hervortreten. Sie ist zum Zeichen einer so autonomen wie neutralen, nicht aber gleichgültigen Zeit geworden, in der die Geschichte nicht verdrängt und geleugnet wird, die Gegenwart aber als Brücke verstanden werden soll, die in die Zukunft weist.

Weiterführende Informationen können der Homepage www.photoglas.com entnommen werden.

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MitarbeiterInnen | Impressum

Eröffnung "Siegfriedskopf" am 13. Juli 2006 (c) universität-online
Eröffnung "Siegfriedskopf" am 13. Juli 2006 (c) universität-online

Architektur (Neugestaltung der Hauptaula, der Seitenaulen und des Hoftraktes der Universität Wien): Arch. Roger Baumeister, Baumeister Architekten

Künstlerisches Konzept, Infografie, technische Realisierung (Neuaufstellung "Siegfriedskopf" im Arkadenhof der Universität): Bele Marx & Gilles Mussard, Atelier Photoglas TM

Wissenschaftliche Beratung: Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Universität Wien, Univ.-Prof. Mag.Dr. Friedrich Stadler und Mag. Mario Wimmer

Monitorstation – inhaltliche Gestaltung: Mag. Mario Wimmer

Monitorstation – Screendesign: ZONE Wien

Planung: 2003-2006

Auftraggeber: BIG und Universität Wien

TEXT- & BILDRECHTE: Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien | SPÖ Wien/Verein Wiener Arbeiterheime, Wien | Österreichische HochschülerInnenschaft, Wien | zitiert nach: Facultas Verlags- & Buchhandels AG, Wien | Dr. Thomas Lachs, Wien

Ort: Arkadenhof der Universität Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, A-1010 Wien

Eröffnung: 13. Juli 2006

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Statement Atelier Photoglas

Umgestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Plan Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Plan Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas

„Wir haben den Siegfriedskopf von seinem Sockel gestürzt, in seine Bestandteile zerlegt und mit Schrift ummantelt. Diese Schrift dominiert die Skulptur und schildert antisemitische Übergriffe an der Universität Wien in den 20er Jahren, die vor allem die Gruppe zu verantworten hat, die den Siegfriedskopf finanzierte. Sollten Angriffe auf die Erzählung stattfinden, weil der Kontext des Antisemitismus nicht anerkannt wird, so kann sie sich im wahrsten Sinn des Wortes „verteidigen“ und ihre Dominanz von mal zu mal verstärken.“

Bele Marx & Gilles Mussard, Atelier Photoglas

Weiterführende Informationen können der Homepage www.photoglas.com entnommen werden.

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Eröffnungsrede von Angelica Bäumer, 13. Juni 2006

"Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" – diesen flehentlichen und flammenden Appell einer großen Dichterin müssten wir uns täglich vor Augen halten.

Die Wahrheit - wie oft ist sie gebogen und gebrochen worden, umgeformt, zur gerade passenden politischen Lage von Kirche, Staat und bürgerlichem Recht.

Nehmen wir hier und heute Wahrheit als Überlegung für den seit Jahrzehnten wild umstrittenen Siegfriedskopf:

Ein Kriegerdenkmal sollte der Gefallenen der Universität im Ersten Weltkrieg gedenken – an Professoren und Assistenten, Studenten, Bibliothekare und Pedelle erinnern.

Der Tod macht alle Menschen gleich, er löscht alle Wünsche und Hoffnungen, alle Sehnsüchte und Ziele. Er nivelliert alle gesellschaftlichen Unterschiede und politischen Ansichten – es soll aller gedacht werden.

Aber die Lebenden missbrauchen die Toten.

Sie, die sich nicht mehr wehren können gegen die Einvernahme von links oder rechts, von Religion und Politik, sie, die tot und stumm sind, müssen es sich gefallen lassen, dass ihnen melodramatische und scheußliche Denkmale errichtet werden, dass sich radikale politische Agitation bis zu kriminellen und menschenverachtenden Handlungen um die Denkmale zu ihren Ehren abspielen.

Dabei ist die Wahrheit ganz einfach: es sind im Ersten Weltkrieg eine Million Österreicher aus dem gesamten Habsburger Reich gefallen, in einem sinnlosen selbstzerstörerischen Krieg (der insgesamt 10 Millionen Tote forderte), bei dem es nicht um "Ehre, Freiheit und Vaterland" des Einzelnen ging, sondern um Machtansprüche einiger Weniger. Was hatte der junge Student denn mit diesem Krieg zu tun? Er wollte vielleicht Lehrer werden, eine Familie gründen und in Frieden leben. Was hatte der Professor für Altgriechisch mit diesem Krieg zu tun? Er wollte lernen und lehren und aus der Antike Schlüsse ziehen. Und was heißt hier "Helden"? Und für was steht hier der antike Begriff des Helden?

Für das sich abschießen lassen oder im Feld verbluten? Und ist tot sein schon ausreichend um ein Held zu sein?

Und was hatte der Tod dieser Menschen, jeder einzelne betrauert von seiner Familie, von Freunden und Kollegen, denn mit dem jahrzehntelangen Kampf um diesen lächerlichen Siegfriedskopf zu tun?

Der Tod dieser Menschen, denen gedacht werden sollte wurde missbraucht.

Einen schrecklichen Krieg und Abermillionen Tote später ging der Streit um diesen Schädel weiter, der es nie zu einer kunsthistorischen Bedeutung bringen würde, stünden wir nicht heute vor diesem neuen Denk-Mal.

Eine andere Wahrheit: nicht allein die Aggression der deutschnationalen und neonazistischen Studenten und denen, die sich ihnen aus Freude am Krawall anschließen, ist der Skandal, der sich in der ehrwürdigen Universität in Wien abspielt, sondern auch die - nennen wir es höflich - Mutlosigkeit, lieber würde ich Feigheit sagen, der Verantwortlichen dieses hohen Hauses. Dass die Polizei in der Universität keine Befugnis zum amtshandeln hat, müsste da aufhören, wo Menschen zusammengeschlagen werden.

Und wo eindeutig neonazistische Störungen stattfinden und Vorlesungen gestört werden, müsste die Verwaltung energischer einschreiten. Es kann doch nicht sein, dass ein paar Radikale, - und durch ihre leichten Erfolge werden es ja immer mehr, - (auch, dass sie in der Presse immer erwähnt werden) eine Universität in Verruf bringen, die einst international geachtet und bewundert wurde, ob ihrer ausgezeichneten Lehre und Lehrer.

Eine andere Wahrheit: es waren nicht zuletzt die Krawalle in den 20er und 30er Jahren um den Siegfriedskopf, der den deutschnationalen Burschenschaften das Motiv für ihre antisemitischen und antijüdischen Parolen und Attacken bot.

Um ganz kurz auch an eine andere traurige Geschichte zu erinnern:

Was hat die Universität getan, um wenigstens diese Wissenschaftler, die 1938 fliehen mussten, um ihr Leben zu retten, nach 1945 zurückzuholen, von denen etliche heute gerne als "unsere" Nobelpreisträger bezeichnet werden?

Nach langen, erfolglosen Bemühungen, die teilweise wegen zu opulenter und teurer Vorschläge nicht realisiert werden konnten, ist nun - ich möchte sagen: endlich - nicht nur der Eingang in die Universität neu und großzügig gestaltet, es sind nicht nur klare und schlichte Worte für die Toten und Vertriebenen des Hauses angebracht, es ist auch ein endgültiger Platz für den unseligen Siegfried gefunden.

Der erste und wichtigste Schritt war der, dass ein Gesamtkonzept entwickelt wurde, dass die BaumeisterArchitekten das Denkmal aus der Halle entfernt und in den Arkadenhof verlegt haben, neben jene Arkaden, in denen an die Rektoren der Universität in Reliefs und Bildwerken erinnert wird. Hier soll nun, als Erinnerung an die Toten der Universität in zwei unseligen Kriegen, der Kopf in einer neuen Gestaltung seinen endgültigen Platz gefunden haben.

 

Die Universität und ihre Verantwortlichen sind mutiger geworden, sie haben die Zeichen der Zeit erkannt. Es hat sich ein Team gefunden, das sich auf beste Weise ergänzt und sich gegenseitig befruchtet hat. Zunächst die Universität selbst, die um die Notwendigkeit der Neugestaltung wusste, dann die Architekten, die ein überzeugendes Projekt entwickelten, und mit Bele Marx und Gilles Mussard wurden zwei Künstler gefunden, die sowohl für die inhaltliche wie für die formale Gestaltung mit dem von ihnen entwickelten Patent Photoglas eine künstlerisch-technische Lösung fanden, die dem Anlass des Kriegerdenkmales mit seiner wechselvollen und tragischen Geschichte gerecht geworden ist.

Ich möchte meinen, dass alles zusammen ein eindeutiges Signal gegen jede Form von Rassismus, Aggression und Radikalität, von welcher Seite auch immer, geworden ist. Dies ist für jeden erkennbar, der die Geschichte dieses Kriegerdenkmales der letzten Jahrzehnte kennt und ihre Peinlichkeiten verfolgt hat.

Man darf mit Freude festhalten, dass heute ein Denkmal enthüllt wird, das immer noch den alten Siegfried zeigt, aber optisch verändert, geistig umgedacht und künstlerisch verwandelt.

Im Zentrum der Arbeit steht die Schrift. Damit soll nicht nur die Geschichte des Denkmales erzählt, sondern auch daran erinnert werden, dass es die Schrift ist, mit der Geschichte geschrieben und Geschichte dokumentiert wird. Dass es Bücher sind, die in totalitären Regimes der Zensur, der Verbrennung und Vernichtung zum Opfer fallen.

Die Texte, die unter wissenschaftlicher Beratung von Professoren mit den Künstlern ausgewählt wurden, vertreten unterschiedliche Standpunkte zur Thematik und bilden einen Beitrag zum Verständnis der historischen Hintergründe und den vielschichtigen Vorgängen rund um das Denkmal.

Die beiden Künstler haben das Denkmal in seine skulpturalen Teile zerlegt, und haben die isolierten Teile einem jeweiligen Glasraum zugeordnet. Eine archäologische Intervention sozusagen. Sie haben den Schutz vor Witterung, den das Denkmalamt forderte, so gestaltet, dass es möglich wurde die Geschichte zu erzählen.

Die gläserne Hülle wurde zum Träger der Texte, die in den Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts und bis heute geschrieben wurden. Dokumentationen und Informationen, aber auch Lügen und Verdrehungen, schlampig recherchierte Presseartikel, Angriffe und Verteidigungen.

Höchst raffiniert wurde in das schützende Glas die Schrift wie eine Verletzung zwischen die Glasscheiben eingebettet. Aber man muss näher treten, um z.B. den Zeitzeugenbericht aus den 1920er Jahren von Minna Lachs lesen zu können. Man muss um den Körper herumgehen, ihn umkreisen und Zeile für Zeile entziffern. Nur so erfährt man die Geschichte.

 

Wechselnde Wetterverhältnisse und sogar mögliche – wenn auch nicht erwünschte – gewaltsame Eingriffe von außen sind wesentlicher Bestandteil der Schriftskulptur. Durch Sonnenlicht wird gleichsam ein Schatten der Schrift auf das Glas projiziert, der die unterschiedliche Lesbarkeit des Gesamtobjekts hervorruft. Der Lauf der Sonne ist Teil des Konzeptes. Er versetzt die Skulptur in einen permanenten Wandel von Licht und Schatten und die Textpassagen in einen abwechselnd aktiven und passiven Zustand. Sonne und Regen, Licht und Schatten spielen somit eine raffiniert ausgeklügelte Rolle, sogar aggressive Attacken zerstören nicht, sondern verstärken sogar die Lesbarkeit, machen erst sichtbar, was geschrieben steht. Indem die Textpassagen einer permanenten Veränderung ausgesetzt sind, machen sie deutlich, dass nicht nur dieses Kunstwerk, sondern dass die Geschichte zwar einem steten Wandel unterworfen ist, dass aber nichts verloren geht.

Künstler sind in vielen Dingen offener und sehen Dinge oft anders und unkonventionell, sie haben empfindsamere Sensoren, und sind bereit sich mit ihren Werken oft genug dem Unverständnis auszusetzen. Sie müssen die Wahrheit sagen, die sie erkannt haben und sie müssen diese Wahrheit mit ihrer Kunst vermitteln. Oft genug sind sie nicht verstanden worden, sind persönlich verfolgt und ihre Werke zerstört worden. Auch die Universität ist nicht davor gefeit zeitgenössische Kunst abzulehnen, hohe Intelligenz hat oft nichts mit dem Verstehen von Kunst zu tun - wie man an dem Unverstand gegenüber den Klimt Bildern für die Universität sehen kann.

Diese Skulptur von Bele Marx und Gilles Mussard mag in ihrer Vielschichtigkeit, in ihrer ungewohnten Form auch auf Unverständnis stoßen. Der hinterrücks gemeuchelte Siegfried ist nicht mehr der Held des Denkmals, sondern die Geschichte, für die dieses Objekt steht und die dieser künstlerisch wertlose Kopf, eines zu Recht vergessenen Bildhauers, in Jahrzehnten ausgelöst hat.

Jetzt ist es das Wort, das Zitat, die Schrift, die die Toten ehrt. Und man muss sich um das Verstehen bemühen. Man kann nicht mehr achtlos vorbeigehen, man muss stehen bleiben und nachdenken – vielleicht versteht man jetzt besser, dass dieses Objekt nicht nur ein ästhetisches Werk ist, sondern in seinem künstlerischen und spirituellen Sinn ein Denk-Mal.

Es galt die Wahrheit zu finden, getreu dem eingangs erwähnten Ingeborg -Bachmann-Zitat, "die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar"– ich bin sicher, dass mit dieser außergewöhnlichen Schriftskulptur von Bele Marx und Gilles Mussard und ihrer vielschichtigen Aussage Wahrheit gefunden wurde – für alle, die sie zu erkennen und anzunehmen wissen.

Angelica Bäumer

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Text von Minna Lachs auf dem Glaskubus

Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas
Neugestaltung "Siegfriedskopf" (c) Photoglas

aus: Minna Lachs, "Universitätsjahre", in: Warum schaust du zurück. Erinnerungen 1907-1941, (Europaverlag: Wien, München, Zürich 1986), Seite 150-155.

"In der Germanistik interessierten mich zunächst die Vorlesungen des Prof. Paul Kluckhohn, des Experten für die deutsche Romantik. Doch ich kam bald darauf, daß er, wie immer er seine Vorlesungen auch betitelte, unweigerlich bei der deutschen Romantik landete und dort auch aufhörte. Ich war im 3. Semester, als ich mich bei Prof. Kluckhohn zu einem Kolloquium anmeldete. Er hielt die Prüfungen in Dreiergruppen ab und gestattete Studierenden zuzuhören. Ich war in einer Gruppe mit zwei ahnungslosen Studenten, die sich anscheinend auf ihre Schmisse verlassen hatten. Der eine schüttelte bei der ersten Frage den Kopf und tat den Mund fast nicht auf, und die Frage ging an den zweiten Prüfling über, der Unzusammenhängendes murmelte, und die Frage landete bei mir, ich beantwortete sie richtig und ausführlich. Das ging so eine Weile, bis sich der Professor erhob. Wir folgten ihm alle drei, von Freunden begleitet, zum Dekanat, um die Zeugnisse entgegenzunehmen. Die beiden Burschen hatten ein »Gut«, und ich war nur gerade durchgekommen. »Das muß ein Irrtum sein«, sagten die beiden Kollegen, »wir warten mit Ihnen, bis der Herr Professor heraus kommt und Sie ihn gleich fragen können.« Nach einigem Sträuben gab ich nach. Ich hielt Prof. Kluckhohn mein Zeugnis hin und sagte: »Ich habe doch alle Fragen beantwortet, Herr Professor, ist dies nicht ein Irrtum?« Er antwortete nicht und ging hoch erhobenen Hauptes an mir vorbei, als ob ich Luft wäre. Die Umstehenden waren betroffen, aber ich nicht, denn ich wußte, was es bedeutete, im Meldebuch, in der Spalte Geburtsort, »Trembowla, Polen« stehen zu haben.

Jeden Samstag hatten die deutsch-nationalen Studenten der schlagenden Verbindungen ihren Korso in den Wandelgängen der Universität. Anschließend stürmten sie die Hörsäle mit dem Ruf: »Juden raus!« Ich wußte von keinem Professor, der sich ihnen entgegengestellt hätte. Daher war ich auch sehr erstaunt über das Verhalten von Professor Kluckhohn, als sie in seine Vorlesung eindrangen. Wieder schrien sie ihr »Juden raus«. Da nahm der Professor seine Skripten und sagte laut und ruhig: »Wir gehen alle.«

Ein Samstag ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Die Burschenschafter waren wieder mit »Juda verrecke« in die Hörsäle gestürmt und zerrten die jüdisch aussehenden Studenten unter Schlägen aus dem Saal und prügelten sie bis zur Rampe der Universität hinunter. Unter den Mißhandelten war diesmal »Blümchen«; so nannten wir einen typisch intellektuell aussehenden Studenten – starke Augengläser, schmächtige Gestalt – namens Blum. Es war ein veritabler Spießrutenlauf. Auf der Straße stand ein Polizeikordon. Die Wachleute sahen zu, wie die Bande einzelne Wehrlose blutig prügelte, denn die Polizei durfte akademischen Boden nicht betreten. Sie sahen unbewegt oder auch spöttisch lächelnd, sogar hämisch, der »Hetz« zu. Wir anderen standen hinter dem Polizeikordon und konnten nur ohnmächtig mit Schreien protestieren. Die Korpsstudenten hatten zuerst Blümchens Augengläser zerschlagen, und er bot in seiner Wehrlosigkeit einen jammervollen Anblick. Wir schrien alle »Feiglinge, Feiglinge« im Chor, »das ist deutscher Mannesmut, eine ganze Bande gegen einen!« Ich stand hinter einem älteren, grauhaarigen Polizisten und merkte gar nicht, was ich schluchzend in ohnmächtiger Wut schrie. Er drehte mir seinen Kopf zu und flüsterte: »Vorsicht, Fräulein, die merken sich ihr Gesicht, und dann kommen Sie dran.« Ich weiß nicht recht, was weiter geschah. Ich erinnere mich nur an den Rettungswagen, den jemand telephonisch herbeigerufen hatte, und daß man »Blümchen«, der vor der Rampe am Boden lag, in den Wagen hineinhob.

In diesem Zusammenhang muß ich von einer merkwürdigen Begebenheit berichten, die wir nie ganz enträtseln konnten. Es war an einem der letzten Vorlesungstage vor dem Beginn der Semesterferien. Ich wollte noch schnell etwas in einem Nachschlagewerk in der Universitätsbibliothek überprüfen. In der Aula und auf Stiegen und Gängen sah es schon nach Ferien aus, doch mir schien, als ob etwas in der Luft läge. Ich nahm mir vor, mich sehr zu beeilen. Auf dem Gang zum Lesesaal der Bibliothek kam mir ein eher professoral aussehender Herr entgegen, der mich aufmerksam betrachtete. Ich saß schon mit meinem Buch auf einem der vorderen Plätze, als ich ihn eintreten sah. Er blickte sich um und setzte sich auf einen Platz in meiner allernächsten Nähe, jedoch ohne ein Buch zu verlangen. Er sah zu mir herüber, zog ein Merkbuch aus seiner Tasche und begann etwas zu schreiben. Plötzlich hörte man draußen Pfiffe und Geschrei, es war ein furchtbarer Lärm. Man prügelte wieder. Abermals sah der Herr zu mir herüber. Diesmal ließ er seinen Blick länger auf mir ruhen.

Der will doch etwas von mir, dachte ich, und ich spürte Angst in mir aufsteigen. Zwei Saalbeamte liefen zur Tür, um sie zu verschließen. Doch es war zu spät. Mit erhobenen Stöcken stürmten die Kerle in den stillen Lesesaal: »Raus, ihr feigen Saujuden, raus! Wir finden euch schon!« Plötzlich stand der Herr hinter mir und zeigte auf irgend etwas in meinem Buch. Ich glaube, ich zitterte am ganzen Körper und sah nur aus den Augenwinkeln die Bande, die von den hinteren Plätzen einzelne Studenten mit blutenden Köpfen vor sich hertrieben und sie durch die Türe auf den Gang hinausstießen. Ein Pedell schloß rasch die Türe ab, ein anderer versuchte die Blutspuren wegzuwischen. Man konnte ausnehmen, wie die Burschenschafter ihre Opfer die Stiegen hinunterwarfen und mit ihrem »Juda verrecke!« zum nächsten Hörsaal stürmten. Mir schien, daß nicht nur ich, sondern alle im Hörsaal Zurückgebliebenen den Atem anhielten. »Sie sind weitergezogen«, sagte die sonore Stimme des Mannes hinter mir, der sich jetzt auf den leeren Platz neben mir setzte und weiter in sein Notizbüchlein schrieb. Ich blickte fassungslos in mein Buch und fühlte seine Blicke auf mir ruhen.

Nach einer langen Weile schloß der Pedell die Türe wieder auf. Mein Nachbar half mir in den Mantel, der über meiner Stuhllehne hing, und ging mir voran auf die Tür zu. Er sah um sich und sagte: »Darf ich Ihnen jetzt meinen Arm anbieten, damit wir hier schnell hinauskommen.« ? »Ich danke Ihnen«, sagte ich leise. Ruhig, Belangloses sprechend, führte er mich die Stiegen hinunter, an den Haudegen vorüber bis zur Aula und geleitete mich durch die offene Tür die Rampe hinunter. Er blieb stehen und zog seinen Hut. »Jetzt sind Sie in Sicherheit und können ruhig nach Hause gehen.« Er verneigte sich leicht, und ich konnte ihm zum ersten Mal voll ins Gesicht sehen. Es war das gut geschnittene Gesicht eines nicht mehr jungen Mannes mit geistig ausgeprägten Zügen. »Wollen Sie mir nicht Ihren Namen verraten?« fragte ich mit noch immer verängstigter Stimme. ?»Der Name tut doch nichts zur Sache«, sagte er lächelnd, verneigte sich, »Küß' die Hand«, und stieg in die eben einfahrende Straßenbahn. Ich bin ihm nie wieder begegnet.

Noch immer verstört kam ich heim und erzählte, was ich eben erlebt hatte. »Das war dein Schutzengel. Du weißt doch, daß du einen besonderen Schutzengel seit deiner Geburt hast«, sagte Babcia, die damals bei uns lebte, gelassen. »Wie hat dieser Dozent oder Professor gewußt, was geschehen würde?« fragte Mama. »Er dürfte manches zufällig beobachtet oder gehört haben, sonst würde er nicht zum Lesesaal zurückgegangen sein«, sagte Papa. Ich aber hatte den Eindruck, daß er mich vielleicht vom Sehen kannte, während er mir nie aufgefallen war."

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Verwendete Texte der Schriftskulptur "Siegfriedskopf"

Glaskubus

Autobiografische Erinnerung | Minna Lachs, »Universitätsjahre«, in: Warum schaust du zurück. Erinnerungen 1907-1941, (Europaverlag: Wien München Zürich 1986), Seite 150–155, 151ff.

Drei Bügel

Bügel 1 (Sockel)

1) Thomas Vasek, »Das Schwein des Siegfried. Die Auseinandersetzung um das Heldendenkmal in der Aula der Uni Wien« | UniInfo, Rechtsextremismus an Österreichs Universitäten, Wien, Oktober 1996

(Seitenteil Bügel 1 und 2)

2) Der Standard, 24. November 1990 (Foto: Newald, zitiert nach: Ulrike Davy/Tomas Vasek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien (WUV Universitätsverlag: Wien, 1991).

3) »Eine Schweinerei« | Kronen Zeitung, 24. November 1990 (Zitiert nach: Ulrike Davy/Tomas Vasek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien (WUV Universitätsverlag: Wien, 1991).

4) »Schmieraktion in der Aula der Wiener Universität« | Die Presse, 24.11.1990 (Foto: »Die Presse«/Harald Hofmeister, zitiert nach: Ulrike Davy/Tomas Vasek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien (WUV Universitätsverlag: Wien, 1991).

Bügel 2 (Kopf)

5) »Die Internationale des Hakenkreuzes« | Arbeiter-Zeitung, 9. November 1923, © Verband Wiener Arbeiterheime

6) »Hakenkreuz gegen Wissenschaft« | Arbeiter-Zeitung, 20. November 1923, © Verband Wiener Arbeiterheime

7) »Hakenkreuzterror an der Universität« | Arbeiter-Zeitung, 20. November 1923, © Verband Wiener Arbeiterheime

8) Schreiben der Deutschen Studentenschaft der Universität Wien | An den hohen Senat der Universität Wien, Wien, am 27. November 1922

9) »Hakenkreuzfrechheiten« | Arbeiter-Zeitung, 27. November 1923, © Verband Wiener Arbeiterheime

10) »Wieder Hakenkreuzkrawalle an der Universität« | Arbeiter-Zeitung, 30. November 1923, © Verband Wiener Arbeiterheime

Bügel 3 (Plinthe)

11) Margarete Grandner, Gernot Heiß, Elisabeth Klamper, »Im Kampf um das Haupt des deutschen Helden Siegfried« | Forum, Dezember 1990 (Zitiert nach: Ulrike Davy/Tomas Vasek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien (WUV Universitätsverlag: Wien, 1991).

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

_ Ulrike Davy u. Thomas Vašek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien. Dokumentation, Wien 1991.

_ Margarete Grandner, Gernot Heiß, Elisabeth Klamper, »Im Kampf um das Haupt des deutschen Helden Siegfried« | Forum, Dezember 1990 (auch abgedruckt in: Ulrike Davy/Tomas Vasek, Der "Siegfried-Kopf". Eine Auseinandersetzung um ein Denkmal in der Universität Wien, Wien 1991).

_ Thomas Vašek, Das Schwein des Siegfried. Die Auseinandersetzung um das Heldendenkmal in der Aula der Uni Wien, in: Agnes Berlakovich u. Österreichische Hochschülerschaft, Hg., Rechtsextremismus an Österreichs Universitäten, Wien, Wien 1996.

_ Siegfrieds Köpfe. Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus an der Universität Wien, Context XXI, Wien 2002.

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