Montag, 14. März 2011, 18:00 Uhr
Institut für Zeitgeschichte
Seminarraum 1
Spitalgasse 2-4/Hof 2
1090 Wien
Im Gegensatz zu Deutschland waren die österreichischen Freimaurer der Zwischenkriegszeit mehrheitlich jüdischer Herkunft und proeuropäisch orientiert. Unmittelbar nach dem „Anschluss“ 1938 inhaftierte die SS führende Freimaurer und nötigte sie zur Übergabe des Logenbesitzes. Nichtjüdischen Mitgliedern bot das NS-Regime die Möglichkeit zur Anpassung, es gab aber auch Einzelfälle von aktivem Widerstand. Zum Verräter mutierte Dr. Kurt Reichl, der als Informant für die SS arbeitete. Im Exil entstanden Logen nach österreichischem Vorbild, in New York und Buenos Aires, in London und Sydney wurde dies verhindert, in Jerusalem und Tel Aviv schlossen sich die Entkommenen deutschen Logen an. Dank amerikanischer Hilfe gelang bereits 1945 die Neugründung einer österreichischen Großloge.
Marcus G. Patka, Dr. Mag. phil., geboren 1966 in Wien, ebd. Studium der Germanistik, Philosophie und Publizistik, Dissertation am Institut für Zeitgeschichte, arbeitete für das Institut für Germanistik und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, seit 1998 Kurator im Jüdischen Museum der Stadt Wien, zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, 2004 und 2006 Lehrtätigkeit an der Portland State University, Autor und Herausgeber von wissenschaftlichen Artikeln und Büchern u.a. über Egon Erwin Kisch (Wien 1997, Berlin 1998), das Exil in Mexiko (Berlin 1999, Wien 2002), Karl Kraus (Wien 1999), Karl Farkas (Wien 2001), Paul Celan (Frankfurt/Main 2001), Hans Gál und Egon Wellesz (Wien 2004), Manès Sperber (Wien 2005), Friedrich Torberg (2008), Österr. Freimaurer (2010, 2011), Jüdischer Witz (2011).
Eine Kooperation des Instituts für Zeitgeschichte und der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge)





