ÖNB: Mehr Raum zum Denken – der Ludwig-Wittgenstein-Forschungslesesaal

Die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek eröff­net neuen Lesesaal am Heldenplatz

Die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek inves­tiert Jahr für Jahr in die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen für ihre LeserInnen: Auf die Generalsanierung des Hauptlesesaals am
Heldenplatz 2004 folgte die Einrichtung moder­ner Benützungsräume für die Musiksammlung im Palais Mollard 2005, die Neugestaltung des Bildarchivs 2006, die Generalsanierung der Kartensammlung und des baro­cken Augustinerlesesaals 2009 sowie viele klei­nere und grö­ßere Infrastrukturprojekte vom bar­rie­re­freien Zugang bis zum kos­ten­freien WLAN, die die lau­fende Verbesserung des Gesamtbetriebes gewähr­leis­ten. Die letzte große Investition war der Austriaca-Lesesaal am Heldenplatz, der 2010 eröff­net wurde. Ziel all die­ser Maßnahmen war und ist es, eine zeit­ge­mäße Infrastruktur für die BibliotheksbenützerInnen zu schaffen.

© Klaus Pichler/Österreichische Nationalbibliothek

Gleichzeitig mit die­sen Bautätigkeiten wurde auch in den unmit­tel­bar biblio­the­ka­ri­schen
Service inves­tiert, etwa in die Einrichtung und den Ausbau des Digitalen Lesesaals, in die
wesent­li­che Erweiterung der Öffnungs­zei­ten, die Implementierung einer auto­ma­ti­schen
Entlehnverbuchung, den Ausbau des kos­ten­lo­sen Datenbankangebotes, die Einführung
digi­ta­ler Reproduktionsservices für alle Bestandsgruppen sowie die Erweiterung der
umfang­rei­chen und kos­ten­lo­sen Informationsservices.

Ein Lesesaal für die Forschung

Ein wei­te­rer Meilenstein in die­ser Entwicklung ist die Eröffnung des Ludwig-WittgensteinForschungslesesaals. Mit ihm möchte die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek der wis­sen­schaft­li­chen Community beste Bedingungen für ihre Forschung bie­ten – zusätz­lich zu den beste­hen­den Lesesälen in den Sondersammlungen. Benannt ist er nach Ludwig Wittgenstein (26. April 1889 – 29. April 1951), dem wohl bedeu­tends­ten öster­rei­chi­schen Philosophen des 20. Jahrhunderts, von dem die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek in den letz­ten Jahrzehnten inter­na­tio­nal bedeu­tende Bestände an Originaldokumenten auf­ge­baut hat.

Der 348 m2 große Ludwig-Wittgenstein-Forschungslesesaal ist der 19. Lesesaal der Öster­rei­chi­schen Nationalbibliothek, mit ihm erhöht sich die Anzahl der Leseplätze auf
ins­ge­samt 614. Alle 64 Leseplätze, ver­teilt auf zwei Etagen, haben kabel- und kos­ten­lo­sen
Internetzugang, die gro­ßen Arbeitsflächen ermög­li­chen die par­al­lele Arbeit mit Laptop und
Büchern. Eine Lüftungs- und Klimaanlage sorgt für ein ange­neh­mes Raumklima trotz
Südlage, durch die Montage von Akustikpanelen an Wand und Decke ist eine ruhige
Arbeitsumgebung garantiert.

Der Ludwig-Wittgenstein-Forschungslesesaal befin­det sich als ein­zig öffent­lich zugäng­li­cher Bereich im zwei­ten Obergeschoß der Neuen Burg. Er liegt direkt über der
Kommunikationslounge und ist mit­tels Lift zen­tral über den Eingang Heldenplatz erreich­bar. Diese exklu­sive Lage ermög­licht einen raschen Zugang zu allen Serviceeinrichtungen der Modernen Bibliothek und garan­tiert den­noch durch die Trennung vom Publikumsbereich im Erdgeschoß abso­lute Ruhe. Beeindruckend ist der Blick in den Burggarten, der von allen Leseplätzen aus mög­lich ist.

Eingerichtet wurde der Lesesaal in der ehe­ma­li­gen „Kataloghalle“. Der frü­here Standort für Zettelkataloge ver­lor durch die Digitalisierung der Kataloge seine alte Funktion und konnte so für wis­sen­schaft­lich Arbeitende umge­wid­met werden.

Exklusiv für WissenschafterInnen

Der Ludwig-Wittgenstein-Forschungslesesaal bie­tet eine spe­zi­ell auf die Bedürfnisse von
ForscherInnen abge­stimmte Arbeitsumgebung, wes­halb die Benützung auch den
BesitzerInnen einer spe­zi­el­len Jahreskarte vor­be­hal­ten ist. Die ÖNB-ForscherInnenJahreskarte erhal­ten nur Personen, die den Nachweis einer aktu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Tätigkeit erbrin­gen. Dazu zäh­len etwa das Verfassen von Dissertationen und Habilitationen oder eine in Vorbereitung befind­li­che wis­sen­schaft­li­che Publikation. Bis jetzt haben sich bereits über 40 ForscherInnen über die Homepage (www.onb.ac.at/ben/forschungslesesaal.htm) ange­mel­det – ein beein­dru­cken­der Beleg für die Notwendigkeit die­ses zusätz­li­chen Lesesaals.

Die frei zugäng­li­che Bibliothek im Forschungslesesaal umfasst rund 9.000 Bände. Neben
all­ge­mei­nen Nachschlagewerken und Wörterbüchern wird ein umfas­sen­der Querschnitt aus Enzyklopädien, Referenz- und Standardwerken zu ein­zel­nen Fächern gebo­ten, wobei der Schwerpunkt, ent­spre­chend dem Sammelauftrag und den Beständen des Hauses, bei den Geisteswissenschaften und hier vor allem bei der öster­rei­chi­schen Kultur- und
Geistesgeschichte liegt. Für jede Disziplin wird in spe­zi­el­len Info-Mappen eine fach­spe­zi­fi­sche und kom­men­tierte Auswahl aus den ins­ge­samt rund 3.500 Datenbanken ange­führt, die die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek über das Datenbank-Infosystem (DBIS) anbietet.

Zusätzlich ermög­li­chen zwei Terminals die Recherche in Katalogen und Datenbanken sowie
die Buchbestellung direkt vom Lesesaal aus. Darüber hin­aus ste­hen den BenützerInnen ein
Public-Scanner sowie groß­räu­mige Depotfächer für die Aufbewahrung von Unterlagen
kos­ten­los zur Verfügung.

Erweiterte Öffnungs­zei­ten – jetzt auch am Sonntag

Nachdem die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek bereits im Jahr 2010 mit der ganz­tä­gi­gen
Öffnung der Modernen Bibliothek an Samstagen einen wich­ti­gen Schritt zur Optimierung
ihrer Serviceleistungen gesetzt hat, wer­den mit der Eröffnung des Ludwig-WittgensteinForschungslesesaals die Öffnungs­zei­ten noch­mals deut­lich erwei­tert: Ab Anfang Mai 2012 hat der gesamte Benützungsbereich am Heldenplatz auch an Sonntagen von 9 bis 21 Uhr geöff­net. Die neuen Öffnungs­zei­ten lau­ten dem­nach: ganz­jäh­rig Mo – So 9.00 – 21.00 Uhr Anders als viele große euro­päi­sche Nationalbibliotheken wie etwa jene in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Belgien oder der Schweiz und auch anders als alle gro­ßen Bibliotheken in Öster­reich bie­tet die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek ihren LeserInnen damit ein Maximum an fle­xi­bler Zeiteinteilung.

Starke Steigerung bei den Besucherzahlen im 1. Quartal 2012

Die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek ver­zeich­net seit Jahren eine kon­ti­nu­ier­li­che Steigerung ihrer Besucherzahlen. Besonders erfreu­lich ist die Entwicklung in den musea­len
Bereichen des Hauses, also vor allem im Prunksaal, im Papyrus-, Globen- und
Esperantomuseum: 2011 stieg hier die Zahl der BesucherInnen gegen­über 2010 um 7,1
Prozent. Dieses erfreu­li­che Plus konnte im 1. Quartal 2012 noch­mals stark über­bo­ten wer­den: In die­sem Zeitraum stie­gen die Besucherzahlen um beein­dru­ckende 29,3 Prozent.

Quelle: http://www.onb.ac.at/services/presse_20390.htm

Pressemeldungen dazu:

Salzburger Nachrichten:

Nationalbibliothek mit neuem Lesesaal

348 Quadratmeter mehr Platz für wis­sen­schaft­li­che Tätigkeit bie­tet ab sofort die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek (ÖNB): Am Donnerstag prä­sen­tierte Generaldirektorin Johanna Rachinger den neuen Ludwig-Wittgenstein-Forschungslesesaal, den sie gegen­über der APA als «groß­ar­ti­ges Angebot für die wis­sen­schaft­li­che Community» bezeichnete.

http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/kultur/sn/artikel/nationalbibliothek-mit-neuem-lesesaal-12257/

ORF Wien:

Literaturmuseum „auf Schiene“

Die Öster­rei­chi­sche Nationalbibliothek (ÖNB) hat heute einen neuen Forschungslesesaal vor­ge­stellt. Der neue Ludwig-Wittgenstein-Lesesaal ist aktu­ell aber nur eines von meh­re­ren Projekten der ÖNB. So sei etwa das Literaturmuseum bereits „auf Schiene gebracht“.

http://wien.orf.at/news/stories/2530561/

Kleine Zeitung: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3004645/nationalbibliothek-neuem-lesesaal.story

Wiener Zeitung: http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wzwissen/forschung/453724_Wittgenstein-steht-Pate.html

Studium.at:
http://www.studium.at/164503-nationalbibliothek-neuer-ludwig-wittgenstein-forschungslesesaal-als-grossartiges-angebot-fuer-die-wissenschaftliche-com

Liferadio.at:
http://www.liferadio.at/news/news-details/article/nationalbibliothek-mit-neuem-lesesaal-35433316/

Hauptverband es Buchhandels:
http://www.buecher.at/show_content.php?sid=94&detail_id=5715

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