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Archäozoologie Was ist Archäozoologie? Als Teilgebiet der Bioarchäologie (vgl. Archäobotanik) beschäftigt sich die Archäozoologie mit Tierresten, die im Rahmen von archäologischen Ausgrabungen geborgen werden oder auf eine andere Weise mit archäologischen oder historischen Fragestellungen verknüpft sind. Im mitteleuropäischen Rahmen handelt es sich hierbei vorwiegend um mineralisierte Hartteile, also um Knochen und Zähne von Wirbeltieren und um Molluskenschalen. Die Beurteilung von Tierdarstellungen etc. ist nicht eigentlich Aufgabe der Archäozoologie, aber manchmal kann man hier helfen. Während die technische Seite der archäozoologischen Forschung nach zoologisch-naturwissenschaftlichen Kriterien (Bestimmung, Vermessung etc.) erfolgt, interessieren bei der Auswertung archäologische bzw. kulturgeschichtliche Aspekte. Eine umfassende Definition von Archäozoologie wäre, dass es sich bei ihr um die archäologische Seite der Entwicklung der Tier-Mensch Beziehung handelt, was etwa auch die Bedeutung von Tieren und Tierprodukten in Wirtschaft und Kult oder die Verwendung der tierischen Arbeitskraft beinhaltet. Meist können archäozoologische Materialien als Nahrungsabfälle angesprochen werden. Ihre Interpretation hat daher mit zwei Lebensbereichen zu tun, die auch in der heutigen Alltagserfahrung vertraut sind:
Nachdem menschliche Gesellschaften vielfach unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten haben und mit ihren Abfällen auch verschieden umgehen, wird man kaum Proben in die Hand bekommen, die einander gleichen. Deshalb wird Archäozoologie niemals langweilig, wenn auch der Bestimmungsprozess selbst oft eine mühselige und zeitaufwändige Arbeit darstellt. Besser als der britische Kollege Terry O’Connor kann man kaum ausdrücken, worum es bei unserem Fach meistens geht (zitiert nach „ZOOARCH“-e-mail Liste): Bone assemblages are about much more than the acquisition of calories and nutrients. What people choose to eat or avoid, and where and how that food is prepared and consumed is a BIG cultural signal. So too is the disposal of waste, so our assemblages are culturally modified at input and at output. But we’re not in this research for easy answers, are we?
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