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Vortrag bei GaM 10.11.2010: Andreas H. Zajic – Einen “ewigen jartag, so bei sand Ruebrechts zeiten angefangen” – Spätmittelalterlicher Niederadel auf der Suche nach seinen frühmittelalterlichen Ursprüngen

Filed under: Geschichte am Mittwoch am 4. November 2010

Semesterprogramm von Geschichte am Mittwoch

Vortragender: Andreas H. Zajic (Wien) – Gastprofessor am IfG im WS 2010/11
Titel: Einen “ewigen jartag, so bei sand Ruebrechts zeiten angefangen” – Spätmittelalterlicher Niederadel auf der Suche nach seinen frühmittelalterlichen Ursprüngen

Ort: Hs. 45, Zeit: Mittwoch, 10.11.2010, 18 h c.t.

Moderation: Christian Lackner

Abstract: Untersuchungen zu Struktur und Erzähltechniken adeliger Genealogien des Spätmittelalters berücksichtigen meist die in der Regel bereits besser erschlossenen entsprechenden Quellen fürstlicher und hochadeliger Familien. Doch produzierten um 1500 bisweilen ambitionierte Aufsteiger aus dem Niederadel komplexe Familien-„Chroniken” oder „Stammen”-Bücher, die offenkundig der angestrebten Verbesserung des eigenen Status durch Konstruktion „uralter” Abstammung literarischen Vorschub leisten sollten. Im Vortrag steht die bislang wenig beachtete sogen. „Herzheimer-Chronik” (Stadtarchiv München, Zimelie 144) aus dem ersten Viertel des 16. Jh. im Mittelpunkt. Ihr Verfasser, der universitär gebildete und finanzkräftige Verweser des Ausseer Salzwesens, Hans Herzheimer, führt darin seine Familie mit fiktiven Spitzenahnen, doch unter Benützung realer Quellen des Erzstifts St. Peter in Salzburg, bis in das 7. Jh. zurück. Die bemerkenswerte historiographische Suche niederadeliger Familien nach ihren (früh-)mittelalterlichen Ursprüngen wird mit weiteren Beispielen bis um 1600 belegt.

Zur Person: Geb. 1975, Studium der Geschichte, der Klassischen Philologie (Latein), der Historischen Hilfswissenschaften und der Volkskunde in Wien. Dr. phil. 2001 („Zu ewiger gedächtnis aufgericht”. Grabdenkmäler als Quelle für Memoria und Repräsentation von Adel und Bürgertum im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Das Beispiel Niederösterreichs; 2004). Mitglied des IföG, Mitarbeiter des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW. 2003 Michael Mitterauer-Preis (Förderungspreis), 2009 Anerkennungspreis für Wissenschaft des Landes Niederösterreich. 2009 Habilitation für Österreichische Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Wien. – Forschungsschwerpunkte: Nachantike Epigraphik (Die Inschriften des Bundeslandes Niederösterreich Teil 3: Die Inschriften des Politischen Bezirks Krems, gesammelt unter Benützung älterer Vorarbeiten und bearb. von Andreas Zajic, 2008), Historische Hilfswissenschaften (Paläographie und Diplomatik), monastische und adelige Erinnerungskulturen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, Wiener Humanisten zur Zeit Maximilians I.

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