Prof. Dr. Jörg Baberowski
Stalin. Karriere eines Gewalttäters
Vortrag und Diskussion am 13. Jänner 2012, 18-20 Uhr
Institut für Zeitgeschichte, Seminarraum 1
Spitalgasse 2-4, Hof 1
1090 Wien
Stalins Leben war von Gewalt bestimmt und seine Gewalttätigkeit prägte seine Herrschaftspraxis. Der Terror, den er und seine Gefolgsleute in der Sowjetunion ausübten, bestimmte das Leben von Millionen. Jörg Baberowski stellt Stalins Strategie des Machterhalts durch Gewalt in das Zentrum seiner Studie über das Leben des sowjetischen Diktators. Stalin bedurfte keiner ideologischen Rechtfertigung um sein Gewaltregime zu legitimieren. Er kam unter gewaltsamen Bedingungen an die Macht und nutzte alle Möglichkeiten, die sich ihm boten, um Gewalt zu verstetigen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der er der Bevölkerung seinen Gewaltstil aufzwingen konnte. Gewalt, so Jörg Baberowski, ist der Kern des vielgestaltigen Phänomens „Stalinismus“. Der Autor wird seine Studie, die im C. H. Beck-Verlag (München) erscheinen wird, am Institut für Zeitgeschichte präsentieren und zur Diskussion stellen.
Jörg Baberowski (geb. 1961) ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität Berlin. Er studierte in Göttingen Geschichte und Philosophie, wurde 1994 in Frankfurt am Main promoviert, war wissenschaftlicher Assistent am Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen und habilitierte sich dort 2000. Er ist der Autor einer Reihe von Publikationen; sein Buch „Der Rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus“ (München 32007, zuerst 2003) wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Weitere Werke sind u.a.: „Ordnung durch Terror. Gewaltexzesse und Vernichtung im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium“ (Bonn 22007, zuerst 2006). „Der Feind ist überall. Stalinismus im Kaukasus“ (München 2003). „Autokratie und Justiz. Zum Verhältnis von Rechtsstaatlichkeit und Rückständigkeit im ausgehenden Zarenreich, 1864-1914“ (Frankfurt am Main 1996).
Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte in Kooperation mit finanzieller Unterstützung durch die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien.





