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HAITI
Erdbeben und andere Katastrophen

“Wòch nan dlo pa konnen doulè wòch nan soley.“
"The rocks in the water don’t know the suffering of the rocks in the sun.”

“Haiti ist keine Nation, sondern ein Schicksal”

(Gary Victor,1997)


1791 gelingt es den aus Afrika in die Karibik verschleppten Menschen in blutigen Kämpfen sich selbst aus der Sklaverei zu befreien und dabei die Ideale der Französischen Revolution vorwegzunehmen. Haiti ist das erste Opfer der kolonialen Expansion Europas in die Neue Welt aber gleichzeitig der einzige Ort in der Geschichte, an dem sich eine SklavInnenbevölkerung selbst befreit und erfolgreich eine neue soziale und politische Ordnung erschafft – 1804 wird die erste Schwarze Republik gegründet. Das soziale Experiment der gerechten und freien Gesellschaft bleibt jedoch eine immer wieder gewaltsam gebrochene Utopie. In den folgenden Jahrhunderten bis zur aktuellen Gegenwart wird die Insel nicht nur immer wieder von Erdbeben und Hurrikans sondern vor allem von politischen Katastrophen getroffen, befindet sich in ständigem Kampf zwischen Demokratie und Diktatur und dem seit zwei Jahrhunderten anhaltenden außenpolitischen Druck seitens der ständig militärisch und ökonomisch interventionsbereiten USA.

Aber auch Naturkatastrophen sind in ihren Auswirkungen stets sozial und kulturell beeinflusst und angesichts der jetzigen Katastrophe, deren Auswirkungen nicht einmal ansatzweise einschätzbar sind, zeigt sich die wechselseitige Bedingtheit von Naturereignis und gesellschaftlichen Konditionen besonders drastisch: Das Erdbeben hat zwar die staatliche Infrastruktur beinahe völlig zum Erliegen gebracht, dies bedeutet aber nicht, dass sich sämtliche sozio-kulturellen Strukturen der Menschen in Haiti ebenfalls aufgelöst haben. In diesem Aspekt liegt die fatale chronische Schwäche der internationalen Hilfsaktionen, die in ihren Modellen und jenseits des jeweiligen lokalen Kontexts ausschließlich einen Staatsapparat als Partner voraussetzt - die handlungsfähige Bevölkerung, die ihre Bedürfnisse und Probleme am besten kennt, wird meist nicht als ein solcher wahrgenommen. Haiti braucht auf lange Zeit internationale solidarische Hilfe, die das Selbstverständnis der haitianischen Menschen und ihre Würde respektiert.



Diese Webpage wurde als Ausdruck der Solidarität der KSA mit Haiti eingerichtet und soll allen Interessierten den Zugang zu Grundlagenwissen und Hintergrundinformation, zu Kommunikation, Vernetzung und aktuellem Austausch erleichtern.

Weiters findet sich eine Liste von Mitgliedern und AbsolventInnen der KSA, die zu Haiti forschen und lehren und für Auskünfte angefragt werden können. Es gibt Information zu Veranstaltungen, Hinweise, Nachrichten, offene "Briefe" und Mitteilungen jeglicher Art. Beiträge zur interaktiven Kommunikation mittels dieser Webpage sind an Webmaster Martin Lintner (martin.lintner@univie.ac.at) zu senden.

Für weiterführende Informationen und Materialien, sowie für inhaltiche Beiträge und Anregungen, wenden Sie sich bitte an Ulrike Davis-Sulikowski (ulrike.davis-sulikowski@univie.ac.at).


Mitglieder des Instituts die zu Haiti forschen und lehren:

Ulrike Davis-Sulikowski
email: ulrike.davis-sulikowski@univie.ac.at

Wittigo Keller
email: wittigo.keller@univie.ac.at

Adelheid Pichler
email: heidipichler@hotmail.com

Yvonne Schaffler
email: Yvonne.Schaffler@gmail.com

Stephanie Schmiderer
email: StephanieRua@aol.com

Werner Zips
email: werner.zips@univie.ac.at


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