Kurzprotokoll der Kommissionssitzung vom 30.5.2012 in Villach

Anwesend:Ingrid Bluch, Ursula Ganglbauer, Ilse Herwirsch, Maria Rehberger, Verena Schaffner, Inge Neuböck

TOP 1. Bericht vom Deutschen Bibliothekartag Hamburg, 21.-25.5.2012, Standardisierungsausschuss / Neuböck

1. 1. Barbara Pfeifer: GND

Sie berichtet zum Projekt GND, das 2009 begonnen wurde und am 19.4.2012 in Produktion ging. Dazu gab es 3 AGs: AG-GND - AG-Musik - AG-GND-Schulung Hauptpunkte in diesem Projekt waren und sind:

  • Umstellung der Normdaten auf MARC21
  • Harmonisierung der Regelwerke RSWK und RAK und Erstellung von Übergangsregeln
  • Einführung der Originalsprache
  • Semantic Webfähigkeit

Die wichtigsten Übergangsregeln in diesem Bereich sind:

· bevorzugte Namensform

· Arbeitssprache Deutsch

· keine Deskriptionszeichen, zb <Ort>, stattdessen Unterfeldstruktur

· starke Berücksichtigung des Individualnamens

· bei Körperschaften wird die selbst gebrauchte Form verwendet, zB. eBay

· Auflösung der Ortsgebundenheit bei Körperschaften

· Zählung bei Herrschern wird direkt nach dem Namen eingeben

· Beziehungen zu Ort, Beruf, Familie werden verlinkt, um damit Semantic Web vorzubereiten

Normdaten sollen über OAI den Verbünden zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt ist aber noch nicht abgeschlossen, es gibt noch eine To-Do-Liste:

· Korrekturen und Umlenkungen

· Match & Merge

· Ergänzungen der geografischen Koordinaten

· Möglichkeit der originalschriftlichen Erfassung

Alle Unterlagen befinden sich dazu auf der Website der DNB, im Iltis-Wiki, Dort gibt es auch die Möglichkeit zur Kommentierung. Einfacher noch sind all diese Unterlagen auf der öffentlichen Seite der OBVSG zu finden: www.obvsg.at

1.2. Barbara Tillet: RDA

Der Bericht war insgesamt sehr enttäuschend. Sie erzählte die gesamte Geschichte und begann bei 1997 bis heute, wobei sie weder auf die derzeitigen Implementierungen im Speziellen einging, noch über bisherige Erfahrungen berichtete. Sie berichtete nur, dass in den nächsten 3 Jahren zwei weitere JSC Mitglieder RDA implementieren werden.

Das JSC beschäftigt sich derzeit intensiv mit Mappings, Erstellung von Beispielen und der Weiterentwicklung der RDA Elementary Sets. Es gibt auch wichtige Zusammenarbeit mit ISSN, ISBD, ONIX, sowie mit Experten für Werke der Musik, des Recht und der Religion.

Im April 2012 gab es bereits ein Update mit 135 Änderungen, davon 78 Proposals und 65 sogenannte Fast-Track-Änderungen. Der Prozess der Änderungen in der RDA ist genau festgelegt. Im deutschsprachigen Raum laufen alle Änderungsvorschläge über Frau Christine Frodl an der DNB. Einmal jährlich gibt es ein Treffen, bei dem alle Vorschläge besprochen werden. Während des Jahres werden alle Vorschläge via eMail abgewickelt. Zweimal pro Jahr, im April + Oktober gibt es RDA Updates; einfache Änderungen können in monatlichen Releases oder durch Fast-Track-Corrections vorgenommen werden. Kleine Fehler können direkt über den Toolkit-Support gemeldet werden.

Das Toolkit wird im deutschsprachigen Raum über De Gruyter vertrieben, ebenso die gedruckte Ausgabe, die im September 2012 erscheinen soll. De Gruyter hat darüber hinaus mit Frau Wiesenmüller verhandelt, die ein Lehrbuch, ähnlich wie Haller-Popst zur RDA erstellen soll.

1.3. DNB, Christine Frodl zur RDA - Wie geht es weiter im deutschsprachigem Raum?

Ihr Vortrag enthielt zumindest einige Eckdaten:

15.6.2011: Beschluss zum RDA-Umstieg in den USA

13.7.2011: Proposal zu RDA Initial Article

27.9.2011: Kooperationsvereinbarung mit EURIG

5.10.2011: Beschluss des Standardisierungsausschusses

27.10.2011: Pressemitteilung RDA Einführung in der DNB

1.1.2012: DNB wird Mitglied des JSC und damit glz. Neustrukturierung des RDA Projektes

Die Aufgaben der DNB im Rahmen des JSC:

· sie vertritt die deutschsprachige Community

· Sie beteiligt sich an der Weiterentwicklung der RDA durch RDA-Tests und RDA Implementierung

· laufende Regelwerksarbeit im Rahmen der Fast-Track-Corrections und Proposals

· Harmonisierung von RDA und ISBD

· Abbildung und Nutzung von RDA-Daten in OpenLinkedData

Das RDA-Projekt an der DNB besteht seit 2009. Mitte 2013 wird der Umstieg mit dem Implementierungsszenario 2 zeitgleich mit der ZDB stattfinden. Zu den RDA-Implementierungsszenarien s. http://www.rda-jsc.org/docs/5editor2rev.pdf.

· Komplettumstieg

· einheitliche Anwendung des Regelwerks

· Umstieg von PICA auf MARC21

· HNR sollen erhalten bleiben

· RDA-Datensätze werden gekennzeichnet

· Werke als Normdaten sind derzeit noch nicht projektiert

Ausblick:

Die Verbünde stimmen am 31.5. ab; grundsätzlich stimmen sie in vielen Punkten mit der DNB überein, nicht allerdings bei den Zeitplänen.

· AG-RDA wird eingerichtet

· der Datenaustausch erfordert auch die Beschäftigung mit der RDA für

· Bibliotheken außerhalb der Verbünde und Datenbezieher

· Kooperationen mit Schulungseinrichtungen

1.3. Anne Barckow: Von MAB2 zu MARC21 -Formatwechsel bei den Bucherhallen Hamburg: Der Vortrag berichtet ausschließlich über dieses Projekt, wobei die Sinnhaftigkeit dieses Umstiegs nicht wirklich mitgeteilt wurde.

1.4. Diesseits von RDA / Reinard Heuvelmann - Die Bibliographic Framework Transition Initiative. Herr Heuvelmann beginnt seinen Vortrag mit diesem Zitat von Musil:

"In Zeiten der Pleite bevorzugt die Seele das Jenseits" (Musil)

Herr Heuvelmann berichtet über die Bibliographic Framework Transition Initiative, die im LOC eingerichtet wurde, um die Entwicklung eines neuen Formates voranzutreiben. Dazu wird zunächst untersucht, welche Daten überhaupt genutzt werden. Zielansage dazu: RDF-Technologie und OpenLinked Data Eric Miller ist Chef der Fa. Zephiera und hat mit der LoC einen Vertrag abgeschlossen. Diese Firma ist somit miteingebunden in die Untersuchungen und in weiterer Folge Erstellung eines neuen Formates.

Zu diesem Zweck werden die bisherigen Formate untersucht, ebenso die Möglichkeit von MARC, Semantic Web und OpenLinkedDate. Dazu werden weitere Sets wie FRAD, FRBR, ISBD, MODS, MADS, Onix miteinbezogen.

In Europa gibt es die Unterscheidung zwischen mehreren im Einsatz befindlichen Formaten (in den USA nicht bekannt):

· Internformat

· Katalogformat

· Austauschformat

Aus diesem Grund hat man in Europa viel Erfahrung mit Konkordanzen. Die DNB bringt auf vielen Gebieten Erfahrung ein. Herr Heuvelmann und Herr Eversberg sind für die Übersetzung zuständig. Herr Heuvelmann hat auch einen Vorschlag für die Benennung des neuen Formates – ein Acronym:

SCHIFF -Standardized Cultural Heritage Information Flow Format

TOP 2. Bericht über die Präsentation RIMMF am Verbundtag in Salzburg / Verena Schaffner

Am 9.5.2012 im Rahmen des Verbundtages des OBV wurde auf Anregung der AG RDA von einem amerikanischen Ehepaar, Deborah und Richard Fritz dieses Tool vorgestellt. Beide haben ursprünglich in Bibliotheken gearbeitet und sich dann gemeinsam selbständig gemacht. Sie haben sich darauf spezialisiert Bibliotheken bei ihren Schulungen zu unterstützen, wobei Deborah mehr den bibliothekarisch, lehrenden Teil innehat und Richard den technischen Part abdeckt.

RIMMF bedeutet RDA in Many Metadata Format und ist ein reines Trainingstool, das allen ohne Format die FRBRisierung und Titelerfassung mit RDA nahe bringen soll, sozusagen eine Unterstützung der Visualisierung von RDA. Darüber hinaus ist dieses Toll kostenfrei verwendbar.

Verena Schaffner hat sich die Mühe gemacht mit diesem Tool 2 Titel nach RDA zu erfassen und präsentiert diese Vorgehensweise.

RIMMF steht jedem frei zur Verfügung. Sie finden das Tool unter:

http://www.marcofquality.com/rimmf/doku.php?do=search&id=

TOP 3. Bericht von der Verbundleitersitzung am 10.5.2012:

Die AG-EG RDA hat einen Antrag zum Umstieg auf das Regelwerk RDA gestellt und dieser wurde mit einer Stimmenthaltung angenommen. Es wurde dabei auch die Variante des Nichtumstieges diskutiert, die aber Keine Alternative darstellt.

Es wurde des Weiteren die AG-EG RDA in AG RDA Implementierung umbenannt und personell neu nominiert, wobei diese Gruppe weiterhin in Personalunion mit der VÖB AG RDA arbeitet. Von Seiten der OBVSG wurde die personelle Forderung der AG erfüllt, in dem Verena Schaffner von der OBVSG als neue Mitarbeiterin aufgenommen wurde und mit 20 Wochenstunden für diese Projekt bereitsteht.

Der Umstieg soll in mehreren Stufen vor sich gehen, wobei die GND als Phase 0 angesehen werden kann. Der Umstieg soll nach dem Szenario 2 erfolgen, d.h., dass die bisherigen Hierarchien erhalten bleiben und wahrscheinlich ein verpflichtender Originalsachtitel, sowie 3 noch zu definierende MAB Felder für die Angaben des Media-, Content- und Carrier-Type dazukommen. Bis 2013 sollen die Anwendungsregeln im deutschsprachigen Raum fixiert sein und dann würden 2014 die Einschulungen beginnen, sodass 2015 der Umstieg abgeschlossen sein könnte. Dazu kommen noch einige wichtige Aufgaben, wie der Umgang mit den Altdaten, .... dazu.

Die DNB hat ja ihren Komplettumstieg mit Mitte 2013 bekanntgegeben.

 

TOP 4. Bericht der deutschsprachigen Verbünde / Verena Schaffner

Die deutschsprachigen Verbünde haben am 31.5.2012 eine Sitzung des Standardisierungsausschusses in dem alle Verbünde ihre Entscheidungen bekanntgeben werden, wobei zu sagen ist, dass die Deutschen Verbünde dem zeitlichen Konzept des OBV vorab zugestimmt haben.

Die DNB hat ebenfalls angekündigt, dass eine eigene AG RDA nominiert werden soll, die sich mit den Anwendungsregeln, ebenso wie mit den Schulungsmaßnahmen auseinandersetzen soll. In dieser AG soll Verena Schaffner den OBV vertreten, dabei soll sie von der YG RDA Implementierung unterstützt werden.

TOP 5. Diskussion, bzw. Sonstiges

Die deutschsprachige Ausgabe der RDA soll im September als Printausgabe erscheinen, sie wird ca. 130,--€ kosten, allerdings bei ihrem Erscheinen bereits veraltet sein. Die Onlineausgabe in deutscher Sprache wird im Toolkit ebenfalls über DeGruyter vertrieben. Es gab bereits erste Vorgespräche von Seiten der OBVSG für mögliche Lizenzvarianten (Schulungslizenzen, aber auch Verbund- oder Nationallizenz ist im Gespräch.

Sitzung vom 30.05.2012

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