Tätigkeitsbericht 2002-2004

Die Kommission für Buch- und Bibliotheksgeschichte hat in ihrer im Rahmen des Bibliothekartages in Klagenfurt stattgefundenen Sitzung vom 10. September 2002 sowohl den Vorsitzenden Mag. Norbert Schnetzer (Vorarlberger Landesbibliothek) als auch die Schriftführerin Frau Ute Bergner (Universitätsbibliothek Graz) in ihren Funktionen einstimmig bestätigt.

Arbeitsgruppen

Das Konzept autarker Arbeitsgruppen für die Bereiche Handschriftenzensus, Inkunabelzensus und Katalogisierung Altes Buch nach RAK wurde beibehalten, in diversen Projekten konnten gute Ergebnisse erzielt werden.

Kommissionssitzungen

In der Funktionsperiode 2002 – 2004 wurden nach der öffentlichen Sitzung vom 10. September 2002 am Bibliothekartag in Klagenfurt drei weitere Sitzungen abgehalten, und zwar am 19. Mai 2003 an der Universitätsbibliothek Salzburg, am 22. September 2003 an der Universitätsbibliothek Graz, und am 21. Juni 2004 an der Oberösterreichischen Landesbibliothek in Linz.

Themenschwerpunkte

In diesen Sitzungen berichteten die Kommissionsmitglieder regelmäßig über den aktuellen Stand laufender Projekte bzw. ihre Tätigkeiten in den Bibliotheken und Arbeitsgruppen.

Bei der Kommissionssitzung in Salzburg stand erneut der Themenbereich Inkunabeln im Mittelpunkt der Besprechungen, während die Sitzung in Graz ganz auf die anschließende Fortbildungsveranstaltung zum Thema Einbandkunde ausgerichtet war. Die Kommissionssitzung in Linz diente u.a. der Vorbereitung des Bibliothekartages, an dem die Kommission mit dem Themenschwerpunkt Altes Buch und moderne Bibliothek einen wesentlichen Teil zur Programmgestaltung beitragen wird. In mehreren Vorträgen soll in zwei Blöcken über die verschiedensten Projekte und Aktivitäten im Bereich des Alten Buches berichtet werden.

Veranstaltungen

Anläßlich der 8. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Erfassung und Erschließung Historischer Bucheinbände (AEB) an der Universitätsbibliothek Graz gelang es der Kommission unter federführender Arbeit von Werner Hohl (Universitätsbibliothek Graz) zwei Fortbildungstage zum Thema Erschließung historischer Bucheinbände mit beeindruckenden Vorträgen ausgewiesener Fachleute aus den Niederlanden, Deutschland und Ungarn und einer praktischen Einführung in die Grazer Einbandkatalogisierung zu organisieren.

Abgerundet wurde diese international besuchte Veranstaltung mit der Besichtigung der Ausstellung Historische Bucheinbände aus der Steiermark – mit über 100 Objekten aus dem 15. bis 19. Jahrhunderts die umfangreichste Einbandausstellung in Graz.

Den Organisatoren Werner Hohl und Ute Bergner sei auch auf diesem Wege nochmals sehr herzlich für ihre Arbeit gedankt.

Eine weitere interessante Veranstaltungen wurden von zwei Kommissionsmitgliedern organisiert:

Am 5. und 6. Mai 2003 fand an der ÖNB in Wien im Rahmen des Brain-Pool unter dem Titel Die neue Maschine COMPUTUS, oder Catalogisierung der Bücher ganz ohne Federkiel und Tinte – Erschließung von historischen Druckschriften Teil 2 eine weitere von Mag. Monika Kiegler-Griensteidl und AR Wolfgang Kolb in bewährter Manier geleitete Fortbildungsveranstaltung zum Thema Erschließung von historischen Druckschriften in Aleph statt.

Begleitende Veranstaltungen

Wie schon in der vorangegangenen Funktionsperiode wurden auch diesmal zwei Sitzungen pro Jahr abgehalten. Im Rahmen der Sitzungen in Salzburg und in Linz ergab sich erneut die Möglichkeit, diverse Klosterbibliotheken zu besichtigen und Kontakte mit im Altbuchbereich tätigen Kollegen, die nicht in der Kommission vertreten sind, zu knüpfen.

So ist es etwa Mag. Beatrix Koll gelungen, einen Besuch des Benediktinerinnenstiftes Nonnberg zu organisieren, wo wir unter der Leitung von Univ.-Prof. Gerold Hayer Einblick in den wertvollen Handschriftenbestand dieses Klosters nehmen konnten. Dies ist umso bemerkenswerter, da diese Möglichkeit einer Besichtigung auch für die UB Salzburg zum ersten Mal überhaupt gewährt wurde. Eine Führung besonderer Art durften wir von Dr. Siegried Schmidt genießen, die uns die Festung Hohensalzburg und deren Geschichte auf literarischem Weg zu vermitteln suchte.

Anläßlich der Sitzung in Linz konnten wir dank der Organisation von Dr. Rudolf Lindpointner neben der Altbuchsammlung der Oberösterreichischen Landesbibliothek die Stifte St. Florian, Seitenstetten, Kremsmünster und Schlierbach sowie die Lamberg’sche Schloßbibliothek besichtigen. Auch dem Oberösterreichischen Landesmuseums haben wir einen Besuch abgestattet, wo uns Waltraud Faißner dankenswerterweise noch zu später Stunde durch die Bibliothek führte.

Unser herzlicher Dank gebührt den beiden Organisatoren Mag. Beatrix Koll und Dr. Rudolf Lindpointner.

Vorab kann an dieser Stelle angekündigt werden, dass für die kommende Funktionsperiode Sitzungen in Niederösterreich und Wien geplant sind. Bereits konkrete Planungen gibt es für eine Sitzung in Admont, die im Herbst 2005 stattfinden soll und den Themenbereich Bestandserhaltung zum Schwerpunkt haben wird. Die Organisation hat dankenswerterweise Dr. Johann Tomaschek übernommen.

Neue Mitglieder

In der Funktionsperiode 2002 – 2004 konnten zwei neue Mitglieder für die Mitarbeit in der Kommission gewonnen werden: Karl Lenger (Abteilung für Sondersammlungen, Universitätsbibliothek Graz) wurde in der Sitzung vom 22. September 2003 in die Kommission aufgenommen, Waltraud Faißner (Oberösterreichisches Landesmuseum) soll offiziell bei der Sitzung in Linz aufgenommen werden.

Die Kommission zählt nun 38 Mitglieder und soll durchaus noch weiter anwachsen. Ziel ist es, alle Kolleginnen und Kollegen, die im Altbuchbereich tätig sind, für die Mitarbeit in der Kommission zu gewinnen.


Norbert Schnetzer
3. September 2004