24.5.2012 – INTERAKTIONEN – Elisabeth Fraller: Inszenierte Erinnerung: Videodokumentation in der Oral History

24.May 2012

Donnerstag, 24. Mai  2012, 12:00

Seminarraum 1 des Instituts für Zeitgeschichte
Universitäts-Campus, Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

Oral History stellt eine wichtige Quelle für die Geschichtsvermittlung und damit für die persönliche und kollektive Erinnerungskultur dar. In Dokumentarfilmen wird durch die Einbeziehung von ZeitzeugInnen-Interviews versucht, eine möglichst „authentische“, historische „Realität“ zu präsen­tieren und somit auch eine „Demokratisierung des Geschichtsbewusstseins“ (Zang 1990: 242) zu erreichen. Doch inwiefern unterliegt medial vermittelte Erinnerung ästhetischen, historisch beding­ten Konventionen? Welche Rolle spielt dabei die persönliche Beziehung zwischen InterviewerIn und Interviewten? Anhand von Dokumentarfilmen und eigenen Arbeiten im Bereich der Oral History wird untersucht, in welcher Art und Weise Erinnerung inszeniert und konstruiert wird.

Die Medien- und Filmwissenschaftlerin Elisabeth Fraller lehrt am Institut für Romanistik der Universität Wien und am Institut für Medien der Kunstuniversität Linz. 2003 Fulbright-Stipendium und vierjähriger Studien- und Forschungsaufenthalt in New York. 2010 Veröffentlichung des Buches Mignon: Tagebücher und Briefe einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938-1949. Ihr Kurz­dokumentarfilm Erinnern und Vergessen über die Judenverfolgung in ihrem burgenländischen Heimatort Lackenbach erscheint 2012 auf einer DVD-Edition bei Lex Liszt.