Vortrag bei GaM/GiD 21.11.2012: Stefanie Michels – Schutzherrschaft revisited – afrikanische Perspektiven auf den Kolonialismus
Semesterprogramm von Geschichte am Mittwoch – Geschichte im Dialog
Vortragende: Stefanie Michels
Titel: Schutzherrschaft revisited – afrikanische Perspektiven auf den Kolonialismus
Ort: Hs. 45, Zeit: Mittwoch, 21.11.2012, 18:30 h s.t.
Abstract: Der Vortrag zeigt am konkreten Fall, wie ephemer das Konzept “Kolonialismus” ist, wenn es konkret und multiperspektivisch betrachtet wird. In einem Perspektivwechsel werden die Motivationen und Visionen der “Kings and Chiefs of Cameroon” quellenkritisch dicht herausgearbeitet, die 1884 einen sogenannten “Schutzvertrag” mit deutschen Kaufleuten und Regierungsvertretern abschlossen. Zwar gilt dieser gemeinhin als Beginn deutscher Kolonialherrschaft in Kamerun, jedoch enthält er dem widersprechende Formulierungen, die von den Duala im historischen Verlauf politisch und juristisch geltend gemacht wurden. Die unvereinbaren Widersprüche in den Ordnungsvorstellungen der Duala und der Deutschen wurden durch die seit 1911 umgesetzten Segregationspläne für die Stadt Duala manifest und letztlich rein machtpolitisch durchgesetzt.
Zur Person: PD Dr. Stefanie Michels ist im WS 2012/13 Gastprofessorin für Globalgeschichte an der Universität Wien. Seit 2009 leitet sie die Nachwuchsforschergruppe “Transnationale Genealogien” an der Universität Frankfurt/Main im Rahmen des Exzellenzclusters “Herausbildung normativer Ordnungen”. Vorher war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte für afrikanische Geschichte/neuere Geschichte an der Universität Hannover, sowie Projektmitarbeiterin an der Universität Köln. Dort wurde sie 2003 promoviert mit einer Arbeit zur Konstruktion deutsch-kolonialer Macht in Kamerun. Seit 2011 ist sie Privatdozentin für neuere Geschichte an der Universität Frankfurt. Ihre Habilitationsschrift trug den Titel: “Schwarze deutsche Kolonialsoldaten. Mehrdeutige Repräsentationsräume und früher Kosmopolitismus in Afrika”.
