26.5.2011 – INTERAKTIONEN – Corinna Oesch: Yella Hertzka (1873-1948)

26.May 2011

Transnationale Handlungsräume und Vernetzungen in der österreichischen und internationalen Frauen- und Friedensbewegung

Do, 26. Mai 2011, 12:00
Seminarraum 1 des Instituts für Zeitgeschichte
Universitäts-Campus, Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

Im Zugang zu einer Biographie Yella Hertzkas (1873-1948) bilden „Handlungsräume“ und „Vernet­zun­gen“ zentrale Begriffe. Die für die Arbeit ausgewählten „Handlungsräume“ umfassen Yella Hertzkas Engagement um 1900 für die Gründung eines Frauenklubs in Wien, die Leitung einer 1913 eröffneten Gartenbauschule für Frauen, ihre Aktivitäten als Pazifistin und hohe Funktionärin in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, sowie jene Handlungen, die sie gesetzt hat, um zu emigrieren und sich im Exil zu behaupten, aber auch Einsatz und berufliche Tätigkeit für den Musikverlag Universal Edition. Gemeinsames Kennzeichen dieser Handlungsräume sind transnati­onale Vernetzungen, die in der internationalen Frauen- und Friedensbewegung, für das Verlegen zeitgenössischer Musik und für Yella Hertzkas Emigration prägend waren.

Im Rahmen der „Interaktionen“ stellt Corinna Oesch ihren Zugang am Beispiel der Handlungs­räume Emigration und Universal Edition vor. Im Exil in England erwiesen sich die über Jahrzehnte gepflegten Verbindungen zu Frauenliga-Aktivistinnen und ihrem Umfeld als ein nachhaltiges Unter­stützungsnetz­werk. Yella Hertzka stand in Kontakt mit Emily Greene Balch, Emmeline Pethick-Lawrence, Barbara Duncan-Harris oder auch Raymond und Ethel Unwin. Neben einer „völkerver­bindenden Kulturtätigkeit“ sind es insbesondere Österreich-Konstruktionen, die eine historische Auseinandersetzung mit dem Musikverlag Universal Edition anregen. Ausgelotet werden soll Yella Hertzkas Position im Unternehmen und die Sonderstellung des Musikverlages im Austrofaschis­mus.

In der Analyse einzelner ausgewählter Bereiche werden Querverbindungen und Zusammenhänge zwischen einzelnen Handlungsräumen sichtbar, anhand derer sich die Vorzüge des angewandten bio­graphischen Ansatzes aufzeigen lassen.

MMag. Corinna Oesch, DOC-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2007), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien von 2007-2010, Autorin des Buches: Die Komponistin Maria Hofer (1894-1977). Frauenzusammenhänge und Musik (2010).