Projekt an der Universitätsbibiothek der Medizinischen Universität Wien

Projekttitel

Stumme Zeitzeugen. Medizinische und medizinhistorische Bibliotheken an der medizinischen Fakultät der Universität Wien während der NS-Zeit

Finanziert von

Medizinische Universität Wien

Laufzeit

laufend seit Mai 2007

Leitung

Dr. Walter Mentzel

MitarbeiterInnen:
Harald Albrecht

Kontaktkoordinaten

Universitätsbibliothek
Währinger Gürtel 18–20
Postfach 100
1097 Wien
E-Mail: Provenienzforschung(at)meduniwien.ac.at
Projekthomepage: http://ub.meduniwien.ac.at/provenienzforschung

Abstract

Die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien betreibt seit 2007 ein Provenienzforschungsprojekt mit der Zielsetzung, systematisch die unrechtmäßigen Erwerbungen in ihrem Bestand zu erfassen und die Bücher, die zwischen 1933 und 1945 geraubt und in der Folge von den damals eigenständig agierenden medizinischen Instituts- und Klinikbibliotheken im Umfeld der Medizinischen Fakultät der Universität Wien erworben worden sind, vollständig zu dokumentieren und den rechtmäßigen Eigentümern oder deren Rechtsnachfolgern zu restituieren.
Initiiert wurde das Projekt zur Provenienzforschung von Bruno Bauer, dem Leiter der Universitätsbibliothek. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes liegt bei Walter Mentzel.
Im Frühjahr 2007 wurde vom Projektleiter Walter Mentzel ein Forschungs- und Projektkonzept erstellt, das neben der vollständigen Durchsicht der Bibliotheksbestände der Universitätsbibliothek, die historische Analyse und Rekonstruktion der Raubprozesse, der darin involvierten Institutionen, Unternehmungen, Personen insbesondere jene der medizinischen Organisationseinheiten und Personen der ehemaligen Medizinischen Fakultät der Universität Wien umfasst. Weiter wird im Rahmen des Projektes, die am Institut für Geschichte der Medizin vorhandenen Sammlungen autopsiert und auf ihre Provenienz überprüft.
Daneben wurde vom Projektleiter Walter Mentzel ein Forschungsprojekt zum Thema „NS-Antiquariate und ihre Rolle im nationalsozialistischen Bücherraub unter besonderer Berücksichtigung Wiener Antiquariate“ initiiert.
Ergänzend zum Provenienzforschungsprojekt erfolgte im März 2008 der Start der Sonder-Blogserie "Vertrieben 1938 - Biografien entlassener ProfessorInnen und DozentInnen der Medizinischen Fakultät der Universität Wien", die laufend ergänzt wird.

Publikationen / Publizierte Projektergebnisse

  • Mentzel, Walter und Bruno Bauer: Stumme Zeitzeugen. Medizinische und medizinhistorische Bibliotheken an der medizinischen Fakultät der Universität Wien während der NS-Zeit. In: Stefan Alker, Christine Köstner und Markus Stumpf (Hg.): Bibliotheken in der NS-Zeit. Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte (= Publikation der Universitätsbibliothek Wien), Göttingen 2008, S. 273-290.
  • Mentzel, Walter, Harald Albrecht, Reinhard Mundschütz und Bruno Bauer: Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 61 (2008), H. 1, S. 7-14.
  • Mentzel, Walter und Bruno Bauer: Opfer des NS – Raubes – 10 Fälle aus medizinischen Bibliotheken in Wien: Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, in: GMS Medizin – Bibliothek – Information. Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekwesen.
  • Mentzel, Walter und Harald Albrecht: Wiener medizinische Bibliotheken und die Rolle von NS-Antiquariaten im NS-Bücherraub am Beispiel des Institutes für Geschichte der Medizin. In: Ingrid Böhler, Eva Pfanzelter, Thomas Spielbüchler und Rolf Steininger (Hg): 7. Österreichischer Zeitgeschichtetag 2008. 1968 - Vorgeschichten - Folgen. Bestandsaufnahme der österreichischen Zeitgeschichte. Innsbruck 2010.