Aktivitäten von BAM-Austria 2015


2014 ist Harald Weigl, der als Präsident der VÖB maßgeblich an der Gründung von BAM AUSTRIA beteiligt gewesen war und seit dessen Gründung als Sprecher fungiert hatte, aus dem Round Table von BAM AUSTRIA ausgeschieden. Beim ersten Treffen des Jahres 2015 wurde beschlossen, dass die Sprecherrolle nunmehr jährlich zwischen den beteiligten Verbänden rotieren soll, auch um damit nach außen stärker zu signalisieren, dass BAM Austria ein gemeinsames Anliegen von Bibliotheken, Archiven und Museen ist und jede der beteiligten Sparten, jeweils auf Zeit, Verantwortung für die Weiterentwicklung des gemeinsamen Round Tables übernimmt. Bruno Bauer, Vertreter der VÖB, übernahm die Sprecherrolle, als Stellvertreterin fungierte Gabriele Fröschl, Vertreterin der Medienarchive Österreichs (MAA).

Zugleich wurde beschlossen, dass BAM AUSTRIA in Zukunft verstärkt Aktivitäten setzen soll, die für alle Mitglieder der beteiligten Verbände offen stehen und die die Vernetzung und Kooperation auch im operativen Bereich stärken. In diesem Sinn wurde für 2015 die Beteiligung am 32. Österreichischen Bibliothekartag in Wien auf die Agenda von BAM AUSTRIA gesetzt. In fünf Treffen (19.02.2015, 26.03.2015, 01.06.2015, 02.09.2015, 21.10.2015), die jeweils an der Österreichischen Mediathek stattgefunden haben, wurde eine BAM-Session, bestehend aus drei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Quo vadis Kulturerbe“ vorbereitet.

In einem von Bruno Bauer moderierten Vortragsblock, der am 16. September 2015 im Elise-Richter-Saal an der Universität Wien stattfand, präsentierte zunächst Harald Weigel, Direktor der Vorarlberger Landesbibliothek, unter dem Titel „BAM AUSTRIA – Einheit in Vielfalt“ die bisherige Entwicklung dieser Initiative, die er von deren Gründung im Jahr 2003 bis 2014 zwölf Jahre lang federführend mitgeprägt hatte. Anschließend berichteten Dietrich Schüller und Rainer Hubert über „Memory oft he World. Das UNESCO-Programm zur Sicherung des Dokumentenerbes“. Im letzten Vortrag, der zugleich die Überleitung zur anschließenden Podiumsdiskussion, sprach Heidemarie Uhl zum „Haus der Geschichte Österreich“.


Abbildung 1: Heidemarie Uhl bei ihrem Vortrag über das „Haus der Geschichte Österreich“ im Rahmen der Session von BAM AUSTRIA am 16. September 2015, 27. Österreichischer Bibliothekartag an der Universität Wien (Foto: BAM-Austria)

 

An der Podiumsdiskussion zum Thema „Kulturerbe – eine gemeinsame Herausforderung“ beteiligten sich die Leiterinnen bzw. Leiter je einer Bibliothek, eines Archivs und eines Museums. Den Fragen des Moderators GD i.R. Lorenz Mikoletzky stellten sich Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums, sowie Thomas Just, Direktor der Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs. In den Statements am Podium wurde deutlich, dass bei vielen Themen – von der Digitalisierung über die Zukunftsaufgaben im Spannungsfeld von Kulturvermittlung und Kulturbewahrung bis hin zur Frage nach einer Sicherung der Finanzierung – weitgehend Übereinstimmung zwischen den kulturbewahrenden Institutionen in Österreich besteht.


Abbildung 2: Mitwirkende an der Session von BAM AUSTRIA beim 27. Österreichischen Bibliothekartag an der Universität Wien am 16. September 2015: Rainer Hubert, Bruno Bauer, Johanna Rachinger, Dietrich Schüller, Gabriele Zuna-Kratky, Thomas Just, Lorenz Mikoletzky, Harald Weigel, Alfred Schmidt (Foto: BAM-Austria)