Die Orientalistik -Ergebnisse der NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Wien (VÖB-Mitt. 1/2012)

Christina Köstner-Pemsel und Markus Stumpf: „MACHEN SIE ES ORDENTLICH, DAMIT MAN NACHHER, WENN WIR DIE BÜCHER IHREN BESITZERN ZURÜCKGEBEN, NICHT SAGT,
ES HÄTTEN SCHWEINE IN DER HAND GEHABT.“ DIE ORIENTALISTIK – ERGEBNISSE DER NS-PROVENIENZFORSCHUNG AN DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK WIEN

Inhalt
1. Einleitung
2. Viktor Christian und sein Institut
3. Bestandsbewegungen ab 1945
4. „Leihgaben“ des Ahnenerbes an das Orientalische Institut der Uni Wien
5. „Leihgabe A“ – Ludwig Feuchtwanger und Sammlung Kleveta
6. „Leihgabe B“ – Samuel Krauss
7. „Leihgabe C“ bis „Leihgabe G“ – Bücher aus den jüdischen Gemeinden Burgenlands
8. „Leihgabe H“ – Bücher von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung
9. „Leihgaben I, J und L“ – Völkerkundemuseum Wien
10. „Leihgabe K“ – „Geschenk des Herrn stud. phil. Kurt Schubert“
11. „Geborgene Werke“ aus der Leihgabe Ahnenerbe
12. Erwerbungen 1941–1955 lt. Inventarbüchern
13. Kostenlose Überlassungen
14. Antiquariat Wolf
15. Weitere Ergebnisse der Provenienzforschung an der FB Afrikawissenschaften und Orientalistik

Zusammenfassung: Im Rahmen der Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Wien wurden auch die Buchbestände des früheren Orientalischen Instituts
der Universität Wien untersucht, dessen Leiter Viktor Christian enge Verbindungen zum SS-Ahnenerbe hatte. Dadurch kamen während der Zeit des Nationalsozialismus
unzählige geraubte Bücher an die Bibliothek. Die euphemistisch als „Leihgaben“ bezeichneten Bücher lassen sich heute allerdings kaum mehr in den Beständen nachweisen. Durch Archivmaterial konnte aber den Rückgaben und Bestandsbewegungen nach 1945 nachgegangen werden und auf einige restliche Raubbestände hingewiesen
werden.

Schlagwörter: Universitätsbibliothek Wien, Provenienzforschung, Orientalisches Institut der Universität Wien, SS-Ahnenerbe, Bücherraub

„DO IT PROPERLY SO THAT PEOPLE WILL NOT SAY THAT PIGS HAD THE BOOKS WHEN THEY WILL BE RETURNED TO THEIR OWNERS.“ ORIENTAL STUDIES – THE RESULTS OF THE NAZI ERA PROVENANCE RESEARCH AT VIENNA UNIVERSITY LIBRARY

Abstract: In the course of provenance research at Vienna University Library, the book holdings of the former Oriental Institute (Department of Oriental Studies) at the University of Vienna were examined. Victor Christian, the then head of department, had close connections to the SS-Ahnenerbe. This led to numerous looted books being integrated into the library holdings. Euphemistically referred to as “loans” at the time, these books are nearly impossible to detect in today’s library holdings. However, archival material allowed the researchers to reconstruct how some books were returned to previous owners or their heirs after 1945, to trace relevant movements in the holdings during that period and to identify some remaining looted books in the library’s holdings.

Keywords: University Library Vienna, Provenance research, Oriental Institute of the University of Vienna, SS-Ahnenerbe, looted books

Veröffentlicht in Mitteilungen der VÖB 65 (2012) Nr. 1, S. 39-78.
Online: https://fedora.phaidra.univie.ac.at/fedora/get/o:107200/bdef:Content/download

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