Das Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft, das Karl-Renner-Institut und das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien laden ein zu einer
Gedenkveranstaltung aus Anlass des 25. Todesjahres von Karl R. Stadler und Eduard März
“GESELLSCHAFTSPOLITISCHES ENGAGEMENT UND WISSENSCHAFTLICHES ETHOS”
Termin: Montag, 17. Dezember 2012, 13.15 -15.45 Uhr
Ort: Institut für Zeitgeschichte – Seminarraum 1,
Altes AKH, Hof 1, Eingang 1.13, 2.Stock, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
Statements
GERHARD BOTZ: Einleitung
HELMUT KONRAD : Karl R. Stadler, der Historiker der Geschichte der Arbeiterbewegung
HELENE MAIMANN: Karl R. Stadler, der Türöffner
ERICH FRÖSCHL: Karl R. Stadler, der Gründungsrektor des Karl-Renner-Instituts
CHRISTIAN STIFTER: Karl R. Stadler, der Erwachsenenbildner
FERDINAND LACINA: Eduard März, der Wirtschaftswissenschafter
GÜNTHER CHALOUPEK : Eduard März im Think-Tank der Arbeiterkammer
FRITZ WEBER: Eduard März, der Wirtschaftshistoriker
Im Anschluss laden wir zu Kaffee, Apfelstrudel und alkoholfreien Getränken.
Wir bitten um Anmeldung:
Karl-Renner-Institut
T 01-804 65 01
post@renner-institut.at
Zur Veranstaltung
Aus Anlass des 25. Todestages von Karl R. Stadler und Eduard März geben ehemalige langjährige Mitarbeiter und Kollegen Rückblicke auf das Wirken der beiden Wissenschaftler, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die wissenschaftliche und politische Entwicklung Österreichs mitgeprägt haben. Beide, nach der NS-Diktatur aus England bzw. den USA nach Österreich zurückgekehrt, repräsentierten einen “Typus” des angelsächsischen Wissenschaftlers, der gesellschaftliches Engagement mit wissenschaftlicher Präzision und mit weltoffenem Blick verband. Sie wurden damit zu Wegbereitern und Begleitern der Kreiskyschen Sozialdemokratie und deren wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Veränderungsimpulsen. Damit haben diese beiden auch menschlich eindrucksvollen Persönlichkeiten Spuren in der Geschichte und der Ökonomie gelegt, die auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an Aktualität verloren haben.
Karl Rudolf Stadler (1913-1987)
Geboren am 8. Okt. 1913 in Wien, Aktivität in kommunistischen Jugendorganisationen und Beginn des Jus-Studiums an der Universität Wien, 1938 Emigration nach England und Beendigung seiner Studien in Erwachsenenbildung und Geschichte an den Universitäten Bristol und später in London. Internierung als Enemy Alien in England, danach Tätigkeit in der Erwachsenenbildung und Senior Lecturer an den Universitäten Derby und Nottingham. 1968-1983 Professor für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Universität) Linz, 1968-1986 Gründer und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Geschichte der Arbeiterbewegung, Gründungsrektor des Dr.-Karl-Renner-Instituts (1973-1977), langjähriger Präsident des Verbands Österreichischer Volkshochschulen. Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte und Geschichte der Arbeiterbewegung, u.a.: Österreich 1938-1945 im Spiegel der NS-Akten, Wien 1966; Hypothek auf die Zukunft. Die Entstehung der österreichischen Republik 1918-1921, Wien 1968; Adolf Schärf. Mensch, Politiker, Staatsmann, Wien 1982.
Eduard März (1908-1987)
Geboren am 21. Dez. 1908 in Lwiw/Lemberg, Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule für Welthandel in Wien. Musste 1938 in die USA emigrieren, dort Abschluss des Studiums der Nationalökonomie in Harvard (PhD). Nach 1945 Lehrtätigkeit an mehreren amerikanischen Hochschulen in den Fächern theoretische Nationalökonomie, Geldtheorie und Wirtschaftsgeschichte. Rückkehr nach Österreich 1953. Zunächst Konsulent des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Creditanstalt, dann von 1958-1973 Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer Wien. 1971-1973 Gastprofessur an der Universität Salzburg. Honorarprofessor an den Universitäten Linz und Salzburg. Zahlreiche Publikationen zur österreichischen Wirtschaftsgeschichte und -politik, u.a.: Einführung in die Marxsche Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Wien 1976; Joseph Alois Schumpeter – Forscher, Lehrer und Politiker, München 1983; Österreichische Bankpolitik in der Zeit der großen Wende 1913 – 1923. Am Beispiel der Creditanstalt für Handel und Gewerbe, Wien 1981.