Tätigkeitsbericht 1998-2000

Die zentralen Aufgaben der Kommission sind Fortbildung, Vorbereitung übergreifender Arbeitsprojekte und Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Altbuchsammlungen. Die Entwicklungen im Bereich des elektronischen Publizierens wie der Medienkonversion schaffen gerade für die Verwalter unikalen Sammelgutes neue Herausforderungen wie auch Erwartungen, alle Defizite bisheriger Erschließungsarbeit beseitigen zu können. Die Ansprüche an die Qualifikation gerade des Altbuchbibliothekars werden in Hinkunft nicht nur eine wissenschaftliche Kompetenz sondern auch verstärkt Fähigkeiten in der Produktion von Online- und Offline-Publikationen, Marketing und Projektmanagement umfassen.

Die Kommission für Buch- und Bibliotheksgeschichte hat die in der letzten Periode formulierten und praktizierten Arbeits-Schwerpunkte weitergeführt. Es wurden Sitzungen in St. Pölten am Bibliothekartag, in Wien an der ÖNB in der Ausbildungsabteilung, in Bregenz an der Vorarlberger Landebibliothek und in Graz an der Universitätsbibliothek Graz abgehalten. Die Themenschwerpunkte waren in Wien Sponsoring und Drittmittelbeschaffung, in Bregenz die neue Bibliotheksausbildung und die Vorarlbergischen Humanistenbibliotheken - daran schloss sich eine Bibliotheksreise in Vorarlberg, in die Schweiz, und Bayern an - die Grazer Sitzung befasste sich intensiv mit Inkunabelzensus und Handschriftenzensus. Zwei Referate von Dr. Zotter zu den Themen "Die mittelalterliche Bibliothek von St. Lambrecht" und "Die kulturellen und wissenschaftlichen Vernetzungen der Residenzstadt Graz zu Beginn des 17. Jh." und ein Referat von Mag. Thomas Binder zum "Brentano-Haus in Schönbühel an der Donau" rundeten das Programm ab. Ein Besuch in der Stiftsbibliothek Rein und bei der Landesausstellung 2000 schlossen sich an.

Es konnten Dr. Rudolf Lindpointner (Oberösterreichische Landesbibliothek) und Univ.Ass. Dr. Johannes Gießauf (Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Geschichte) als neue Mitglieder gewonnen werden.

Das Konzept autarker Arbeitsgruppen für die Bereiche Handschriftenzensus, Inkunabelzensus und Katalogisierung des alten Buches wurde beibehalten. Diese Arbeitsgruppen - maximal 5 Teilnehmer- sollten ihre Themen in eigenen Sitzungen vorbereiten und dann im Plenum berichten. Die Zahl der Plenarsitzungen wurde bewusst kleingehalten, da die gesamte Kommission sehr umfangreich ist, und tendenziell auch wachsen soll, da wir danach trachten, weitere Kollegen mit einzubeziehen. Leider war die AG Katalogisierung in den letzten beiden Jahren nicht aktiv, obgleich die Einführung von Aleph natürlich eine Reihe neuer Probleme aufgeworfen hat.

Auch das Konzept, einen Teil der Sitzungen an Bundesländerbibliotheken abzuhalten wurde fortgeführt. So ergaben sich im Rahmen der Sitzungen Besuche von Klosterbibliotheken im jeweiligen Bundesland und auch persönliche Kontakte mit im Altbuchbereich tätigen Kollegen außerhalb der Kommission.

Ein neuer Schwerpunkt der Kommissionsarbeit ist die Auseinandersetzung mit Marketing und Sponsoring. Wir stehen hier immer noch am Anfang, wenn wir von den spezifischen Anstrengungen und Erfolgen der ÖNB absehen. Gerade die Universitätsbibliotheken stehen jetzt, nachdem alle Sammlungen dem UOG 93 unterworfen sind, vor einer neuen Situation. Eine verstärkte Zusammenarbeit und Austausch von Knowhow könnte wohl einiges erleichtern.

Dr. Hans Zotter
(Vorsitzender)

Ute Bergner
(Schriftführerin)