Projekt an der Kunstuniversität Graz

Projekttitel

NS-Provenienzforschung an der Kunstuniversität Graz

Laufzeit

April bis Oktober 2014

Leitung

Mag. Robert Schiller

Mitarbeiterin
Sabine Doberer

Kontaktkoordinaten

Universitätsbibliothek der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Brandhofgasse 17-19
8010 Graz
Tel.: +43 316 389 2259
E-Mail: sabine.doberer@kug.ac.at

Abstract

Die Bibliothek der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz hat im April 2014 ein Projekt zum Thema NS-Provenienzforschung begonnen, es ist das erste Projekt dieser Art an der Kunstuniversität Graz. Das Projekt beschränkt sich auf die Sondersammlung, die einen Bestand von ca. 430 Büchern und ca. 1080 Musikdrucken und Autographen aufweist. Einen Schwerpunkt bilden die Nachlässe von zumeist steirischen Komponisten und Komponistinnen. Da die Bestände erst nach 1960 erworben wurden und  die Sondersammlung sich hauptsächlich aus Nachlässen, Schenkungen und aus Ankäufen aus Antiquariaten zusammensetzt, gestaltet sich die Provenienz-Recherche als schwierig. Ohne distinktive Hinweise auf den Vorbesitzer oder die Vorbesitzerin in den einzelnen Exemplaren lässt sich deshalb die ursprüngliche Herkunft nicht eindeutig klären. Dabei gilt es auch zu bedenken, dass – vor allem bei Ankäufen aus Antiquariaten – die Bücher und Noten den Besitzer oder die Besitzerin mehrfach gewechselt haben können. Im Fall der Kunstuniversität Graz kann bislang nur jener Bestand der Sondersammlung eindeutig vom Raubgut-Verdacht freigesprochen werden, der nach 1945 erschienen ist.

Die gefundenen Provenienzhinweise wurden zusammen mit den Haupttitelseiten fotografiert, in das Digitale Repositorium KUG-Phaidra eingespielt, sind öffentlich zugänglich und recherchierbar (Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://phaidra.kug.ac.at/o:10932). Es handelt sich bei den digitalisierten Objekten nicht zwingend um Raubgut, sondern um Bücher und Musikdrucke, deren Herkunft noch nicht eindeutig geklärt werden konnte. Alle Informationen zu den möglicherweise geraubten Büchern und Musikdrucken stehen damit der Öffentlichkeit, anderen ProvenienzforscherInnen und Institutionen zur Verfügung.

Im nächsten Schritt müssen nun über sämtliche gefundenen Namen und Körperschaften ausgedehnte Recherchen angestellt werden, um zu ermitteln, ob es sich bei den Büchern und Noten um Raubgut handelt. Da dies eine sehr zeitintensive Aufgabe ist, ist noch nicht absehbar, wann das Projekt endgültig als abgeschlossen bezeichnet werden kann. Bei vielen Exemplaren wird sich die Herkunft nicht eindeutig klären lassen. Sie bleiben für zukünftige Recherchen als verdächtig eingestuft.