Projekt an der UB.MDW

Projekttitel

NS-Provenienzforschung an der UB.MDW

Laufzeit

seit Herbst 2012

Leitung

Mag. phil. Michael Staudinger

Mitarbeiterin: Kathrin Hui Gregorovic, BA, Mus. MH

Kontaktkoordinaten

Universitätsbibliothek der Univ. für Musik u. darst. Kunst Wien
Lothringerstr. 18
A-1030 Wien
Tel.: +43 1 71155-8100 
Fax: +43 1 71155-8119 
E-Mail: staudinger(at)mdw.ac.at ; hui-gregorovic(at)mdw.ac.at

Abstract

Die Bibliothek der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat im Herbst 2012 ein bibliothekinternes Projekt zum Thema NS-Provenienzforschung begonnen. Untersucht werden soll in den kommenden Jahren ein Bestand von schätzungsweise 15.000 überwiegend Musikdrucken, die während der Jahre 1933-1955 inventarisiert wurden. Hinzu kommt außerdem eine noch unbekannte Anzahl von Exemplaren, die aus Nachlässen (1955 bis heute) stammen.
Die Situation unserer Musikbibliothek ist insofern besonders, als es sich beim zu untersuchenden Bestand zu einem großen Teil um Gebrauchsmusikalien handelt, deren Verschleiß naturgemäß höher ist als bei Büchern oder wertvolleren Beständen. Die Recherchen werden daher dadurch erschwert, dass in der Vergangenheit oft Exemplare entweder unter Beibehaltung der alten Signatur ersetzt oder ältere Dubletten aus dem sog. Altbestand mit jüngeren Signaturen versehen wurden. Weiters stammt ein erheblicher Anteil des Bibliotheksbestandes aus Nachlässen, die sich ihrerseits aus Antiquariatskäufen u.ä. zusammensetzten. Erwerbungen nach 1945 bestehen teilweise aus umfangreichen antiquarischen Ankäufen oder Spenden, deren urprüngliche Herkünfte weitgehend ungeklärt sind. Da die Rolle der Musikalienhandlungen und Musikantiquariate in Wien zwischen 1933-1955 bisher kaum erforscht ist, könnten die Provenienzrecherchen der Universitätsbibliothek möglicherweise Anhaltspunkte für weitere Forschungsarbeiten bieten.
In einem ersten Schritt wird von den Eintragungen in den vollständig erhaltenen Inventarbüchern ausgegangen. Als Ergänzung werden die Katalogkarten und die teilweise erhaltenen Korrspondenzen herangezogen. Die Überprüfung per Autopsie bildet einen weiteren Arbeitsschritt, um erste Ergebnisse der Inventarbuchüberprüfung zu klären.