Das Institut für Zeitgeschichte veranstaltet gemeinsam mit der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien eine Tagung zu Forschungsansätzen und Desideraten in der Erforschung des Regimes Dollfuß/Schuschnigg.
Wiener Republikdenkmal im Februar 1934
(Foto: Archiv der Sicherheitspolizeidirektion Wien)
Im Februar 2010 unterzeichneten 97 WissenschafterInnen aus zahlreichen Disziplinen einen offenen Brief an die Mitglieder der Bundesregierung und des Parlamentes, in dem die überfällige Rehabilitierung der (nichtnationalsozialistischen) Opfer des Regimes 1933-1938 gefordert wurde.
Die Reaktionen der politischen EntscheidungsträgerInnen waren zwar verhalten positiv, geschehen ist bislang allerdings nichts, um eine konkrete Gesetzesinitiative in den parlamentarischen Prozess einzubringen. Um zumindest den wissenschaftlichen Erkenntnisstand kritisch Revue passieren zu lassen,und damit auch den politischen Prozess wieder in Gang zu setzen, organisieren Institut für Zeitgeschichte und Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien am 20./21. und – nach der Wochenend-Pause – von 24.-26. Jänner eine fünftägige Fachtagung.
Den Auftakt bildet ein zweitägiger Workshop in der Aula des Alten AKH, bei dem Forschungslücken sowie Quellen und Methoden künftiger Forschungen im Zentrum stehen. Am 24. Jänner werden im Dachgeschoss des Juridicums auf inhaltlich breit angelegter Basis Verbindungen zwischen Rechts- und insbesondere Geschichtswissenschaft hergestellt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse die Jahre 1933-1938 betreffend präsentiert.
Für Fragen und Vormerkungen für die Tagungspublikation wenden Sie sich bitte an: florian.wenninger@univie.ac.at
Eingelangte Papers:
- Dieter A. Binder
Eine zu kurz geratene Diskussion – Das außenpolitische Beziehungsgeflecht des ‘autoritären Ständestaates’ - Michael Dippelreiter
Beamtenentlassungen in den höchsten Dienstklassen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1938/39 - Stefan Eminger
Die Politik der österreichischen Handelskammern 1930-1938 - Gertrude Enderle-Burcel
Staat im Umbruch – Forschungslücken zur Geschichte Österreichs der Jahre 1933 bis 1938 - Gerhard Hartmann
Die Funktionselite der Jahre 1933/34 bis 1938. Über Herkunft, Zusammensetzung und Transformationen - Christian Klösch
Zerrieben zwischen Nationalsozialismus und Austrofaschismus. Landbund und Großdeutsche Volkspartei und das Ende der deutschnationalen Mittelparteien - Wolfgang Meixner
Wirtschaftstreibende, Bankiers und wirtschaftliche Interessensverbände 1930-1938 - Otto Naderer
Internationale und regionale Forschungslücken beim Republikanischen Schutzbund - Johannes Schwaiger
“Propagandamittel der Christlichsozialen oder Ausbreitung des Reiches Christi? – Die Katholische Aktion (in Österreich) als Spielball zwischen Politik und Kirche in der Zeit des Ständestaates.” - Gerhard Senft
Neues vom “Ständestaat”? Anmerkungen zur Wirtschaftspolitik im Austrofaschismus - Helmut Wohnout
Dollfuß und die österreichisch-italienischen Beziehungen 1932-1934





