Buchraub in Salzburg

Im Rahmen eines Forschungsprojekts, finan­ziert von der Universität Salzburg, dem Land Salzburg und dem Öster­rei­chi­schen Forschungsfonds wurde unter­sucht, wel­che Rolle die Vorgängerin der Universitätsbibliothek, die Studienbibliothek, in der Zeit des Nationalsozialismus bei der Jagd auf Bücher spielte und wie sie nach Kriegsende damit umging. War die Bibliothek Nutznießerin oder gar Beteiligte an dem Buchraub in Salzburg?

Gelangten Bücher, die wäh­rend des Nationalsozialismus gestoh­len wur­den, auch noch lange nach dem Krieg durch Geschenke, Tausch oder Kauf in den Bestand der Universitätsbibliothek? Zur Klärung die­ser Fragen wur­den mehr als 240.000 Bücher aus den Regalen geholt und peni­bel nach Besitzspuren durchsucht.

Die bis­he­ri­gen Ergebnisse der Forschung sind in der Publikation«Buchraub in Salzburg» doku­men­tiert, erhält­lich ab 16. Oktober 2012 in der Leihstelle der Hauptbibliothek, Hofstallgasse 2-4, sowie im Buchhandel erhältlich.

Quelle: http://www.uni-salzburg.at

Ursula Schachl-Raber, Helga Embacher, Andreas Schmoller und Irmgard Lahner (Hg.):

Buchraub in Salzburg
Bibliotheks- und NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg

Mit Beiträgen von Andreas Schmoller, Helga Embacher, Monika Eichinger, Irmgard Lahner und Ute Palmetshofer

288 Seiten, zahlr. Abb.
16.5 x 20.7 cm, franz. Broschur
ca. EUR 24.90 CHF 34.86
ISBN 978-3-99014-061-1

Von der Verlagswebsite: Im Nationalsozialismus fand nicht nur ein gigan­ti­scher Kunstraub statt, auch Bücher wur­den im gro­ßen Stil ent­eig­net: wert­volle und ver­bo­tene ebenso wie tri­viale – ganze Bibliotheken wech­sel­ten die Besitzer. 

Buchraub gab es im regio­na­len Umfeld und war zugleich Teil eines euro­pa­wei­ten Unterfangens, ein bes­tens orga­ni­sier­ter Kampf um ideo­lo­gi­sche Hegemonie, Geld und Trophäen. Die Universitätsbibliothek Salzburg erfasst im Rahmen eines Forschungsprojekts, wel­che Rolle ihre Vorgängerin, die Studienbibliothek, bei der Jagd auf Bücher spielte und wie sie nach Kriegsende damit umging. In detek­ti­vi­scher Kleinarbeit ver­sucht die Provenienzforschung auch jenes Raubgut auf­zu­spü­ren, das über die ver­schie­dens­ten Kanäle selbst Jahrzehnte spä­ter noch in die Regale der Bibliothek gelangt ist.

Der Band beleuch­tet die Geschichte der Universitätsbibliothek und ihrer Akteure von 1938 bis 1950 und prä­sen­tiert erst­mals Opfer, Täter und Profiteure des Buchraubs in Salzburg. Es wer­den Recherchestrategien auf­ge­zeigt, die ange­wandt wur­den, um die nach mehr als 70 Jahren geraub­ten Bücher zu iden­ti­fi­zie­ren und mit den Schicksalen der Opfer in Verbindung zu bringen.

Auf salzburg.orf.at:  Uni-Bibliothek sucht nach geraub­ten Büchern

Nachdem Salzburger Museen Bilder, die Nazi-Opfern abge­presst wur­den, zurück­ge­ge­ben haben, unter­sucht jetzt die Salzburger Universitätsbibliothek ihre Bestände - als erste Bibliothek außer­halb von Wien. …

Siehe: http://salzburg.orf.at/news/stories/2554624/

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