Protokoll der Kommissionsitzung für Nominalkatalogisierung, Wien, 24.4.2013 .

Anwesend: Christian Beiler, Ingrid Bluch, Wolfgang Exner, Gudrun Felsberger, Ursula Ganglbauer, Karin Kleiber, Johann Klinger, Inge Neuböck, Renate Pfann, Maria Rehberger, Anna Wieser, Monika Winkler

Vortragende und Gäste: Roswitha Müller, Alfred Sabitzer, Reinhard Rathmayr

TOP 1 Bericht vom Dt. Bibliothekartag:

Bericht vom Standardisierungsausschuss:

Frau Frodl berichtet über die Struktur des JSC – und deren Arbeitsweise. Sie stellt erneut den Zeitplan vor, wobei sich die DNB an die Verbünde angepasst hat, d.h., dass der Umstieg erst Mitte 2015 abgeschlossen sein soll. Es gibt spezielle UA-Gruppen für

• RDA Musik

• RDA – GND

• RDA fSW

• Dazu gibt es noch spezielle Themengruppen wie: RDA Aggregates, RDA Work-Expression, alte Drucke, Karten, religiöse Werke …

Die UAGs bzw. AG zu Themenschwerpunkten arbeiten in erster Linie mit Telkos (Telefonkonferenzen), die meist wöchentlich stattfinden.

Beteiligt an diesen AGs sind die deutschen Verbünde, die Schweiz und Österreich mit dem OBV (Verena Schaffner, Bernhard Schubert, Sebastian Aigner, Sakabe Yukiko)

Von Juli 2013 bis Juni 2014 soll es eine Testphase an der DNB geben. In Vorbereitung dazu müssen auch die Formate den RDA-Regeln angepasst werden.

Im ÖBV gibt es folgenden Zeitplan  https://wiki.dnb.de/download/attachments/56524806/Zeitplan_AG_+RDAx.pdf?version=2&modificationDate=1358242210000

Der Zeitplan sieht vor, dass die AWR – Anwendungsregeln für den deutschsprachigen Raum Ende 2013 fertiggestellt sind. Bis Ende 2013 sollen nicht nur die WAR, sondern auch der Gesamtdurchgang durch das Regelwerk abgeschlossen sein. Ab diesen Zeitpunkt können dann Schulungsmaterialien erstellt werden.

Im 1. Quartal 2014 sollen Update-Schulungen für die GND durchgeführt werden. Im Laufe von 2014 sollen Trainer ausgebildet und die RDA-Schulungen vorbereitet werden.

Anfang 2015 soll mit den Schulungen für RDA begonnen werden.

Frau Frodl berichtet darüber hinaus wieder über die Verfahrensweise innerhalb der RDA :

Es gibt 4 Verfahren

1. RDA-Anträge, sogenannte Proposals: dazu gibt es eine festgelegt Form; Anfang August werden alle eingelangten Anträfe gesichtet.

2. Discussion papers: diese entstehen im Zusammenhang mit der Vorbereitung von Proposals, zb: derzeit wird gerade ein Proposal für first/lates entry bei Zeitschriftentiteln vorbereitet.

3. Fast tracks = ein Schnellverfahren, das für geringfügige Änderungen angewendet wird – diese werden in einem Zeithorizont von 3 Wochen abgearbeitet und zweimonatlich ins Toolkit eingearbeitet

4. Korrekturen

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Probleme gibt es derzeit mit dem Datenformat. Es ist klar, dass MARC21 als Format nicht optimal für die RDA sind. Dazu gibt es die Bibframe Initiative, die derzeit dabei ist, ein neues Datenformat auszuarbeiten. Dieses soll auch die Anforderungen der RDA berücksichtigen.

Diesmal gab es sogenannte Werkstattberichte aus den Verbünden. Verena Schaffner hat vom OBV und die Organisation im Hinblick auf RDA berichtet. Im Großen und Ganzen ist der OBV sehr gut vorbereitet und strukturiert. Im OBV arbeitet die AG RDA Implementierung in Personalunion mit der AG RDA der Kommission für Nominalkatalogisierung bereits seit 2007 /2010.

Innerhalb der AG RDA Implementierung gibt es mittlerweile ebenfalls einige UAGs wie RDA Musik, RDA Aggregates, RDA Work-Expression, RDA Task Force Schulungen. Darüber hinaus ist die AG RDA im Rahmen der EURIG sehr aktiv und arbeitet an einem Proposal, das sich mit mehrbändigen Werken auseinandersetzt, mit.

Ich persönlich habe dann noch einige Veranstaltungen zum Thema Zukunft der Verbünde und einige Bibliothekssystemanbieter und deren Firmenpräsentationen besucht – im speziellen ALMA und OCLC.

Die OBVSG ist derzeit dabei eine Ausschreibung eines neuen Verbundsystems zu machen. Ähnliches haben auch die deutschsprachigen Verbünde vor. Alle gehen in erster Linie in Richtung Cloud-Computing. In Deutschland gab es 2 unterschiedliche Strömungen:

a) Zusammenführung der Verbünde zu einem Katalog mit gezielter Arbeitsaufteilung an die beteiligten Verbundzentralen

b) Zusammenführung der Verbünde innerhalb einer globalen Cloud

Beide Projekte wurden beim DFG eingereicht; Plan b) hat die Zusage vom DFG erhalten.

Ein weiterer großer Block war den unterschiedlichen „Discovery-Systemen“ gewidmet und deren Möglichkeiten auch im Hinblick auf Open Linked Data.

TOP 2 Roswitha Müller: Der kleine Unterschied

Roswitha Müller hat in diesem Vortrag versucht, die Unterschiede von RDA und RAK aufzuzeigen.

In einer kurzen Zusammenfassung

1. RDA ist ein konzeptuelles Modell, das auf FRBR, FRAD und einem Entity-Relationship-Modell beruht

2. RDA ist Plattformunabhängig – es gibt keine Anforderungen an ein Bibliothekssystem – dieses muss nur die RDA-Vorgaben umsetzen können.

RAK war in erster Linie für einen Kartenkatalog konzipiert

3. RDA ist für alle Medienarten geplant. Daher wurden auch die Begriffe Media type, Content type und Form of work als neue Zuordnungskriterien eingeführt. Es soll für Bibliotheken, Archive und Museen anwendbar sein. Es gibt keine Sonderregelwerke wie in RAK.#

4. Das Regelwerk bietet eine Flexible Anwendung. Es gliedert sich in Grundregeln, Optionen und Alternativen sowie in Auslegungen, die auf der Ebene des Katalogisierers getroffen werden können.

5. RDA sieht die Erstellung von Beziehungen vor. Diese Beziehungen werden auf der Ebene der Personen, Körperschaften und Familien festgelegt, aber auch in den Bereichen der Titel bis hin zu Themen. Es gibt kein 1-3-Verfasserwerk mehr, es wird festgelegt, dass mindestens der 1. Verfasser einen Sucheinstieg erhält. Alles weiteren Vorgaben werden in den AWRs festgelegt.

Im ÖBV wurde das Szenario 2 für die Einführung der RDA festgelegt, d.h., es gibt eine sogenannte Composite description für die Entitäten der Gruppe 1 (WEMI – work – expression – manifestation – item) mit der Verknüpfung zu Normdaten. Unter Umständen wird die Werkebene als Normdatensatz innerhalb der GND abgebildet – diese vorgehensweise ist derzeit noch in Diskussion. Die Expressionsebene wird in jedem Fall innerhalb der Manifestation beschrieben.

6. In den Definitionen und Grenzziehungen unterscheiden sich RDA und RAK teils sehr stark und sind in manchen Bereichen nicht kompatibel, z.B. Körperschaften

TOP 3 Monika Winkler: Neues von ZDB und GND

Frau Winkler berichtet über das ZDB-Anwendertreffen am Deutschen Bibliothekartag in Leipzig. Die ZDB hat eine neue Software: „E-Collection-Management“ – dieses unterstützt die gemeinsame Nutzung von E-Journal-Paketen innerhalb der Anwender im Bereich Lizenzierung und Löschung.

Es gibt auch Überlegungen die bisher gemeinsame Redaktion von GND und ZDB zukünftig zu trennen. Überlegt wird ein Gremium, das sich die Arbeit nach inhaltlichen Kriterien teilen wird.

Derzeit wird mit dem Umstieg der GND auf RDA gearbeitet. Dazu werden monatliche Telekonferenzen abgehalten.

Frau Winkler erklärt einige GND-Probleme an Hand von Beispielen siehe auch die Präsentation auf der Homepage unter Normdaten

OkiKata – ist das Projekt zur originalschriftlichen Katalogisierung in der ZDB seit 17.6.2013

Einführung der RDA – hier ist die ZDB vor allem in der UAG fSW aktiv. Probleme gibt es in dem Bereich first/latest entry. Im deutschsprachigen Raum wird bei unwesentlichen Titeländerungen immer der aktuelle als Hauptsachtitel festgelegt (also der latest entry), alle früheren kleineren Änderungen werden als Fußnote angegeben. Im anglikanischen Raum ist es genau umgekehrt und RDA sieht auch den „first entry“ vor. Derzeit wird gerade ein Proposal für eine flexible Gestaltung des „first entry“ und „latest entry“ vorbereitet. Als Kompromiss könnten beide Titel angegeben und jeweils als „latest“ oder „first entry“ gekennzeichnet werden.

Grundsätzlich sollen die RDA aber so angewendet werden wie es im Regelwerk steht. Ein weiterer Themenschwerpunkt in der UAG fSW beschäftig sich mir Sekundärausgaben und Prallelausgaben.