- Projektleiter: Ass.-Prof. Univ.-Doz. Dr. Karl Stuhlpfarrer
- Mitarbeiter: Dr. Bertrand Perz
- Finanziert durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.
- Abgeschlossen 1998
Projektbeschreibung
In den drei Vergasungszentren Belzec, Sobibor und Treblinka wurden im Rahmen der “Aktion Reinhard” (benannt nach dem ermordeten Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich) zwischen März 1942 und November 1943 mehr als 1,5 Millionen Juden und 50 000 Zigeuner ermordet t. Bei der “Aktion Reinhard” wurden mehr Juden getötet als in den Vergasungsanlagen von Auschwitz. Die Leitung des Massenmordprojektes lag beim SS- und Polizeiführer des Distrikts Lublin, Odilo Globocnik. Ebenso wie Globocnik stammte auch ein überproportional hoher Anteil seines Mitarbeiterstabes in der Lubliner SS-Diensstelle aus Österreich. Auch eine unverhältnismäßig große Zahl führender Funktionäre in den drei Vergasungszentren kam aus Österreich (so etwa waren drei der insgesamt sieben Lagerleiter Österreicher). Gegenstand des Projktes ist die Analyse der Rolle von Österreichern bei der “Aktion Reinhard”
Im Zentrum der Untersuchung steht die Funktion dieses Personenkreises auf den verschiedenen Ebenen des SS- und Polizeiapparates. Der kollektivbiographische Ansatz wird mit der Rekonstruktion des Aufgaben- und Tätigkeitsbereiches der Dienststelle Globocnik verknüpft, die als zentrale organisatorische Schnittstelle bei der Durchführung des millionenfachen Judenmordes im Generalgouvernement wirkte. Die Rekonstruktion der “Karrieren” der österreichischen Beteiligten an der “Aktion Reinhard” wird in Form von Kurzbiographien dargestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist die Rezeption der Gerichtsverfahren gegen österreichische Mitglieder der “Aktion Reinhard” in der österreichischen Öffentlichkeit.




