Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg - ein Werkstattbericht (VÖB.-Mitt. 1/2012)

Ute Palmetshofer und Monika Eichinger: Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg - ein Werkstattbericht

Inhalt
1. Das Projekt
2. (Vermeintlich) her­ren­lo­ses Raubgut aus dem Offenbach Archival Depot
3. Provenienzkette Auspitz Peyrebère Rakint
4. „Schloss Finstergrün“: im Visier der Nationalsozialisten
5. Ausblick

Zusammenfassung: Im Sommer 2009 star­tete an der Universitätsbibliothek (ehe­mals Studienbibliothek) Salzburg ein Projekt zur NS-Provenienzforschung, in des­sen
Rahmen zum einen die Bibliotheksgeschichte wäh­rend des „Ständestaats“ und Nationalsozialismus auf­ge­ar­bei­tet und zum ande­ren der Bibliotheksbestand in Hinblick auf Raubgut aus der NS-Zeit über­prüft wird. Das Projekt beschäf­tigt sich nicht nur mit den Erwerbungen von 1933 bis 1945, son­dern schließt die Zuwächse bis in die Gegenwart ein. Der vor­lie­gende Beitrag ist als Werkstattbericht kon­zi­piert und möchte Einblick in die lau­fen­den Forschungsarbeiten geben. Wesentliche Bereiche sind: Buchautopsie, Arbeit mit der für das Projekt erstell­ten Datenbank sowie Recherche zu VorbesitzerInnen.
Nach einem kur­zen Über­blick über die Entstehung und den Aufbau des Projekts wer­den drei aktu­elle, zum Teil noch nicht voll­stän­dig geklärte Fälle aus der Provenienzforschung vor­ge­stellt. Bei den Beispielen han­delt es sich alle­samt um Erwerbungen aus der Zeit nach 1945: (ver­meint­lich) her­ren­lo­ses Raubgut aus dem Offenbach Archival Depot, Bücher des jüdi­schen Bankiers Stefan Auspitz aus dem Nachlass des rus­si­schen Kunsthistorikers Wladimir Rakint sowie die anti­qua­risch ange­kauf­ten Bände aus der ins Visier der Nationalsozialisten gera­te­nen Burg Finstergrün.

Schlagwörter: Studienbibliothek Salzburg, NS-Provenienzforschung, Offenbach Archival Depot, Schloss Finstergrün, Stefan Auspitz, Jeanne Peyrebère, Wladimir Rakint, Margit Gräfin Szápáry

PROVENANCE RESEARCH AT THE UNIVERSITY LIBRARY OF SALZBURGPRELIMINARY REPORT

Abstract: In 2009, the University Library of Salzburg, for­merly known as Studienbibliothek Salzburg, star­ted a pro­venance rese­arch pro­ject which pur­sues two objects: First, the history of the library during Staendestaat and National Socialism is ana­ly­zed, and, second, the inven­tory of the library is examined for Nazi book loot. The pro­ject does not only inves­ti­gate library acqui­si­ti­ons bet­ween 1933 and 1945, but scans all acqui­si­ti­ons from 1933 up to the pre­sent. This arti­cle is a preli­mi­nary report and deli­vers insight into cur­rent rese­arch. The main issues are the auto­psy of the inven­tory, the manage­ment of the pro­ject data bank, and rese­arch on pre­vious owners of sus­pi­cious books. After a short over­view of the deve­lop­ment and the orga­niza­tion of the pro­ject, three cur­rent cases are descri­bed. These three cases are all library acqui­si­ti­ons from after 1945: Supposedly “owner­less” loot from the Offenbach Archival Depot; books of the Jewish ban­ker Stefan Auspitz that ente­red the library via the legacy of the Russian art his­to­rian Wladimir Rakint; and books from Burg Finstergruen Castle which the library acqui­red at a local anti­qua­rian bookshop.

Keywords: Studienbibliothek Salzburg, pro­venance rese­arch, National Socialism, Offenbach Archival Depot, Finstergruen Castle, Stefan Auspitz, Jeanne Peyrebère, Wladimir Rakint, Margit Gräfin Szápáry

Veröffentlicht in Mitteilungen der VÖB 65 (2012) Nr. 1, S. 22-38.
Online: https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/get/o:107200/bdef:Content/download

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