Projekt an der Universitätsbibliothek Salzburg

Projekttitel

„Der hinterlassene Fingerabdruck“: Ein Forschungsprojekt der Universitätsbibliothek Salzburg zu Buchraub und NS-Geschichte

Finanziert von

Universität Salzburg
Land Salzburg
FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (Projekt P22917)

Laufzeit

Juli 2009 – Juli 2012, seitdem eigenes Referat an der UB Salzburg
Dez 2010 - November 2013 (FWF-Projekt)

Leitung

 MMag. Dr. Ursula Schachl-Raber 

LEITUNG des FWF-Projektes:

a.o. Univ.Prof. Dr. Helga Embacher, FB Geschichte

MitarbeiterInnen:

Dr. Irmgard Lahner (UB Salzburg)
Dr. Andreas Schmoller (FB Geschichte, FWF-Projekt)
Dr. Brigitte Wallinger-Schorn
Mag. Monika Eichinger
Ute Palmetshofer BA
Mag. Susanna Liegler
Mag. Michaela Essler

 

Kontaktkoordinaten

Hofstallgasse 2-4
5020 Salzburg
Tel.: +43 662 8044-77300
E-Mail: Irmgard.Lahner@sbg.ac.at
Projekthomepage: http://www.uni-salzburg.at/portal/page?_pageid=147,1327684&_dad=portal&_schema=PORTAL

Abstract

Das Projekt erstreckte sich auf den Erwerbungszeitraum von 1933 bis heute, d.h. auch nach der NS-Zeit in den Bestand übernommene Bücher, deren Erscheinungsdatum vor 1946 liegt, wurden berücksichtigt. Insgesamt hat das Projektteam ca. 240.000 Bücher auf Provenienzspuren untersucht. Bei einem Drittel der autopsierten Bücher waren und sind weitere Recherchen notwendig, um die Provenienzen bewerten zu können. Bei den bisher als NS-Raubgut klassifizierten Provenienzen handelt es sich meist um katholische Einrichtungen aus Salzburg und Umgebung, deren Einrichtungen von den Nationalsozialisten konfisziert oder aufgelöst wurden. Hinzu kommen Bücher aus der Bibliothek Max Reinhardt im Schloss Leopoldskron, Bände aus den Sammelstellen für NS-Raubgut in Offenbach a. Main und Tanzenberg (Kärnten), sowie vereinzelte andere als Geschenk oder durch Antiquariatskauf im guten Glauben erworbene Bücher. Die bisherigen Forschungsergebnisse wurden in dem Sammelband „Buchraub in Salzburg“ (s. unten) im Oktober 2012 der Öffentlichkeit präsentiert.  
Das Projekt wurde im Juli 2012 abgeschlossen und die NS-Provenienzforschung als eigenes Referat im Organigramm der Universitätsbibliothek eingerichtet.

Stand: Nov. 2015

Publikationen / Publizierte Projektergebnisse

  • Schachl-Raber, Ursula (Hg.): Bücherverbrennung – gegen das Vergessen: 30.4.1938 – 30.4.2008. Salzburg 2008.
  • Schmoller, Andreas und Wallinger-Schorn, Brigitte: „NS-Raubgut in der Uni-Bibliothek?“ Salzburger Nachrichten 12.12.2009 (Universitäts-Magazin 4/09), S. 11.
  • Schmoller, Andreas: Buchspuren eines „Kulturkampfes“. Akzente und Perspektiven eines Projektes der Universitätsbibliothek Salzburg zu Buchraub und NS-Geschichte. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, 2010-1, S. 17-22.
  • Schachl-Raber, Ursula und Brigitte Wallinger-Schorn: Der hinterlassene "Fingerabdruck". Ein Forschungsprojekt der Universitätsbibliothek Salzburg zu Buchraub und NS-Geschichte. In: Ute Bergner/Erhard Göbel (Hg.) The Ne(x)t Generation. Das Angebot der Bibliotheken. 30.Österreichischer Bibliothekartag Graz, 15.-18.9.2009, Graz/Feldkirch 2011, S. 266-268.
  • Schmoller, Andreas: Öffnet externen Link in neuem FensterDie Suche nach NS-Raubgut an der Universitätsbibliothek Salzburg. Quellen und Methoden der Provenienzforschung. In: Bruno Bauer/Christina Köstner/Markus Stumpf (Hg.), NS-Provenienzforschung an österreichischen Bibliotheken. Anspruch und Wirklichkeit, Graz-Feldkirch 2011, S. 233-250.
  • Palmetshofer, Ute und Eichinger, Monika: Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg - Ein Werkstattbericht. In: Mitteilungen der VÖB 65 (2012), H. 1, S. 22-38.
  • Lahner, Irmgard: Buchraub in Salzburg. Bibliotheks- und NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg. In: Salzburger Nachrichten 13.10.2012.
  • Schachl-Raber, Ursula, Helga Embacher, Andreas Schmoller und Irmgard Lahner (Hg.): Buchraub in Salzburg. Bibliotheks- und NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg. Salzburg-Wien 2012.
  • Schmoller, Andreas: „Der glücklichste Bibliothekar“ – Biografische Skizze zu Ernst Frisch. In: Schachl-Raber, Ursula, Helga Embacher, Andreas Schmoller und Irmgard Lahner (Hg.): Buchraub in Salzburg. Bibliotheks- und NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg. Salzburg-Wien 2012, S. 20-35.
  • Schmoller, Andreas: Zwischen erzwungener Anpassung und offener Kooperation. Die Studienbibliothek Salzburg im Nationalsozialismus. In: ebd. S. 36-69.
  • Embacher, Helga: Die Enteignung der Bibliothek des Katholischen Universitätsvereins. In: Ebd. S. 70-83.
  • Schmoller, Andreas: „Unbrauchbare Bestände“ – Die „Ahnenerbe“-Bücherei Salzburg. In: Ebd. S.84-101.
  • Eichinger, Monika: Nationalsozialistisches Erbe und Neubeginn. Die Studienbibliothek Salzburg 1945–1950. In: Ebd. S. 102-121.
  • Schmoller, Andreas: Einleitung –Erste Fragen, erste Recherchen, erste Ergebnisse. In: Ebd. S. 124-133
  • Lahner, Irmgard und Andreas Schmoller: Buchraub in Salzburger Bibliotheken 1938–1945. Schloss Leopoldskron, Borromäum, Konradinum Eugendorf, Benediktinerstifte St. Peter und Michaelbeuern. In: Ebd. S. 124-133.
  • Irmgard Lahner: Die Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Salzburg, In: Ebd. 134-167.
  • Eichinger, Monika und Ute Palmetshofer: Spurensuche – Problematische Erwerbungen der UB Salzburg von 1945 bis in die Gegenwart. In: Ebd. S. 192-217.
  • Eichinger, Monika und Ute Palmetshofer: Herrenloses Raubgut?  Die Bestände aus dem Offenbach Archival Depot und der „Sammlung Tanzenberg“. In: Ebd. S. 218-235.
  • Schmoller, Andreas: Von Smolensk nach Salzburg – und wieder zurück? Sicherung und Raub von Büchern während des Angriffs auf die Sowjetunion durch einen Salzburger Wehrmachtssoldaten 1941. In: Ebd. S. 236-246.
  • Helga, Embacher: Die Enteignung der Bibliothek des Katholischen Hochschulvereins in Salzburg – Ausdruck eines „Kulturkampfes“ zwischen politischem Katholizismus und Nationalsozialismus?. In: Regine Dehnel (Hg.), NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven. Viertes Hannoversches Symposium (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie Sonderband 108), Frankfurt am Main 2012, S. 373-381.
  • Schmoller, Andreas: Der hinterlassene Fingerabdruck des „Ahnenerbes“. Ein brisantes Kapitel der Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg. In: Ebd. S. 383-393.
  • Schmoller, Andreas und Ute Palmetshofer: Wenn Bücher zum Erinnerungsort werden. Reflexion und Beispiele der Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek Salzburg. In: Chilufim 14 (2013), H.1., S.69-95.
  • Schmoller, Andreas: Von Waffenkammern des Geistes und Schatzkammern des Gaues. Die Bibliothekslandschaft Salzburgs im Nationalsozialismus. In: Ernst Hanisch und Sabine Veits-Falk (Hg.): Herrschaft und Kultur. Instrumentalisierung - Anpassung - Resistenz  (=Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus, 4), Salzburg 2013, S. 112–141.
  • Schmoller, Andreas: „Bewahrerin“ Salzburger Kulturguts. Die Studienbibliothek Salzburg im Nationalsozialismus und ihre Rolle bei der Enteignung von jüdischem und katholischem Besitz. In: Gertrude Enderle-Burcel, Alexandra Neubauer-Czettl und Edith Stumpf-Fischer (Hg.): Brüche und Kontinuitäten 1933-1938-1945. Fallstudien zu Verwaltung und Bibliotheken (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, Sonderband 12), Innsbruck/Wien/Bozen 2013, S. 333–352.