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Objektsammlung
Geschichte
der Sammlung
Ein genauer Enstehungszeitpunkt der Sammlung konnte noch nicht festgestellt
werden. Die Sammlung enthält allerdings einige Objekte, welche die Aufschrift
„anthropologisch ethnographisches Institut“ tragen – ein
Hinweis darauf, dass die Sammlung bereits vor der Aufspaltung des
„Anthropologisch-Ethnographischen Instituts“ in
Anthropologisches Institut und Institut für Völkerkunde 1927/28
angelegt wurde. Dies lässt auf einen Ursprung im Zeitraum zwischen 1912
und 1927/28 schlieşen.
Vereinzelte Objekte weisen eine genaue Datierung auf, die bis
in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Die meisten
Objekte lassen sich aber auf den Beginn des 20. Jahrhunderts bis
ca. 1940 zurückdatieren.
Die Objekte der Sammlung des Institutes f¸r Kultur- und Sozialanthropologie wurden auf unterschiedliche Weise erworben:
Zahlreiche Objekte wurden von Privatsammlern, zum Teil von Mitarbeitern
der Anthropologisch-ethnographischen Abteilung des Naturhistorischen
Museums, Mitgliedern des SVD Ordens und Mitarbeitern des Institutes
für Völkerkunde übergeben oder geschenkt.
Ein zweiter, groşer Teil der Sammlung wurde von Hermann Baumann
kurz nach Antritt seiner Professur in Wien im Mai 1941 vom Museum
in Berlin nach Wien überstellt, um eine „anschauliche
Lehr- und Studiensammlung“ gewährleisten zu können.
Dieser Teil der Sammlung mit einem Umfang von ca. 1500 Objekten
wurde in zwei Teilen (1965 und 2005) an das Museum in Berlin zurück
überstellt.
Ein weiterer Teil schlieşlich setzt sich aus Objekten zusammen,
für welche die Umstände des Erwerbs nicht mehr nachzuvollziehen
sind und die aufgrund von Etikettenverlust, unsachgemäßer
Lagerung oder wiederholter Übersiedelung auch nicht mehr regional
zugeordnet werden können.
Bestände
Die Sammlung verfügt im Moment ¸ber ca. 1600 Objekte, die aus Afrika,
Amerika, Asien und Ozeanien zusammengetragen wurden. Vor allem
Waffen, Schmuck und Alltagsgegenstände (Körbe, Messer, Löffel,
Baströcke
usw.) aus verschiedensten Materialien (Holz, Metall, Bast, Stein,
Federn usw.) wurden hierbei gesammelt.
Fotos: Cathrin Lipowec
Digitalisierung und wissenschaftliche Archivierung/Aufarbeitung
Die Objekte wurden von 2005 bis 2007 neu gruppiert und in einen für
die Lagerung besser geeigneten Raum übersiedelt. Auşerdem wurden
für jedes Objekt, falls nicht schon vorhanden, eine Karteikarte
angelegt und Photos erstellt. Des Weiteren wurde eine Datenbank geschaffen,
die in einem nächsten Schritt in die Unidam-Datenbank integriert
wird.
An der Rekonstruktion der Sammlungsgeschichte wird im Moment gearbeitet. In erster
Linie gilt es dabei, die unterschiedlichen Wege zu erhellen, über welche
die Objekte in die Sammlung des Instituts für Kultur und Sozialanthropologie
eingegliedert wurden.
Sammler
Paul Schebesta (1887–1967),
Theologe, Missionar, Ethnologe.
Im Rahmen zahlreicher Feldforschungen bei den Semang auf Malaysia (1924–25) und
bei den Zentralafrikanischen Pygm”en (1929, 1934, 1949 und 1954) konnte Schebesta
eine umfangreiche Sammlung von Gegenständen der beforschten Ethnien anlegen.
Einen wesentlichen Beitrag stellen seine ethnologischen, anthropologischen und
linguistischen Studien über diese beiden ethnischen Gruppen dar.
Die Sammlung des Institutes besitzt 204 Objekte aus der Sammlung Paul
Schebestas. Dabei handelt es sich vorwiegend um Gegenstände von den
damals sogenannten „Pygmäengruppen“ und den mit ihnen durch
Handel in Kontakt stehenden Bantugruppen.
Rudolf Pöch (1870–1921),
Ethnograph und Anthropologe.
Pöch gilt als Gründer des Instituts für Anthropologie und
Ethnographie an der Universität Wien. Seine Feldforschungen führten
ihn 1901–06 nach Neuguinea zur Ethnie der Kai und von 1907–09
nach Südafrika
zu den San. Seine groşe
Sammelleidenschaft führte zu umfangreichen Sammlungen, die heute
auf verschiedene Museen verteilt sind. Unsere Sammlung besitzt
45 Objekte, 31 Ethnographica aus Ozeanien und 11 aus Afrika.
Matthäus Much (1832–1909),
Prähistoriker.
Much legte eine groşe private prähistorische Sammlung an, die sich heute
im Besitz des Instituts für Ur- und Frühgeschichte befindet.
In dieser Sammlungen befanden sich auch Ethnographica aus Amerika,
Asien, Afrika und Ozeanien. Diese gelangten ans Institut f¸r Kultur- und
Sozialanthropologie und umfassen ca. 182 Objekte vorwiegend prähistorischer
Art.
Christoph Fürer-Haimendorf (1909–1995),
Ethnologe.
Fürer-Haimendorf legte eine groşe Sammlung ¸ber die Naga in Hinterindien
an, die er mehrmals besuchte. Das Institut besitzt 27 Objekte
dieser Sammlung.
International School of American Archeology
Diese Schule wurde 1910 von Franz Boas gegründet. Durch die Förderung
der Schule von österr.-ungar. Seite kamen einige Objekte an das
damalige Naturhistorische Hofmuseum in Wien. Am Institut befinden
sich 26 Objekte, größtenteils Töpfe
und Scherben wie auch anderes Ausgrabungsmaterial dieser Schule.
Weitere Sammler
Seiner, Köther, Hernsheim, Parkinson, Wernhart, v.Plason, Vetschera,
Karall, Stigler, v. Rode, Kollmann, Paulitsche, Wettstein jun.,
v. Luschan, Strolz, Wiesinger
| Literatur: |
| Windischbauer, E. (2002). Korrespondenz
mit Dr. Matthäus Much, einem der Pioniere der –sterreichischen
Urgeschichtsforschung aus der Handschriftensammlung der Wiener
Stadt- und Landesbibliothek.
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| Middell, M. (2001). Historische Institute im internationalen Vergleich.Leipzig, Akad. Verl.-Anst.
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