Stern, Frank (Hrsg.): Feuchtwanger und Exil. Glaube und Kultur 1933-1945. «Der Tag wird kommen»

Stern, Frank (Hrsg.)
Feuchtwanger und Exil
Glaube und Kultur 1933-1945. «Der Tag wird kommen»
Reihe: Feuchtwanger Studies – Band 2
Erscheinungsjahr: 2011

Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften
Oxford, Bern, Berlin, Bruxelles, Frankfurt am Main, New York, Wien, 2011. XVIII, 509 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-0343-0188-6 br.
ISBN 978-3-0353-0156-4 (eBook)

Der vorliegende Band versammelt Forschungsbeiträge und Diskussionsergebnisse der Internationalen Konferenz Exil – Glaube und Kultur: 1933-1945. «Der Tag wird kommen» (Lion Feuchtwanger), die im Frühling 2009 an der Universität Wien von der International Feuchtwanger Society und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (Schwerpunkt für Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte) veranstaltet wurde. Ausgehend vom Leben und Werk Lion Feuchtwangers hatte die Konferenz zum Ziel, anerkannten Forschungsarbeiten sowie neuen Theorieansätzen in der Exilforschung einen Rahmen zu geben.

Diesem Anspruch folgend widmet sich die Publikation in einem ersten Teil Lion Feuchtwangers persönlicher und schriftstellerischer Auseinandersetzung mit «Exil» als Lebensform wie auch als philosophisch-intellektuellem Begriff. Der zweite Teil befasst sich mit intellektuellen, poetischen, politischen sowie religiösen Auseinandersetzungen mit dem «Exil» in Leben und Werk von SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und Intellektuellen. Die Beiträge im dritten Teil finden ihren Schwerpunkt in der Erforschung und Verarbeitung von «Exil» im Leben und Werk exilierter MusikerInnen wie z. B. Hanns Eisler und Eric Zeisl und Theatergrößen wie Hans Wengraf und Bertolt Brecht, oder Filmschaffenden wie Arthur Gottlein und William Dieterle.
Der Band führt unterschiedliche Forschungsprojekte und -ansätze der gegenwärtigen internationalen Exilforschung im Dialog um Lion Feuchtwanger zusammen.

Inhalt: Frank Stern: Vorwort. Der Tag wird kommen – Wulf Köpke: Lion Feuchtwangers Josephus: Eine Selbstbefragung in der Krise des Exils – Daniel Azuélos: Lion, Ludwig und Sigbert Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Judentum als Fortschrittsglaube? – Wolfgang Müller-Funk: Lion Feuchtwanger: Jefta und seine Tochter – Marcus G. Patka: Lion Feuchtwanger und das deutschsprachige Exil in Mexiko – Christiane Zehl Romero: Lion Feuchtwanger und Anna Seghers – Barbara von der Lühe: Auf der Brücke zwischen Tun und Verzicht: Lion Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Buddhismus und Daoismus – Birgit Maier-Katkin: Jewish Mysticism, Monads and Historical Debris: Walter Benjamin Contemplates Paul Klee’s Angelus Novus – Christoph Schmitt-Maass: «An Stelle von Heimat/halte ich die Verwandlungen der Welt»: Migration und Diaspora im Werk von Nelly Sachs und Jenny Aloni – Andrea Chartier-Bunzel: Exil in Palästina: Friedrich Sally Grosshut im Spannungsfeld von Antifaschismus, Zionismus, Sozialismus und Kapitalismus – Martin Krist: Erika von Behr und E. A. Rheinhardt: Eine Frau im «Schatten» eines heute Vergessenen – Klaus Davidowicz: Fritz Heymanns «counter-history»: Jüdische Emigranten und die «Wissenschaft des Judentums» – Veronika Zangl: Soma Morgenstern: «I’m not a witness.» Exil – Sprache – Glaube – Primus-Heinz Kucher: Kulturtransfer und Sprachwechsel im Werk des (österreichisch-) amerikanischen Schriftstellers Frederic Morton – Primavera Driessen Gruber: Kein Kopf für Musik? Kinder und Jugendliche im französischen Exil und die Rolle der Musik: Annäherung an ein Generationenthema – Anna Langenbruch: «Lieder et Mélodies»: Neuverortungen exilierter MusikerInnen im Pariser Kulturleben – Karin Wagner: Eric Zeisls Hiob zwischen «Hebrew Tanglewood», «Christmas Carols» und «Goimass» – Maren Köster: Von Lenin zu Miss Liberty: Brüche und Kontinuitäten in Hanns Eislers Exilschaffen – Arnold Pistiak: Skovbostrand 1937: Nein und Ja. Erinnerung an Hanns Eislers Kantaten auf Texte von Ignazio Silone und Bertolt Brecht – Gabriele Anderl: Österreichische Kunst- und AntiquitätenhändlerInnen im Exil – Peter Roessler: Rückkehr und Nicht-Rückkehr österreichischer Theaterleute aus dem Exil – Hilde Haider-Pregler: Hans Wengraf, Schauspieler und Regisseur: Sein Weg ins Exil als Aufbruch in eine «neue Heimat» – Monika Meister: Von der (Un-)Möglichkeit des Theaters im Exil: Bertolt Brecht und der amerikanische Galileo – Christine Kanzler: Reisen ins Ungewisse: Der Wiener Filmschaffende Arthur Gottlein im fernöstlichen Exil – Larissa Schütze: «Ein unverfälschtes Konzept vom Leben erlangen»: Humanismus und Demokratie in William Dieterles historisch-biografischem Emigrationsfilm Juarez (1939).

Frank Stern war langjähriger Leiter des Center for German Studies und des Austrian-German Studies Program an der Ben-Gurion University in Beer-Sheva, Israel. Nach zahlreichen Gastprofessuren in den USA und in Deutschland ist er seit 2004 Professor am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien und leitet dort den Schwerpunkt für Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte.

Information/ Quelle: www.peterlang.com