Presse Univ. Graz: Gedenktafel für Jakob Fellin - Der umtriebige UB-Direktor der Zwischenkriegszeit erhielt eine von zwei Ländern gestiftete Gedenktafel

23.4.12: Gedenktafel für Jakob Fellin - Der umtrie­bige UB-Direktor der Zwischenkriegszeit erhielt eine von zwei Ländern gestif­tete Gedenktafel

Eine Ehrung der beson­de­ren, weil von zwei Ländern - näm­lich Öster­reich und Italien - getra­gene Ehre wurde am Freitag, 20. April 2012, Dr. Jakob Fellin (1869-1951) post­hum zuteil. Fellin war in der Zwischenkriegszeit Direktor der Bibliothek der Uni Graz und sein Name taucht heute zu Unrecht nur sel­ten auf. Er bewies nicht nur in schwie­ri­gen, wirt­schaft­li­chen Zeiten ein enor­mes Geschick in der Führung der UB, son­dern legte auch ein mit gro­ßer Sorgfalt geführ­tes Literaturverzeichnis des Bestandes an - hän­disch. Sein Werk - über 30.000 Seiten - wur­den nun in mühe­vol­ler Arbeit vom Digitalisierungszentrum der Uni Graz für die Nachwelt fest­ge­hal­ten und im Web zugäng­lich gemacht. Finanziert wurde die Arbeit von der italienisch-österreichischen Gesellschaft Trient und Rovereto, die durch Präsident Dr. Fabrizio Paternoster und Generalsekretärin Mag. Paula Weiss-Berlanda ver­tre­ten war.

UB-Direktor Werner Schlacher führte durch den Nachmittag, der vor allem durch den Geist des gemein­sa­men Arbeitens geprägt war: So sprach etwa der Landeshauptmann der Provinz Bozen, Dr. Luis Durnwalder - der kurz zuvor das Große Goldene Ehrenzeichehn des Landes Steiermark von Landeshauptmann Franz Voves über­reicht bekom­men hatte - über die Bedeutung von Fellins Arbeit. «Auch in der heu­ti­gen, sehr schnell­le­bi­gen Zeit soll­ten wir inne hal­ten und uns der Leistungen frü­he­rer Generationen bewusst wer­den und dank­bar dafür sein», so Durnwalder. Nach einem kur­zen Über­blick über Fellins Bedeutung und Werk durch Dr. Thomas Csanady, Abteilung für Sondersammlungen der UB, der zu sei­nem Nachlass recher­chiert hatte, nah­men VertreterInnen von öste­rei­chi­scher und ita­lie­ni­scher Seite die Enthüllung der Gedenktafel gemein­sam vor.

Zu Jakob Fellin:

In dem klei­nen tren­ti­ni­schen Ortes Revo gebo­ren, machte Jakob Fellin «Karriere» an der Uni Graz. Er war von Direktor der UB von 1924 bis 1933. Es zeich­ne­ten ihn beson­dere Arbeitskraft und Engagement aus, wie sein gro­ßes Werk an biblio­gra­fi­schen Daten erken­nen lässt, das heute als «Nachlass Fellin» an der UB Graz erhal­ten ist. Das Werk blieb wegen der wirt­schaft­li­chen Lage in den Zwischen- und Nachkriegsjahren unpu­bli­ziert und wurde nun auf Betreiben der österreichisch-italienischen Gesellschaft Trento-Rovereto digi­ta­li­siert. Durch seine Genauigkeit und sei­nen kri­mi­na­lis­ti­schen Spürsinn gelang es Fellin sogar, einem Bibliothekar, der sich als Bücherdieb betä­tigte, auf die Schliche zu kom­men und so die UBG vor wei­te­ren Bücherdiebstählen wert­vol­ler Werke zu bewahren.

Quelle: http://www.uni-graz.at/newswww/newswww_archiv/newswww_archiv_detail.htm?reference=241305

Siehe auch: http://www.graz.at/cms/beitrag/10192883/1618648/

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