23.11. – INTERAKTIONEN – Kerstin von Lingen: „Crimes against Humanity“: der Beitrag von Exiljuristen zur Ahndung von Massengewalt gegenüber Zivilisten, 1940-1945

23.Nov 2017

Kerstin von Lingen (Heidelberg/Wien)
„Crimes against Humanity“: der Beitrag von Exiljuristen zur Ahndung von Massengewalt gegenüber Zivilisten, 1940-1945

Donnerstag, 23. November 2017, 12:00
Seminarraum 1
Institut für Zeitgeschichte, Universitätscampus
Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

 Vor dem Nürnberger Internationalen Militärtribunal wurden u.a. „Crimes against Humanity“ vor Ge­richt gestellt. Schwerpunkt des Vortrags liegt auf diesem Konzept, das während der Kriegsjahre in Exilzirkeln in London in verschiedenen Gremien, darunter der United Nations War Crimes Commissi­on (UNWCC), geschärft worden war. Im Vortrag geht es um die Bemühungen von Exiljuristen, die zumeist aus kleineren europäischen Staaten stammten und die NS-Besatzung am eigenen Leib erlebt hatten, um Schaffung einer tragfähigen juristischen Grundlage. Fokus der Bemühungen um einen neuen völkerstrafrechtlichen Straftatbestand war die Ahndung von systematischer Massengewalt an Zivilisten, einem globalen Phänomen des 20. Jahrhunderts in Europa und Asien. Die Exilsituation in London trug wesentlich dazu bei, den Abschluss der Verrechtlichungsdebatte zu beschleunigen.

Dr.in Kerstin von Lingen ist Historikerin am Exzellenzcluster “Asia and Europe in a Global Context“ der Universität Heidelberg, wo sie seit 2013 eine Nachwuchsgruppe zum Thema “Transcultural Justice: Legal Flows and the Emergence of International Justice within the East Asian War Crimes Trials, 1946-1954” leitete. Habilitation zu „Crimes against Humanity: Transnationale Debatten zur Zivilisierung von Kriegsgewalt, 1864-1945“ aus ideengeschichtlicher Perspektive, zuletzt zwei Bände zu Kriegsver­brecherprozessen in Asien. Derzeit ist sie Gastprofessorin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Druckversion