
"650 Jahre Universität Wien – Aufbruch ins neue Jahrhundert"
drei thematisch gegliederte, wissenschaftliche Sammelbände zur Geschichte der Universität Wien mit aktuellen Forschungsergebnissen in Form von Längsschnittanalysen (Schwerpunkt "langes 20. Jahrhundert"), zzgl. einem Band zur Geschichte und Entwicklung der Fakultäten, Zentren und Einrichtungen
(hg. Friedrich STADLER, Elisabeth NEMETH, Herbert POSCH und Katharina KNIEFACZ)
Fokus/Zugang/Blickwinkel ist primär auf der kognitiven, epistemischen, wissenschaftstheoretischen Ebene der Universitätsgeschichte (v.a. Lehrende, Studierende); thematischer Rahmen von Entstehung und Entwicklung der Wissen(schaft)sgesellschaft im Mittelalter bis zur knowledge society (z.B. Drucker 1969, Stehr 1994/2004, Burke 2001, van Dülmen, Rauschenbach 2004, Szöllösi-Janze 2004, Rüegg 2004/2010).
Überlegungen von I. Kant ("Der Streit der Fakultäten"), P. Bourdieu ("Homo Academicus" 1984), W. Krohn/G. Küppers ("Die Selbstorganisation der Wissenschaft" 1989), N. Luhmann ("Die Wissenschaft der Gesellschaft" 1990) und L. Rafael ("Verwissenschaftlichung" 1996ff.) als brauchbares (meta-)theoretisches Gerüst für die diachrone und synchrone Beschreibung und Erklärung der Universität Wien als ein dynamisches gesellschaftliches Sub-System, das mit Wissenschaft allgemein und allen anderen Lebensbereichen in Beziehung steht. Die folgenden Einzelfragen sind nach Möglichkeit in Form von Längsschnittanalysen (epochenübergreifend: k.u.k. Monarchie – 1. WK – l. Republik – Austrofaschismus – NS – 2. Republik) jeweils interdisziplinär /disziplinenübergreifend und im internationalen Vergleich zu sehen.
Inhalte
(hg. Mitchell G. ASH, Josef EHMER)
Der Band behandelt die vielfachen Beteiligungen der Universität Wien – das sind ihre Lehrenden, Studierenden und MitarbeiterInnen – an Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur von 1848 bis zur Gegenwart.
Zwei grundsätzliche Leitgedanken:
A | Universität Wien nicht nur, vielleicht nicht einmal in erster Linie eine Forschungsinstitution, sondern eine Verkörperung und Vermittlerin von sozialem Prestige und Chancen sowie eine nicht nur symbolische Vertreterin vorherrschender Weltsichten und ein Ort weltanschaulicher, politisch geprägter Auseinandersetzungen, ProfessorInnen wie Studierende als politische AkteurInnen.
B | "Innen-" und "Außenbeziehungen" der Institution kaum säuberlich trennbar – Universität wies und weist Machtverhältnisse im Innern sowie eine Mikrogesellschaft und Mikro-Wirtschaft auf, die zum Teil die nämlichen Verhältnisse außerhalb der Universität reproduzierten, aber sich z.T. von diesen unterschieden; und sie hat auch ein eigenes, von Traditionen und Neuerungen stark geprägtes Kulturleben.
All dies soll im Band jedenfalls angesprochen werden, auch wenn eine vollständige Behandlung der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen der Universitätsgeschichte in diesem Zeitraum kaum möglich sein kann.
Inhalte
A. UNIVERSITÄT WIEN ALS ORT DER POLITIK
B. UNIVERSITÄT, WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT
C. UNI WIEN ALS KULTURELLE INSTANZ/ KULTUR DER UNIVERSITÄT
(hg. Margarete GRANDNER, Thomas KÖNIG)
- Geographische Reichweiten – umfassen die (eher institutionellen) Beziehungen der Universität Wien in lokaler, regionaler, kontinentaler & globaler Hinsicht.
- Gesellschaftliche Reichweiten – betreffen die unterschiedlichen soziale Klassen, wie etwa Arbeiter, Bauern, Bürgertum und div. Submilieus, die mit der Universität Wien Verbindung aufnehmen (wollen).
- Wissenschaftliche Reichweiten – meinen die an der Universität Wien etablierten und betriebenen Area Studies, Austauschbeziehungen, etc.
Dabei soll die Universität Wien als ein möglichst vielschichtiger Bezugspunkt verstanden werden. In jedem der einzelnen Beiträge wird der Fokus auf Querschnittmaterien gelegt. Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass sie eine Außenperspektive einnehmen: Damit soll eine auf verschiedenen (sozial-, kultur- und ideengeschichtlichen) Blickwinkeln ruhende Einbettung der Universität Wien vorgenommen werden.
Inhalte
A | EINFÜHRUNG
B | WAHRNEHMUNG
C | AREA STUDIES
D | AUSTAUSCHBEZIEHUNGEN
ANHÄNGE, Bd. I-III (Gesamtüberblick | Statistiken | Index, etc.)
(hg. Karl Anton FRÖSCHL, Gerd MÜLLER, Thomas OLECHOWSKI u. Brigitta SCHMIDT-LAUBER)
Die Intention des "Fakultätenbandes" versteht sich komplementär zu den drei von der Historischen Kommission selbst edierten Bänden: Während diese Bände die Geschichte der Universität vorwiegend im Sinne einer gesamthaften wissenschaftlichen Aufarbeitung betrachten, verfolgt der "Fakultätenband" eine stärker an disziplinären Logiken orientierte Darstellung, die insbesonders die Dynamik einzelner Disziplinengeschichten nachzeichnet. Konkret versucht der Fakultätenband, fachdisziplinäre oder einrichtungsspezifische (zeit-)geschichtliche Aspekte der Universität Wien im fraglichen Zeitraum vor dem Hintergrund struktureller Gegebenheiten zu thematisieren. Zu untersuchen wäre im Sinne dieser Leitlinie die universitätsgeschichtliche Binnenlogik, nach der sich einerseits die disziplinäre Ausdifferenzierung in der Universität Wien – über die verschiedenen organisationsrechtlichen Zäsuren hinweg – vollzogen hat, und nach welchen Gesichtspunkten sich diese Ausdifferenzierung dann andererseits auch wieder organisatorisch manifestiert hat (warum eben so und nicht anders?). Der zu betrachtende Zeitraum bewegt sich dabei zwischen dem Revolutionsjahr 1848 und der Jahrtausendwende.
Analytisch siedeln sich die einzelnen Beiträge des „Fakultätenbandes“ im Spannungsfeld von (inner-)disziplinärer Entwicklungslogik und (politischen) Rahmenbedingungen der Institutionalisierung an und verbinden somit die Makro- und die Mikro-Ebene akademischer Wissenslandschaften:
Als editorielles Leitkonzept des "Fakultätenbandes" ergibt sich somit die Darstellung und Reflexion disziplinärer Dynamik im Laufe der Zeit.
Kontakt: fakultaetenband.geschichte@univie.ac.at