Austro-Dok – eine Mediendokumentation von 1979–1993

1. September 2017

WissenschafterInnen der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien haben in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte die historische Mediendokumentation Austro-Dok zu neuem Leben erweckt. Austro-Dok ist eine Sammlung von Medienberichten mit dem Schwerpunkt der österreichischen Innen- und Wirtschaftspolitik aus den Jahren 1979 bis 1993 und stellt eine wesentliche Quellensammlung zur österreichischen Zeitgeschichte dar. Die Datenbank wird am Österreichischen Bibliothekartag in Linz am 15. September 2017 präsentiert.

70 verschiedene Quellen (Printmedien, Rundfunkberichte, Pressedienste, Parlamentarische Materialien des National- und Bundesrats, Parlamentskorrespondenz und Rathauskorrespondenz) sind in der Datenbank ausgewertet. Die Erschließung der Medienberichte erfolgte in etwa 600.000 Datensätzen, die in der Datenbank abgefragt werden können. Die Medienberichte selbst liegen in Form von Mikrofiche (etwa 10.000 Stück, mit weit über 400.000 Einzelbildern) vor.

„Die Austro-Dok hat eine besondere Bedeutung: Erstens durch den Erschließungszeitraum, der in anderen Datenbanken oftmals noch unzureichend erfasst ist. Zweitens durch die erschlossenen Medien selbst, denn über die gängigen und bekannten Printmedien hinaus sind z.B. auch Partei-Pressedienste oder Parlamentskorrespondenz ausgewertet. Damit schließt die Austro-Dok bestehende Lücken und stellt eine wesentliche Ergänzung vorhandener Medienarchive dar. Drittens umfasst sie tausende audiovisuelle Quellen und Tondokumente, die auszugsweise als Transkripte auf den Mikrofiche vorhanden sind. Diese Transkripte stellen einen einzigartigen, bislang unbekannten Quellenbestand dar“, erklärt Projektleiter Markus Stumpf, der Leiter der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte.

Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte, ergänzt: „Mit der Austro-Dok wird ’schlafendes Wissen‘ wieder nutzbar gemacht, denn die Austro-Dok hatte ihren Ursprung in der ‚Funkbeobachtung‘ der SPÖ in den 1970er Jahren. Sie stellte ein beachtliches Informationsreservoir dar, das der SPÖ und ihren FunktionärInnen zur Verfügung stand. Zwar wurden Anfragen von Ministerien, Privaten usw. beantwortet, aber öffentlich zugänglich war die Austro-Dok nie. Der geschaffene Zugang stellt somit auch eine Demokratisierung von Wissen dar.“

Die Datenbank Austro-Dok ist ab dem 18. September 2017 an der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien öffentlich zugänglich.

Sondersammlung Austro-Dok: http://bibliothek.univie.ac.at/fb-zeitgeschichte/sondersammlung_austro-dok.html
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte: http://bibliothek.univie.ac.at/fb-zeitgeschichte/
Institut für Zeitgeschichte: http://www.univie.ac.at/zeitgeschichte/
Interdisziplinärer MA „Zeitgeschichte und Medien“: http://www.univie.ac.at/zeitgeschichte/studium-lehre/ma-zeitgeschichte-medien/
Bericht im auf der ORF-Homepage: http://wien.orf.at/news/stories/2866753/