Projekt an der Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien

Projekttitel

NS-Provenienzforschung an der UB der Akademie der bildenden Künste Wien

Finanziert von

Akademie der bildenden Künste Wien

Laufzeit

2011–2016

Leitung

Dr. Beatrix Bastl

MitarbeiterInnen

Mag. Paul Köpf, Mag. Martin Kreuz, Mag. Andreas Ferus

 

Kontaktkoordinaten

Universitätsbibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien
Schillerplatz 3
1010 Wien
Tel.: +43 1 58816 - 2314, - 2302, - 2305 
E-Mail: b.bastl(at)akbild.ac.at, a.ferus(at)akbild.ac.at, p.koepf(at)akbild.ac.at, m.kreuz(at)akbild.ac.at

Abstract

Im November 2010 erging ein Schreiben an das Rektorat der Akademie der bildenden Künste Wien, in dem die Universitätsleitung von der hauseigenen Plattform Geschichtspolitik zur Schaffung einer Stelle für Provenienzforschung im Budgetjahr 2011 aufgefordert wurde, da eine entsprechende „systematische wissenschaftliche Erforschung der Provenienz von Mobiliar und Sammlungsbeständen, wie dies etwa in den österreichischen Bundessammlungen, aber auch an vergleichbaren Institutionen, beispielsweise der Universität für angewandte Kunst, der Universität Wien, der Universität Graz, der Universität Salzburg geschehen ist,“ an der Akademie bislang ausgeblieben ist. Um dieses Versäumnis aufzuzeigen, zerlegten Teilnehmer_Innen eines von der erwähnten Plattform im Rahmen der Veranstaltung „educational turn“ organisierten Workshops, einen mutmaßlich arisierten Tisch altdeutschen Stils, der sich bis dahin im Vorraum der Studien- und Prüfungsabteilung befunden hat, und schlichteten seine Bestandteile vor der Tür des Rektorats auf (siehe http://www.plattform-geschichtspolitik.org/files/Brief_PlattformGeschichtspolitik.pdf). Die Bewertung der Art und Weise dieser Aktion obliegt zwar jedem selbst, sie reflektiert allerdings das – teilweise – durchaus vorhandene Bewußtsein für den bis dato eher stiefmütterlichen Umgang mit dem Thema „NS-Raubgut“ und der Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien in der Zeit des Nationalsozialismus; die Frage: „Haben wir da Bedarf?“ widerspiegelt diesen Umstand sehr gut.
Seitens der Universitätsbibliothek gab es „bereits“ im Herbst 2009 erste interne Gespräche über die notwendige Durchführung eines NS-Provenienzforschungsprojekts. Da die UB in der glücklichen Lage ist, insgesamt fünf Historikerinnen und Historiker in ihrem Personalstand zu haben, wurde damals – vor allem aus konservatorischen und finanziellen Gründen – der Entschluß gefaßt, dieses Vorhaben abteilungsintern durchzuführen, ohne um zusätzliche/s Personal oder Geldmittel anzusuchen. Der offizielle Startschuß fiel während des alljährlichen Akademierundgangs am 20.01.2011 mit einem Vortrag über die NS-Provenienzforschung an österreichischen Bibliotheken.
In der Praxis werden vorerst nur die Bestände der Hauptbibliothek der Signaturengruppen 15.000-21.000 (Erwerbszeitraum 1933-1955) durchgesehen, danach wird die Inspektion auf die in Frage kommenden Institutsbestände ausgeweitet. Dies erfolgt sowohl per Autopsie der Bücher und Zeitschriftentitel als auch durch Durchsicht aller vorhandenen Archivalien (Signaturenkataloge, Korrespondenzen, Inventarien etc.). Im Falle einer positiven Identifikation werden im Anschluß daran die Fragen nach den rechtmäßigen Eigentümer_Innen bzw. deren Rechtsnachfolger_Innen geklärt und sämtliche Vorkehrungen zur Rückgabe der vormals widerrechtlich akquirierten Bestände getroffen.