2016 GND-Umfrage an BAM-Einrichtungen


Aufbauend auf eine deutsche Initiative, die das Ziel verfolgt, die GND auch für Archive und Museen zu öffnen, wurde die GND zum Leitthema von BAM-Austria für 2016 erhoben.  Um einen fundierten Überblick über die Praxis der Nutzung der GND, aber auch weiterer inhaltlicher Erschließungsinstrumente an Bibliotheken, Archiven und Museen in Österreich zu erhalten, wurde eine Projektarbeit im Rahmen des Universitätslehrgangs „Library and Information Studies“ an der Österreichischen Nationalbibliothek angeregt. Unter der Projektleitung von Josef Steiner, Leiter der Hauptabteilung Bestandsaufbau und Bearbeitung der ÖNB, wurde vom Projektteam Olga Kmyta, Irina Sucker und Barbara Markovic ein Fragebogen zu diesem Thema ausgearbeitet. Dieser wurde im Rahmen einer BAM-Sitzung vorgestellt und die Mitglieder von BAM übermittelten in der Folge Feedback an die Projektgruppe und unterstützten auch die Erstellung einer Adressenliste von Bibliotheken, Archiven und Museen, denen der Fragebogen zugesandt werden sollte. Von BAM-Austria wurde angeregt, dass der Fragebogen nicht zu sehr auf die GND ausgerichtet werden sollte, sondern der Fokus vielmehr generell auf der Erhebung der gängigen Praktiken der Objekterschließung an Bibliotheken, Archiven und Museen in Österreich sowie der jeweils eingesetzten Regelwerke gelegt werden sollte. Abgefragt wurde auch die Einschätzung der einzelnen Einrichtungen zum Themenkomplex Open Data.

Es war diese die erste gemeinsam für den BAM-Bereich durchgeführte Befragung. Von 198 angeschriebenen Institutionen antworteten 62 (31 % Rücklaufquote), davon 20 Bibliotheken, 14 Archive, 7 Museen und 21 kombinierte Einrichtungen. 75 % der an der Befragung teilnehmenden Institutionen verfügen über ein kontrolliertes (normiertes) Vokabular, 35 % verwenden die GND.

Die Ergebnisse der Umfrage wurden von der Projektgruppe als Studie vorgelegt und in einer BAM-Sitzung präsentiert. In komprimierter Form wurde sie auch in den Mitteilungen der VÖB 3-4/2016 veröffentlicht.

Von BAM-Austria ergeht an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Projektgruppe und den Projektleiter für die geleistete Arbeit; die vorgelegte Studie bietet einen fundierten Überblick über die gängige Praxis der Objekterschließung an Bibliotheken, Archiven und Museen und stellt somit eine ausgezeichnete Grundlage für weitere gemeinsame Schritte der Gedächtnisorganisationen im Bereich der Metadaten dar.

Die Ergebnisse der Studie, die vom Projektteam im Rahmen einer Sitzung von BAM-Austria präsentiert wurden, dienten als Anstoß für das im Mai 2017 durchgeführte Seminar zum Thema „Metadatennormierung heute für morgen: Open Access und Linked Open Data“.

 

Literatur

Barbara Marković, Olga Kmyta & Irina Sucker: Objekterschließung an Bibliotheken, Museen und Archiven in Österreich. Ergebnisse einer Erhebung. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen & Bibliothekare 69 (2016), H. 3/4, S. 414-421. – Online