Funktionen und Aufgaben des Forums

 

Die wichtigsten Funktionen des Forums "Zeitgeschichte der UniversitÀt Wien" sind:

 

KONTEXT

Kontext des Forums "Zeitgeschichte der UniversitĂ€t Wien" ist die Auseinandersetzung der UniversitĂ€t Wien mit ihrer Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert mit einem besonderen Fokus auf die NS-Zeit und die Aufarbeitung der Verfolgung und Vertreibung ihrer Mitglieder (ProfessorInnen, DozentInnen und sonstige MitarbeiterInnen sowie Studierende und AbsolventInnen) aus "rassischen", politischen und/oder anderen GrĂŒnden, sowie ihre wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Involvierung in das NS-System in Forschung und Lehre.

Die heutige UniversitĂ€t Wien bekennt sich ohne EinschrĂ€nkung zur Mitschuld und Mitverantwortung an inhumanen, unrechtmĂ€ĂŸigen und unwĂŒrdigen Handlungen in der NS-Zeit. (Akademischer Senat, 10. April 2003).

Die UniversitĂ€t Wien stellt sich auch dem internationalen Vergleich mit anderen großen UniversitĂ€ten im deutschsprachigen Raum, die in den letzten Jahren teilweise sehr groß angelegte Aufarbeitungen ihrer Geschichte in der NS-Zeit geleistet haben, etwa die Humboldt-UniversitĂ€t Berlin oder die UniversitĂ€ten in Göttingen, Hamburg, Jena, Leipzig, Freiburg und MĂŒnchen. Nicht zuletzt sollte die UniversitĂ€t Wien im Hinblick auf das 2015 stattfindende 650-Jahre-GrĂŒndungs-JubilĂ€um gerade diesen Abschnitt ihrer Geschichte erforschen und dokumentieren, der in den meisten Gesamtdarstellungen, Publikationen und AktivitĂ€ten nach 1945 entweder inexistent oder grob unterreprĂ€sentiert war.

Die UniversitĂ€t will proaktiv und offensiv die Bearbeitung ihrer eigenen Vergangenheit systematisch im Sinne einer Selbstbeauftragung betreiben um rasch, fundiert und damit glaubwĂŒrdig und sensibel agieren – und nicht nur reagieren – zu können.

Gerade die Geschichte der letzten 70 Jahre der UniversitĂ€t Wien wĂ€re geeignet, eine gemeinsame IdentitĂ€tsbildung aller Angehörigen der UniversitĂ€t nach innen zu fördern, und gleichermaßen nach außen zu vermitteln.

Die dringend notwendige Auseinandersetzung mit der Zeit 1938-1945 bedarf auch einer kontinuierlichen Auseinandersetzung ĂŒber 1945 hinaus in politischer, wissenschaftlicher und personeller Hinsicht: die Schnittstellen UniversitĂ€t, Gesellschaft und Politik, Fragen der außeruniversitĂ€ren Forschung, des Wissen(schaft)stransfers und internationale Vergleiche sind zu fokussieren und Grundlagen fĂŒr eine solide Positionierung zu erarbeiten.

 

 

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