FWF greift Harvard-Vorschlag auf

Pressemeldung FWF: Das Faculty Advisory Council to the Library, in dem 19 renom­mierte WissenschafterInnen alle Fakultäten der Harvard University reprä­sen­tie­ren, stellt das bis­he­rige Subskriptions-modell für wis­sen­schaft­li­che Publikationen in Frage und emp­fiehlt WissenschafterInnen und Bibliotheken ein­dring­lich Schritte in Richtung Open Access zu set­zen. Das wird auch durch die Open-Access-Politik des FWF unterstützt.

Die Harvard Library, eine der wohl­ha­bends­ten Forschungsbibliotheken der Welt, stellt fest, dass die Anschaffung wis­sen­schaft­li­cher Literatur unter den bis­he­ri­gen Preisbedingungen selbst für Harvard an Grenzen gesto­ßen ist. Zudem schrän­ken viele Verlage die Rechte der WissenschafterInnen an ihren Publikationen und den Zugriff für die Öffent­lich­keit der­art ein, dass Preis und Leistung in kei­nem Verhältnis mehr zu ein­an­der stehen.

Für den Leiter der Harvard Library, den Historiker Robert Darnton, kann diese Situation mit­tel­fris­tig nur durch den flä­chen­de­cken­den Umstieg auf Open-Access-Publikationsmodelle auf­ge­löst wer­den. In die­sem Sinne for­mu­liert Harvard nun ein­dring­li­che Empfehlungen für das Verhalten von WissenschafterInnen und Bibliotheken, sodass der Umstieg mög­lichst schnell voll­zo­gen wer­den kann.

Der FWF greift die Empfehlungen auf und legt sie ent­spre­chend sei­nerOpen-Access-Politik auch den WissenschafterInnen in Öster­reich nahe:

  • Es soll gegen­über den Zeitschriften und Verlagen einZweitverwertungsrecht wahr­ge­nom­men und alle Publikationen in insti­tu­tio­nel­len oder fach­spe­zi­fi­schen Repositorien frei zugäng­lich archi­viert werden.
  • Wo immer mög­lich und sinn­voll, sol­len Open-Access-Publikationsorgane genutzt wer­den. Mittlerweile gibt es in fast allen Disziplinen einige renom­mierte Zeitschriften oderBuchverlage. Fallen dafür Kosten an, so über­nimmt diese bspw. der FWF sowohl für Zeitschriftenartikel als auch für Bücher. Ähnli­ches gilt auch für die Förderungen der EU.
  • Werden über­höhte Preispolitiken betrie­ben, sol­len WissenschafterInnen ihre Mitarbeit in Editorial Boards und Fachgesellschaften über­den­ken bspw. dar­auf ein­wir­ken, auf effi­zi­en­tere Open-Access-Modelle umzustellen.
  • Schließlich wer­den die WissenschafterInnen gebe­ten, diese Empfehlungen unter ihren KollegInnen zu ver­brei­ten. Als Beispiel kann hier eine Aktion aus den Niederlanden genannt wer­den, die in Kürze auch in Öster­reich Nachahmung fin­den soll.

Darüber hin­aus emp­fiehlt Harvard den Bibliotheken und Forschungsstätten, (a) den WissenschafterInnen Mittel für Open-Access-Publikationen zur Verfügung zu stel­len, (b) nur noch Zeitschriften mit einer ver­nünf­ti­gen Kosten-Nutzen-Relation anzu­schaf­fen, © sich bei der Preisgestaltung am „Pay-per-use-System“ zu ori­en­tie­ren und (d) die Verträge mit den Verlagen öffent­lich zu machen.

Quelle: http://www.fwf.ac.at/de/news/am20120426.html

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