Kommissionssitzung vom 13.1.2005 in Wien

TOP 1: Bibliothekartag 2004 in Linz (Nachbereitung)

Die Veranstaltung inhaltlich wurde positiv bewertet. Die Kommissionsgruppe ist für die Beibehaltung der gemeinsamen Sitzungsveransaltung am Bibliothekartag. Dies wurde auch in der letzten Sitzung der AG-Musikalienbearbeitung als wünschenswert festgehalten. Beide Gruppen profitieren voneinander.
In Linz bestand vor allem ein großes Zeitproblem, das durch externe Umstände verursacht wurde.
Von meiner Seite werde ich grundsätzlich nochmals festhalten, dass die Räumlichkeiten, die angefordert werden auch tatsächlich zur Verfügung stehen müssen.
Die AG-Normdateien hat im Bereich der Personennormdateien zunächst ihre Arbeit abgeschlossen. Formal wurde die Gruppe am Bibliothekartag in Linz von Fr. Dr. Sandner übernommen, die den Aufbau und die Koodination der beiden Redaktionsstellen für die SWD übernommen hat.
Die AG-Normdateien wird, wenn nötig gemeinsame Sitzungen der PND-Redaktionen organisieren bzw. im Bereich Fortbildung und Informationsfluss weiter tätig sein.

TOP 2: Fortbildung im Hinblick auf das neue Ausbildungsmodell und auf Anforderungen

Im Bereich Fortbildung besteht vor allem ein Bedarf bei der Ansetzung von Körperschaften und der Einbringung dieser Ansetzungen in die GKD. Die Fortbildungsveranstaltung kann nicht alle Körperschaften abdecken – es wäre wünschenswert v.a. im Bereich der Gebietskörperschaften eine Veranstaltung zu organisieren. Frau Monika Winkler von der ÖNB, Leiterin der GKD-Redaktion, wäre die beste Vortragende auf dem Gebiet der Körperschaften. Der Zeitrahmen für diese Veranstaltung sollte zwischen Anfang März und Ende Mai liegen. Koll. Neuböck wird mit ihr Verbindung aufnehmen.

TOP 3: Protokoll des Standardisierungsausschusses vom 15.Dezember 2004 in der DDB Frankfurt

Das Protokoll wurde über die Mailing-Liste verschickt und von Koll. Neuböck verteilt. Aus diesem Protokoll geht hervor, dass der Standardisierungsausschuss einen Umstieg auf MARC21 beschloss. Die Personen der Expertengruppen wurde für eine neue Amstzeit von 3 Jahren benannt. Der Standardisierungsausschuss hat die Arbeitsstelle für Standardisierung beauftragt vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines gemeinsamen Normdatenformates und gemeinsamer Ansetzungsregeln für Personen und Körperschaften, spätestens bis Dezmeber 2005 ein entscheidungsreifes Konzept zur Neuordnung der Expertengruppen im Bereich Normdaten und Inhaltserschließung vorzulegen.

Koll. Winkler berichtet in diesem Zusammenhang, dass die Arbeit der Privatinititaive RAK-Weiterarbeit fertiggestellt wurde. Diese Arbeit wurde in 6 Arbeitssitzungen, jeweils Fr.-So geschafft. Er selbst ist von dieser Gruppe als Vertreter in der Expertengruppe für Formalerschließung übriggeblieben, da Frau Münich und Herr Popst auf grund von Pensionierung ausschieden. Das von dieser Gruppe erarbeitete Papier wird im besten Fall unter anderem Namen Berücksichtigung finden. Allerdings ist die Situation in Deutschland sehr schwierig. Die Fronten zwischen Frankfurt und den Verbünden sind teilweise sehr verhärtet.
Im Standardisierungsausschuss wurde der Standpunkt der Österreichischen Bibliotheken von Koll. Hamedinger eingebracht und vertreten.
Die Expertengruppe für Formalerschließung setzt sich aus je einem Vertreter der Verbünde, sowie 2 Vertretern der DDB und 1 Vertreter aus Österreich (Winkler) zusammen.
Die USA planen eine AACR3. Diese soll ab 2007 vorliegen. Eine Anpassung an die RAK wird voraussichtlich 2008/09 vorliegen.

TOP 4: Neues

Koll. Winkler berichtet im Zusammenhang mit Normdaten, dass die Individualisierung bei Personennamen verpflichtend eingeführt wird. Dies wird in einer Nachlieferung zum Regelwerk publiziert. Derzeit ist die Individualisierung nur dann verpflichtend, wenn viele Verweisungen notwendig wären.
Normdatenarbeit wird zukünftig einen wesentlich höhreren Stellenwert in der Arbeit der Bibliotheken einnehmen. Körperschaften werden bei Angleichung an das amerikanische Regelwerk mehr Bedeutung erhalten.

TOP 5: Diskussion Fortbildung in Österreich

Koll. Neuböck hinterfragt die Kursteilnehmeranzahl des neuen Universitätslehrganges. Sie stellt fest, dass im Dokumentarkurs sehr viele Teilnehmer sind – es gab über 35 Interessenten, wobei nur max. 24 Teilnehmer möglich sind. Außerdem sind die Teilnehmer des diesjährigen Kurses fast ausschließlich Akademiker und überaus motiviert und engagiert.
Koll. Winkler berichtet das gleiche vom Universitätslehrgang. Es gibt eine Gruppe Frauen die den Kurs selbst finanzieren müssen (ca. 5000,-- €), da sie derzeit keinen Anstellung in einer Bibliothek haben und diese seien unheimlich engagiert. Die Finanzierung von den Arbeitgebern wird derzeit sehr unterschiedlich gehandhabt. In manchen Institutionen wird der Kursbeitrag übernommen in manchen muss der/die MitarbeiterIn die Ausbildung teilweise selbst finanzieren.
Es wird allgemein festgestellt, dass mit zunehmendem Maße in vielen Bereichen überqualifizierte Bewerber mit geringem Entgelt eingestellt werden. Daraus ergibt sich langfristig das Problem, dass diese MitarbeiterInnen den Posten nicht langfristig besetzen, sondern häufig versuchen eine bessere Funktion zu bekommen.
Aus Arbeitnehmersicht ist die Entwicklung bedenklich, d.h., die zahlreichen Arbeitssuchenden werden benützt um von der Arbeitgeberseite möglichst viel Leistung zu einem möglichst geringem Kostenaufwand zu erhalten.
Kleinere Institutionen werden sich eine teure Ausbildung für ihre MitarbeiterInnen kaum leisten können und in diesem Bereichen ist zu befürchten, dass die Qualität in den Bibliotheken sinken wird.
Die Tendenz alles einer Kosten-Nutzen-Analyse zu unterwerfen führt zu großen Reduktionen bei den Hauptbibliotheken der Universitäten. Die Frage, ob die Hauptbibliotheken überhaupt notwendig sind gab es bereits einmal und es dauerte Jahre, um diese Verluste wieder aufzuholen.
Koll. Neuböck weist auf einen Vortrag von Herrn Dr. Kirchgässer aus Konstanz am Bibliothekartag in Linz. Er hat dieser Frage nach der Notwendigkeit einer Hauptbibliothek vorgriffen und eine Studie durchgeführt, die Aussagen darüber treffen soll: „Was wäre, wenn es die Hauptbibliothek nicht gäbe und die Beschaffung der Literatur von den Instituten bzw. den Professoren selbst durchgeführt werden müsste.“
Die Studie war zur Zeit des Biblitohekartages in Linz noch nicht zur Gänze fertig, allerdings erste Ergebnisse zeigten, dass im Bereich der Buchbeschaffung es 3x so teuer käme, die Beschaffung an Institute und Professoren abzugeben, im Bereich der Zeitschriften käme es allerdings günstiger.