Kardinal Schönborn übernimmt Buchpatenschaft der Österreichischen Nationalbibliothek über historisch wertvolle Handschrift zum Ablasshandel

Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger über­reichte die Urkunde im Rahmen einer Feier in der Bartholomäuskapelle des Stephansdoms

Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger über­reichte am Donnerstag, 12. Mai, die Patenschaftsurkunde für eine außer­ge­wöhn­li­che Handschrift an Erzbischof
Dr. Christoph Kardinal Schönborn. Das his­to­risch bedeu­tende Werk stammt aus dem frü­he­ren Besitz der Familie Schönborn und ent­hält ein Verzeichnis von Ablässen und Zahlungen an die Domkirche von St. Stephan.

Die fei­er­li­che Überg­abe fand in der Bartholomäuskapelle des Stephansdoms statt, die in der Vergangenheit auch die Funktion einer Ablasskapelle hatte.

„Es ist mir eine beson­dere Ehre, mit Kardinal Schönborn eine sehr pro­mi­nente Persönlichkeit des öffent­li­chen Lebens für eine Buchpatenschaft gewin­nen zu kön­nen. Je bekann­ter diese Spendenaktion wird, desto bes­ser kön­nen wir unse­ren Beitrag zur Erhaltung und Pflege der geis­ti­gen Schätze Öster­reichs leis­ten“, so Rachinger.

Das Patenschaftswerk

Die wert­volle Handschrift wird als „Verzeichnis von Reliquien und Beneficiaten der Kirche St. Stephan in Wien“ bezeich­net. Die sechs Papierhandschriften stam­men ursprüng­lich aus dem Besitz der Familie Schönborn und wur­den 1993 von der Öster­rei­chi­schen Nationalbibliothek über den Antiquariatshandel erworben.

Behandelt wer­den Zahlungen aus der zwei­ten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, also aus der Zeit der letz­ten Bauphase des Stephansdoms.

Da der Ablasshandel einer der Anlässe für die Kritik Martin Luthers an der katho­li­schen Kirche war, ist die in der genann­ten Handschrift ent­hal­tene Dokumentation von über­re­gio­na­ler Bedeutung für die Kirchengeschichte an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit.

Auffällig ist die Verwendung einer hebräi­schen Schriftrolle, geschrie­ben auf Pergament, als Einband für den ers­ten Teil die­ser Dokumentation.

Ein Band die­ser Sammlung befand sich im Besitz des Chormeisters, der für die Kirchenmusik zustän­dig war.

Die Aktion Buchpatenschaft

Die Aktion Buchpatenschaft der Öster­rei­chi­schen Nationalbibliothek besteht seit
nun­mehr über 20 Jahren und gehört zu den erfolg­reichs­ten kul­tu­rel­len Spendenaktionen Öster­reichs. Mit der finan­zi­el­len Unterstützung der BuchpatInnen kön­nen stark beschä­digte Bücher und Einzelobjekte, die restau­ra­to­ri­sche und kon­ser­va­to­ri­sche Maßnahmen benö­ti­gen, ver­sorgt wer­den, um auch für künf­tige Generationen den Zugang zu Öster­reichs kul­tu­rel­lem Erbe sicherzustellen.

Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten haben bis dato zu dem gro­ßen Erfolg der Aktion beige­tra­gen: Dazu zäh­len die US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr Vorgänger Dr. Henry Kissinger, der ehe­ma­lige fran­zö­si­sche Präsident Jacques Chirac ebenso wie Papst Johannes Paul II. und Maestro Nikolaus Hanoncourt, der ver­stor­bene Bundespräsident Dr. Thomas Klestil sowie die ehe­ma­li­gen Vizekanzler Dr. Erhard Busek und Dr. Alois Mock.

Buchpatenschaften über­neh­men biblio­phile Menschen nicht nur für sich selbst, sie kön­nen auch ver­schenkt oder gewid­met wer­den. Darüber hin­aus sind die Spenden steu­er­lich absetzbar.

Nähere Informationen zur Aktion fin­den Sie unter:
http://www.onb.ac.at/about/buchpatenschaften.htm

Presseaussendung ÖNBhttp://www.onb.ac.at/presse_19105.htm

Hinweis auch bei http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/39235.html

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