Die Presse/Spectrum: Fritz! Es ist ein Traum!

Der bekannte Schriftsteller Frederic Morton wurde in Wien als Friedrich Mandelbaum gebo­ren. Er musste mit sei­ner Familie 1938 nach dem Anschluss aus Öster­reich flie­hen und kam als 16-Jähriger schließ­lich 1940 nach New York. Dort besuchte er eine Bäckerschule, schlug dann aber die Laufbahn eines Journalisten und Schriftstellers ein. Frederic Morton konnte sich - wie er in einem kur­zen auto­bio­gra­phi­schen Text im Spectrum der Presse schil­derte - als Knabe beson­ders für die Bibliothekarin der Öffent­li­chen Bibliothek in der 145th Street und für Webster’s Unabridged Dictionary erwärmen.

… Doch kei­ner der ande­ren Burschen litt wie ich an einem Sprachentick. In der Bibliothek konnte ich mich in Wörtern suh­len. Wenn Miss Poyntondie [die] Glasvitrine auf­sperrte und mir das Großwörterbuch übergab, packte, umarmte, umklam­merte ich lust­voll die­ses opu­lente Werk mit sei­nen mehr als 3000 Seiten vol­ler Synonyme, Antonyme, Metonyme und Etymone. Ich drückte diese große, üppige, begeh­rens­werte Last an mein Herz, atmete den schwa­chen Papierduft ein, wankte zum nächs­ten Tisch und ließ dort mei­nen Schatz fal­len. Dann zog ich den Zettel her­aus, auf dem ich mir kom­pli­zierte Wörter auf­ge­schrie­ben hatte, schil­lernde, ver­hüllte Geheimnisse, die sich mir nun in ihrer nack­ten Bedeutung zeigten. …

Soviel zur Bedeutung öffent­li­cher Bibliotheken zum Fremdsprachenerwerb …

Ganzer Artikel: http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1305981/Fritz-Es-ist-ein-Traum

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