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Eine aktuelle wissenschaftliche
Disziplin
Die Kultur- und Sozialanthropologie beschäftigt sich in vergleichender
Perspektive mit der Vielfalt der Formen menschlichen Zusammenlebens
an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten. In der Vergangenheit
galt die Aufmerksamkeit des Faches vor allem den einfach organisierten
und überschaubaren Gesellschaften außerhalb der industrialisierten
Welt. Heute stehen vielfach die mit Kolonialismus, Globalisierung
und den weltweiten Migrationsströmen der Gegenwart verbundenen
Prozesse, wie etwa die Redefinition von Identitäten und kulturellen
Abgrenzungen, im Mittelpunkt der Forschung. Zugleich werden die klassischen
Themen lokalkultureller Interaktionen, Organisationsformen und Weltbilder
weiterentwickelt, und die intensive Feldforschung mit der Methode
der „teilnehmenden Beobachtung“ bleibt ein definierendes
Merkmal des Faches.
Über
die wissenschaftliche Forschung hinaus ist die praktische Anwendung
kultur- und sozialanthropologischer Kompetenzen in vielen Bereichen,
wie etwa Flüchtlingsarbeit und Integration, Entwicklungszusammenarbeit,
internationalen Einsätzen, Kulturvermittlung, Ausstellungs- und
Medienarbeit, Tourismus und Gesundheitswesen, sinnvoll und gefragt.
Das Institut
für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
geht in seinen Anfängen bis 1912 zurück. Es ist das einzige
Universitätsinstitut seines Faches in Österreich und mit
über 2000 Studierenden zugleich das größte des deutschen
Sprachraumes. Obwohl es in Relation dazu personell extrem schlecht
ausgestattet ist, kam eine 2001 durchgeführte internationale
Forschungsevaluation zu der Feststellung,
das Institut zähle „nach dem wissenschaftlichen Output
zu den zehn besten [seines Faches] in Europa“. Der
Konzentration auf auch im internationalen
Vergleich innovative Forschung entspricht die intensive internationale
Vernetzung, dokumentiert unter anderem durch die sehr erfolgreiche
Durchführung der 8. Konferenz der European Association of Social
Anthropologists im September 2004.
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