ÖNB: Bestsellerautorin Donna Leon übernimmt Buchpatenschaft der Österreichischen Nationalbibliothek

Sie ist bekannt für ihre Kriminalromane mit dem melan­cho­li­schen Commissario Brunetti, die regel­mä­ßig die Bestsellerlisten anfüh­ren. Weniger bekannt ist, dass die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Donna Leon neben dem Schreiben noch eine andere Leidenschaft hat: die Oper. Am 24. September 2012 konnte Leon beide Leidenschaften im Prunksaal der Öster­rei­chi­schen Nationalbibliothek ver­bin­den. Sie erzählte vor gro­ßem Publikum Geschichten über die vene­zia­ni­sche Gondel und über­nahm eine Buchpatenschaft über die hand­schrift­li­che Partitur der Oper Il Cantone in Utica des ita­lie­ni­schen Komponisten Vincenzo Ciampi.

Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger prä­sen­tierte Donna Leon das ein­zig­ar­tige Original der Oper, das in der Musiksammlung der Öster­rei­chi­schen Nationalbibliothek ver­wahrt wird, und über­reichte ihr fei­er­lich die Patenschaftsurkunde: „Ich freue mich sehr, dass Ciampis wun­der­ba­res Werk mit Frau Donna Leon eine ganz beson­dere Patin gefun­den hat. Die Über­nahme die­ser Patenschaft unter­stützt die größte Bibliothek des Landes dabei, die­sen Schatz der Weltkultur auch für zukünf­tige Generationen zu erhalten.“

Il Catone in Utica stammt aus der Feder von Pietro Metastasio (1698-1872), dem berühm­tes­ten Librettisten des 18. Jahrhunderts, und wurde 1757 von Vincenzo Ciampi ver­tont. Ciampi, 1719 in Piacenza gebo­ren, starb 1762 in Venedig, wo ja auch Leons Kriminalromane ange­sie­delt sind. Dazwischen lag ein Leben, das ihn durch ganz Europa führte: Nach dem Studium in Neapel wirkte er in Palermo, Paris, London, Brüssel und Venedig. Sein Kompositionsstil mar­kiert den Übergang vom Barock zur Vorklassik.

Im Zentrum der Opernhandlung steht die Auseinandersetzung zwi­schen Julius Cäsar und dem römi­schen Staatsmann Cato, der als über­zeug­ter Republikaner den dik­ta­to­ri­schen Ambitionen Cäsars hef­ti­gen Widerstand ent­ge­gen­setzt. Bei Utica im nörd­li­chen Afrika tref­fen die Gegner auf­ein­an­der. Trotz sei­ner Über­macht ver­sucht Cäsar, Cato als Freund zu gewin­nen, doch die­ser ist nicht bereit, seine Prinzipien auf­zu­ge­ben. Damit ist er Leons bekann­ter Romanfigur, dem Polizisten Guido Brunetti, nicht ganz unähn­lich, der auch in einem über­mäch­ti­gen kor­rup­ten Umfeld stets ein Unbestechlicher bleibt. Eine kleine Parallele, die bei der Über­nahme der Patenschaft über das Opernwerk auch Krimiautorin Leon freute.

Pressefotos 1 bis 3: Donna Leon und Dr. Johanna Rachinger (© ONB)

Quelle: http://www.onb.ac.at/services/presse_21036.htm

Dieser Beitrag wurde unter Österreichische Nationalbibliothek veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>