Projekteinstellungen und Capturen

 

Das Einspielen von digitalen Videobändern auf die Festplatte eines Computers oder das Digitalisieren analoger Videobänder nennt man Capturing. Über Firewire oder analoge Konverter-Hardware wird der Camcorder mit dem PC verbunden. Wenn sehr häufig Bänder eingelesen werden, empfiehlt sich jedoch die Anschaffung eines Zuspielgerätes (z.B. DV-Player), damit das Bandlaufwerk der Videokamera weniger abgenutzt wird.

Das Einlesen der Videodaten kann mit Capture-Programmen durchgeführt werden. Die meisten Schnittprogramme verfügen jedoch über integrierte Capturing-Funktionen.

 

Im Folgenden wird das Einspielen von DV-Bändern beschrieben.

 

 

Audio/Video Voreinstellungen (DV - PAL)

Zuerst müssen die Einstellungen eines Videoprojektes definiert werden. Im Menüpunkt „Voreinstellungen“, werden Kompressor, Framerate, Pixelseitenverhältnis etc. eingestellt.

 

Videoeinstellungen

  • Kompressor: DV (PAL)
  • Bildgröße: 720 x 576
  • Pixel-Seitenverhältnis: D1 / DV-PAL (1,067) oder: CCIR 601/DV PAL (5:4)
  • Framerate: 25

 


Audioeinstellungen

  • 48 kHz
  • 16 Bit
  • Stereo

 


Render-Optionen

Falls im Interlaced-Modus aufgenommen wurde: interlaced, unteres Halbbild zuerst bzw.: gerade Zeilen


Falls im Progressiv-Modus aufgenommen wurde: progressiv bzw. ohne

 

 

 

Aufnahmeeinstellungen

Je nach Editing-Software unterschiedlich bezeichnet und angeordnet, finden sich in der Menüleiste Dialogfenster für die Gerätesteuerung und die Auswahl der Arbeitsvolumes (Scratch Disk).

 

Aufnahme-Option/Gerätesteuerung

DV / IEEE1394-Aufnahme (Firewire-Standard) bzw. Firewire PAL

Timecode-Format: Non Drop-Frame

Gerätemarke: falls die Marke nicht angeboten wird: Generic (d.h.: allgemein)

 

 

Arbeitsvolume/Scratch Disk

Auswahl der für die Videodaten reservierten Partitionen, Festplatten oder Ordner. Meist werden dort automatisch untergeordnete Ordner für Quellmaterial (Capture Scratch) und für Audio- und Video-Renderdateien angelegt

 

 

 

 

Loggen und Aufnehmen (Log and Capture)

Über ein spezielles Protokoll kann das Programm auf die Laufwerksteuerung des Zuspielgerätes zugreifen und auch den Timecode einlesen. Nachdem ein Band in den Zuspieler eingelegt wurde, muss es identifiziert werden. Hierfür werden Eingabefenster für die Festlegung von Band (Reel)- und Dateiname sowie für Kommentare bereitgestellt. Weiters können In- und Out-Point (Anfangs- und Endpunkt) einer Aufnahmesequenz bildgenau festgelegt werden (z.B.: In: 00:00:30:21 und Out: 00:00:35:14). Anhand der gespeicherten Informationen über Bandname und Timecode kann das Programm eine Videosequenz jederzeit einlesen. Sollte z.B. ein aufgenommener Clip unabsichtlich gelöscht werden, kann er so wiederhergestellt werden. Voraussetzung ist, dass es einen durchgehenden Timecode gibt. Vorformatieren: siehe Video 3.1_Aufzeichnung auf Magnetband.

Ein Vorschaufenster dient der groben Sichtung des Materials, für die Beurteilung der Aufnahmequalität muss ein Kontrollmonitor am Videoausgang des Zuspielers angeschlossen werden. Im Folgenden werden verschiedene Capture-Verfahren beschrieben.

 

Aufnahme einzelner Sequenzen

Nachdem In- und Out-Point einer Szene markiert sind, wird die Aufnahme gestartet und der Clip abgespeichert. Meist wird der eingespielte Clip gleich ins Projekt importiert. Achtung: bei der Markierung der Sequenzen sollte vorne und hinten noch ein bisschen „Fleisch“ für die Anwendung von Überblendungen oder Effekten gelassen werden.

 

Batch-Capture

Alle einzulesenden Sequenzen werden markiert und als Liste (Batch-List oder Stapel) gespeichert. Oft kann die Liste dem Timecode entsprechend chronologisch sortiert werden, damit das Band nicht unnötig durch Vor- und Zurückspulen belastet wird. Jetzt kann die automatische Aufnahme aller Clips gestartet werden. Je besser die Sequenzen bezeichnet und kommentiert sind, desto einfacher gestaltet sich die spätere Schnittarbeit.

 

Proxy- oder Preview-Capture

Um Speicherplatz und Renderzeiten gering zu halten, kann das Videomaterial zuerst in Vorschauqualität gespeichert werden. Diese Aufnahmen fungieren bei der Bearbeitung als Stellvertreter. Am Schluss werden nur die tatsächlich verwendeten Szenen in bester Qualität eingelesen und die Preview-Clips ersetzt. Jetzt muss der Film natürlich noch einmal gerendert werden bevor er ausgespielt werden kann.

 

Probleme beim Capturen:

http://dvfaq.slashcam.de/pmwiki.php/Main/Wenn_Firewire_Nicht_Richtig_Funktioniert