TRANSSKRIPTIONEN und REGESTENEditionsrichtlinien

Briefkonvolut Schallenberg
OÖLA, HA Schlüsselberg 60



 
18 Briefe der Helena von Schallenberg (1595 Eintritt ins Franziskanerinnenkloster Hl. Kreuz in Landshut, 1617 Äbtissin dort), an ihren Bruder Christoph von Schallenberg (1561-1597).



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Helena vom 31.1.1582, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph, der sich gerade auf seiner Kavalierstour in Siena befindet.

Freuntlicher mein gar im herz aller liebster brueder Cristoff, dier sein mein schwösterliche lieb und treu die zeidt meines löbens von mier beraydt, unnd winsch dier von gott den almechtigen vil glickseliger wolgeenter gesunder zeit unnd alles was dier zuseel und leib nuz unnd guet ist, hertz lieber brueder, ich hab den 29 jannuary gar auch ein hertz liebes schreiben von dier epfangen und draus deinen gsunndt mit hertzlichen grosen freyden vernomben, hab demnach nit underlassen khinen dier wieder zu schreiben, und las dich wissen das es mier gott dem herrn sey lob und dankh gesagt gar wol get, der wölle mich und unns alle lenger zu seine in seinen götlichen gnad erhalten amen, hertz liebster brueder ich hab aus deinen schreiben verstanden das es der frauen Madtalena gar ibl gehtt, wölches mier im herzen treulich laidt ist, gott der almechtige wölle ir gedult verleihen und gnad göben damit sie und ir herr wider in ainigkhait bracht werden, ich khan wol gedenkhen das die frumb frau elend genueg ist nachdem sie so gar alein in der frembt ist, und khain ainigen menschn der irigen hat der sich irer annäm, ich hab ways gott lang treulich an ire herrn brüeder angehaltn das sie ir schreiben sollen, hab aber nichts erlangen khinen, es thuet mier selbs gar hertznot auf, sie wais nit wie sie es main, ich glaub das sie ir feind sein, ich kann miers anderst nit gedenkhen, ich wais wol das ir denoch ein grose freidt wär, wan sie immer ein schreiben hät von irn briedern, du hast gar recht than das du sie hast haimgesuecht, ich glaub gern das sie im herzn fro ist gewöst daraus weil du so unversehens bist khumen und ir die brief überantwort, und da du dich ein weil nit zu erkhenen hast geben, ist ir die freydt noch gröser wortn, bit dich mein herzliebster brueder du wöllest sie gar oft, weil du zu Sennis bist, haimsuechen, den ich wais wol das du ir ein gar lieber gast bist und ein grosse recht ergötzlichkhaidt hat wan sie mit dir rött und dier ir lait khlagt, den ir fraindt sein zu seltsam drinen, wolt gott das ich sie vor meinen tot auch sehen khint, aber ich hab kaine hoffnung das sein khine, herz libster brueder schreibt mir wie du willens seist auf ostern, wofern es gottes will ist, ein weide reis zu thuen, wölich er in der wahrhait nit gar gern siecht, es ist vielleicht wol dein will aber ich fircht halt nuer du werst dich etwa gar zu gern dahin wagen, den man sagt es sey immer gar unsicher auf dem mör zu farn von wögen der mörrauber und das sunst zu das mör gar ungestiem ist, bitich demnach mein gar herzenliebster brueder du wollest denocht achtung auf dich haben und nit etwa in gefar göben voraus, wan du dich etwa zu unversitet Leiden begöbst, das du, darvor dich gott behietn wölle, in ein unglickh khämbst, bitt dich du wöllest derwegen sorg haben damit du mit einer gueden gesölschaft hinein khumst und zu einer zeit da es sicher und auf dem mör guet ist, gott der himlische vatter wöle dir glickh und hail verleihen und tein treuer gleitsman sein damit du auf dieser rais guet an khomst, und wölle dier wiederumb mit gesund und freud heraus helfen amen, schau vergis nuer seiner nit, und hab, wie ich dich vor auch gebötten hab, gott treulich vor augen, und begeb dich nit leichtlich in gefar, den das selbig haist  gott versuchen wen einer gar zu verwögen ist, schau hab nur fleis das du alzeit bereit zu leiden bist und pet fleisig, ich will gott auch treulich fierpitten, bit dich du wölest wofer du glögenhait hast vor deinen wöckhziehen einmal schreiben den darnach wer ich gar lang khain schreiben von dier haben und wier dier nit schreiben khinen, von dem Hieronimus habe ich gar lang khain schreiben gehabt, glaub aber es gehe im wol, sein her ist jetzt schon hie pey uns, und hat in dieweil pei seinen sachen gelasen, den er hats alls under handen, hat gar vill zu thuen, aber wais nit wies sein nutz ist, wär leicht böser er wär an ain andern ort, der Sallinger ist neulich drinen in Padua  gewöst in deinem und des Aspen losamnet, wer gar gern bei dier gewöst das er dir auch gesagt het wies mit dem Hieronymus stet, aber ich glaub ich wöl so vil zustand pringen das im der herr vatter wöckh nehmen wiert, ich hab dier vil von im zu schreiben, aber es khan nit recht sein ... in sein herr und jederman gar verächtlich hält und gleich fier ein narn, und hat vor nimant khainen schutz, wan das wenigst unrecht geschieht so mues er darumben die geisl khostn, das geschicht im tag ein 7 mal, er hat soln lernen auf der lauten zu schlagen und hats auch schon ziemlich khindt, aber sein herr last im nit vil darzue, er hat nuer einmal ein etlich zeiln gschrieben und hat sich gar oft khlagt, habs im aber nit glauben wöllen bis miers der Salinger selbs gesagt hat, sonst geht es gott lob alenhalben bey uns wol, alein her Siegmunt hat noch imerdar groses wehklagen seinen fues, es ist jetzt ein arzt bey uns gewöst, der meint er wölle im mit gottes hilf helffen, gott wölle das geschehe, weider weis ich dir mein gar herz liebster brueder dieser zeit nichts zu schreiben, sey von mir gar zu viel hunder tausent mal treulich gegriest, die frau muem last dich auch zu tausentmal  griesn desgleichen auch unser ganzes frauenzimer und der Görg, bit dich du wöllest der frau auch einmal schreiben den es gefiel ir gar wol, hiemit bevilch ich dich sambt aller welt gott dem in sein seinen göttlichen sögen,
tatum Sprinznstein  den 31 january im 82 jar

                                                                     d.t.w.sch alzeit bis in tot
                                                                              Helena Schallenbergerin
 
 



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Helena vom 22.6.1584, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet.


Edler gestrenger mein fraintlicher herz liebster brueder, dier sein mein schwösterlich lieb und treu die zeidt meines löbens von mier beraidt mit winschung von got dem almechtigen wolvart  zu seel und leib zeitlich und ebig amen, mein herz lieber brueder Christoff ich hab dein schreibenvon dem Vabian empfangenund deinen gesundt und wolfart auch guets fiernemben mit herzlichen grossen vreiden vernomben, got göb sein götliche gnad amen, ich las dich auch mein herz liebster brueder wisen das es uns alen got sey lob und dank gesagt glikhlich wol geht alain ist der frauen und mier herzlich lait umb denn Corschen, ich darf schier gar nit an in gedenkhen, du hast mier geschrieben wofern er zumb gejaid nit guet wär du wollest fleis haben das du in wider ausbitst, so hat mir aber der Vabian gesagt man hat in wider gen Inspruckh geschickht welches mir herzlich lait ist, ich het sunst ein guete hoffnung gehabt ich wer etwan einmal wider sehen aber nun ists aus, ich wil mein löbtag khain hundt mer lieb haben, gleichwol die frau vermaint wan sie gen Inspruckh khome so wölle sie irbai versuchen ob sie in wider bekhomen mecht, und sagt wen ich nit bey ir wär so wolt sie in doch so lieb er ir sunst wär meiner wider herabschikhen, aber got wölle das das selbig nit gescheh, die frau last dich zu tausentmal fraintlich griessen und bedankht sich deines schreiben, erfreyt sich auch hoch deines gueten fiernemben das du also die laster fliehen und der tugent befleisen wilst, las dich auch gar fraintlich bitn du wöllst irs nit firibl haben das sie dier nit schriben hat, sie hat nit so vil weil gehabt, sie wil dier aber balt schreiben, der Hieronimus hat mier neulich geschrieben er wölle zu dier nach Wienn welches ich gern säh, bit dich mein herz liebster brueder halt an das er balt wieder hinauf ziech in sein dienst, es ist also gar übel fier in das er dahaimbt ist, ich khan dier jest nit vil schreiben, wan aber der Hieronimus her khumpt  wil ich dier mer schreiben, ich bit dich mein herz liebster brueder du wöllest dem herren Hansen aufs ehest so mieglich schreiben, den du khanst nit glauben wie er imerzue ein anhern hat du seist im feint weil du im khain buechstaben schreibst, sagt du habsts im fieribel das er dich wie du das lästmal von hie gen Gstötten bist mit inen geriten, das er dich von wögen dös schwarzsameten khlait hat angesprochen, das du nit darinen reiten solst, er sagt er khint ein ait drauf schwörn das du imbs firiblst, magst dich derwögen wovern es dich anderst nit zimbt gögen im es entschuldigen und das dus aus meinemb schreiben vernomben habst, damit sei du mein herzliebster brueder von mier zu tausent mal schwesterlich gegriest und got dem hern in sein gnedigen gotlichen schutz durch Christumb bevolhen
Sprinzenstain den 22 juni
                                                                  d.t.w.sch.
                                                                 Helena Schalnberg
Der Leonora bit ich dich wölst irn brief selbst oder bey aim schicken das er niembt andern in die hent kheme, der von Tägsis wil ich aufs ehst schreibn, hab jezt nit zeit, auch der Leisserin, ich hab sorg du werst mein schreiben nit lösen khinen.
 



Einzelbrief:31

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 8.11.1584.


 Edler gestrenger fraintlicher mein herz aller liebster brueder, dier sey mein schwösterlich lieb und treu so ich dier die zeidt meines löbens erzaygen khan mit hegsten vleys von mier beraidt mit winschung von dem lieben almechtigen got was dier zu seel und leib nuez und guet ist, fraintlicher mein herz liebster brueder, nachdem ich glögenheit hab, hab ich nit underlassen khinen dier zu schreiben und wissen zu lassen das es mier und uns allen zimblich wol gehet, got sey lob und dank, der verleih verner sein gnad amen, von den Hieronimus hab ich schon lenger als in fünf wochen weder schreyben noch botschaft gehabt das ich nit weis wies mit im stehet, aber gotlob gesundt ist er schon lengst gewöst, mich deucht gar nit guet sey das er also daheim ist, es begert in nit wöckh und der herr vatter thuet auch nichts darzue, ich het gemeint er solle wider hinauf zumb hörzog von Würtemberg ziehen, da es wie man sagt gar wol vier in wär gewöst, nun glaub ich aber nimber das geschehe, wär guet wan es etwa du dem her vattern seinthalben schreibst oder ob du in etwa khinst an ein gueten ort zue bringen, Hans Albrecht ist jezt ein 8 tag zu Neuhaus unnd hie gewöst, hats stattschissen von irer turlaucht wögen angericht das wol etwas gekhost hat und ist alles umb sunst gewöst, man sagt heroben es werde dein gnetigster herr herauf gen Linz khumben, wolt got das gescheh so het ich hoffnung du kämbst ein weil zu uns her, wier sein jezt gar alein, her Hans ist imerzue aus, die frau winscht gar oft nach dier, aber es wär dier nach dem gueten löben gar not thuen, wuer dier ein stunt so lang sein als sunst ein wochen, ich las dich wissen das die frau Madalena unsre frau maimb zu der khenigin Matalena gen Hall ins khloster khompt, so hat der frauen ir herr gesagt, und irs herrn liebhaberin hat her Hans Albrecht ins gefenkhnus gebracht, darinen sie verfaulen mues, dös denn ir verdienter lon ist, aber die frau mues es gar ser bey imb entgelten also das ir nit miglich ist bey im zu bleibn, es ist wol zum bösten vier sie das sie in aimb khloster sey weil sich doch ire brieder so gar nit umb sie anemben, wann nuer gott gnad geb das balt gescheh, er trot ir er wöl sie umbringen, aber on gottes willen mag niemb nit ein har khrimbt wern, wier habn schon in aimb anterthalbn jar khein schreibn von ir gehabt und ich hab ir auch nit schreiben khinen, gott wolle sie in iren lait trösten und irs schwärs creiz durch sein väterliche gnad einmal von ir aufnemben, ich khan dier mein herz lieber brueder jezt nit vil schreiben, khain neue zaitung wais ich gar nit, wir khomen gar niederst hin, khompt khain mensch zu uns, sein also fein in stiller rue, wolt got im himbl das miglich sein khindt das ich auch zu unserer maimb ins khloster khomben möcht, ich het ein herzliche lust das wais got, alain fircht ich mich des glaubens halben sunst achtet ich kheinen menschen auf der welt, die kheniging nämb mich gern hinein, wann ich meins gewissens halben recht sicher wär das ich das selbig nit beschwärt mier khindt nit bössers geschehen, so glaub ich nit das mir der her vatter achtet weil er unser so viel hat, somit sey du mein herz liebster brueder von mier zu hundert dausentmal schwösterlich gegriest und in den schuz des aller högsten bevolhen, tatumb Sprinzenstain den
die frau maimb last dich auch zu tausent mal fraintlich griessen
                                                                                                     d.t.w.sch.b.i.tot
                                                                                                    Helena Schallenberg
 
 
 



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 22.1.1585.


Edler gestrenger fraintlicher mein herz aller liebster brueder Christöff, von gott dem almechtigen winsch ich dier durch Jesus Cristus unnseren hailandt ein glickhseliges vreydenreichs neues jar und derselbigen gar vil auch alles was dier zu deiner seln hail nuz und guet ist zeitlich und ebig, mein herz liebster brueder, nachdem mier der Hieronimus heint geschriben das er dier etlich sachen hinab schick hab ich nit sollen noch khinen underlasen dier zu schreiben und wissen zu lassen das es uns allen got lob zimblich wol ghet, der verleih verner sein gnad, der Hieronimus schreibt mier er schickh mir ein schreiben von dier wölches mier aber nit zuekhomben, hats vileicht dahaimb vergössen das ich dier derowögen  nit darauf antworten khan, mich freit herzlich das ich einmal ein schreiben von dier haben soll, den mier ist gleich die weil lang gewöst das du mier so lang nit geschrieben hast, hab gedacht du habst mein vor guet löben gar vergössen wölches ich dier herzlich wol gun sovil dier und deiner seelln hail nit schat, da ich doch zu got hoff und zweiflt gar nit du welest viernemblich die ebige vreit vier die zergenglich bedenchen, mein liebster brueder der Brantpöter hat mier diese wochn den silbern löffl so du mier hast machen lassen geschickht, darumb ich dier aller hegsten schwästerlichen danck sag, du hast in aber vil grösser und statlicher machen lassen den ich begert het unnd hab dier khains fall gnueg silber geschickt, ich wils aber so vil mier got gnad gibt wider umb dich schwösterlich verdienen, und willn deintwögen behalten weil ich löb, ich schikh dier hiemit das fueder so ich dier verhaissen, wölches aber gleich wol gar schlecht und alt, wolt diers gar vil lieber schicken wans böser wär, waist du etwas in meiner gewalt das dier nuz wär so schreib miers, wil ich diers von stundan schicken, ich sol dier billich einmal etwas von mein ausgeneten sachen als fazolet und hantdicher schikn, so hab ich aber ja selbs nichts, wan dier aber got einmal gnat gibt das du heiratest will ichs was ich jezt versaumbt wider einbringen, ich khan dier mein liebster brueder jezt nit vil schreiben, ich weis gar nichts neus, ich bit dich im herz schen vergis mich nit gar und schreib mier öfter, du magst miers in der warhait glauben das ich khain grösere vraidt hab als wan nuer brief von dier khomben, damit sey du mein allerliebster brueder von mier und fiernemblich von der frauen zu vil hundert tausentmal treulich gegriest und thue mich dier jederzeit schwösterlich auch uns all in denn schuz des lieben gotes bevelhen,
tatum Sprinzenstain in eil den 22 januari
                                                                     dein treue schwöster bis in tot
                                                                         Helena Schallenbergerin
 



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 2.5.1586.


Edler gestrenger fraintlicher mein herz aller liebster brueder, dier sein mit winschung von dem lieben almechtigen got ale zeitliche und ebige wolfart, mein schwösterlich treuherzig willig tienst von mier beraidt zuvor, mein herz aller liebster brueder,  weil ich glögnhait hab gehabt dier zu schreiben hab ich nit underlassen khinen auch dich zu berichten das mier dise dag ein schreiben von dem Hieronimus khomen ist, daraus ich verstanden das her Alexander mier und im ein 100 f zu göbn bewilligt welches wier an hern Hansen begern sollen. So wil sich aber der her Hans weil er der jüngist ist solches gar nit understen, rat auch keins wegs das wier dis gelt l [Erbe der Mutter Eleonora Sprinzenstein] noch zertrenen sollen weil es noch nur umb ein ainges jar zeit wär, das es unser jetlichen  auf seinen tail 1000 f brächt, her Hans hats dem herrn vattern geschriben und in geböten ob er noch ein solche zeidt gedult hat, und uns nit so gar not lies leiden, so ist er aber gar zwieder, sagt er khin unns weil er so vil schulden het nichts mer göben, er mies auch die andern khinder bedenkhen, wöle sich auch dös gelds weder mit rat noch tat anneben dieweil es [ihr] selbs schon dazue seit das es [ihr] im zu thuen wist, darauf hat mier her Hans bevolhen ich sol diers zu wissen thuen das du mit her Allexander hantlest das mans in ein richtikhait brächt und höher anlögt, es ligt schon ein 4 jar gar umbsunst das wiers nit geniesen und uns so grosser schad ist, bit dich derwögen gar treulich du wölst dich mit fleis darumb annemben, das es einmal in richtigkheit gebracht wert, wan mans anlöge um 6 von hundert so het ein jetlicher ein jar 60 f, darvon wier uns, ich und der Hieronimus, gar statlich aushalten khinten, diweil er auch anderst hinkhombt so khint wier die haubtsumba auf ein grösser not sparn weil wier uns von den herrn vattern nichts zu trösten habn, her Hans sagt wann es eich nuer vergleicht das man imb darvon schrib so wolt er sehen das ers von der Engerzell heraus pröcht und höher anlögtet, bit dich derhalben mein herz liebster brueder umb gots willen du wölst diers mit vleis angelögen sein lassen, ein jar wil ich noch gedult haben wie mier miglich ist aber lenger khan ich wais got nit, du glaubst nit wies mier ghet den ich von khain ainigen menschen das aller khleinist hab was ich bedörft, dös gleichen auch der Hieronimus, her Hanns maint es wär wol von nöten das du selbs herauf khämbst, wölches ich herzlich gern säch das wier unns recht miteinander beröden khinden, Ich hab gehört das man dier ein reiche witib lhat angetragn, wölche wie ich hör ein 30000f vermögen solle, unnd gar eines gueten geschlöchts und fraintschafft sey, so hab ich aber ein zötel so her Allexander dem herrn vattern schreibt und darin verstanden das du nit lust zu ir habst, wölches mich wunder nimbt weil ich her das sie sunst auch ein feins schens weib sey, main auch du solst ein solches glikh nit ausschlagen oder versaumben, den es sein nit alle dag solche heiraten zu bekhomben, da khinst darnach wol zu ainen statlichen ambt khomben, du thuest vileicht darumb das du noch lenger in den gueten freyen löben sein khainst, aber du hast gar unrecht es möcht dich etwa reuen, ich mörkh woll das man dier gern ein andere göben wolt wölche meines bedönckhens gar das allerwenigst nit fier dich wär, darvon ich dier auch vor gesagt hab, aber ich hoff weil du verständig bist und deinen nutz oder schadn selbs bedenkhen khanst, du werst dich wol zu halten wissen, ich wist nit was ich balt unlieber sehn wolt, wan ich bey dier wär wolt ich wol weitleiftig mit dier darvon röden, ich wil dich nit lenger mit meimb schreiben bemien, alain bit ich nochmals du wölst dier dise sachen davon ich dier schreib angelögen sein lassen, bit dich um gottes willen wovern es sein khan so khomb balt selbs herauf, sey hiemit mein aler liebster brueder von mier zu vil hundert tausent mal schwösterlich gegriest unnd thue mich dier auch jede zeit in dein treus briederlichs herz treulich bevelhen,
tatumb Sprintzenstain in eil den 2 dag mai im 1586 jar.
                                                                                       d.t.sch.b.i.
                                                                                       Helena Schallenbergin

Die frau last dich zu tausentmal fraintlich griesen und ir gebierlich willig dienst anzaigen, last dich auch treulich biten wover unten ein solches biechl zu bekhomen wär wie ich dier einmal khauft hab, so man den ernspiegl nent, du wölst ir fier den Hans Ernst ains khauffen, sie wils wieder umb dich verdienen.
 



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 25.5.1586.


Edler gestrenger mein fraindtlicher herz aller liebster brueder, von gott dem almechtigen winsch ich dier jederzeidt alles was dier zu seel und leib nutz und guet ist mit erpietung meiner schwösterlichen treuwilligen dienst so ich khan und vermag, ich hab mein herz liebster brueder nit khinen underlassen nachdem ich glögnhaidt hab gehabt dich mit diesemb khlainen zätele haimzusuechen, mier wär nichts liber gewöst denn das ich disen markht het khinen selbs bey dier sein, weil es aber die gelögenheidt nit göbt khan ich ims nit thuen, hoff aber zu gott ehe du heimb zeuchst du wertest unns deinemb zuesagen nach noch einmal haimbsuechen, den es ist mier däs nägst mal die zaidt mit dier zu röden vil zu khurz gewöst, bit dich hald mein liebster brueder wann du weil hast du wölst es nit underlassen und dier die grosse langweil hie mit ein etlich tag nit vertriessen lassen, wier sein jetzt in allen geschäften, nachdemb der frauen brief von iremb herrn khomben sein das man ein statlichs schiessen zu Neuhaus zuerichten solle wann ir turchlaucht herab fört, die frau mues auch mit der ärzhörzogin gen Lintz farn, nit weis ich wie lang wir unten beliben wern, wolt gott das schon vierüber wär, wier miessen gewaltig vil mie haben, bit dich mein h. liebster brueder du wölst uns wisen lassen, nachdemb du on zweyfel wissen wierst wie lang ir turchl. zu Lintz still bleyben wern, und ob die fiersten zusambenkhunft zu Lintz geschehen wiert, denn der herr der frauen gar nichts  darvon geschrieben hat, bit dich auch mein liebster brueder wovern die Leysterin heroben wär du wölst meiner ingedenkh sein wie du im wol zu thuen waist, wann du sie, nachdemb sie selten herauf khompt, gar khinest herbringen, wär es mier gar lieb, ich het dier wol vil zuschreiben aber weil ich khein gewissen boten hab und die zeit zu khurz khan es nit sein, bit dich gar von herzen schen du wölest dier so vil weil nemben und mier wider schreiben und sunderlich wie lang der örtzhörtzog Fertinandt  zu Lintz bleiben wiert, jetzt nit mer den sey von der frauen und mier zu vil h. tausentmal fraintlich gegriest thue mich dier jederzeit schwösterlich auch uns alle in den schutz des allerhögsten treulich bevelhen, tatumb Sprinzenstain in gar grosser eill denn 25. tag mai
                                                                                                d.t.w.sch.b.i.t.
                                                                                        Helena Schallenbergerin

bit dich las mich wider antwort wissen wie du waist
 
 



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 6.1586.


Edler gestrenger fraindtlicher mein herz aller liebster brueder, dier sey mit winschung von gott dem almechtigen alle glickhseligen zeit und wollfart jederzeidt meine schwösterliche lieb und treu mit högsten vleis von mier bereidt zuvor, nachdem ich mein aller liebster brueder glögnhaidt hab dier zu schreyben khan ich dasselbige nit underlassen, sondern dich mit diesen geringen briefl schwösterlich haimbsuchen, und nochmalen fraindtlich unnd aufs aller hegst zu biten nachdem ich und auch die frau maimb deiner herkhunft mit grossen verlangen warten, du wollest unsere hoffnung nit lassen umb sunst sein, denn got wais das mier mein weil und zeidt im hertzen lang ist bis du khumbst, got gebs balt mit freiden, her Hans hat mier wol gesagt er glaub du werst in khierz mit ainer gesölschaft her khomben, welcher sich auch vast deiner vreidt, aber ich trag halt nuer sorg wan du zu lang verzayst, so möcht etwa dein herr aufpröchen das es darnach nit wol sein khindt, dös mier dann im herzen ein groses laidt un aligen wär, ich khindt diers ein löbtag nit vergösen, aber ich hab das vertrauen zu dier, und wil dich nochmalen schwösterlich gebeten unnd ermandt haben du wölst nit ausbleiben, sonst weis ich dier in eil nichts zu schreiben, die frau maimb last dich zu hundert tausent mal fraintlich griesen, sagt wan du nit baldt khombst so wöl sie dich wol abschreim, du solst nit so stoltz sein, wofer der brueder Hieronimus noch bey dier ist so sey sambt imb von mier zu h.h.h. tausentmal schwesterlich gegriest, er ist auch lenger alst in ain jar nit hie gewest, bit wölst die junkhfrau Martl Griendallerin wölche zu Lintz ist von mier zu hundert tausent mal fraintlich griessen, ich het ir gern geschrieben so hab ich nit zeit gehabt, der bot ist eilent weckh gangen, wils aber aufs ehest thuen, damit sey sambt uns allen dem lieben gott in sein götlichen schuz empvolhen, tatumb Sprinzenstain in eil
                                                                                            d.t.w.sch.b.i.tot
                                                                                          Helena Schallenbergerin
 
 



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf  Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 14.12.1586.


Edler gestrenger fraindtlicher mein gar im herzn aller liebster brueder, dier sein mit winschung von got dem almechtigen aller glickhseligen wolfart zu seel und leib mein schwösterlich lieb und treu jederzeit von mier beraidt, herz liebster brueder, die frau maimb hat mier bevolhen dier zu schreiben und last dich gar zum högsten freundtlich biten, nachdemb sie von herrn Sigmundt verstanden du wölst ir den precöptor wan sie seiner bedörft noch bekhomen, wovern du in dennnoch bekhomen khinst unnd er sich mit ainemb pillichn bestöllen lies, so wölstu von stundan ainen aignen boten zu im schickhen, und was darüber get wird die frau maimb dreulich bezahlen und die mie wider umb dich verdienen, schikht derwögen disen aingen boten zu dier, bit dich auch mein herz liebster brueder du wölst dem bubn mein duech zumb rockh göben das ers mit im herbring, ich wolt herzlich gern das du schier einmal zu unns her khämbst, die frauen maimb sehs auch gern, hat imerzue gehofft du wertest herkhomben, ich las dich auch wissen das wier dös herren Alexander sambt seiner frauen und seinen schwagern h. Fuggern zu Khirchberg in khirch herauf warten, glaub er möcht etwa in ein acht tagn herkhomen, jezt nit mer, den sey du herzliebster brueder sambt dem hern vatern frau mueter und dem bruedern Hieronimus von der frau maimb und mier zu hundert dausent mal fraindtlich gegriest und in den schutz däs allerhögsten bevolhen, tatumb Sprintzenstain
                                                                             d.t.sch.w.i.löb
                                                                             Helena Schallenbergerin
 
 



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Helena vom 15.1.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder und niederösterreichischen Regimentsrat Christoph von Schallenberg der sich in Raab in Ungarn befindet.


Edler gestrenger mein fraindtlicher herz aller lüebster brueder, von dem allmechtigen gott wünsch ich dier sampt den deynen ein glückhselliges frelliches neues jar und der selben mit gesunndt unnd gewinschter wolfardt vill zuerlöben, gleich jezt die stundt hat sich her doctor Adamb Städt so dieser dag hie sein hochzeidt gehabt bey mier angemelt unn mier gesagt das er gleich hinab wögfärth auch dich besuechen unnd daselbs unten zu haus reythen wert, wölches mich den gar hertzlich erfreidt denn durch solche gelögenhaidt ich öffter potschafft zu dier zu haben, es ist etwa ein 8 dag das ich dier auch geschrieben unnd khurz zuvor hab ich dier auch dein nägstes schreibn bey meimb hieigen podtn so auff Wienn zeucht verantwort, hoff du werdests empfangen habn, vom h. doctor Adamb hab ich mit högsten freidn verstanden das du sambt der fraun schwester gott lob woll auf seist, was ich dier aus schwösterlicher lieb winsch, berücht dich das es mier gleichfals got sey lob glückhlich woll get, gleich morgen früe khumbt ir fl. dl. Die erzherzogin von Grätz hieher herauf ... und ist mier gar laidt das ich dier mein allerliebster brueder nit nach notdurft bey so gueter glögenhaidt schreiben khan, bitt dich ganz fraindtlich wölst mich der vierstin halben vier entschultigt haltn, es ist mier ja gar zu eilent, unnd bit dich umb gots willn mein allerlübster brueder wann du glögnhaidt hast so schreib mier balt wider, und bericht mich wie es dier sambt den deinen in deiner neuen behausung geed, unnd wie sunst alle deine sachen sein geschaffen, du khanst mir nichts angenembers erzaygen als das du mich meimb verlangen nach offt mit eimb lüeben schreiben erfreust, es thuet mier im herzn ... wie ich mein vertrauen zu dier hab unnd du on beschwert woll thuen khanst, unser hergott wiert diers an mein stadt nit unvergolten lassen, dem thue ich dich hie mit mein aller liebster brueder sambt den deinen in seinen gnedigen schutz herzlich bevelhen, unnd sey von mier zu vill h. dausentmall schwösterlich gegrüest, München denn 15. Jannuari 93
                                                                                   d.i.t.sch.b.i.t.
                                                                                Helena von Schallnberg
mein herz liebster brueder bitt dich gar treulich wölst meines gelts halben aus der Ennglhartzell bemüet sein damit ich daselb auf ostern wils gott gwis bekhomb, es sein jetzt wider fünfzig gulten verfallen unnd fünfzüg sein mier noch ausständig, das wärn hundert gultn, bitt dich halt gar treulich mein prueder hab vleis das ichs bekhomb, unnd wann du vermainst das dus auf ostern heraus pröchst, so wer mier lieb du schreibst miers zuvor, so wolt ichs heroben bey dem Starhenberger einnemben das mans imbs darnach unten wieder zustöllet, es wer mier gar woll damit dient, unser schener vötter macht das ich vill gelt ausgeben mues das ich sunsten ersparn khündt, wan ich meine sachen het die noch alle verspört sein, bewar dich gott mein brueder unnd bitt nochmals ganz schwösterlich schreib mier balt, unnd las mich dier bevolhen sein , wan der prueder Hüronimus zu dier khombt so grüs in zu dausentmal von meintwögen und bitt in das er mier auch schrib.



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Helena vom 12.4.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an die Frau ihres Bruders Christoph von Schallenberg, Marusch von Lappitz (1560-1614) in Linz, die er 1588 geheiratet hat.


Edle erndugentreiche frau, fraindtliche mein gar herz aller lüebster schwöster, von dem lüeben almechtigen gott winsch ich sambt denn deinen aus schwösterlichemb hertzen vill gesunder glickselliger zeidt und so vill guets als du dier selbs winschen und begeren magst, wie hertzlich fro ich bin das ich einmall glögnhaidt dier zu schreibne hab khanstu nit glaubn, mich verlangt vom grund meines hertzen zu wissen wie es dier mein lüebster schatz geet, es ist schon so lang das ich khein schreibn von dier gehabt hab, das ich gleich von hertzen unlustig darüber bin, ich hab dier ein zweymall geschrüben, hab aber khain puchstabn entgögn empfangen, denkh woll du werst nit glögnhaidt habn, ich möcht so woll wissen ob dich unser lüeber her erfreydt het, oder wie es dier doch get, khan kaumb erwartten bis der Starhenberger wieder herauf khombt das ichs wais, unser lieber herr verleih dier in allen zueständn sein gnad unnd sögen, und in meinemb armen gebet bistu unvergösen, ich wist auch sunderlich gern wie dier dein neues haushabn anschlägt, ob es woll oder übl khaufft habt, und wie weid es von Wels ist damit wan ich enckh schreib das ich wisse wo ich die brieff soll hinschikhen, bisher hab ichs hern Hansen zuegeschikht, hoff es werds embfangen haben, in dem nägsten hab ich dier und dem bruedern von einer rays gen Saltzpurg geschrieben, die ist mier aber nit fortgangn unnd wird numer nichts draus, den die von Trautmanstorff khombt noch in einb jar nit hin, sunst het der brueder daselbig nit weidt zu müer gehabt, aber es ist mier nit so vill glükh beschaffen, bericht dich mein schatz das mier sunst gottlob gar woll get unnd ways das ich ein gnedige fürstin hab, unser lüeber herr gäb weiter sein gnad, ich weis dier mein schatz dismall nit vill zu schreiben, den es seindt mier gleich alle frembt unten weill ich so gar nichts von ennkh weis, bitt dich allein umb gotts willn las mich dier schwösterlich bevolhen sein, wie ich mein herzlichs vertrauen zu dier hab, unnd sey hiemit mein aller lüebste frau schwöster deinen lüebsten khündern von müer zu vill hundert dausent mall hertzlich gegriest und in den schutz dös aller högsten mit jungen hertzen zeitlich und ebüg bevolhn, München denn 12 aprillus 93
                                                                                       d.i.t.sch.b.i.t.
                                                                                Helena v. Schallnberg

mein hertz lübste frau schwöster, ich bütt dich gar gern umb, wofern mans imb markht bekhämb, umb ein aschefarbe leinbat zu eimb par ärbl wie der brueder ein wambes gehabt hat mit golt durchzogen, man bekhombts heroben nit, unnd was gstet schreib mier ich will diers vleissig bezalln.
 



Einzelbrief:11

Eigenhändiger Brief der Helena vom 12.8.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an die Frau ihres Bruders Christoph von Schallenberg, Marusch von Lappitz (1560-1614) in Linz, die er 1588 geheiratet hat.


Edle erndugentreüche frau, fraindtliche mein gar im herzen aller lüebste frau schwöster, dier sey mit winschung von demb lüeben allmechtign gott ale zeidtliche und  ebüge wolfart, meine nach migligkhaidt schwösterliche dienst unnd treu zeidt meins löbens bevor, ich khan mein hertz lüebster schatz bey so gueter glögnhaidt nit unterlassen dich mit diesem prüefl schwösterlich zu besuechen, wolt gott das es dier sambt demb brueder unnd khündern mit gesundt und andermb so woll gieng als ich dier im hertzen wünsch, ich hab lengst mit verlangen schreibn von euch gewardt, hab aber seidt ostern khain puechstabn empffanen, es betrübt mich woll bisweilln wann ich gedenkh und ich sorg es vergöst mein gar, aber ich mues dies und ander unglükh woll gewennen und die gedult däglich zur erzney prauchen, die vergangen ostern hab ich aus des prueders schreibn mit herzlichn freidn verstandn das dich unser lüber hergott wieder mit einem jungen sun erfreidt hat, darzue ich dier von dem almechtigen gott vill glück unnd sögen winsch, sonst wais ich nit wie es umb dich unnd die khünder steet, ich wardt aber jetzt einer frelichen potschafft wills gott vom Starhenberger, ich vier mein taill wais dier woll jetzt auch nit vill vröligs zu schreibn allein das es mier, gott sey lob, glicklich woll geet, sunst ... wist ich nit was ich schreibn miest, bitt dich mein allerliebster schatz bit dich schwösterlich unnd zumb allerhögsten du wölst mich nit gar aus deinem hertzn unnd gedächtnüs schliesen, sunder wölst mich dier in schwösterlichen treu lassen wie bisher bevolhen sein  lassen, und mich gleichsvals bey demb pruedern mich in schwösterlicher gedechtnus erhalten helffen, anders beger ich von enkh ausser nodt nichts, allein möcht ich denn bruedern hertzlich gern balt einmal hier haben wann ers on beschwer thun khindt,  woldt gott es wär müglich das ich dich mein schatz mit imb herwünschen khündt, gott weis wie mich auf der gantzen weldt nichts so hoch freit, wie herzlich gern ich bey dier  sein möcht, ist nit müglich das du miers glaubst ich wolts gern ein zeidtlang vier solche freidt püssen, aber ich derf mich solches glükh nit trösten, wers aber müglich das du an sunden ursach einmall herauf khämbst, wuer dier in gott vill liebs und guets erzeigt wern das es dich nit reuen wuer, mein herzliebste frau schwöster bitt dich gehorsam schreib mier jezt ein langen brief  von allen sachen wie es unten zuegeet, denn ich weis sunst nit das wenigst, thue mich dier hiemit mein allerliebste frau schwöster in dein treun hertz bevelhen unnd sey sambt deinn lüeben khündern auch der schwöster Madlen von mier zu hundert dausentmall gegrüest unnd in gottes gnad zeitlich und ebig bevolhn, München 12 augusti 93
                                                                                     d.t.schb.i.t.
                                                                               Helena v. Schallnberg
 
 



Einzelbrief:12

Eigenhändiger Brief der Helena , die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, Regimentsrat des Erzherzog Mathias in Wien, vom 26.10.1595


Edler gestrenger mein fraindtlicher hertz aller liebster brueder, von dem allmechtigen gott wünsch ich dier sambt den deinen aus schwösterlichen hertzen vill glükhsellige gesunde zeit, unnd alle wolfardt zu seel und leib, mein herz lüebster brueder ich hab noch laudt deines negsten schräbn, so du mier bey eines mallers diener gedan, verhofft du werst mier entwöder bey dem Starhenberger oder wie du mier verheissen bey einem aignen potten schräben, dessen ich bisher mit verlangen gewardt hab, weil ich aber nichts erwarten khan trängt mich die nodt das ich dier einen aignen poodt schikhen mues, bit dich aber erstlich zum hegstn verzey mier das ich dich also bemüe, ich khans ja nit umbgeen, es verursacht mich viernemblich das ich herzlich gern wollt du schreybst meiner gnädigistn frau wie ich dich offt bötten hab, du glaubst nit wie hoch müer daran gelögen ist, bitt dich umb gotts willn mein brueder unterlas halt jetzt nit, her Hans Albrecht ist auch hie soll aber in khürz wög, wenn das schreibn so bald khämb möcht es mier meines gelts unnd anderer sachen halben vileicht auch etwas nutzen, am meistn aber ist mier an demb gelögen das ich seins lügenhafften mauls entschuldigt unnd döselbn bey ir thl. unnd andern nit entgeltn dörft, und das du mich danöben sunst ir thl. bevelhn wölst wie du ihmb woll zu thuen wayst, darnach mein lüebster brueder bitt ich dich auch von herzn sey mier bey dem hern vattern dös märdern fueters halben verhülfflich, ich khans ja weis gott nit entrattn, man hat mier doch von khüntheidt auf khain neues machen lassen, main es sey mein begern nit gar unpillich, ich hab darnach woll mein löbtag gnueg tran, wofern man nuer imb markht kain fueter khauft bitt ich dich mein herz lüebster brueder wöllest den herrn vattern schreibn unnd in meintwögn umb erlaubnus bütten, das ich bey dem Starhemberger so vill gelt damit mier ains khauffen khinde dörfft aufnemben, denn ich mues jetzt haben, khans nit ansteen lassen, khomben stets under leuden, sollen uns auf den reuchsdag auch mit khleüdung unnd ander züer was notwendig ist richten, wais aber nit wie ichs angreuffen oder rüchten soll, wann ichs wagen dörfft unnd du müer mein hertzliebster brueder mit deiner glögnhaidt helffen khündest bit ich dich herzlich gern, unnd erzaigest mier gewislich ein grosse treu, wann du müer auf dieselbe zeidt ein khötten leüchen khüntest, gott wais das mich dises anlengen überaus hardt ankhombt, nuer darumb das du vieleicht gedenkhen mögst, ich woldt mit solcher ursach die ander begern, bütt dich aber umb gottes willn mein hertzlübster brueder gedenkh halt nit das ich so unbeschaiden möcht sein, du hast mier die selb khötten mit gelt unnd andermb vielföltig bezalt, das ich diers nit zu vergeltn wais, mich tringt aber ja die nodt das ich dich umb hülff ansuech, ich hab halt nüchts anzuhengn oder umbzupindn, als das aintzig khöttl dös ich däglich prauch, da khanstu selbs gedenkhen nachdem an eimb solchen ordt unnd sunderlich bey so vill leutten statlicher gestaffiredt soll sein, das ich damit nicht besteen khündt,  von gspilln mag ich auch nit begern denn sie dörffen des irign selbs, khanstu mier mein brueder helffen so trau mier khökhlich das ich diers nit lang aufhaltn will, sollests aufs ehist so frumb ich bin wider habn, unnd verzeih müers das ich dich also frag, wans aber wider dein glögnhaidt aber beger ichs nit, ich wais dier mein brueder sunst diesmall nit vill zu schreibn, allein bericht ich dich das es mier mit gesundt unnd alles gott lob gar woll geet, dergleichn mich auch von herzen verlangt von dier zu hern, mein hertz liebster brueder es khomben schier däglich so böse leidige zeitung vomb thürkhn hieher das wier schier vor angst sterben möchtn, las mich umb gottes willen doch wissen wie es bey enkh zueget, wie khombts doch, es ist eine rechte straff von gott, das man imb so gar nit warde, der allmechtige gott erparmb sich gnedig über uns, demb ich dich mein allerliebster brueder sambt den dein hertzlich in seinen vätterlichen schutz  bevelhen thue, unnd sey von mier zu tausentmal schwösterlich gegriest, Minchen den 26.october 93

                                                                                       d.j.j.h.t.sch.b.i.t.
                                                                                 Helena von Schallnberg

mein hertz lübster brueder ich schreib der frau mueter ich schikh denn potten meines vuetters wögn zu ier, wolt nit das sie es anders wisset.
 



Einzelbrief:13

Eigenhändiger Brief der Helena , die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, Regimentsrat des Erzherzog Mathias in Wien, vom 11.6.1594.


Edler gestrenger mein fraindtlicher hertz lüebster brueder, damit ich die glögnhaidt  nit versaumb khann ich dier eill halben nit mer schreiben, allein bemieh ich dich das ich mit demb brueder Hüeronimus aufs ehist wüls gott bey düer sein wüll, hoff du werdest mich deinem erpüeten unnd meinem vertrauen nach brüderlich einemben büß müer unnser lüeber herr ein ander glögenhaidt schikht, die ursach warumb ich jetzt so unversehns haimb khomb ist das unser etlichn von unserer herschafft, weil ihr thl. jetzt sich einzogn unnd ganz ainsamb haltn wölln, durch dem hoffmeister ist abdankht worn, sein schon zwo meiner gespilln wökh, so wais ich hüe auch neambt oder khain ordt da ich zu bleibn het, bis ich mit hülff gottes mein glögnhait anderst  rücht, wüe ich dich denn dösswögn offtmals hertzlich gern herobn gehabt het, weill sich aber die sach jetzt so eüllends zueträgt, khämb ich haldt aus schwösterlichn vertrauen zu dier, dankh demb lüeben gott imb hümbl das du jetzt an einb ordt püst da ich mein relligion unnd khirchn, bey der ich in gott sterbn will, habn khan, will dier imb wenigstn wöder mit wordtn oder andern ergerlich oder beschwerlich sein das seist vergwüst, entgögen bitt ich dich aus schwösterlichen hertzn durch gott unnd so hoch ich dich bütten khan du wöllest müer gleichfalls mein gewüssen nit beschwern,  unnd mich amb gotts dienst unnd meimb gebedt nit verhündtern, wölches allein mein ainniger trost imb löben ist, und damit ich nit etwa leidt halbn, die nit der religion sein, amb khürchen gen verhündert wern hab ich ein aignes maidl bey mier, die bütt ich mein hertz lüebster brueder der wöllstu mier auch behaltn und mit deinen leidtn össen lassn, darumb ich mich mit düer gnuegsamb unnd sonderlich vergleichn will darob du soldest zuvrüden sein, wann du in deinem haus glögnhaidt hest unnd ichs begern dörft, bedt ich dich herzlich gern das du müer nuer ein khlains sunders khämberl oder wünckhell eingöbst das ich mein bött und altar habn khündt, wer müer woll gar hoch damit diendt, unnd wo ich solche treu umb dich vergleichen khan solstu spürn das ich bis auf mein pludt gevlüssn sein wil, will also mein aller lüebster brueder das vertraun unnd hoffnung zu dier haben du werst mich dier schwösterlich lassn bevolhn sein, es soll dich in gott wils nit reuen, hoff auch ich wöll dier ursach göbn das du mich sambt deiner gemahl gern habn werst, ich bitt dich zumb hegstn endtschuldig mich das ich ier nit schreib, es geschicht in grosser eill, hab ia nit so vill zeidt, bitt wölst sie mein hertz lüebste frau schwöster von müer zu vill h. dausendtmall hertzlich grüssen sambt dein khündern, thue mich enkh beyden hiemit gantz schwösterlich bevelhen, unnd uns alle denn gnadn gottes, in eill München denn 11 junni 94.

                                                                                        d.i.t.sch.b.i.t.
                                                                                   Helena v. Schallnberg
 
 



Einzelbrief:14

Eigenhändiger Brief der Helena vom 3.3.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.

Edler gestrenger mein fraindtlicher hertz lüebster brueder, von demb lüben  allmechtigen gott wünsch ich dier sambt denn deinen aus schwösterlichen hertzen vill gesunder wollgeender zeidt, unnd alle wolfardt zu seell und leib, nachdemb mier ongefär wie ich lang gewünschet glögnhaidt zuegestandtn ist dier mein hertz lüebster bruedern zu schreibn und zu erfarn wies dier sambt denn deinen geet nit underlassen khüenen, ich hab dier denn vergangnen sumber auch geschriebn, hab die prüf der frau her Süegmundtn von Sprüntzenstein zuegeschikht, hoff er sey dier zuekhombn, das du mier aber büsher nit geandtwordt hast wüll ich mier gleich noch drumb khain schwers hertz machen, sunder der unnmues weil unnd unnglögnhaidt die schuldt göben, denn ich khan mich anders nichts als aller brüederlichen lüeb unnd treu zu düer versehen, wieder füer meins widerspüll wer es mier woll ein schwers creutz unnd anlügn, und  miest sunderlich gedenkhn das gott nit woldt das ich ein zeidtlichen trost habn solt auf der welt, denn got wais wie mein hörtz gegen dier ist, der las dichs empfündn unnd erkhenen, es wird auch ob gott will geschehen, bitt dich umb gottes willen mein aller lübster brueder, las mich dier auch in brüderlicher treue bvolhen sein, unnd zeuch dein handt nit von müer ab, ich bin jezt an eimb ordt da müer gott lob nach wunsch meins hertzens woll ist, ich khan imb da in meiner religion unerschüterlich dinen, unnd wer auch sunstn vor andern meinen schwöstern meimb standt nach bisher tröfflich woll versorgt und gehaltn, in aller notwendigkheit das mier an seell und leib woll ist, wann ich nuer vom hern vattern mein gebüernues mich auszurichtn erlangn unnd bekhombn khündt, das ich mein löben, onbeschwerdt dös khlosters weill es armb, also zuepringen khündt, khanstu mier mein lüebster brueder hierinnen verhölfflich sein bütt ich dich zumb hegstn thue das pöst, oder radt mier doch wie ichs thuen soll, es ist nun palt mein probüer jar aus unnd soll mein provession thuen, das khann aber vüller bedenkhn nit geschehn büs ich wais wie meine sachen geschaffn unnd die selb richtig mach, da du mier aber je in demb vall nit helffn khanst bütt ich dich doch nochmals als mein allerlüebster brueder umb gottes willn du wöllst mit deinem treum hertzn nit von mier weichn, denn an demb ist mier nach gott amb maystn glögn, du waist wie lüeb wier von jugendt auf einander gehabt habn, lass unns drünnen verharrn ob ich dier schon in etlichen woll zuwieder dan hab, ists doch gottes schikhung unnd viersehung also gwöst, du wierst ob gott will nichts desto unglikhselliger sein das ich im khloster bin, und meine schwöstern stattlich verheiratn, ich mein ich hab den pösten taill erwöllt, weill ich mich demb hechsten hümblischn preidtigamb vermöhlt hab, bey demb du an müer die treuist vierpütterin hast auf der welt, demb thue ich dich hüermit mein allerlüebster brueder in sein gnad unnd vätterliche bewarung wie mein aygn seell zeidtlich unnd ebüg bevelln, bütt dich von hertzn schreib mier bey disemb bottn wie es dier geet unnd in deimb dienst zu Wüen ausschlägt, es verlangt mich von grundt meins hertzn zu wüssn, du hasst offt von Wien hieher glögnhaidt zu schreibn, hast ein fünkhl von der lieb gögen mier wie ich gögen dier so wüerstu dier bey all deiner unmuessigkheit bisweilln so vill zeidt nembn mier ein etlich zeilln zuschreibn, wan du wüsstest wie hoch und hertzlich es mich freyet wer es nit miglich und müestest ein härts herz habn wann dus unterlüest, wolt gott ich soll dich noch vormb tot noch einmall mit augn sehen unnd mit dier redn, ich woldt dösto leichter unnd lüeber sterbn, darzue bit ich aber auser sunderer schikhung gottes, doch will ichs von gott hoffen unnd mich drauf frein wie lanng es wöll ansteen, thue dich hiemit nochmals mein aller lüebster brueder sambt deünen gelüebtn in den schutz unnd bewarung dös allerhegstn  bevelhen und mich danöbn in dein prüderlichs hertz, Lantshuedt denn 3 märti 96.
                                                                                d.i.t.sch.b.i.t.
                                                                               Helena von Schallnberg

Man hat mier gsagt es sey der Guedt unnd sein weib bey dier, bütt grüs miers zu dausenmal in sunderhait, mein lüebster Leonora.
 
 



Einzelbrief:15

Eigenhändiger Brief der Helena vom 22.8.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.


Edler gestrenger herr mein fraindtlicher hertz allerlüebster brueder, mit gar gwünschten hertzlichen freyden hab ich verschünen 8 augusti ein ser freintliches lüebes schreibn so denn 16. julli ausgangen sambt einemb schennen khöstlichen rünng eingeschlossen empffangen darumb ich dier aus innigkheidt meins herzn zu h.tausentmall schwösterlichn dankh sag, ja ich erkhenn mich vüer solche unverhoffte brüederliche treu unnd guetat so hohe tankhparkhaidt schuldig das ich imb wöder mit worden noch werkhn ein gneüegn thuen khann, unnser lüber hergott aber der mein hertz erkhenndt wölle solchen manngl erstatten unnd dich mein dankhpars gemüedt in reicher wüdergeltung spüern unnd entpfüenden lassen, das ist mein hegst unablässlichs bütten, das du dich mein allerlüebster brueder der verzüeglichen wüederandtwordt halbn so hoch enntschuldigst, bütt vüell mer ich dich von hertzen meins unfraindtlichen schreibens umb verzeihung, es hat müer gleich die groß lüeb in aimb unnd andern ein solche sorgföltigkhaidt gmacht das ich nit hab khünnen rüebüg sein, bis ich gründtlich erfar wüe es düer gee unnd wüe due gögen  mier gesündt seüst, jetzt aber bin ganntz vergnüegt unnd hast mich mit eimb fraindtlichen schreibn in vüll wög dermassen erfraidt, das ich gott nit gnueg samb dankhn khan, allein betriebt mich von hertzn das ich dich meinen lüebsten brueder, an demb ich gleich mein zeidtlich trost hab, in solcher gfar imb khrüeg wüessen mues, nachdemb du nit allain anmüer, wie anglegn du mier auch püst, sundern an allen meinen geüstlichen schwöstern bey unnsern herrn gar treue embsige vüerpätter, unnser lüeber hergott wert unnser annderer gebet ansehen unnd dich vor aller feindt gewalt gefärligkhaidt an seel unnd leüb schutzen und erhalten, doch bitt dich umb gotts willen mein lüebster auserwölter brueder hab dich denoch selbst in gueter acht unnd güb dich on eüsseriste nodt in khain gefar wie du sunst offt thuest, wilst du deiner nit schonen so denkh doch deiner lüeben gmahl unnd khünder, zu denen ich mich einschleus, wüe hart du unns betrübst unnd ellend machest, ich möcht von herzn gern balt wüder ein schreibn von dier haben, damit ich wüst wie es dier get, auch ob du alle notwendigkhaidt dein gesundt zu erhalten glögnhaidt habn khanst, wie ich her hastu gar ein müesambs sorgsambs amt, das ich woll denkh du werst dich abmörgln unnd nüe khain rue nemben, wann du jezt nuer guete leidt bey dier hets mit denen du versehen werst, mein brueder khanstu on sunderer unglögnhaidt thuen so bericht mich aufs ehst wie du löbst, du khanst denkhn wie hart mich darnach verlangt, ich khan nit rüebüg sein, wolt gott es wör der wüntter an der handt das man abzug, doch wais ich unnd trau gott das er die seinen an alln ordn sücher schutzn und erhaldn khan, demb bevülh ich dich wie mein aigen seell, dein vüellvöltign treuhertzign erpüedtn das du dich auch bey demb herrn vattern meinetwögn bemüen thuest, bedankh ich mich zumb allerhegstn unnd bütt dich halt von grundt meins hertzn mein allerlüebster brueder, lass dier halt in demb die sach angelögn sein, damit mein hertz zue rue khomb, du khanst woll denkhen das gleich mein zeidtliche wolfardt dran glögn ist, mier ist büsher von den gueten frauen alln miteinander so vüll liebs unnd guets erzaigt worn das ich mich in allemb was ich entgögn zue thuen vermag vüll zu wenig erkhen, wann müer der allmächtig gott hülff das sie es wüder ergötzt wurden wolt ich desto rüebüger sterbn, sie thätten jee gern in allemb was inen müeglich wer ir bösts das müer woll geschäh, wanns nuer dös khlosters vermüegen, ich darf müer selbs imb wenigstn nichts thain, das mich etwa hart ankhämb, hab alle dienstperkhaidt von schwöstern als wüe ichs zuevor gewonndt hab, gott vergelt inens unnd helff mier das sie es wieder khünen genüessen, bitt das du mier mein allerlüebster brueder zu solchemb standt so treuhertzig glikh winscht, freidt mich von hertzn, unnd dankh halt den ebüg gott zu h. dausentmall, es ist gwüslich war, wie du schreibst, das unnser hergott der heüchley erkhendt unnd von eimb jeden, das guede werkh nach demb herzn erkhendt unnd annemb, das ist gleich mein trost auch, das ich in demb ein guets gwüssen hab nachdemb mich ja khain zeudtliche ursach sundern das ich in solchemb standt gott rein unnd unverhünterlich dienen möcht bewögt hat, drumb glaub ich ungsehn wie khaldt unnd faull ich imb dienst es auch bün, er wert imb denoch in sein wülln angnemb unnd gföllig machen, ich wais unnd erkhen gäntzlich das mich gott sunderlich in düsen standt verorndt unnd berueffen hat von khündthait auf, der helff mirn, in zu seinemb lob unnd mach miers durch sein leidn zue selligkhaidt verdienstlich, ich mag dich mein lüebster brueder nit weiter bemüen, wüerst etwa khain zeidt habn düses zu lösn, bedankh mich allain nochmals dös schenen presendts unnd aller treu zumb aller hegstn, unnser lüebder herr wölle solche brüederliche lüeb gögen mier in dier bestättn unnd erhaltn, unnd wölle diers meins hertzn begüerlichkhaidt nach mit zeidt unnd ebüger wolfart vergeltn, deiner gemahel schreib ich selbs, sie erparmbt mier von hertzn nachdemb ich woll wais was vier ein betrübte zeidt habn wüert, unnser lüber herr wölle sie balt mit deiner frelichn unnd glücklichn ankhonfft unnd freidnreichn gebuert erfreun amben, mein wüerdige muetter unnd alle frauen dain sich nöben erbüetung irrs andechtign gebets dier gantz dienst unnd treullich bevelhen, mein lüebster brueder erfrey mich balt wüeder mit eimb schreibn wans schon nuer ein zwo zeilln ist, nuer das ich dein handschrüfft süech unnd wais wies dier get, thue dich hiemit mein hertz aller lüebster brueder in denn schutz dös allmechtigen gottes, der dich an leib und sell vor allemb übl bewarn wöll, hertzlich unnd aller fraindtlichst bevelhn, Landtshuet denn 22 augusti 96.

                                                                                            d.i.t.sch.b.i.t.
                                                                                        Helena von Schallnberg
 
 



Einzelbrief:16

Eigenhändiger Brief der Helena vom 30.10.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.


Edler gestrenger herr mein fraindtlicher hertz allerlüebster brueder, mein schuldiges gebedt mit schwösterlichemb hertzen weistu on alles erbüeten von mier weil ich löb, unnd wünsch dier von demb lieben allmechtigen gott vüell glüekhhaffter gesunnde zeidt unnd alle wollfart zu sell und leib, wüe gar hertzlich mich zu wüssen verlangt wüe es düer mein allerlüebster brueder geet khanst nit glaubn, unnser lüebster hergott hältt dich in seinen schutz, ach mein gott es khomben so bese zeidtung vomb türkhen ayns übers ander her, das eimb schier das hertz abkhümbert, ich schreib jetz abermals deiner gmachl unnd bütt sie das sie mich deinthalbn ausfüerlich bericht wie mit dier geschaffen, drauf wart ich mit hegstemb verlangn, unnser lüeber herr lass mich ein freliche bottschafft erfarn, ich hab seidt deins negstn schreibn, darauf ich dier wüeder geandtwort, khain wort von dier vernembn khünen wüe vest ich mich drumb bemüedt, hab demb brueder Hüeronimus unnd herrn Allexander etlich mall geschrüeben aber khain puechstabn andtwort bekhomben, das ich glaub er sey nimber zu Prag unnd sey dier mein schreibn auch nit zuekhomben, bedankh mich derwögn nochmals deins überschikhtn schenen rüengs der mich gwüslich von deinetwögn mein löbtag freun soll von hertzn, unnser lüeber gott vergelt düer dein treu mit zeidtlicher unnd ebyger wolfart nach meins hertzn willn, unnd schreib mier etlich wenig zeilln wüe es dier geet unnd obs mit den tirkhen so gar übl steet wüe man sagt, so mein ich doch weils schon khalt wer man soll nun schüer abzühen, bitt dich umb gottes willn mein allerliebster brueder hülfft dier gott des mal mit gnadn haimb, so zeuch hinfort nimber hinab, du hast ursach gnueg dich zu engsdign, unnd güb dich die zeidt die du unnten püst on sunnder nodt in khein gefar, ich bin deinthalbn so ängstüg das ichs nit auspröchn khan, unnser hergott wölle dich vor üebl pehüetten, demb ich dich mein lüebster brueder hiemit in vätterlichn schutz zeidt unnd bevelch, hastu mich lüeb so schreib müer balt, Lannndtshuedt den lesten october 96.
                                                                              d.i.i.t.sch.b.i.t.
                                                                          Helena von Schallnberg

Mein hertz lüebster brueder, mein erwürdige muetter last sich düer mit erbüetung ires treuhertzigen gebedts sambt iren gantzen connfenndt gar dienstlich bevellhen unnd alle glüekhliche wolfart wünschn, du glaubst nit wüe gar treuhertzüge vüersorg sie vüer dich habn, unnd gwüslich unnsern herrn ernstlich vüer dich bütten, das ich tröstlicher hoffnung bin er werdt dich solches genüssen lassn, unnd innen auch ir treu vergeltn, sie haben alle gar ein guetes vertrauen unnd hoffnung zu dier, unnd wünschn von hertzn das du einmall hüeher khömbst.
 
 



Einzelbrief:17

Eigenhändiger Brief der Helena vom 3.1597, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.


Edler gestrenger herr fraindtlücher mein gar imb hertzn allerlüebster brueder, wann es dier sambt den deinen mit gsundt unnd aller glikhlichn wolfardt so woll gien, als ich dössen ein herzlichs verlangen, wer es mier die allergreste fraidt die ich habn khindt, unnd solches zuerfarn hab ich in geheimb diese glögnhaidt, die aber gleich wögfertig ist , erfragt, derwögen ich dier mein allerlüebster brueder annders notwendigs nit woll wer schreibn khünnen, also bitt ich dich zumb hegstn bericht mich wüe es dier sambt deiner gmahl unnd khindern get, man sagt hie so greulich wüe es unten mit dem türkhn mit den pauern zuegee, zudemb wirds jezt somber das du, wais ich woll, aber midt deimb criegswösn werst habn zu schaffen unnd vileicht wüder vüll gfar austeen wüerst müessen, das mier denn gott wais änngster macht mer als ich zu wort prüngen khündt, unnser lüeber herr behüedt mich vor laidiger potschafft, oh mein brueder soll ich dich, da gott vor sey, verlüeren wer gleich mein zeidtlicher trost unnd hoffnung aus unnd wuerdt mier mein löbn woll schwer sein, wie woll ich mich demb wülln gottes in allemb ergöben hab, ist aimb doch in schwern zueständtn ein recht treuer fraindt nit ein khlaine erqükhung, es habn mier deine zway fraindtliche schreibn, die du mier hüher than, nit ein wenig gnutzt, wann man sunst maint es sey ains von denn seinen hülfflos und verlassn, mues sich ains halt in alln düngen ... wol  hab ich in meiner gl. fraun ein guethn rukhn gehabt unnd alle nothwendigkhaidt von ir thl. gnadn bekhomen, sie ist aber stätts khrankh, das wier besorgn sie wär nit lang löbn, so hab ich darnach neambts, büsher ist müer alle lüeb unnd guetat erzaigt worn, nachdemb sie hoffen solches wüeder einzukhumbn wie inen denn her Allexander ein hertz gmacht hat, jetzt aber lügn sie mier däglich unnd on aufhern an, das ich danach trachtn soll das ich das meinig zu mier brüngn unnd niemb verspröchn einthuen soll, hab auch erst neulich demb herrn vattern döswögn schreibn müessn, der hat mier gerattn, ich soll weill er mier der müesellign zeidt halbn jezt nit helffn khan, ich soll das Ennglhartzellisch gelt mein heraus begern, unnd dier darünn gwalt göbn, wär ich dier döswögn wüllich, unnd von meinetwögn bemiedt zu sein hab, hoff der her vatter wer diers schon zuegeschikht habn, ich bemie dich gott wais nit gern nach demb ich wais was dier oblügt, ich bütt aber durch gott hab mich vor entschuldtigt unnd hüllf müer ists mieglich, es dreibt mich die not, denn ich unnd ein jede müessen unns mit khlaider nach aller notorft selbs versehn, habn vom connfent nichts als speis unnd trankh das löbn lang, erhaltn merers nit wie denn herr Allexander von der ... mitleidn gehabt hat, wann du aber die 1000 f. oder was mein gebüernis ist heraus bekhombt, so bin ich willens den connfent der zeidt unnd so lang es mich wüert vier guet ansehn nuer 500 f. davon zu erleögn, unnd das übrig anderer ortn oder in deimb gwalt, da es dein glögnhait, mier auf verzünsung frey zu behalten, damit ich zu löbn unnd mein notorft habn khan, das thue ich nit one grosse ursach, denn es lest sich ansehn als müess ich hinfort nöbn andern die grobe arwaidt unnd anders gwanndt habn, an gleichemb joch züehen, weil ich khain zuepues hab, das wer mier woll unmieglich, gleich woll ich mit össen oder trünkhen vor andern khain vortl gehabt noch begert hab, die arwaidt aber zu thain sunderlich imb winter wer mier halt nit mieglich, ich miest drunter zu bodn geen, unnd ob sie in demb auch schon ein beschaidnhaidt prauchtn müest ich doch umb so vill mer schmeliche rödn hern, die eimb das hertz abfrössn, überträgt mich aine in etwas wüll sie es vergoltn habn, wie denn mein gemüedt andas ist, wann man aber nichts zu hoffen hat wüert man balt müedt, ich khan dier in demb vall mein not mit wortn nit erkhlörn, wollt gott du wissest mein glögnhaidt, ich bütt allein durch gotts wülln mein lüebster auserwöllter brueder hülff mier meimb begern nach, gott imb hümbl wirdt diers belonen, lass dier halt mein not zu herzn geen, bösser als ichs schreibn khan, ich dues mit gar grossen sorgn unnd schreib mier bey dieser guetn glögnhait wüeder andtwort, ich habs schon viergsehn das es mier in gehaimb zuekhomb, sunst was ich dier unnd andern schikh lüest alles die w. muetter unnd mues also wie du denkhn khanst nach irn gsicht geschribn sein, du hast woll ursach mein brueder das du meindtwögn dich vüll bemüen solst, ich büns nit wert das gott der die werkh der parmbhertzigkheit zu belonen verhaissen hat, die man den seinen thuet, wüerts da auch nit unvergoltn lassn, unnd wüert dier etwa durch mein gebet wie khalt es auch ist ... oder dein khündern ein unverhofft gnad oder glückh erzaign, demb ich dich hiemit allezeidt in sein vötterlichn schutz mer als mein aigne seell sambt all denn deinen bevelhen thue, Landtshuedt denn marzi 97.

                                                                                  d.i.t.sch. Helena v. Schallnberg
 



Einzelbrief:18

Eigenhändiger Brief der Helena vom 15.4.1597, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.

Edler gestrenger herr fraindtlücher mein hertz allerlüebster brueder, nachdemb müer gleich angefer düse gewüste gelögenhaidt das ein hüeiger purger hinab auf Wienn zeucht ist zugstanden, hab ich nit umbgeen khünen dich meinen hertz lüebsten bruedern mit düsemb prüefl schwösterlich zubesuchen, unnd wer mier nichts lüebers als das ich dich sambt all denn deinen in solchen gesundt unnd glükhlicher wolfart wüsset als ich dessen ein hertzlichs verlangen hab, unnser lüeber herr göbs mit gnadn, du khanst nit glaubn wüe unausspröchlich mich dein negst schreibn als ich dein hanndtschrüfft gesehen erfreidt hat, mit was entsätzen ich aber imbselbn dein ausgestanden gefar vernombn hab khanstu woll gedenkhn, unnsern lüeben herrn der dich so vätterlich erhaltn sey vier sein mültreuche gnad unnd parmhertzigkhait lob preis unnd ehr in ebügkheidt, ich wais der khan in vier mein berson nümbermer gnuegsamb zudankhen das er mich meins armen gebets so gnediglich gewert hat, ich hab dich imb auf so vüll pese zeüdtung die ich gehert hab schonn gantz aufgeopffert, alain hat müer mein schwöstern ernstlichs gebedt die hoffnung erhaltn, das wöll der lüeb gott hünfort auch ansehn unnd michs genüssn lassen, denn so hoch ich jezt deindthalbn erfraidt bin so grosse sorg hab ich wüder auf denn sumber, unnd bütt dich aus schwösterlich gmüedt umb gotts willn khanstus über sein schikhn, mein hertz lüebster brueder, so bleib auf denn sumber daheimb, oder güb dich doch aufs wenigst in khain yble gfar mer, wer nit ... dein weib khümbert sich zu tot drüber, sie erparmt mich von hertzn, denn es ist woll zubesorgn es möcht nit alle zeidt also geradtn, gott hat dier ja sein macht erzaigt, unnd dich gleichsamb vor khüenfdügemb übl damit gewarndt, las mich wüssen mein lüebster brueder ob du im früelüng wüder fort muest unnd dich nit enndtschuldigen khünst, berücht mich auch wie es dier seidtheer geet, ob du so vüller schräkhn unnd anderer unglögnhaidt halbn nit erkhrankht büst, las mich auch wüssen wie man süch des türkhen halbn zubesorgen hab, wier fürchtn unns herobn auch übl, unnser herrgott wär imb unnd rödt sein crüstenhaidt gnad halbn, du hast in deinemb schreibn gemelt wofern du auf denn früeling auf prichst so woltsdu müer zu lüeb ein rais hüeher thuen, das wer mier die aller gröst freudt die ich auf der welt habn khündt, wann ich von gott die gnadt het das ich dich mein allerliebster brueder noch einmall khindt sehn, du wüerst aber vülleicht nit wüssn das es so weit von hüe ist, wüert dier zu vüll müe unnd unkhosten machn, dös ich gar nit wert wer, khan mier derwögn solcher ursach halbn kheine hoffnung machn, es wer denn das düech dein meystadt vüer ein gesandtn heraus schükh, als hern Allexander, oh het ich von gott das glückh ich wüst imb die zeidt meines löbens nit gnueg zu dankhn, het allerlay notwendiges mit dier zu rödn, es hat mier denn verganngenn hörbst der herr vatter gar ein fraindtlichn unnd vötterlichn brüef auf mein schreibn geandtwort, darin er auf mein begern vermelt ob er mier wol gern helffen wolt, so sey es imb doch derzeidt nit müglich, ursach das zu anderer seiner oblügenen not unnd ausgab auch die pauern unnten allendthalbn aufrüerig sein unnd khainer oberkhaidt nichts göbn oder gehorsamb laistn, unnd sie also zwüschn zway feundtn in grosser gfar steen, das ich in denn solcher ursach halbn püllich vüer endtschuldigt hab unnd derzeidt nichts begern darf, er werdt müer aber nachdemb ich dös meinen so hart in manngl stee unnd wüer drei gschwüstert das Ennglhartzellisch geldt von unnsermb vöttern sellign, so nach seinemb ablöbn, welches anno 77 jar geschehen, büs jezt haubtsumba unnd verzünsung, ausser das wüer davon eingnombn habn, lein 4000 f türftn zutailln habn laudt der tonnatiän die der her vatter verförtigt bey sich hat, so soll ich dier oder eimb toctorn gwalt göbn das man mier meinen gebüerendten daill von dem herrn von Sprintznstain heraus prüng, dössen sie sich denn laudt der tonnatiän nit wegern khünen, unnd müers on alles verzüchn  wanns vüer gericht khombt erfolgen müessen lassen, weill mier denn hier niembants pösser helffen und ratten khan als du, bütt ich dich mein allerlüebster brueder umb gotts wülln du wölst dich meiner in düser sach mit brüederlichern vertrauen annembn, unnd dahyn bringn das du müer meine gebürnus so balt es sich thuen last heraus prüngst, solst alles uncostn so darvüer geen unendtgoltn sein, ich main die hern von Sprintznstain soln sich nunmer nit weigern unnd ob sie es schon tättn, schreibt doch der her vatter das die tonnatian ausfüerlich unnd lautter sey, also das khain wüderrödt geltn khünn, mein hertzlüebster brueder du waist mittl und wög solches vüerzunembn sunderlich weill du selbs in der rechnung sützt, ich bütt dich nochmals zumb hegstn nümb dich der sachen an unnd las diers nunmer zu guettemb angelögn sein, halts auch gäntzlich davüer du duest ein solches guets werkh das gott sunderlich belonen wüert, unnd glaub gewüslich das dier der gantz connvendt mit irmb gebet so dankhpar sein wern das gott wüll dier unnd deinen khindern glükhlich ersprüssen wüert, denn ich weis wüe wüerdig unnd hochnoterfig es dem connfenndt unnd gotshaus wer, ...  unnd schreib mier gwis ... was des criegs halbn jetzt auf demb sumber dein vorhabn sey auch was man sich des türkhn halbn besorg, unnd ob gar nit hoffnung sey das die pauern wüeder gestült wern, wolt woll wüessen ob die deinen auch aufrüerig wern, ich khan gar nit denkhen wie es enkh aushelt weill die unterthann nichts hergöbn, nimb dier halt weill unnd las michs wüssen mein brueder, unnd was ich dier sunst schreib nimb mier zu khainer ungedult oder unleidigkhaidt auf, denn gott wais das müer in meimb geustlich standt sunst so woll ist das ich nit ein füerstin darvier sein wolt, gott mittaill mier sein gnadt weider, ich hab dier aber die püllich ursach meins begerns in vertrauen nit verhaltn khünen, du wüerst imb als verständig  selb pösser noch denkhn khünnen unnd mier hirinnen dein brüederliche hülff unnd treu erzaign, wann du mier etwa einmall in gehaimb was schikhn wolst, schikh ich dier hiemit ein düttl an ein frau allhüe die hat mich gar lüeb, derselbn mach die überschrift unnd schikh ier die prief zue, sunst khünen sie müer durchainandt in gehaimb zuekhomben, unnd soll mans erfarn khämb in das gröst unglikh, thue mich dier meinen allerlüebster brueder gantz schwösterlich in dein hertz bevelhen.



 
 

BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
 

HHStA, Rosenau, 96 II



57 Briefe der Helena von Schallenberg (1560-1630) an ihren Neffen Karl Christoph (1596-1629), und an dessen Bruder Georg Christoph (1593-1659).


Einzelbrief:  1

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leompach vom 16.8.1613 aus Landshut.
Helena schreibt sie habe gehört, daß sein Vater (wohl sein Stiefvater Job Hartmann von Enenkl) vor hat ihn nach Tübingen zu seinem Bruder zu schicken, und sie würde sich sehr freuen wenn er bei ihr in Landshut vorbei käme.



Einzelbrief: 2

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Tübingen vom 15.12.1613 aus Landshut.
 "Edler gestrenger h. mein fraindtlicher herzböster her vötter was fier ein reue und sennsucht mich nach eurenn heundigen so spadten verreysen ist ankhumen, khon ich nit ausspröchen, bin gleichen vor unmuedt khrankh, ist auch unser ganze compania laydig, indem euch so woll bey uns gewöst ist, wolt gott wier hetten euch doch hie behalten, mein laydt ist jetzt vill grösser als die freydt so ich vorher gehabt hab, und sunderlich bekhoumert mich über die massen, das ich euch meine begiert und pillichkhaidt  noch khain rechte guetat nit hob erweüsen, ich winsche das euch disfals mein hertz möchte bekhandt sein, aber mein allerliebster her vötter, ir solt erfarn das ich euch ob gott will  mit aller ehisten will ergötzen, was dieses anbelangt helfft mir nuer zu Ulm unter glögnhayt, unsere lantshueter sein auch erst göstert wie ich her daselbs hin verraist, das sie wein herab prüngen, pitt euch hertzlich weil sie on zweifl zu eurer ankhunft noch dort sein fregt imen nach wo sie zur hörwerg sein, und schreibt mir bey imen alle noterfft, sunderlich auch denn des hern Reutprunners daselbs und dös orths oder gassn  seiner wonung, will alsdenn eurer payder mit often schreybn, und wan mit mier miglich ist euch in gantzen treuen zu dinen gwislich nit vergössn, das solt ir in der warhaidt , denn nach gott seydt ir die ainig freydt meines hertzens,  oh mein libster her vötter wie feht es mich on das ich euch denn wierdt nit auszalt hab, wie wierdt holt euer hertz gegen mier stehen, bitt euch umb gots willen denkht miers holt nit in ungüten, ich wais nit wie mier gwöst ist, wert ir disn abndt pey uns verplibn solts anderst gangn sein, aber nachreu hilfft nit, wir haben heindt alle unser malzeydt mit euch zuepracht und uns bekhlagt das der recht und pöst schluß unserer freydt also ist  abkhiertzt worn heint wer es nach allen wünschen woll abgangen, und  het ir in aind dag München erraichn khinen, und derwögn aller verwindt und bedribt, khon auch nit viebig sein bis ich ein liebs schreiben von euch hab „ , unterlasts nit von Minchen aus, von Augspurg khindet ir auch ains herrn Sturm auf Minchen schikhn, ich mueß wissen wie alles bis dahin eurer rays und andern ist ergangn, sonderlich was zeydt ir genn Freysing seydt khömen, last mich auch fiernemlich wissn ob ir dises mein schreibn  habt empfangn, bevilh euch hiemit mein allerliebster her vötter mit gantzen cröfften und seelln in den vätterlichen schutz und bewarung unseres herrn, der beywone euch mit seinen gnadn ebigen seydt hiemit von meine glibtn wirdign und mier und gantzer compania  hl. gegriest, sie alle umb euch da sie euch heindt habe wökh glassn, und die schwester Plänkhin  hat schier gwaindt und ist zufridn das ir nit von ir habt urlaub gnomen,  euch  hl. grüssen und sambt alln von unsern libn  glikh sögn und alles guts winschn, sie pittn alle fier euch, griest mier eurn prudern aus mein hertzn so miglich ist, will euch peidn pelt ... , last mich nuer eur sein, Landtshudt denn lestn  613
                                                                                                     Helena von Sch.

Mein liebster her vötter ich bitt euch hl. seidt auf  dös herrn doctors anwaysung mit eur und hern  Jörg Cristoff wieder hieherkhunfft gedacht,  khombt umb gots willn  mit im, ir khindt darnac von hie aus mit ein rhenroß und roßen ordinari  Augspurger pottn glägsam wieder hinauf khomen. Oh Gott wie fro würd ich."



Einzelbrief: 3

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leompach vom 29.1.1616 aus Landshut.
 Sie teilt Karl Christoph mit, daß sein Bruder Georg Christoph ihn zu Ostern (von Tübingen ?) zurückfordern wird, und sie meint, „ ir soldt eur notorft woll gstudiert haben, wann man sich fleüssig in dugenden iebt ist die pöst unnd gott wolgefölligist studia „  Sie klagt über eine Krankheit mit ständigen Schwindelanfällen, was sie ihrem Alter zuschreibt. Freut sich über die gute Heirat der Brüder. (Wolf Christoph den 5.5.1614 mit Barbara von Greiß zu Rosenau, Georg Christoph am 15.6.1615 mit Eva von Hoheneck) Sie weis nicht ob sie noch Mutter des Convents (des Hl. Kreuz Klosters der Franziskanerinnen zu Landshut) sein wird wenn er zu Besuch kommt, da sie sich der Leitung des Hauswesens nicht gewachsen fühlt. Er soll warten bis der Visitator weg ist, der in den Fasten kommt, da sie ihn zu dieser Zeit nicht ins Kloster lassen kann. Bedankt sich für ein Lied das er für sie geschrieben hat. Besondere Grüße von dem kleinen Mündl.



 Einzelbrief: 4


 
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 17.3.1616 aus Landshut.


 Helena bittet Karl Christoph, der offenbar von Tübingen nach Hause reist und sie dabei in Landshut besucht hat, inständig ihr zu berichten wie die weitere Reise nach Luftenberg von statten gegangen ist.  Sie warnt ihn vor der Märzsonne und bedauert, daß er sich in Etting keinen Hut gekauft hat.  Sie schickt ihm Schriften und ein Buch nach. Sie spielt auch auf eine bevorstehende Welschlandreise Karl Christophs an.



Einzelbrief: 5

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph 22.3.1616 aus Landshut.
Helena hofft ihren Neffen auf dem Linzermarkt (acht Tage nach Ostern) zu treffen. Er soll seine Briefe an das Grünthalersche  Haus in Linz senden. Er soll ihr genau über den weiteren Verlauf der Heimreise berichten.   Beigelegt ist ein Brief der Katharina Gaishofer an Karl Christof, in dem diese ihr Bedauern über seine Abwesenheit zum Ausdruck bringt. Sie hofft noch lange bei Helena wohnen zu können. Beigelegt ist ein  Brief an die Frau von Greiß.
Auf beigelegten Zetteln eigenhändige Notitzen der Helena:   Sie kann ihm das erbetene Buch „ der warn armudt „ nicht schicken, aber sie wird ihm eine Abschrift anfertigen. Sie wird ihm Ampeln für einen Altar schicken.



Einzelbrief: 6

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 4.1616 aus Landshut.
Helena beklagt sich darüber, daß kein Brief von ihrem Neffen gekommen ist, der Göbel der am Gründonnerstag auf den Linzermarkt gefahren ist, hat auch dort im Grünthalerschen Haus keine vorgefunden.  Bedauert ihren Neffen der mit einem offenbar von ihr vermittelten Verkauf eines Halsbandes ? an eine Frau schwierigkeiten hat, da er rückgängig gemacht wird. Sie schickt mit dem Brief den Anschlag zurück. Helena freut sich, (sie benützt ein von Karl Christoph zurückgelassenen Instrument zum Musizieren mit ihren Mündln) daß die Mönche zu der Wahl des Provinzials verreist sind, und besonders, daß der Guardian, wie allgemein gesagt wird, ziemlich sicher in dieses Amt gewählt wird und dann wegkommt. Helena rät ihrem Neffen eindringlich von der geplanten Welschlandreise ab: „ ist es doch anders nichts als ein eydtl lust „  Sie rät ihm statt dessen zu einer Heirat, sein Bruder Wolf Christoph wird ihm dabei schon helfen. Er soll dem Mündl, der Schaffnerin Fürst und der Efrosina schreiben. Der Fürstin soll er den Dr. Gratian schicken.



Einzelbrief: 7

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 11.8.1616 aus Landshut.
Helena beklagt sich, daß Karl Christoph seit seiner Reise nicht mehr geschrieben hat, und fragt wie es mit seiner Welschlandreise steht. Ob er oder andere aus der Verwandschaft vor haben zu ihr zu kommen. Man soll es ihr rechtzeitig mitteilen, da zwar der Beichtvater schon weg, der Provinzial aber in Kürze auftauchen wird, der offenbar über das weitere Schicksal des Klosters entscheiden wird.  Er soll möglichst bald an die (leibliche Halb-)Schwester Tugendlieb (1582-1643, 1617 mit Georg von Schrattenbach verh.) schreiben, sonst macht er sich bei ihr unbeliebt. Grüße von ihrer „ compania „ . Helena bittet Karl Christoph einen beigelegten Brief an die Frau von Greiß (wohl der Frau seines Bruders Wolf Christoph) zu übermitteln.



Einzelbrief: 8

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 14.9.1616 aus Landshut.
 Helena freut sich über die Geburt eines Sohnes (Christoph Ehrenreich 3.7.1616-1678) Georg Christophs. Sie drückt ihre Genugtuung darüber aus, daß aus der Welschlandreise nichts geworden ist, „ weill ihr im deitschn öben sovil khindt sehen unnd erfarn „ . Er soll das Geld sparen und sich eine Frau suchen. Sie will wissen was er mit dem Halsband von seiner Mutter zu tun gedenkt, er soll es aber nicht verschenken. Sie hat ihm ein Marienbild für einen Altar zukommen lassen. Der Beichtvater ist abgereist, aber dafür ist der Provinzial gekommen  „ ich main er werdt uns zamputzen villeicht spört er unns über ein hauffn zusammen, ich main ich wer nimber muetter pleibn wils der Rotmanin übergöbn „. Die Gräfin schreibt oft aus Graz, wo ihr Herr sich im Dienst des Erzherzogs wegen des venezianischen Krieges aufhält. Den Winter muß sie in Görz eine halbe Meile vom Feldlager verbringen und ist deswegen sehr traurig. Aber die letzten Briefe von ihr sind sehr lustig, so daß Helena mutmaßt, daß sie wieder verliebt ist, aber darüber darf sie nicht reden. Sie wünscht sich, daß er bevor sie stirbt, noch zu ihr kommen könnte, er soll über Passau zum Herrn von Fränking, von diesem zum Herrn Gaishofer, dem Vater der Schaffnerin, reisen und von diesem dann zum Herrn Tättenbeck. Die Frau von Fränking hat sich beschwert, daß er sie nicht besucht hat. Er soll der Schaffnerin, der Fürstin und dem kleinen Mündl schreiben, die unbedingt ins Kloster eintreten will. Der Beichtvater ist für sie eingetreten, aber Helena will sie nicht, sie hätte lieber eine ihresgleichen. Der Herr von Rödern überlegt ob er eine Tochter ins Kloster geben soll.



Einzelbrief: 9

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 24.1.1617 in Piberstein oder Rosenau aus Landshut.
Helena berichtet, daß der Provinzial da war, der den Aufenthalt von Männern und Frauen ausser in ihrem Stübl im Kloster verboten hat Sie beklagt sich über die unfreundliche Haltung Georg Christophs ihr gegenüber. Wolf Christoph hat ihr versprochen Karl das ihm zustehende (Erbteil ?) zukommen zu lassen. Sie verhandelt mit dem Guardian und dem Herrn Enenkl (Job Hartmann Karls Stiefvater) wegen der Engelhartszeller Gülten, die sie offenbar den drei Neffen zukommen lassen will. Sie rät Karl nicht länger auf seine  Helena schlägt ihrem Neffen die Bitte ab, ihm ein Buch zukommen zu lassen, das er verdeutschen will, da er vor hat es bei den lutherischen drucken zu lassen und nicht in Ingolstatt. Er soll sich an den Guardian wenden der es ihm sicher erlauben wird. Auch wegen der Hälfte ihrer Gülten (Aussteuer ?) die sie ihm versprochen hat, soll er sich an den Guardian wenden, der ihm sehr geneigt ist. Er soll sich erkundigen was der Herr (Job Hartmann sein Stiefvater) Enenkl damit vor hat. Helena schickt ihm Blumenstöcke für den Garten. Wenn der Bildschnitzer wieder gesund ist, will sie die Engel von diesen machen lassen. Karl Christoph soll Grüße an eine Jungfrau ausrichten (seine zukünftige Ehefrau Eva Maria von Tschernembl ?). Helena war auf einem Begräbnis, wo sie die Frau von Frauenhofen und Fillinger getroffen hat. Der Landshuter Dieter ist auch Witwer geworden.



Einzelbrief: 10

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leombach von 1617 aus Landshut.
Helena ist ganz verzweifelt, da ihr der Guardian mitteilt, daß der passauer Guardian ihm geschrieben habe, vornehmen Herren in Linz haben gehört, daß die Schaffnerin einen Brief an seinen Jungen geschrieben habe, was einer Nonne nicht gebühre. Man erzählt sich auch, daß er sich im Kloster und den Zellen frei bewegt habe, was den bisher tadellosen Ruf des Klosters sehr gefährdet. Er soll dem in einem Brief an den Guardian wiedersprechen. Der Guardian habe sie gefragt wie es mit der geistlichen Zucht in ihrem Kloster stehe, und sie befürchtet bald nicht mehr im Amt zu sein. Karl und Wolf sollen so gut sie können versuchen, die Briefe der Schaffnerin in die Hände zu bekommen, und sie dann verbrennen (Vgl.: Brief 51 unten). Auch diesen Brief soll er verbrennen. Sie hat gegenüber dem Guardian alles abgestritten. Dem Gerede darüber soll er wo es geht entgegentreten. Mit der Reise zu ihr soll er auf jeden Fall warten bis die Visitation vorbei ist.



Einzelbrief: 11

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 3.12.1617 aus Landshut.
Helena entschuldigt sich bei Karl Christoph wegen einer Unwarheit. (Wohl im Zusammenhang mit der Briefaffäre der Schaffnerin Vgl. Brief 51 unten). Sie spricht wieder das Geschäft bezüglich Engelhartszell (Mitgift der Helena) an, und eine Urkunde vom Provinzial, in der ihm bestätigt wird, daß ihm die Hälfte des Geldes gebührt. Sie entschuldigt sich, daß sie ihm die Engelsfiguren noch nicht schicken kann, da der Bildschnitzer nur trinkt und nichts arbeitet. Den Dukaten den er ihr geschickt hat, behält sie bis die Figuren aus München kommen, da sie selbst wenig Bargeld hat. Sie hat das ganze Jahr im Haushalt sehr sparen müssen, weswegen die Schwestern nicht gut auf sie zu sprechen sind, daher ist sie amtsmüde und will das Amt abgeben. Sie bedauert, daß sie ihm nicht mehr als ein altes Marienbild schicken hat können. Helena klagt:  „ mein gott khindt ich euch doch nuer ein wenig catollisch machen „ dann würde sie ihm bei der Ausgestaltung der Kapelle (auf Piberstein ?) helfen. Sie rät ihm eindringlich von der Italienreise ab : „ ist nichts als eydlkhaydt und lautter verlorne zeit, in euren vatterlandt habt ir öben disn welschn, spart euer gelt „  Sie meint er soll sich lieber eine reiche Farau suchen und „ werth ir khtollisch wollt euch selbs umb aine werben „ . Er soll bis dahin sparsam Leben denn „ wann ir all jar nuer 500 fl zu verzören habt khindt ir euch errlich und adelich damit aushalten „  Wenn der Provinzial weg ist will sie ihm zusammen mit ihren Mündln eine Stickarbeit machen.



Einzelbrief: 12

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in München vom 10.1.1618 aus Landshut.
 Helena beschwört ihre Neffen von Hans, seinem Jungen, die Briefe zu fordern, und  nach anderen Briefen der Schaffnerin zu suchen, so daß der Provinzial keine Beweise in die Hand bekommt. Die Frau Rödern, so berichtet ihr der Guardian, hat sich bekehren lassen und wollte in das Kloster eintreten, aber seit sie von der Briefaffäre gehört hat, will sie nicht mehr recht. Der Neffe soll sich bei der Frau Rödern, Auer, Ecker und Schätzl umhören was die dazu sagen. Karl soll einen Brief an den Provinzial schreiben mit dem Inhalt, daß er nichts von solchen Briefen wüßte. Die zwei Engelsfiguren werden bald fertig sein. Wegen der Geldangelegenheit hat sie mit dem Provinzial geredet, aber es ist noch nichts entschieden.



Einzelbrief: 13


 
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 29.1.1618 aus Landshut.


Helena teilt Karl mit, daß die Engelsfiguren nicht fertig geworden sind, weil der Bildschnitzer immer nur betrunken ist, sie wird sie nach Augsburg schicken und dort fertig machen lassen.  Helena rät Karl auf sein Seelenheil zu achten, „ sunderlich hüetet euch vor dem warsager geyst „

Beigelegter Brief: Efrosina Pernger an Karl vom 28.1.1618.    Efrosina befürchtet, daß die Schaffnerin „ wer balt farn gen himbl, den des bänkhel underm ofen das hat ir vil freligkhait genomben „  Die Gräfin ist  „ khrankhenwarterin „  geworden. Sie wird für ihn beten. Da er heute am Tag Kaiser Karl des Großen Namenstag hat, schickt sie ihm Krapfen und Herzl.



Einzelbrief: 14

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom  4.9.1618 aus Landshut.
Helena sorgt sich um ihre Neffen wegen des „ pehmischen criegs „ (Prager Fenstersturz 23.4.1618) Sie bittet Karl seine Reise zu ihr bis nach Ostern aufzuschieben, da sie bald die Ankunft des Provinzials, der aus Spanien zurück gekommen ist, erwartet. Sie bedauert das sehr „ denn eur gögnwirdikhaidt ist main ainger drost und freydt auf dieser weldt „ . Sie fragt wie es um Piberstein steht, ob Wolf Christoph schon einen Käufer für Rosenau gefunden hat, und wie es ihm mit seien Schulden geht. Er soll einen allfälligen Brief dem ihm bekannten Viceguardian in Passau geben. Er soll vorsichtig sein, denn  Pater Karl der Guardian ist wegen der alten Briefgeschichte noch immer mißtrauisch. Sie bittet ihn das Pferdehaar, das bei seiner Schwägerin liegt, dem Herrn von Rödern zu geben, der gelegenheit hat es dem Herrn von Puchberg zu geben, der es ihr bringen wird.



Einzelbrief: 15

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 18.1.1619 aus Landshut.
Helena sorgt sich sehr wegen des Unglücks das dem Wolf Christoph wiederfahren ist. Sie möchte wissen wie er zu den Schulden gekommen ist. Sie ist entsetzt darüber, daß Wolf sich in Kriegsdienst begeben will, Karl soll das verhindern. Sie habe gehört, daß er von der alten Frau (seiner Schwiegermutter ?) dazu gedrängt wird.



Einzelbrief: 16

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 27.1.1619 aus Landshut.
Helena bedankt sich überschwenglich bei ihren Neffen für die geschicken Umgang mit der Briefaffäre. Die verfänglichen Briefe sind offenbar von den Neffen gefunden und vernichtet worden. (Da auch dieser Briefe nach dem Wunsch Helenas verbrannt hätten werden sollen, und wie man sieht dieses nicht geschehen ist, könnten auch die Briefe der Schaffnerin noch vorhanden sein. Vgl. beigelegte Briefe unten) Der Guardian war mit dem (nach Helenas Anweisung formulierten) Brief von ihm sehr zufrieden, und hält seither viel von seiner Aufrichtigkeit. Helena zeigt sich erleichtert darüber das die Väter (Guardian, Provinzial) abgereist sind, und nun dem Besuch nichts mehr im Weg steht. Am besten wäre 8 oder 14 Tage nach Ostern wenn die Patres nach Spanien reisen. Oder erst im Juli da die alte Frau von Greiß nach Ostern acht Wochen in Baden ist. Mit ihr oder seinem Bruder soll er zu ihr kommen, da es Helena offenbar nicht für angebracht hält, daß Karl alleine zu ihr kommt, da das Kloster böse Nachbarn habe und es sicher spät wird wenn sie beisammen sind. Helena spricht wieder die Welschlandreise Karls an. Sie macht kritische Bemerkungen zu Heiratsplänen des Neffen. Wolf soll sich in keine unsicheren Geschäfte einlassen, sie wird sich bemühen einen guten Käufer für die Herrschaft Rosenau zu finden. Die Mitschwestern sind dagegen, das sie ihm ein Buch aus dem Kloster borgt. Wenn im Land ob der Enns Unruhen ausbrechen, soll er sich um ihre dortigen Einkünfte kümmern. Helena hat den drei Neffen Geld (aus den Einkünften ihrer Mitgift ?) geborgt, das 25 fl Zinsen bringt.



Einzelbrief: 17

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 1.1619 aus Landshut.
Helena giebt ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß es den Neffen wegen Schulden so schlecht geht. Besonders der Wolf Christoph scheint mit seiner Schwiegermutter Probleme zu haben (seine Frau ist am 7.1.1619 in Rosenau gestorben), er hat offenbar eine hoch verschuldete Herrschaft (Rosenau) als Mitgift erhalten. Die Liebe habe ihn zu unvernünftigen handeln verführt: ich khan mich gnueg verwundern mein guldner her vötter, wie doch euer pruder her Wolf  Christoph so plind in der lieb und unverninftig gwöst.   Zu den Hausstandsgründungsplänen des Karl sagt Helena : „ mit euren haushalt bin ich auch sorgsam ob ir recht drewe leüdt habt die nit wie layder preychig ist in irn sackh hausen unnd das eurig abtragn, ir habt woll aufzusehen in allen dingen, an euren mundt und leib aber seydt nit zue gspärig ich pitt euch um gots willn, ir mießts doch hart gnueg erordnen, wer sindt wann irs dädt, fircht nuer ir werdts nit in die lenng erdaurn khinnen, umb ein reichs weib möchte ich euch ja hl. gern drachtn, aber die recht adelichn sein dinn gesäd hiezuland, so last manns auch nit an lutersche ordn heyraten das ich euch also nichts khan verdröstn, werd ir aber in Dieroll ein wenig bekhandt da gibts fein dugendliche heyslich und reiche junkhfrauen, gleichwoll wais auch nit aigendtlich obs dieser zeydt noch also ist, ein adelich und heyslichs maydl nutzet euch pösser als ein unheyslich mit fill geldt „  Von der Reise nach Venedig rät sie ab, er soll das Geld lieber für notwendigeres sparen. Helena traut sich nicht ein Tischgefäß mit dem Boten mitzuschicken, da Lanzknechte um Lanzhut lagern, die haben dem Boten bei der Herreise alles Geld abgenommen. Sie ist gotlob bei guter Gesundheit nur das Alter macht ihr zu schaffen, das vergangene Jahr war sehr anstrengend, da sie sechs Hochzeiten gehabt haben. Sie muß viele Leute im Kloster versorgen, die kein eigenes Einkommen mitbringen. Ihre Kinder sind alle lieb und fromm. Die Tochter des Landschaftsdoktors, Herrn Hörmanns Tochter, zwei Kaufmannstöchter aus München, eine aus Passau, und die Efrosina die schon ein halbes Jahr krank ist. Bildchen und Blumen kann sie ihm zur Zeit nicht schicken aber Kerzen und Krapfen. Die Gräfin soll noch leben, seit zwei Jahren hat sie nichts mehr von ihr gehört außer daß sie tot sein soll, und daß ihre Mitgift laut dem Fräulein Anna Sofie schon vergeben worden sei. Sie teilt ihm ein Rezept für spanische Kerzen (Zauberkerzen?) mit. Er soll es den Frauen nicht verraten, denn dann macht es keinen Eindruck mehr auf sie.



Einzelbrief: 18

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph nach Piberstein vom 27.1.1619 aus Landshut.
Helena hat große Angst um den Boten, da sieben Fändl Landsknechte bei Landshut lagern und im Begriff sind nach Passau zu ziehen.



Einzelbrief: 19

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 31.9.1619 aus Landshut.
 Die Frau Marusch von Sprinzenstein ist gerade zu besuch, ihr will Helena den Brief mitgeben. Helena bedauert das Elend (Schulden und Krankheit ) des Wolf Christoph. (Dessen zweiter Sohn Christoph Ferdinand ist am 24.1.1619 wenige Monate nach der Geburt gestorben, seine Frau Barbara von Greiß schon am 7.1.1619 offenbar bei dessen Geburt) Sie schickt ein „ gstätele „ (Krapfen?) für die Frau des Georg Christoph mit.



Einzelbrief: 20

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 2.10.1619 aus Landshut.
 Helena bedauert die Neffen, die über Magenschmerzen klagen. Karl soll etwas von dem selbstgemachten „ ackerman „ (Medizin ?), den sie der Frau von Pötting mitgiebt, an den Bruder Georg weitergeben. Sie freut sich zu hören das die Brüder die Güter aufteilen wollen. Karl soll Luftenberg übernehmen, da Wolf die Verwaltung aller drei (Luftenberg, Piberstein, Leombach) zu beschwerlich wird. Sie wird dem Bruder nichts davon sagen, daß er sie gebeten hat dabei zu vermitteln. Sie ist betrübt darüber, daß Georg wegen der Schulden und der schlechten Verwaltung (von Luftenberg) des Herrn „ Doman „ (Thomas von Schallenberg 1580-1623, Halbbruder der Helena?) in so großen Schwierigkeiten ist, die Brüder sollen ihm helfen. Sie bedauert, daß er nicht für einen Tag mit der Frau Sprinzenstein mitgekommen ist, die nur mit einem Diener und dem Kutscher ihre Schwester in Landshut besucht hat. Die Schwester hat sie aber nicht angetroffen, da diese in München ist. Die Frau von Sprinzenstein hat angedeutet, daß Karl vor habe katholisch zu werden.   „ sie hat mier schier ein wenig ein wan gmacht in dem sie sagt sie hör ir sollt chtaollisch wern, ir geet offt zu Lüntz in der jesuwitter khirchen, göbs die heilig drifaltickhaiddt, wär mier solche zeidtung gwis pröcht solt meinb vermiegn nach ein guets pötn prodt bekhomen, ich khan aber layder nichts solches hoffen, aber ach mein auserwöllter her vötter wisset ir wie woll nacher in euren gwissn sein wuer, ir stölletes khain stundt zurödn, ein mein bitt euch umb gots willn ret offt mit dem jesuitern und last euch armen frumbn vötter die capuciner bisweilln mit eim almosn bevolhn sein, khain gelt nehmen sie nit es wär den das man inens an den ordn so uncatollisch aus not erlaubet, damit sie ir speys khüntn khauffen, schickht innen einmal ein flaschn wein und ein össen für sie, vergelts euchs drunth bey unsern herrn, erpütten euch alles glickh und hail, diets von meindtwögn, ich bitt euch herzlich schickht innen die füsch pradn oder khol, erfragt euch aber zuvor bey innen des dags oder abendt wan sie össn dörffn, sie vastn gar offt. Glaubt mir drum mein her vötter, macht ir euch diese hern mit guetem grundt zu fraindtn, so solt irs mit ersprieslichn nutz von den gnadn gottes empfindn, zu dism vermögn sie auch bey hohn potentatn fül, ir khindt solches gotseligs werkh fein in der khaimb dain, aber gwis lacht ir mich aus das ich euch ein solchn fierschlag gib, folgt aber es wirdt euch nit reun „ . Pater Anofrius ist Guardian in Passau geworden, der vorige, Karl vom Hof, ist jetzt Provinzial. Die Tochter des Herrn Hörmann hat in drei Wochen Profess. „ es will jetzt schier jederman aus der welt in die clausn fliehn, khuntn sie nur unterkhomen, über einsweiln aber werden die clöster auch verwiest, ist zubesorgn wie man den in disen laidign crieg an etlichn ordn erpärmlich mit innen ist umgangn, wolt gott es khäm ein sterb zu eimb mittl dös zukhinftign übls so wier vileicht zu gwartn haben „  Wenn er den Herrn Beck zu ihr schickt soll er ihm zu dem Spulrad auch eine gute Garnhaspel mitgeben.



Einzelbrief: 21

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 18.12.1619 aus Landshut.
Helena die gerade vom Herrn von Saalburg und seiner Schwester, eine Frau von Dohna, Besuch hat erfährt von diesem, daß Karl Christoph Luftenberg gekauft hat, wozu sie ihm viel Glück wünscht. Sie meint, daß das nur heißen kann, daß er vor hat zu heiraten. Er soll es sich gut überlegen, denn  „ eur gantz zeüdtlich hail daran ligt, wol auch gar das ebig, drumb plätzt nit gäch drain, nembt gott fleussig zue radt durch ernstlichs gepedt, und bewerbt euch sunderlich umb ein catolische, ich bitt euch durch gott „ . Wie es mit dem Krieg (am 14. 10.1619 hat Betlen Gabor Preßburg besetzt) weitergeht weis sie nicht, er soll sich an die Jesuiten halten und katholisch werden. Die Mündl in ihrer Stuben, sie hat ein neues die Tochter des Herrn Hörmann, lassen ihn grüßen, besonders die Efrosina und auch die Schaffnerin.



Einzelbrief: 22

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 21.3.1620 ? aus Landshut.
Helena verspricht dem kranken Karl Heilmittel zu schicken und beschreibt ihm die Zubereitung und Anwendung derselben. Helena stellt fest, daß die Ecker ihre besten Freunde in Bayern sind, über sie soll er die Briefe schicken. Die Frau von Sprinzenstein ist gerade zu Besuch und bleibt so lange im Kloster bis sie von ihrem Mann abgeholt wird. Er soll sich wegen des Krieges immer zur Flucht bereithalten. (Im Juli 1620 besetz das Heer der katholischen Liga das Land ob der Enns, welches an den Herzog von Bayern verpfändet worden ist.) Das Delferl (Hund, Katze ?) lebt noch, ist aber so dick, daß es nicht mehr gehen kann. Die Mündl lassen ihn grüßen.

Beigelegter Brief: Katharina Gaißhofer an Karl:  Sie wünscht ihm eine schöne und reiche Ehefrau: „ hab gehert der her hab kain haushaltterin woltt wol gern haussen helffen aber die geschikhlichkaid wur mir ab gehen, ich hof gar wer den hern mit ainer hausserin versehen, daran er zufrüden wirdt sein, es wer mir selbst laid wan gott im ain bess unrichtigs weib zuschikht „  Sie freut sich von ihm zu hören, daß es der Gräfin gut geht. Sie beklagt die Sorgen und Unsicherheit durch den Krieg, und wünscht baldigen Frieden aber:  die behamb sein dieb.



Einzelbrief: 23

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 14.6.1620 aus Landshut.
Helena hat gerade Gelegenheit einen Brief über den Herren Ecker an ihn zu senden, und möchte wissen wie es ihm gesundheitliche gehe. Er soll ihr unbedingt schreiben wie es ihm im Krieg ergehe. (Das Heer der katholischen Liga sammelt sich gerade in Bayern um im Land ob der Enns einzumaschieren.) Seit einer Weile geht es ihr nicht gut, wegen ihres Alters (60 Jahre), wie sie meint, es würde ihr nichts ausmachen jetzt zu sterben. Interessant in Bezug auf den politischen-religiösen Gegensatz zwischen der Äbtissin Helena und den protestantischen Neffen ist eine kurze an den Rand geschriebene Anmerkung : bitt euch durch gott, wan die landtständt bey pese pröttiggtn wieder irn landtsfirstn und catholische haben, haltets nit mit, sondern bewart eur seel.



Einzelbrief: 24

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 17.8.1620 aus Landshut.
Helena beklagt sich darüber, daß die Klosterreformation durch die welschen Kommisare rücksichtslos vorangetrieben wird. Briefe soll er dem Herrn Ecker geben, der sie in die Briefe seiner Frau einschließt, denn nur so können diese zu ihr gelangen. Er soll ihr unbedingt schreiben ob das Kriegsvolk des Herzogs Schaden an Gütern und Untertanen verursacht haben. Sie versichert, daß sie von den Plänen des Herzogs nichts gewußt hat, (Verpfändung und Besetzung des Landes ob der Enns) er soll sich aber damit abfinden. Sie fragt wie es dem kranken Wolf Christoph gehe.



Einzelbrief: 25

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 2.9.1620 aus Landshut.
Helena tut ihre Erleichterung darüber kund, daß es den Neffen gut geht. Sie habe von jemanden gehört, daß er gestorben wäre, sie hat sich über den Brief vom 2.August daher sehr gefreut. Sie klagt ihm ... das jetziger zeydt ein seltzambst widerwerdiges wösn unsern khlöster zuesteed, indem hie und zu Münchn die khlöster unserer vätter mit eidln wölschen besötzt und sie endtgögen daraus verdribn werdtn, mit jedermans högstn laydt, und weil sie von meniclichen sein gliebt gwöst, nun diser ier wölscher comissari wisitirt auch unsere hklöster und schleust unns in solche starkhe clausur das wier khäm den himbl also zurädn sollen sehen khönen, alain der ursach das ers nach wälschen prauch in unsern landn richt, wo er bisher gevisedirt hat alle mietter von irn ämbtern abgesözt, jetzt ist es an mier, wart gleichsam meines rechtdags, das ambt reudt mich mich nit, aber weill nunmer aldt unnd daher zur handarwaidt nimer deiglich bin auch mein gsicht gantz dunckhl ist so wiert mier schwer unnd elendt wern, wann ich also freynd unter inen mueß sein und mich vileicht fill gedultn, sonst ists prauch wann ein muetter vom ambt ist, das man ir ein sunders stübl einricht und ein schwöster so ir wart, aber das sorg ich woll wert es nit geschehn den der wölsch ist ein grober harther man und vermaindt unns dardurch also zu mortificiern, die nodt aber fodert bey mier fill ein anders, so hab ich die zyidt weill ich imb ambt bin dem convendt dreulich und nutzlich gehaus, das einkhomen durch götliche hilf gemerdt und mit gepey unnd andern sunderlich mit eimb schenen löbendigen wasser so niemals in unsern khloster gwöst filföltig zu nuzparkhaidt gericht, das ich vermaindt man dät mier ein solche gnad püllich, geschicht es nit wirdt michs unser lieber her dort ergötzen, ...  Er soll mit den Briefen vorsichtig sein, denn diese werden kontrolliert. Er soll sie dem Herrn Ecker geben, dessen Frau sie in den ihren versteckt. Sie wird sich so gut sie kann für ihre Neffen einsetzen, inzwischen sollen sie sich mit den bayrischen Herren in Linz bekannt machen:  und firnemblich bitt ich euch durch gott und eures ebigs hails willen werdt halt catolisch, ... Er soll diesen Brief ja verbrennen. Sie möchte ihn unbedingt noch einmal vor ihrem Tot sehen.



Einzelbrief: 26

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 20.9.1620 aus Landshut.
Helena freut sich, daß den Neffen bisher nichts passiert ist, wie sie aus dem Brief, den sie von der Frau Ecker bekommen hat, entnimmt. Sie wird versuchen den Bitten der Neffen zu entsprechen und bei den bayrischen Herren ( Statthalterschaft des Herzogs im Land ob der Enns) für sie einzutreten, obwohl sie nicht genau weis, wer jetzt dort ist. Die Visitation durch den Welschen ist noch nicht vorbei, der alte Herzog (Wilhelm V.von Wittelsbach) hat zugestimmt die Klausur zu errichten, was sie sehr bedauert. Wenn die Neffen im Frühjahr zu Besuch kommen wollen, sollen sie im unmittelbar neben dem Kloster gelegenen Eckerschen Haus wohnen, sie könnten dann über das Gatter hinweg miteinander reden. Es macht ihr nichts aus das Amt der Klostermutter zu verlieren, da sie dieses als ein tägliches Martyrium empfunden hat. Das Kind der Frau Ecker ist an Blattern gestorben. Sie wird ihm die versprochenen Bäumchen noch rechtzeitig zum Einsetzen zukommen lassen.



Einzelbrief: 27

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 28.9.1620 aus Landshut.
Helena beklagt den Verlust des Sohnes der Eckerin: ... oh ist mir so hertzlich laydt fier sie wögn ihres khinds. Sie ist mein allerlibste und drautiste fraindin die ich der zeidt auf der welt hab, was ir guets oder übls begögnet ist empfindt ich als mein aigen ...  Der Welsche ist zur Zeit in München, er hat ihr und den Schwestern genaue Instruktionen hinterlassen. Wenn er zurückkommt soll sie die Rechnungen zur Visitation bereithalten. Sie muß ihr Amt niederlegen sobald er zurück ist. An der Klausur wird ohne Unterbrechung weitergebaut. Sie schickt ihm wieder Bäumchen für den Garten.



Einzelbrief: 28

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg von 1621 aus Landshut.
Helena teilt Karl mit, daß sie wegen ihrer Augen nicht mehr selber schreiben wird können, er wird genaueres vom Herrn Ecker erfahren. Karl soll deutlich schreiben wenn er antwortet, da sie sehr schlecht sieht. Alle Briefe werden geöffnet.



Einzelbrief: 29

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 16.11.1621 aus Landshut.
Helena ist fast ganz erblindet, sie bittet die Neffen eindringlich ihr die 25 fl jährlichen Zinsen zu schiken, da sie ständig der Hilfe anderer Leute bedarf. Außer für Essen und Trinken muß sie für alles selbst bezahlen, im Land hat sie keine freindt , und die Hilfe von frembtn (Landfremden) ist untersagt. Sie schickt ihm eine Abschrift (von einem Buch ?) mit Quittung und Blumen. Sie erinnert ihn daran, daß kein Brief ungeöffnet zu ihr kommt.



Einzelbrief: 30

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 27.12.1621 aus Landshut.
Helena bedankt sich für die prompte Übermittlung ihres Wunsches (nach einer Leinwand) an die Mutter (Susanna Katharina geb. von Eckh).  Sie möchte wissen wie es mit seiner Heirat steht, und er soll, wenn er schon verheiratet ist, seine Frau grüßen. Sie selbst ist krank und fast blind. Die Neffen sollen ihr so bald als möglich die 25 fl (die Zinsen des Geldes das sie den Neffen gliehen hat ?, Mitgift ?) schicken. Sie entschuldigt sich für diese nachdrückliche Aufforderung, aber die Not zwingt sie dazu. Die Gaishoferin und die Efrosina lassen ihn Grüßen.



Einzelbrief: 31

Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom  21.1.1622 aus Landshut.
Helena klagt, daß es ihr gesundheitlich nicht gut gehe, und sie wegen der schlechten Augen nicht viel schreiben kann. Die Frau Marusch von Sprinzenstein hat ihr die 12 fl gebracht. Sie fragt, ob die Wolle für die Frau des Georg angekommen ist. (Letzter eigenhändiger Brief der Helena.)



Einzelbrief: 32

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 26.3.1622 aus Landshut.
Helena klagt, daß die Augenschmerzen noch nicht nachgelassen haben. Entschuldigt sich, daß sie wegen einer bestimmten Angelegenheit (Konfiskationen ?) nichts unternehmen hat können. Die Frau von Preising ist erst jetzt von Linz zu ihr gekommen, der hat sie die Briefe mitgegeben. Sie möchte unbedingt die Frau des Karl Christoph kennenlernen, sie wird, wenn sie zu ihr kommen, mit ihnen eine kleine Hochzeitfeier veranstalten. (Karl wird im Mai oder Juni 1622 die Eva Maria von Tschernembl heiraten. Vgl. den Briefwechsel in der Datei Rosina) Sie hofft, daß die gstattln, die die Frau von Sprinzenstein ihm bringen sollte, angekommen sind.

   1. Beigelegter Brief:   Brief der Katharina Gaishofer an Karl vom 26.3.   Sie wünscht ihm Glück zur Hochzeit, und daß er bald mit seiner Frau zu Besuch kommt. Die von den Welschen errichtete Sperre (Klausur) wird einem Treffen nicht im Wege stehen, da man zwischen den Stäben hindurch reden und dabei auch essen könne. Sie werden fleissig für ihn beten, wie es sein Wunsch war. Sie hofft, daß er und seine Frau schon katholisch geworden sind.
   2. Beigelegter Brief:   Brief der Katharina Gaishofer an Karl vom 26.3. In Bezug auf die Brautwahl mahnt sie: ... vürs ander nemb er ain weib, so besün er sich wol, unnd in sunderheidt nemb er die fhreüel von Sprinzstein  nit, ach er ist wol einer andren wert, die nit so alldt ist unnd die diemitig wer wie er wolt ...  Der Helena geht es sehr schlecht wegen der Augen, er soll ihr unbedingt  schreiben oder zu Besuch kommen. Er soll ein Zwetschkenbäuml schicken und den Hans (seinen Burschen) grüßen.
Von Helena Eigenhändig angefügt: Sie entschuldigt sich, daß sie nicht selbst geschreiben hat, da sie fast nichts mehr sehen könne. Er soll die Frau Mutter (Susanna Katharina geb. von Eckh) grüßen, und von ihr für sie eine Leinwand erbitten, sie wird ihr dafür etwas geistliches zukommen lassen.



Einzelbrief: 33

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom  12.8.1622 ? aus Landshut.
Die Gaishoferin schreibt diesen Brief auf Bitte der Helena. Sie berichtet, daß Helena große Schmerzen im Kopf und in den Augen hat, und deswegen immer im Dunklen sitzen muß. Wegen der Teuerung lebt man zur Zeit in Landshut schlecht, und sie müssen Mangel leiden. Sie sagt, daß Helena sehr traurig darüber ist, daß er ihr nicht geschriben hat, obwohl sie ihm  Klostergaben, Blumen und Krapfen, geschickt habe. Sie möchte wissen wo er sich verheiratet hat und wie die Hochzeit war. Georg soll ihr die Gült in neuen Münzen schicken. Die würdige Mutter hat das Tischl wie gewünscht anfertigen lassen, er soll die Gelegenheit nutzen und mit dem Herren Ecker zu ihnen reisen. Die Frau von Preysing habe gehört, daß er eine Tschernembl geheiratet hat. Die Efrosina und die anderen Dirndln lassen grüßen.
Beigelegter Zettel der Helena: Karl soll über den Herrn von Puchberg zu ihr reisen.



Einzelbrief: 34

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 6.10.1622 aus Landshut.
Helena gratuliert ihrem Neffen Karl zu seiner Hochzeit mit dem Fräulein Tschernembl (im Mai oder Juni 1622). Sie beklagt sich darüber, daß er seit er mit Hausgeschäften beladen ist kaum mehr schreibt. Sie hat der Frau Mutter (Ihre Stiefmutter Susanna Katharina von Eck) geschrieben, daß er ihr Leinwand besorgen soll, und beklgt sich, daß er nichts unternommen hat. Die Leinwand soll er der Frau Statthalterin (Marie Salome von Herberstorff geb. Preising) in Linz schicken, diese wird sie ihr dann ins Kloster bringen. Die Gaishoferin und die Mündl lassen grüßen.



Einzelbrief: 35

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 21.6.1623 ? aus Landshut.
Helenas Augen sind so schlecht, daß sie den Brief des Neffen kaum lesen kann. Sie bedauert ihren Neffen, dem es offenbar nicht gut geht (Konfiskationen nach der Schlacht am weißen Berg ?) und bringt ihre Hoffnung zum Ausdruck, daß er katholisch wird. ... doch hof ich ir wird aldt cattolisch werden ... Sie möchte wissen wo seine Frau und Kinder sind ( Er hat 1622 die Eva Maria von Tschernembl geheiratet), und wie es seinen Brüdern geht.



Einzelbrief: 36

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg und Karl Christoph vom 11.8.1625 aus Landshut.
Helena bedauert die Neffen, die, wie sie gehört hat, in großen Schwierigkeiten stecken. (Konfiskationen) Die Neffen sollen ihr 12 fl der Gült schicken, zumindest aber so viel wie sie ohne eigenen Schaden erübrigen können. Sie hat durch den Herren Maier zu Ostern die Leinwand erhalten und bedankt sich dafür. Sie bittet ihre Neffen ihr gedörrte Zwetschken und kleinkörnigen Gries zu schicken. Eigenhändiger Zusatz der Helena:  ... Bin gantz elendt an meinb gesicht, kann die laydt nimber ein zw ölln weidt von mir und bin sunst so erkhrankt das ich nimber schier khan über die stubn gen ...



Einzelbrief: 37

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 6.10.1627 aus Landshut.
Helena bedauert sehr, daß er die alten Stammgüter verloren hat. Er soll aber nicht nach Straßburg auswandern, viele haben es schon bereut, sondern lieber ins Land unter der Enns oder nach Wien gehen, und von dort aus seine Sache betreiben. Er soll es so wie Georg machen und nichts überstürzen. Die Schwester Gaishoferin, die Fürstin, die Wickin und das kleine Dirndl lassen ihn grüßen. Ihnen allen geht es gut.



Einzelbrief: 38

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 10.4.1629 aus Landshut.
Helena beklagt sich darüber, daß ihr die Neffen so lange nicht geschrieben haben. Sie hofft, daß alle drei Neffen katholisch geworden sind und daher noch im Land und im Besitz ihrer Güter sind. Sie schickt ihm Krapfen die sie nach einem neuem Rezept gemacht hat, er soll davon auch etwas dem Georg abgeben. Sie will wissen wie es dem Wolf gehe, ob er noch lebt und wo. Wie es ihrer (Stief-) Mutter gehe und ihren Schwestern. Sie selbst ist lange krank gewesen und nur ganz knapp dem Tod entronnen. Die Jesuiten kommen nach Landshut. Ein neues Frauenkloster wird errichtet, bie ihnen im Kloster befinden sich schon 28 Schwestern, worüber sie sich freut. Die Gaishoferin und die Efrosina lassen ihn grüßen. Die  wierdtig muter  läßt ihn ebenfalls grüßen.



Einzelbrief: 39

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 28.5.1629 aus Landshut.
Helena drückt ihre Freude darüber aus, daß die Neffen katholisch geworden sind. Sie bedauer, daß er krank ist und übermittelt ihm ein Rezept für eine Kräutermedizin (Kreuzsalve ?). Sie bedauert, daß Wolf Christoph krank ist, viel mehr aber, daß er noch nicht katholisch geworden ist. Sie möchte wissen wie es mit den Gütern steht, die ihr Vater der Mutter (Damit ist wohl die Stiefmutter der Helena Susanna Katharina geb. von Eck gemeint) zu lebenslanger Nutzung gegeben hat.



Einzelbrief:  40

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 9.1620 aus Landshut.
Helena berichtet von einer schon sechs Wochen dauernden Reformation des Kloster, weswegen sie kaum dazu kommt die Briefe des Neffen zu beantworten. Der Sohn der Frau Ecker ist gestorben und der Herr Ecker ist gleich wieder nach Obersberg aufgebrochen . Helena verspricht sich für ihren Neffen bei den bayrischen Herren einzusetzen, auch wenn sie zur Zeit wenig Bekanntschaft mit Personen am Hof hat und sich im Kloster viel geändert hat, aber die Kapuziner seien ihr geneigt und hätten viel Einfluß auf den Herzog. (Bezieht sich auf die Konfiskationen im Land ob der Enns nach dem Einmarsch des Ligaheeres im Juli 1620 ?) Wenn er fliehen muß, soll er zu ihr kommen. (Karl und Wolf haben die böhmische Konföderation mitunterschrieben) Sein Hauspfleger war bei ihr und kommt erst in acht Tagen heim. Sie schickt ihm die gewünschten Samen erst später, zusammen mit roten und weißen Rosen, die ihm von der Frau Ecker und Sprinzenstein persönlich nach Piberstein gebracht werden sollen, wo Helena die Neffen vermutet. Sie befürchtet bald nicht mehr im Amt zu sein, denn ... dieser wölsche haust seltsam in alln khlöstern ... , und überall werden Äbtissinen abgesetzt, auch die Kapuziner werden durch welsche Brüder verdrängt, sie glaubt ... es regier der deuflisch anntecrist allendthalbn ...



Einzelbrief: 41

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 22.10.1621 aus Landshut.
Helena entschuldigt sich bei Georg, daß sie ihn an die jährlich fällige Zahlung der Zinsen (Gült aus der Mitgift) erinnert, aber die Not zwinge sie dazu.



Einzelbrief: 42

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom  6.4.1622 aus Landshut.
Helena hat große Kopfschmerzen wegen der Augen. Sie bittet die Neffen ihr jetzt schon die 25 fl zu schicken und nicht erst zu Bartolome, da sie das Geld jetzt braucht, sie ist krank und sie muß sich jetzt alles selbst kaufen. Sie schickt ihm die Samen der Blumen, die der Herr von Trautmannsdorf ihr aus Tirol geschickt hat. Sie bittet die Frau Muem (Susanna Katharina geb. von Eck) ihr eine Leinwand über die Statthalterin (Herbersdorf geb. Preysing) und deren Tochter zu schicken.



Einzelbrief: 43

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph und Georg Christoph vom 12.8.1622 aus Landshut.
Helena läßt  für sich schreiben, da sie (wegen ihrer Augen) selbst dazu nicht in der Lage ist. Sie bittet die Neffen die Münzverschlechterung bei der ihr zu übersndenden Gült zu berücksichtigen ... so ist das khloster gesperdt das wir mit auswendigen leiden nix mer handl derffen, so ist es mit der münz das zu erbarmen ist ... Die Schreiberin läßt den Herrn Dietrich grüßen. Frägt nach Wolf Christoph der schon länger krank ist und ob er emigriert ist. Die Frau von Sprinzenstein wird ihr das Geld bringen.



Einzelbrief: 44

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 3.9.1622 aus Landshut.
Helena bedankt sich für die Gült und 3 Taler, die sie durch den Herren Maier empfangen habe. Sie beklagt sich über die Teuerung/Münzverschlechterung, ein Taler hat nur noch den Wert von 8 fl. Sie schickt ihm Samen und Krapfen. Die Gaishoferin, die Fürstin, Efrosina und das kleine Dirnl lassen ihn grüßen. Eigenhändig angemerkt: Sie stellt fest, daß sie von Georg mehr hält als von Karl. Sie könnt eine Leinwand gut brauchen.



Einzelbrief: 45

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph in Piberstein vom 6.10.1622 ? aus Landshut.
Helena klagt, daß es um ihre Augen sehr schlecht steht. Sie beschwert sich darüber, daß er ihr schon lange nicht mehr geschrieben hat. Er soll ihr sechs Taler ihrer Gült schicken, die jetzt bei ihr den Wert von 1 fl  30 kr hat. Die Frau Statthalterin giebt das Geld der Frau von Preysing und diese bringt es ihr. Sie bittet Georg ihr bei der Beschaffung einer Leinwand behilflich zu sein.



Einzelbrief: 46

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 29.3.1623 ? aus Landshut.
Helena bittet Georg ihr die Gült durch den Herrn Maier jetzt schon, vor Bartolome,  zu schicken, aber so daß sie keinen Verlust durch die Münzverschlechterung hat. Die Leinwand soll er ebenfalls mitschicken.



Einzelbrief: 47

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 14.1.1624 aus Landshut.
Helena berichtet, daß ihre Augen täglich schlechter werden, so daß sie fast nichts mehr sehen kann. Sie beklagt sich, daß die Neffen sich so wenig um sie kümmern.



Einzelbrief: 48

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 26.3.1625 aus Landshut.
Helena klagt, daß sie fast blind ist und sie daher ... got alein bit das er mich nach seinem götlichen willn wans im gvölig baldt mit einen selligen sterbstindlen erlödigen welle ...  Sie bittet ihren Neffen Georg ihr die 25 fl Zinsen aus ihren Gülten durch den Herrn Maier zukommen zu lassen, da sie Not leide. Sie beklagt sich, daß die Neffen nicht mehr an sie denken und nichts schreiben.



Einzelbrief: 49

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 12.8.1627 aus Landshut.
Helena bittet den Neffen ihr unbedingt zu schreiben, da sie schon lange nichts mehr von ihm gehört habe und befürchtet, daß er tot ist, oder aus dem Land ins Exil gegangen sei.  Sie hat mit dem Herrn Maier eine Kiste Krapfen und Strizel mitgeschickt. Katharina Gaishofer bittet die Neffen, falls sie noch leben, unbedingt zu schreiben.



Einzelbrief: 50

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph in Leombach vom 6.10.1627 aus Landshut.
Helena beklagt sich über die Geldentwertung (Münzverschlechterung durch Wallenstein und DeWitt) Ein Taler aus ihrer Gült hat hier jetzt den Wert von 5 fl, beim Neffen aber 16 fl. Wenn die Frau des Neffen es wünscht, läßt sie das versprochene Nähtischchen neu anfertigen, da das alte das Fräulein von Maxlrain ihr abgeschwätzt habe.



Einzelbrief:

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 51 1627 ? aus Landshut.
Helena entschuldigt sich, daß sie ihn an die ihr zustehnede jährliche Gült erinnern muß, aber die Not zwingt sie dazu. Georg soll seiner Frau ausrichten, daß sie noch etwas auf ihr Nähtischl warten muß.



Einzelbrief: 52

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph von 1627 ? aus Landshut.
Helena schreibt diesen Brief  im geheimen, er soll auch mit dem Antwortschreiben vorsichtig sein, da es im Kloster eine neue Äbtissin (mueter) giebt, die alle Briefe kontrolliert. Sie hat um ihn große Angst, da sie gehört habe, daß man gegen die Bauern (im August 1627 beginnt die Offensive der kaiserlichen und bayrischen Truppen gegen die aufständischen Bauern) und gegen  euch, den Adel, vorgehen werde.  Die Gaishoferin, die den Brief für die kranke und fast blinde Helena schreibt, bittet ihn eindringlich sie nicht zu vergessen.



Einzelbrief: 53

Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 1628 ? aus Landshut.
Helena sorgt sich um den kranken Neffen Wolf (Vgl. Briefe der Eva Maria). Schickt dem Georg wieder Krapfen, und entschuldigt sich, daß sie schon etwas altbacken sind. Sie bittet ihn, ihr mitzuteilen ob er und Karl schon katholisch geworden sind. Eigenhändig eingefügt: Er soll in seinem Antwortschreiben nichts über die Gaishoferin schreiben, da diese ihr alle Briefe vorliest.



Einzelbrief: 54

Brief der Helena an ihre Stiefmutter Susanna Katharina geb.von Eck von 1622 ? aus Landshut.
 Helena bittet sie ihr die Stoffreste, die bei der Hochzeit (des Karl Christof 1622 ?) übriggeblieben sind, zu schicken.



Einzelbrief: 55

Brief der Anna Fürst (ein Mündl der Helena) an deren Neffen Karl Christoph vom 5.12.1627 ? aus Landshut.
Zur Zeit wird unter der Aufsicht der Welschen viel im Kloster gebaut. Die Efrosina (ein anderes Mündl der Helena), hat mit einem welschen Maurer sich davon machen wollen. Sie habe gehört, daß Karl katholisch geworden sei, und viele andere schon bekehrt habe, er werde wohl noch ihr Provinzial werden, scherzt sie.  Sie möchte wissen ob der Hans (der Diener des Karl) noch an die Schaffnerin denkt. Eine Frau Maxlrein aus dem Frauenzimmer der Herzogin will ins Kloster eintreten, und bringt ein stattliche Mitgift mit.



Einzelbrief: 56

Brief der Katharina Gaishofer (einer Mitschwester oder Mündl der Helena) an deren Neffen Karl Christoph vom 26.1.1617 ? aus Landshut.
(Möglicherweise handelt es sich bei diesem Brief um jenen der die Helena bei den Ordensoberen in Schwierigkeiten gebracht hat. Vgl. Brief 10 ff. oben)
Edler und strenger her von Schalberg ich winsch dem selben von gott alls was er im liebtt und selbst winschtt dem herrn auch nuz und ersprislich ist zu söll und leib, Ich hob desses herrn iberaus freindlichs  priefflein gar wol empfangen, nimb mir sollichs gar vür ain grosse gnnad das sich der herr so vüll bemiehtt und mir so schlimben schälmen schreibt, ach gott mein herr Karrel der kann nit glauben wie geren mir den herren haben woltten, aber es ist mer alls ain neuer handl das mir dem herrn vüll hetten zu sagen aber ich verhof der beichttvatter den mir ieztt haben sey wol guett aber der gaiadian ist löz, an aim endt der herr patter provincial ist auch gar ain guetts herz, aber unssere allden nunen sein holtt noch starkh und will keine sterben, ich glaub sieh haben ain daxen fleisch gefrössen, und das uns noch wenngl echtn miessen, es ist mir laidt das die wirdig muetter dem herrn das buach nit schickhen darff, sü kumbert sich von herzen der hrr wais wies alls ain beschaffenhaitt bey uns hatt, es ist alls eüll und zengckhlich auf disser welltt, wan nur der her kadolisch wur, so derfft er auch eh und bösser zu uns, aber es ist kain hoffnung, der herr wirdts alles aus der wirdigen muetter schreiben versthen, ach gott mein herzliebster her Karrl er vergess unser dennoch nit ich bitt im gar scheen, ach mein herr das madell will nur ein non wern, es last den heren griesen, das mündl ist allso wol auf, ich bitt den herrn wan er mer schreibtt so schreib er im edwas von dem Jacob aus der apodecn er hetts lieb, und schreib im der her wie im das ain wang so geschwollen sey, die Fürstin sol der her mit dem Johannes anspröchen den sieh hat er gliebtt, ich khemb gar unschuldig darunder, den er liebtt nur scheen leidt gern, den unflädigen wie ich bin, züdt er nur, die An hatt vein gefenstelett mit im, ich kann nit wissen wies der herr meindt er hat mich gewiss in einem falschen verdachtt, aber iezt sein ogxendraiber bey uns gewösst, die haben mir wunder gessagt wie zu Rossenau so hipsch holdzällig märlin sein und so schene mensch das gar irsgleikhen nit zu fünden ist, die gefahlen dem herren und seinen gelibtten diener über die massen wol, der oxendreüber heüsst Toman Sällzel, sagt der herr kenn in woll, das ich wol auch vüll vüll zu rötten hett wan der gardean noch so lanng wer, ich schreib ieztt gar löz, bitt den hern er verzeich mirs, nix neus ist sunst auskhumben alls die alld von Fraunhoffen ist gestorben und die fh von Fülling erb worden, des landschaft doctors weib ist auch hin, iez wern mir wol 2 nunen die khuden anlögen, ist eine von Minchen gar ein schens mensch gott geb ir gnnadt, miessen allso mer gar fhrumb sein und uns stöllen alls wan wir lauder lampel wern, khumbt alls aufs hegst giltt schon zwe taller ain pfenig bey uns, ach mein gullder her von Schalwerg er glaub dem deüffel der Fürstin nit, den es leugtt unmiglich, es hett wol ain säxüschen khörll lieb und zu ainen warzeichn hab ich im des khunderfehtt gestollen und schicks dem herrn umb gottes willen er ächts rein, den es ist wol so löz klein, bey dem botten der noch Wien gehtt will ich den hern wieder schreiben und etwas schücken, bitt gar hoch der herr verzeih mir  mein löz schreiben, tu mich und uns alle dem herrn in sein gnnad befhollen neben vüll hundertt daussent griessen in sein puxpämes herz ieztt ain jar wars guett, da hetten mier des michelein khertt, häur hatt es sich allso verkhertt, auwe, auwe, das gott derbarmb ich mues ie beschlisen, der her leb wol, got mit uns den 26 januarius.



Einzelbrief: 57

Brief der Katharina Gaishofer (einer Mitschwester oder Mündl der Karl Christoph 27.1.1619 aus Landshut.
Sie will mit Gebet ... sein steines herz erwaichen und recht cadollisch machen ...  Er soll nicht auf die würdige Mutter (Helena) hören und zu Fasching kommen. Der Provinzial kommt und wird wohl mit ihnen schimpfen. Die Efrosina macht wieder Schwierigkeiten, sie hat sich in einen Mönch verliebt, der einen langen Bart und schon drei Kinder hat, sie befürchtet, daß auch die Efrosina schwanger werden wird, wenn er nicht bald kommt und ihr ins Gewissen redet. (Humor ?) Drei neue Mädchen wurden aufgenommen. Eine Maxlrein bewirbt sich um Aufnahme im Kloster, sie ist ein besonder schönes Kind, sie bringt 15000 fl mit ins Kloster. Wenn er katholisch wäre, wäre sie eine passende Frau für ihn. Er möge sich an seine Schwägerin wegen des versprochenen Haar wenden, das Geld wird ihm geschickt. Grüße an den Johannes (Diener des Karl).



 
 

BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
 

HHStA, Rosenau,  96




28 Briefe der Eva Maria von Schallenberg geb.Tschernembl, 1622 mit Karl Christoph von Schallenberg  verheiratet, an ihren Mann und dessen Bruder Georg Christoph.


Einzelbrief:1

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 10.1627 ? aus Luftenberg.
 Eva bringt ihre Freude über die gute Ankunft (in Prag ? Am 16 Oktober wird dort Ferdinand III zum böhmischen König gekrönt.) Karls zum Ausdruck und teilt ihm mit ... in seim haus stehts gott lob woll ... Der Mutter (Rosina) geht es nicht gut, sie hat große Schmerzen im Fuß, Eva befürchtet, daß es botigra (Gicht) ist, man sieht nichts außer einem Geschwulst. Ihr Husten wird immer schlimmer . Gestern war sie in Steyregg und hat den Pfleger bezahlt. Die Frau Hofmann wird das Geld aus dem Amt in Linz bringen. Wegen der Schiffmühle hat der Herr Helmhart (Jörger, Onkel der Eva) lang nichts geantwortet, weswegen sie seiner Frau (Anna Maria Khevenhüller) geschrieben hat. Darauf hat Helmhart geschrieben, daß man die Mühle zu ihnen herab bringen möge, aber alle 14 Tage solle jeder Fischer einen Pfennig dem Pfleger zahlen. (Die folgenden Ausführungen sind wohl im Zusammenhang mit der bayrischen Pfandschaft des Landes ob der Enns, der Münzverschlechterung und der Konfiskation der Güter der Protestanten zu sehen. Es geht um eine von dem bayrischen Statthalter Herbersdorf angeordnete Getreidevisitation) "... es ist dieser dag ein bodent dagewöst wögen des dreit das man nicht soll auf den kästen behalten, auch ihr zween mit die sollen auf die kästen gehen unt beschreibn wan was fir dreit vorhanten, sie sint aber nur auf ein kasten gewöst wo der fertige weiz liegt, ich her man schlag unterhalb Walsee den bauern die stätl auf unt verkauf inen das dreit, man sagt die goltiner werten obschlagen, zu Ens nimbt man kein mer, man nimbt nix als zwölfer unt fierzwanziger, der Jortan zu Ens wolt der f.m. haus und garten kaufen, heut legt man soldaten auf Steirek unt morgen komen auf Sant Jörgen (bei Luftenberg), got weis wies uns hie gen wirt, denn wöter fleisch noch brot bekomens, sie kinen nicht anters als auslaufen ..." Eva schickt Karl wie erbeten das Geld (nach Wien ?) mit dem Mannagl (Donauschiffer ?), dazu auch Fleisch, Schmalz und Brot, aber kein Bier, da man in Steyregg nicht braut weil man keine Gerste bekommen hat. Der Mannagl kann die Frau Rueber nicht mitnehmen. Dem Herrn von Schrattenbach (in Eferding, Gatte det Tugendlieb von Schallenberg ?) hat man das Holz schon herabgeflößt. Sie hat aus Eferding Kraut bestellt, die Frau Ännl wird mit herunter kommen. Ihre Mutter läßt ihn grüßen, sie kann nicht mehr gehen, man muß sie ins Bett tragen.



Einzelbrief:2

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 11.2.1628 ? aus Luftenberg.
 Eva läßt das auständige Korn einfordern, aber der Amtmann ist etwas nachlässig dabei. Der aus Estreich (NÖ) gebrachte Wein ist schlecht geraten, der im Keller ist aber in Ordnung. Viele Schafe sind gestorben vor allem Lämmer. Der Brauer hat um 200 fl Gerste gekauft, ihrer Meinung nach aber unnötiger weise. ... das bier geht ser, ober den wein woln die leit gar nit drinken ... Sie erzählt von einer Geburt: ... heint ist der Pärtl ein witiber worten, sie unt das kint sint beysamben bliben, er hatts aufschneiten lassen, h. WC unt ich sint untten gewöst, hat nöbns kint den brantt dragen, das armb weib hatt wol unmiglich geliten, hat die freiss so stark gehobt das ichs mein löbtag nie schröcklicher gesehen ... Vgl. Brief 15 an Georg Christoph.



Einzelbrief:3

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 4.3.1628 ? aus Luftenberg.
 (Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria berichtet Karl (der am wiener Hof seine Ausweisung zu verhindern sucht ? Ständische Gesandschaft, vgl. Brief Helena ) über die Vorgänge bei der Übergabe des Luftenberger Haushaltes. (Im Mai 1628 ist sie dann selbst in Wien vgl. Brief ) Eva stellt fest, daß sie für die Wirtschaft nicht mehr verantwortlich ist, da Wolf Christof jetzt die Führung des Haushaltes übernommen hat. Aber es ist ihrer Meinung nach im Haus und am Maierhof alles in Ordnung. Vom Gesinde sind nur noch zwei Mägte vorhanden, die sie mitnehmen will, und zwei die da bleiben. Der Helmhart Jörger hat Karls Brief geöffnet, was der Bote der Beck Michel mit eigenen Augen gesehen hat, und dann mit seinem Siegel wieder versiegelt. Sie bittet ihren Mann seinem Bruder Georg zu bevollmächtigen die Abrechnungen vorzunehmen, da sie einen geordneten Haushalt hinterlassen möchte. Sie wird Georg alle Verzichtbriefe und Zessionen überantworten. Sie wird sich der Schuldbriefe des Helmhart Jörger annehmen (Mitgift ?) und versuchen die 6000 fl ohne Hlmharts Wiederspruch zu erhalten. Sie schickt ihm alle seine Rechnungen und die ihrer verstorbenen Mutter zur Durchsicht.
 Da wenig Aussicht besteht den Termin (für die Protestanten das Land ob der Enns zu verlassen) zu verschieben, bittet sie Karl ihr zu sagen wohin sie sich begebeb soll. Wenn er es für besser hält bleibt sie in Luftenberg um die fahrende Habe zu überwachen, da niemand da ist der aufpasst. Oder sie bringt es nach Winpassing ins Rättberger Haus, in (Nieder?-) Walsee sind keine Zimmer frei. Sie bittet Karl wegen 250 fl für ihren Unterhalt an den Georg zu schreiben, daß er die Tugendlieb um Auszahlung bitte. Sie bittet Karl seinem Bruder Georg zu sagen ihr den Helmhart Jörgerschen Schuldschein über 10000 fl (Heiratsgut und Morgengabe ?) zu geben, wogegen sie ihm den Schuldschein über 8000 fl zurückgiebt, einen Verzichtbrief unterschreibt, einen Schuldschein für 2000 fl ausstellt und eine Zession über 500 fl für den Heiratsbrief. Im übrigen bleibt der Vertrag in Geltung. Er kann ihn aber nach seinem Gutdünken ändern, nur Helmhart wird nichts unterschreiben, sie wird aber den Veit Albrecht Tschernembl (Wohl ihr Vormund neben Helmhart) dazu bringen. Sie bittet Karl ihr zwei Pferde mit Kutschengeschirr zu überlassen, die ihr versprochenen sechs wird sie, so Gott will, nicht in Anspruch nehmen müssen. Die Rechnungen soll er wieder zurückschicken, sie sollen ihm nur zeigen wie sie gewirtschaftet hat. Um die Wirtschaft am Maierhof steht es schlecht, aber sie traut sich nicht einzugreifen, da Wolf Christof alles übernommen hat. Der alte Maier ist gestorben und der junge Maier hat geheiratet. Ansonsten giebt es nur einen Knecht und den Großkopf dort. Sie hat gehört, daß Wolf den Fältl aus dem Waschhaus zum Meier machen will. Er hat zwei Kinder und ist sehr fleißig, dazu werden noch zwei Knecht notwendig sein. Wenn er zurückkommt kann er es selbst regeln, denn der Herr Wolf "... versteht sich gott weis auf kein wirtschaft untt gar auf nix ... "



Einzelbrief:4

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 3.1628 ? aus Luftenberg.
 (Emigrationsvorbereitungen) Eva bittet Karl ihr mitzuteilen was er in Bezug auf den Helmhart (Jörger) vor hat zu unternehmen, und im besonderen was mit der Frau von Schrattenbach (Tugendlieb?) zu tun ist, denn "... unsser hergott behiett nur ein jen vor ihr unt dergleichen leit so ihrn humor haben, sie hat gewiss das lossest maul so ich glaub ihn der weltt zu fintten ich weis alle wort so sie von mir gerött mein liebster her ich bitt ihnaufs schenest er due mier doch nur die einig gnad unt helff mir gar von der von Schrattenbach ..."  (Auswirkung der Rückgabe des verpfändeten Landes ob der Enns im Mai 1628 an Ferdinand II. Restitutionsedikt) "... ihn fall mirs mein her erlaubtt bin ich wilens mich auf Bresspurg zu ziehen, denn hie sorg ich wol wertt man unss nicht lang leitten untt katdolisch wier ich nicht, hinauf auf Rögenspurg ists mir zu weitt ..."



Einzelbrief:5

Brief der Eva Maria von Schallenberg an Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 3.1628 ? aus Luftenberg.
 (Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria schildert Karl die Übergabe des Haushaltes an ihren (kranken) Schwager Wolf :
„... h. W.C. ist da, fiert jeztt die wirttschaft, hat dieser dag die keller schlissl begert, auch den haupschlissl zu ihm genumben, daher ich will dieser dag casten untt keller mit orttnung uberandwortten untt bis auf disse zeit dem hern drumb reittung dein, umb die kunftig hoff ich nicht das er mirs wer aufdragen, ich schreib gewiss als fleissig auf, hat sich der her drauf zu verlassen, soll ihm auch gewiss mit mein wiln kein schatt noch ungelögenheitt geschehen, wans mirs anderst mieglich zu verhietten, aber ich bekhens das ich nicht gern also lang haussen woltt, den andere schaffen untt ich solls khinfftig verandwortten, es ist schon als ihm ganzen hauss eingeraumbtt, h. J.C. hatts befolhen, was mein farnus ist ihn steigen untt druhen damits der her ubersehen kann, sein farnus raum ich fleissig ein untt schreib alls auf wies den der her also fintten wirtt ..." Das Fass mit den fiktualien ist schon gerichtet, eine Kuh und ein Schwein hat sie schlachten und selchen lassen, dazu kommen noch zwei Mezen Weizen und zwei Mezen Brein. Georg hat ihr aufgetragen zwei fuder Salz und zwei Zentner Unschlitt zu kaufen und daraus Kerzen machen zu lassen. Das Gesinde wird entlassen. Der Garten ist in gutem Zustand. Sie wundert sich, daß Karl das jetzt interessiert. Sie hätte gerne gewußt wohin sie sich begeben soll, da sie ungern in Luftenberg wartet.
Die Sache mit den Schuldbriefen (Helmhart, Tugendlieb) ist noch nicht erledigt.



Einzelbrief:6

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 16.3.1628 aus Luftenberg.
  (Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria versichert Karl "... ich gib gewiss fleissig achtung auf den sundag judika (Der 4.April 1628 war der endgültig letzt Termin für die Protestanten des Landes ob der Enns das Land zu verlassen), der her ist versichert, das ich uber den dermin nit bleib ..." Eva fragt wem sie den Kasten übergeben soll und berichtet, daß der Wein nicht gut gerät, da der Beck ihn nicht richtig behandelt hat. Der Doktor Ensmillner weigert sich, obwohl sie unaufhörlich solizitiert hat, das Getreide zu bezahlen, bis Karl ihnen das capidäl sambt dem interesse (Ausständige Landsteuern ?) bezahlt hat, und die zur Kapelle gehörigen Einkünfte zurückgiebt. Der Pater Rektor (Leiter der Jesuitenschule in Linz) ist totkrank. "... Bätter prokerätter hatt zum Dobiessen gesagtt man hab ihm bauern krieg biecher herauff, er miess sehen das ers witter bekomb, eh ein anderer H. her komb, ich sorg nur sie wern gern uber des hern biecher suchen, duen ein ausred, wan ich ohn des h. statt wer schicket ichs f. Dugentlieb oder frau von Griendall auf Walsse, wern allezeit witter herauf zu bringen ..." Sie weis zur Zeit nicht wo sie hin soll, sie meint sie werde nach Winpassing gehen und dort warten bis er (von Prag) kommt, und mit ihm nach Wien gehen. Daß er ihr den Wunsch eine Magt von Luftenberg mitzunehmen abgeschlagen hat, bereitet ihr Ungelegenheiten, da sie jetzt keine neue bekommen kann. Sie weigert sich sich mit der Tugendlieb zu vergleichen, denn dieser kann man es nicht recht machen. Wollte sie vorher um jeden Preis die Schuldbriefe des Herrn Helmhart einwechseln, so weigert sie sich jetzt. Sie wir den Verzichtbrief unterschreiben wenn die Tugendlieb ihr die Zession ausfertigt. Der Brauer trinkt viel, er hat Gesinde aufgenommen und bekommt das siebente Kind.
Der Amtmann ist sehr nachlässig, Karl soll unbedingt jemanden einstellen der sich um die auswertige Wirtschaft kümmert.  Der Wolf Christof ist unfähig zum Wirtschaften. Wenn er krank wird, was alle vier wochen passiert, steht alles still, "... jzt ist er 3 dag krank gewöst, hatts den erstn dag wol 5 mal gehobt, umb die nacht weis ich gar nix, aber er muss auch oft gehabt hoben, den hatt die zung gar grob zubissen ..."


Einzelbrief:7

Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 25.3.1628 ? aus Luftenberg.
  (Emigrationsvorbereitungen) Eva verspricht allen seinen Wünschen nachzukommen. Sie kann nicht über Wallsee nach Wien reisen, wenn es jetzt ungelegen ist, bleibt sie eine Weile in Wimpassing.  Der Amtman ist sehr krank, er hat ein inneres Geschwür, wie viele Leute zur Zeit. Dadurch wird der Ausszug (ins Exil ?) erschwert. „... der altt h.v. Ent ist bäpstisch f. Hätlspergerin auch, sunst sagt mans fier gewis, von 2 alten fiernemben hern, ich glaubs aber nicht ..." (Georg und Karl, nicht aber Wolf, sind im Laufe des Jahres 1628 katholisch geworden vgl. Helena Brief 39)



Einzelbrief:8

Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Linz ? vom 17.8.1626 aus Luftenberg.
 Eva Maria freut sich über die Ankunft Georgs im Land ob der Enns, er soll unbedingt bald zu ihr kommen. Da sie ihn nicht mit Klagen begrüßen will, wird sie ihm näheres erst wenn er bei ihr ist berichten, der Herr von Grünthal kann ihm darüber Auskunft geben. Daß Karl nicht schreibt freut sie, da das bedeutet, daß er nach Hause kommt.



Einzelbrief:9

Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Linz ? vom 17.10.1626 aus Luftenberg.
  Eva Maria beklagt die Abwesenheit ihres Mannes Karl, und vermutet, daß er nich so schnell Heim kommen wird. Sie berichtet von der Abreise der Komissare (Komission für die Beschwerden der Bauern ?) nach Wien. Mit den täglichen Angelegenheiten muß man (Bauernkrieg ?) improvisieren.  "... die frau Luxin mein einige freindin auf disser weltt last sich dem hern gar dienstlich befelchen unt auf hegst bitten um den Hans Saxen, weis gott sagtt sie, es sey ein schens buech, sie weltt der frau biss wie vor lössen, sey ihr doch die weil so gar lang ..." Sie hätte unheimlich gerne Quitten, da sie schwanger ist, kann aber keine bekommen, Georg soll die Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) mit welchen schicken. Eva beschließt den Brief mit einer Anspeilung auf das erbetene Buch von Hans Sax: "... mein lieber her brutter noch ein gnad bitt ich ihn umb wenig diere zwöspen zumb krottdirn, brauchts die junfrau judenkinigin, auf das nix bess darauss erwax, winschtt von Niernberg Hans Shax ..."



Einzelbrief:10

Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 20.10.1626 aus Luftenberg.
  Eva Maria berichtet Georg über das (kaiserliche) Kriegsvolk und was sie vom Lukas und Kapfinger (Gesinde ?) erfahren hat: "... jeztt dissen augenblick hatts ein zeichen amb firmament gleich über Galnkirchen, o wie schröcklich ich habs gesehen, unsser hergott steh uns haltt bey, das volk ist alles herauff uber Gmunden, dortt das grosse haubttlöger ohnzugreiffen, haussen erschröcklich das ja nit zu beschreiben ist, hauen weiber und kinder nieder, unt her wieder wie örgerlich die wälschen mit den weibern haussen, zu Efferting soln 400 baurn blieben sein,untt vill weiber und kinder auch vil soldatten, haben wie ich her, öttlich geschlösser blindert, unt nemben fir noch mer zu blindern, ich fircht mir unmieglich ..." Sie bittet Georg die bei ihm vergessenen Hausschuhe ihr zu schicken, sonst muß sie barfuß gehen. Sie bittet ihn ihr einen Traum auszulegen, sie hat geträumt, daß in einem Kreis drei Personen getanzt hätten und diesen gegenüber zwei.



Einzelbrief:11
Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg von 1627 aus Luftenberg.
 Eva bedankt sich für den übersannten Heiligenstrizel. Sie läd ihn zum kindl mal am Sonntag ein. Sie ist heute das erste mal (nach der Geburt ihrer Tochter ?) ohne Hilfe durchs Zimmer gegangen. Sie hätte gerne, daß Georg sie besucht, da ihr so langweilig ist. Sie hat vom Großkopf (Pfleger ?) gehört, daß er, Georg, morgen zu Besuch kommt, und meint, daß sie bei der Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) im Zimmer liegen wird um sein Zimmer frei zu machen. Der Amtmann von Steyregg hat ihr berichtet, daß der Wein noch nicht im Sturm ist. Da keine Fische vorhanden sind, hat sie den Fischern befohlen welche zu fangen.



Einzelbrief:12

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg von 1627 aus Steyregg.
  Eva Maria klagt über die Abwesenheit Karls (ab Herbst 1627 Ständeausschuß in Wien und Prag), sie habe so viel Arbeit und sie weis nicht wie sie den Amtmann und das Gesinde zurückbekommt.(Folg der Beschlagnahme von Steyregg ?). Die Stände haben ihr versprochen wenn ihrem Mann etwas geschieht werden sie ihr helfen. Eva berichtet Georg scheinbar über so etwas wie einen Erpressungsversuch eines Müller namens Moriz Kolmeyer, der offenbar androht über die Taten des Karl im Bauernkrieg auszusagen, und verlangt von ihr 300 Taler. (Karl und Georg wurden tatsächlich nach dem Krieg inhaftiert und einige Monate Januar, Februar und März 1627 in Luftenberg von 60 Soldaten bewacht)



Einzelbrief:13

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 1.1.1628 aus Luftenberg.
 Eva Maria klagt über der Tugendlieb "verlogens maul".
(Streit um den Schuldbrief ?)


Einzelbrief:14

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 24.1.1628 aus Luftenberg.
  Eva Maria bittet Georg der Tugendlieb zu schreiben, sie wird es sicher nicht tun, denn "... es sol eins lieber mit dem deifl als mit dissem weib zu duen haben ...", „... die f. Dugenttlieb hat mich bis ihn sell offendiert, nicht mit der verschreibung sunttern mit schlechten bossen ..." Sie scheint gerade mit Vorbereitungen für den Auszug ins Exil beschäftigt zu sein. Sie legt ein Verzeichnis der farnus an.  Georg soll den Wolf Christoph grüßen. Zwei Herren von Starhemberg wollten den Wolf besuchen und waren enttäuscht diesen nicht vorzufinden. Sie berichtet Georg, daß das Holz verkauft wurde. Der Pater Minister (Jesuit aus Pulgarn ?) war bei ihr.



Einzelbrief:15

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 10.2.1628 aus Luftenberg.
 Eva beklagt sich über die Lügen der Tugendlieb. Sie glaubt das was diese über Herren Heinrich Wilhelm (von Starhemberg, einer ihrer Gerhaben ?) sagt nicht. Mit Herrn Helmhart (Jörger, ihr Vormund) ihrem Onkel will sie wegen ihres Eides nicht reden, denn der ist unberechenbar. Eva erzählt von einer tötlich verlaufenen Geburt:
"... hab heint nacht der Pärtlin gewacht, die zum kint krank, hatt freis unt 2 dotte kintter ihn ihr, unser hergot helff ihrs uberwinden, sie komen wol nicht vonander, das ist das 6. So sie dott zur weltt geborn, ich schreib halb schlaffentt, heist wol spiegl dich mulier, ich mein es sol eim bey solchen exempln buelen vergen, ich dank got das ich von kintter dragen förttig bin, hab disse gefar nimber zu besorgen, zu dem ist freyheitt nuz."(Eva hat erst vor kurzem, im Sommer 1627, selbst ein Kind, Rosa, auf die Welt gebracht, dieses muß aber schon bald darauf gestorben sein. Vgl. Brief 11 an Georg.)
Eva berichtet vom Haushalt:
„... mein her bruetter wögens fass mit den fiktuälien stetts also, kein fleisch ist da, mein man sol etwas schlagen unt auffselchen, aber was, die küe sint jetzt nit guett, dragen al oder haben kölber, kein schmalz hab ich nit lott, der h. h. helff mein her wan er kann, ihnsslett muess man kauffen, wo geltt nemben, auch salz, zum hueffeisen unt nögel ist kein eissen, es wer ser guett das der her selbst auf ein dag her käm, es last sich nit schreiben, nicht als richten wögen der ausstentt (Bauernkrieg) , hab ichs dem ampman befolhen aber er ist noch lessig, das weis der her selbst, WC ist ja nix nutz wötter zum schaffen noch arbeitten, die arbeitt muett ich ihm gar nie zue, woltt ichs doch gern also duen wan ich mich nur nicht bey alm firchten miest, den ich due baltt unrecht,das weiss ich wol, ich hab dem hern ein fass wein zulassen und ihn daffern göben, ein 7 ember, mein her hat lautter grosse buntt, 16 ember kann man ihm doch witter mit wein zalen, das dreit woln die jesuwitter (aus Pulgarn ?) zaln aufs erst, WC hats früemal zu Bulgarn gössen unt ist der pfaff nacher mit ihm herauf, hatt unss allerlay zeitungen gesagtt, schlecht bossen, aber last sich nit schreiben."



Einzelbrief:16

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 12.2.1628 aus Luftenberg.
 (Emigrationsvorbereitungen) Eva rät Georg wertvolles aus Leombach wegbringen zu lassen, da man mit ihnen (den Protestanten) nicht zimperlich umgehen wird. Sie fürchtet sich vor dem Wohnen in (Nieder-)Wallsee, sie hofft dort eine helle Stube zu bekommen. Eva erzählt von einer tötlich verlaufenen Geburt:
„... die Bärtlin ist gestorben, ihr man hats aufschneitten lassen, h. WC untt ich sint hinob gangen, aber mir ist unmiglich zum zuschauen gewöst, hat nur ein kintt gehobt, es ist ihr ein ellent ohzusehen gewöst, unsser her gott behitt ein jen vor dergleichen unglick, sie hat hie vil kreiz gehobt, das armb weib wirt gewiss dort vil freitt haben ..." (Vgl. Brief 2 an Karl ) Die Anna Johanna bekommt ihre drei Mezen Korn am Montag.



Einzelbrief:17

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg  in Wien vom 2.1628 aus Luftenberg.
  Eva schickt ihm den luxespinkl und drei Mezen Korn. Die Helmartin (Anna Maria geb. Khevenhüller) und die Erasmin warten der Tugendlieb vergebens auf, diese denkt sowiso schon zu viel an sie. "... die zwo möchts sie umbbringen so feintt bin ich ihnen ..." Sie hofft, daß er zu ihr kommt um alles zu bereden, sie wird ihn mit "... guetten most und dardufln ..." bewirten. Der Wolf Christoph hat auf seiner Heimreise die fräss gehabt, es geht ihm schlecht. Sie hat das Eis immer wieder aufbrechen lassen, aber es wurden keine Fische gefangen.



Einzelbrief:18

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 2.1628 aus Luftenberg.
 Eva schickt dem Georg Wein und Bier. Sie kündigt ihren Besuch an und wird der Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) Kalbsfleisch mitbringen, sie soll keines kaufen. Sie wird 12 Schüsseln und Teller mitnehmen, und das Wasserglas für Georg.  Fisch hat sie keinen.



Einzelbrief:19

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 7.3.1628 aus Luftenberg.
  (Emigrationsvorbereitungen) Eva schickt Georg Faschingskrapfen nach Wien, aber sie meint "... es gibt wol schlechtten fasching bey uns wies unss alle not halben geht kann der Schwab mintlich refferiern ..." Nach Möglichkeit wird sie Morgen Wein und Getreide nach Linz schicken, seine Kleidertruhe ist schon zurück. Wolf Christoph ist es noch nie so schlecht gegangen. Hopfen ist vorhanden. Gestern hat sie gabessamb anbauen lassen. Sie wird den Vertrag (Ehevertrag ?) abschreiben, da sie befürchtet, daß Karl seinen verloren hat. Aber die Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) kommt in die Tischlade hinein, was sie beunruhigt. Wäsche ist keine da, die Fahrnis steht in der hohen Kammer beisammen, Wolf hat den Schlüssel. Sie hofft, daß man nicht alle unvollendete Arbeiten im Haushalt ihr anrechnet. Sie wartet auf einen Boten aus Prag.



Einzelbrief:20

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 10.3.1628 aus Luftenberg.
  (Emigrationsvorbereitungen) Eva freut sich daß ihm die Krapfen geschmekt haben und schickt ihm mehr davon. Sie wartet auf die Abreise:
"... ich weiss mir vor unlust untt langer weil kein bleiben, die schen däg nemben mir vil mucken, geh oftt ein ganzen tag spaziern, ober was ich ohnschau bedriebtt mich mer als mich freit untt mand mich als auf mein unglick. Sein geistlicher Leänder ist mir zu daussentt mall lieb, untt weis wol wie hoch mir die winer reiss ohngelögen, khombtt mich bis in sell hartt ahn ..." Ein Bote der Landschaft hat Karl 800 fl nach Prag gebracht. Der Pater Rektor (Jesuit aus Pulgarn ?) der Pfarrer und die Leute sind ungut zu ihr.
Zu Wolf Christophs Krankheit:
„... Her Wolff Cristoff due ich so viel mir miglich was ich ihm duen kann, er folgt gern, bedribt sich uberauss hoch umb sein zuestantt, untt er ist nit naraday gewiss, woltt gott ich kuntt ihm helffen, er erbarmbt mir von gruntt meiner seln, wirt ganz kintisch, vergist als, wan er nur uber die stuben geht, fircht ihm beimb hellichten dag ..." Sie ist zu faul den Vertrag abzuschreiben, sie schickt ihm das Original (Vgl. vorigen Brief) Wenn er das Gesinde behalten will muß er ihnen 28 kr zahlen. Der Pärtl will die Köchin heiraten. Seit ihr Mann weg ist, muß sie auch im Garten arbeiten, was sie sich vorher nicht vorstellen hat können.



Einzelbrief:21

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 28.3.1628 aus Luftenberg.
 (Emigrationsvorbereitungen) Eva beklagt die viele Arbeit die sie nun hat. Den Keller hat sie schon dem Förawiz übergeben, den Kasten wird sie ihm morgen übergantworten. Sie bittet Georg ihr den Schuldbrief zu geben, da er ihr vertrauen kann.



Einzelbrief:22

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 3.1628 aus Luftenberg.
  Eva bezweifelt, daß der Herr Heinrich (Wilhelm von Starhemberg ? als ihr Gerhabe) die 4000 fl bezahlen wird, sie bittet Georg mit ihm zu reden.



Einzelbrief:23

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 3.1628 aus Luftenberg.
  Eva bittet Georg eindringlich ihren Mann Karl davon abzubringen, daß er von Helmhart (Jörger, ihr Gerhab) die 10.000 fl (Mitgift und Mütterliches Erbe ?) fordert, da sie es sich nicht leisten kann es sich mit ihrer Freundschaft zu verscherzen. Sie wird auf die ihr geschuldeten 4000 fl (Wiederlage ?) verzichten und selbst mit Helmhart über den Rest reden. Sie bittrt Georg Karl zu bewegen  "... das er mit glimpff mit hern Helmhart brozidir, das rechten macht nur feintselikeit, man kann mit bescheittenheitt offt eh zu seiner ihndenzion komben, ich verdenk wol f. Dugentlieb verhöz mein hern ..."



Einzelbrief:24

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 4.1628 ? aus Winpassing ?
  Eva Maria berichtet Georg, daß Wolf Christoph eine Zeit lang vor hatte den Haushalt zu übernehmen, dann wieder davon abgekommen sei. Eva berichtet dem Georg, daß der Vertrag (Ehevertrag ?) in Windberg (Sitz des Heinrich Wilhelm von Starhemberg, ihr Gerhab ?) liegt, ihr Gerhab sich aber in Enns befindet, und bittet ihn, sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern.



Einzelbrief:25

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 5.1628 aus Wien.
  Eva klagt Georg, nachdem sie Luftenberg verlassen hat müssen, aus Wien:
"... das ich ihm nichts närrisch schreib hob ich nicht verschultt, suntter vill mer ein lob verdientt das ich ohnfang wizig zu werden, aber ich versicher ihn das mir wol im ernst alle naradey vergangen unt das unglick mein humor unt gmiett so verdörbtt, das ich die zeitt meins löbns wol nimber wier wie ich gewöst, schen dank umb das guett erbietten das mich der her nicht woltte lassen hunger leitten, wär ich ein frau von drey geschlössern wie der her wultt ichs witter umb ihn verdiennen, so kann ich mich nix erbietten weil ich selbst ander leit gnad löben muess ..." Die Frau Enenkel (Frau des Job Hartmann ?) kränkt sich sehr darüber, daß ihr Mann nichts schreibt, und liegt die ganze Zeit nur im Bett. Über Wolf Christophs Zustand berichtet sie: "... her Wolff Cristoff ist halt ganz von seiner vernunfftt, unt wie man urtelt, gar besössen ..."  zur Gegenreformation:
„... ich klag dem hern das man uns unsser biecher genumbenunt, kenen kein pröttigt mer lessen, bitt den hern von gruntt meiner seln er lass mir ein klein wibl bringen wie seine, es kost was es wöl ..." Sie möchte von ihm wissen wer schon alles katholisch geworden ist.



Einzelbrief:26

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 4.1628? aus Wien.
 Eva rechtfertigt sich gegenüber Georg, daß sie so hartnäckig ihre Angelegenheit verfolgt (Ehevertragsauflösung?). Der deutliche Brief ihres Mannes an ihren Gerhab Heinrich Wilhelm war ihr sehr unangenehm. Sie ist froh, daß Georg ihre Grobheit in dieser Angelegenheit gegenüber der Tugendlieb hinter seiner Höflichkeit versteckt hat.



Einzelbrief:27

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 5.5.1628 ? aus Wien.
 Eva möchte wissen wie es mit der Tugendlieb steht, und wo ihr Mann sich aufhält (Karl ist  im Auftrag der Stände unterwegs). Eva klagt : "... ich bitt ihn von herzen er schick mir haltt ein schmalz, ich hob ja nicht zu össen wan ers nicht duett ..." Sie berichtet, daß sie an flöcken so krank war, daß sie beinahe gestorben wäre.
Sie weis, daß es ihr viele Leute vergönnt hätten, aber vielleicht hätte es den Statthalter (Herbersdorf) geärgert, daß sie ihm keine Gelegenheit mehr gegeben hätte, ihr einen Emigrationstermin zu setzen. Wolf Christoph führt sich unmöglich auf, und erzählt überall Dinge von denen sie sich nicht berichten traut. Der Herr Max Teufel hat einen Schlaganfall gehabt, und ist wohl schon gestorben. Die Frau von Tannhausen, die schönste Dame am Hof, ist an Blattern erkrankt. Die Justitia Sabina läst ihm ausrichten, daß sie sich sehr vor den Kindsblattern fürchtet. Er soll der Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) ausrichten, daß es ihren Kindern gut geht.



Einzelbrief:28

Brief der Eva Maria  an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 16.6.1628 aus Wien ?
"Mein lieber her bruetter ich klag ihm das mir der erbbar fogl sein häzman zu spott druz untt bosskeitt fier mein hauss stehtt wo ich nicht anderst als auss untt ein gehen kann, bitt den hern umb daussentt gotts wiln er straff den, der druz ist mir zu grob, untt wirtt ihn der her nicht straffen, so lass mich gott nicht ihns himblreich komben ob ich mich nicht also will rechen, das mich sein löbdag kein leichtförtiger vogl mer duezen soll, ich will sehen ob der her mein freintt, den er weis wol wie hoch ich ihn bötten, er soll miern nicht untter meine augen lassen, befilch mich dem her untt der frau unt verbleib 16.Juni 628
                                                                                       Eva Maria v.S.witib
Mein löben lang hab ich mich nicht also kärmbtt, weis wol ich wiers viel wochen empfinden, der ervergössen schölmb hatt den huett vor mir nit ob dan, mein vatter hatt bösser hunssbueben gehobtt als er ist."



 
 

BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
 

HHStA, Rosenau, Karton 71





 
12 Briefe der Christina von Praschma geb. Lappitz, Frau des Bernhard  Praschma von Bilkau zu Wagstadt (um 1540-1600), an ihre Schwester Marusch von Lappitz (1560 -1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) heiratet.




Einzelbrief:1

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 29.10.1586 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Christina bedauert, daß sie sich nicht bei der Frau von Dissenbach getroffen haben, aber sie ist zur Zeit nicht in Wagstadt, da dort und im ganzen Land eine Seuche wütet. Eine aus ihrem Frauenzimmer ist schon an der Pestilenz gestorben.Wenn sie oder der Fetter Friedrich auf die Hochzeit der Tochter des Herren von Trautmannsdorf gefahren wären, wäre sie auch dorthin gekommen.
"... Mein gar herz allerliebste schwester ich hab deinen schreiben gar wol verstanten darinen du mich rat fragst umb der heirat, got im himel wais das ichs so gern her als wan man mir was grosses geschenckht het, den ich wolt dirs vil lieber vergunen das du selbst das deinige geniessen solts als das die lossen schreiber und pfleger genissen soltn, den unser lieber her vatter (Kornelius von Lappitz gest.1567, letzter männlicher Lappitz) hat nit auf die lossn pefferseckh gesorgt das sie seine gieter genissen sollten, mer den sein leiblich khint, nun du wirs mit der zeit wol inen werten wie man mit dir ist getreulichen umbgangen mein schaz, du pits mich um rat mein lieb, der rat ist pei dir alain das weis menigkhlich wol, das die hern von Preissing frumb erliche leit sint und wol vermiglicher darzu, sint wir auch sunst 3 mal mit inen pefreundt, 2 mal mit hern Franzen und hern Josten, auch das am geschlecht nichts auszuschlagen ist, so khenst in auch nun pesser den ich habt her Rutolffen nit gesöhen seit er ein khleiner pesser pueb ist gwessen, so ist er auch  zuvor veheirat gewessen, wist on zweiffel wol wie er mit seiner forigen gemahel gelebt hat, und mein schaz du wies auch wol wen man nuer der alten frauen duet versteen das wol mit ier emb zu khumben ist, man mues den alten leiten mer vertraun als jungen, so versich ich mich auch zu zu den herrn von Zernembel (Hans von Tschernembl der Bruder der Mutter und Gerhabe der Marusch ) er wer dir dein pestes nit verhintern, hat er doch seinen pruetern auch ein dochter geben, darzu hab ich auch meinen liebsten heren in dem fal auch rats gefragt, der sagt selber es sei an dem erlichen heren nichts auszuschlagen, aber es verschmacht meinen heren ein wenig, das du im nit auch darumb pegriest hast, aber du pist leichtlich auszuretten, aber mein liebs herz wen es wirt darzu khumben so pit ich dich selber sei du die ursacherin das der von Zernembl meinen heren (Dieser ist wohl auch Gerhabe der Marusch) was darvon duet schreiben ... den mein her ist sunst den herren von Preissing genaigt und ist ser gern umb si, ich wais gewiss als ich leb ist des lieben gots willen das ier paiten zu thaillhafftig wert so werstu mei schaz von dem von Zernembl einen grossen anstoss haben, aber frag du nichts darnach, es wirt wol pesser werten, ist er doch nit unsser hergot das du dich vor im solt ser fuerchten, wen du dem her Rueltolff dust deinen wilen geben er khan dir ja nit weren und zumal wan dus mit der freundtschafft  wilen duest ... darumb rate ich dir aus herzlichem treuen, sagt dir dein herz zu im so nim in im namen gottes ..."
Christina soll den Herrn von Tschernembl bitten ihren Mann zu seiner Hochzeit (Hans von Tschernembl hat sich 1588 zum dritten mal verheiratet, mit Potentia von Schönkirchen) einzuladen, die nahe bei Wien stattfinden soll, so könnten sie sich dort treffen und miteinander reden. Die Schwester ihres Mannes befindet sich noch bei ihr, aber sie hat auch schon einen Mann im Visier, doch gehe es dieser wie ihr, es ist mit Wiederstand des Vormundes zu rechnen, und sie soll den Fetter Friedrich und seine Frau grüßen.
 



Einzelbrief:2
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 2.2.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Christina wünscht ihrer Schwester ein "... glickhlichs saliges freitenreichs neus iar und einen schenen iungen geselen ..."
Sie wäre gerne im Winter zu ihrer Schwester gereist, aber die Unruhen in Polen haben es verhindert. Der erwählte polnische König ist geschlagen worden und man hat lange nicht gewußt wo er gblieben ist. Ihr "herr" hat jüngst gehört, daß er sich nun in Krakau aufhält. Christina möchte von ihrer Schwester wissen ob sie noch beim Herren Friedrich ist und ob der Herr von Tschernembl wieder geheiratet hat. Sie wollte ihr den Brief über ihren Vetter den Herren von Enenkl zukommen lassen, aber der ist nicht zu ihr gekommen. Da sie weis, daß ihre Schwester gut stricken kann, und da sie selbst schon alt ist und sich damit nicht mehr plagen will, bittet sie diese ihr eine Haube zu stricken. Ihr Herr läßt sie grüßen und wünscht ihr alles gute für die Hochzeit, ärgert sich aber, daß er von ihr nicht zur Hochzeit eingeladen wurde. Der Rudolf und die Ändl lassen den Vetter und sie schön grüßen, sie kümmern sich wenig um den polnischen Krieg, der Rudolf ist ein fröhliches Kind, ein rechter Scherffenberger, sie hofft, daß er groß wird.



Einzelbrief:3

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 6.5.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Christina möchte von Marusch wissen, wie sie ihr bei deren Hochzeitsvorbereitungen helfen kann:
"Schwesterliche liebe und treu wis alezeit von mir pereit mein herz alerlibste schwester von got dem herrn winsch ich dier ale glickhselige und ebige wolfart leibs und auch der selen, und wen du mein hertz aler libste frisch und gesunt werst das heret ich von herzen gern, desgleichn wist mich sambt dem lieben heren und den meingen pei zimlicher gesunthait, got der almechtige der wolt es lang darpei erhalten amen. Und khan nit umbgehen dich meine herz libste schwester mit dissen schreiben zu ersuchen und pit gar freuntlichen du welest mich wissen lassen wie es dir geht, ich hab dir vor verschiner zeit pei dem her Wasserfas geschriben, weis gleich nit wie ichs umb dich verdint hab das du mir nichts duest schreiben, villeicht das du nun ein praut pist, pistu mir nun zu stolz mein herz aller liebster schaz, ist dir was vonn neten zu nähen es sei mit seiten oder von strickhwergen schickt miers ich will dirs von herzen gern lassen nähen, nur due mir zu wissen wie es sein solt, aber mit dem geprochen strickhwerg khan ich nichts umbgehen den ich pin zu alt und faul, aber sunst mein herz aller liebste schwester will ich dir von herzen gern helffen in was mir immer miglichen ist, den ich weis wol das einem vil zu der zeit duet von neten sein, wolt got das du nacher pei  mier wärst, von herzen gern wolt ich dir helfen in wo mier nuer miglichen ist, und pit dich auch lass mich wissen wo du nit noch weist wan dein hochzeit wird sein, es wer auch mal zeit das sich der her feter einmal iber dich erparmet und dich auch das deinige genissen liesse, mein hertz aller liebste schwester ich hab dir zuvor geschriben und dich gepeten du solt mir einen strickhzeug zuwegen pringen, ich pit dich gar schen vergis meiner nit, darmit ich will dir witer dienen wan du nur mir duests schaffen, und sei von mir gar herzlichen und freundlicher gegriest und ich pin und pleib allezeit die deinige gehorsam weil ich lieb und due dich und uns ale in den schuz des alerhegsten pefelhen, datumb Wagstat den 6 tag mei im 88 Jar."
 



Einzelbrief:4

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 28.5.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Christina klagt darüber, daß der Hochzeitstermin genau in die arbeitsreichste Zeit fällt, der Herr von Tschernembl (Der Bruder ihrer Mutter) habe den Zeitpunkt absichtlich so ungünstig gewählt. Aber sie wird alles daran setzen ihren Mann dazu zu bringen hinzureisen. Sie wundert sich, daß der Herr von Tschernembl diese Heirat zugelassen hat, ihr Zukünftiger (Christoph von Schallenberg) soll aber einem gutem Geschlecht entstammen, und meint, daß Reichtum dabei nicht wichtig ist.Sie kennt ihn zwar nicht persönlich, doch hat sie nur gutes über ihn gehört.Christina rät ihrer Schwester das Gerede der Leute, die ihr mit dieser Heirat Übles profezeien, nicht ernst zu nehmen.Sie hat dem Herrn von Difenbach einen Brief mitgegeben, und schickt ihr Stoff und ihren Schleier, da sie nichts anderes hat besorgen können.Sie soll ihren Fetter den Herren von Scherffenber und seine Frau grüßen, und auch die Frau von Prag.



Einzelbrief:5

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 8.1.1589 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Christina freut sich über den Angekündigten Besuch, wie ihn Christoph von Schallenberg ihren Mann für die Zeit um St.Bartolomäus angekündigt hat. Sie sollen beide unbedingt kommen, noch hat ihr Herr nicht so viel zu tun wie der ihre, und sie sind beide noch jung genug zum reisen Obwohl sie die letzten drei Monate nicht ganz gesund war, war sie bei der Taufe eines Kindes der Frau von Freudental, wo sie gehofft hat Marusch und ihren Fetter Friedrich von Prag zu treffen.Ihr Mann ist seit acht Tagen beim Landrecht und ihr wird die Zeit lang.Wenn Maruschs Mann, Christoph von Schallenberg, nicht kommen will, soll sie ihn daran erinnern, daß er es ihr zu verdanken hat, daß er sie zur Frau bekommen hat, sie soll nur den Herren Enenkl fragen.
 



Einzelbrief:6

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 1.8.1589 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).

Nach der Abreise der Schwester hat es ein Unwetter gegeben und während ihr Herr mit dem Herren von Prosdorf  (Karten ?) gespielt hat, hat sie sich in die Wanne gesetzt und gebadet bis zum Abendessen. Sie soll dem Herrn Wolf Dietrich von Trautmansdorf ausrichten sie in ihrer Not nicht allein zu lassen. Die Jungfer Johann, Khäz und Metler und die Frau Sofie lassen sie grüßen.
 



Einzelbrief:7

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 28.1.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.

Christina freut sich, daß es allen gut geht aber "... das du dies jar nun 3 mal im khintlpetn pist gelegen, got der almechtige verleih dir witer deine sterkh und helff dir witer auff, ich weis hie ein frau die solche ungesunt eine oder fier nocheinander gehabt, so ist nuer ein meil wegs ein feins verständigs weib die ir den was auff dem leib gemacht hat, ist von stuntan schwanger plieben und ist darnach mit einem jar khinter khumen ... " Marusch hat ihre Schwester um vermittlung einer Magt gebeten, diese meint aber "... es ist halt hie nuer grobs schlesisch volkh wie du selber wol weist, aber dis weib das pei des heren von Diffenpachs dechterl ist gwesen wen dus khinst pekhomen, mich dunckht es wer guet for dich ..." Sie möchte auch wissen ob die merkwürdigen Gerüchte über die Hochzeit des Grafen wahr sind, und was sonst so vor sich geht bei ihnen. Die Jungfer Khiz ist gestorben der Pfarrer vor drei wochen auch, nachdem er den ganzen Winter an der roten Ruhr krank war. Auch eine menge Volk ist erkrankt aber kaum jemand ist gestorben.

Beigelegter Brief an den Christoph von Schallenberg.
  Daß er bisher keinen Boten hat bekommen können um ihr einen Brief zu schicken hält sie für eine faule aussret . Sie bittet ihn seine Frau zu ihr zu schicken, da sie bei ihr sicherer wäre (Erster ÖO Bauernkrieg ) Er soll den Herrn von Opersdorf an die fälligen Zahlungen (Mitgift der Christina ?) an ihren Mann erinnern.
 
 



Einzelbrief:8

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 24.2.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.

Christina wundert sich, daß ihr Mann sie und die Kinder mit nach Wien genommen hat, da es dort nicht sicher ist.(Türkenkrieg, Bauernkrieg ). Sie soll mit ihren Buben zu ihr kommen, damit sie diese auch einmal sehen könne. Marusch habe ihr versprochen, daß sie sich einen aussuchen könne (Christina scheint kinderlos geblieben zu sein).Auch wegen der Textilien soll sie zu ihr kommen, sie wird ihr helfen diese zu besorgen, sie hat eine gute Freundin in Troppau.Ihr Mann reist auch nach Wien und wohnt nur drei Häuser neben dem ihren, sie soll sich um ihn kümmern da er etwas krank ist. Wenn er Heim reist soll sie mitkommen.Wenn sie nur eine kleine Verkühlung hat verursacht ihr der (Nieren ?) Stein große Schmerzen. Sie wird ihr ein Mittel verraten, damit sie wieder schwanger wird. Christina hat die Frau von Opersdorf gebeten für ihre Susanne (Tochter der Marusch?) ein Mieder machen zu lassen, sie soll sie daran erinnern. Wenn diese nicht dort ist soll sie eines aus rotem Leder machen lassen.
 



Einzelbrief:9

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 5.4.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.

Christina berichtet, daß ihr Mann fast gestorben wäre, nun geht es ihm aber schon besser. Die Khrabatische supen sei daran schuld. Seit er heim gekommen ist, sind hundert seiner Reiter daran gestorben. Der Herr von Opersdorf hat ihnen große schwierigkeiten bereitet. Marusch soll der Frau des Reichart Strein für das Pulfer danken und sie soll berichten wie es in Wien mit den Türken steht. (Großer Türkenkrieg 1592-1606) Sie bedankt sich auch für den übersannten Samen, aber bei ihr ist es noch zu kalt für diese Pflanze. Christina berichtet, daß der Bruder ihres Mannes auch totkrankist, und daß sie gerade die Nachricht erhalten hat, daß die Frau ihres Schwagers gestorben ist, sie hinterläßt einen Sohn und  eine Tochter. Den Sohn will ihr Mann zu sich nehmen.
 



Einzelbrief:10

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 22.4.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.

Christina bittet ihre Schwester sich um ihren Mann, der nach Wien reisen wird, zu kümmern, falls er krank wird. Sie selbst kann nicht mit nach Wien kommen, da sie krank ist und der Doktor sie zur Ader lassen will. Sie bittet daher ihre Schwester eindringlich zu ihr zu kommen, da sie sie noch einmal vor ihrem Tod sehen will.
 



Einzelbrief:11

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 5.8.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Leombach (OÖ).

Christiana entschuldigt sich, daß sie nicht zum schreiben gekommen ist, da ihr Mann das Gut Chropin (Mähren) um 104000 fl gekauft hat, und sie damit beschäftigt war dessen Haushaltung zu besichtigen. Das Haus ist ziemlich desolat aber es liegt schön, an einem großen Teich, und hat schöne Gärten. Es haben vorher schlechte wirt dort gewirtschaftet. Christina  und ihre drei Schwägerinnen bitten Marusch hierher nach Chropin zu kommen und jeder einen Hut mitzubringen. Sie wird schon solche aussuchen die ihrem Alter und Stand entsprechen. Hans der Bruders ihres Mannes ist sehr kränklich, sie fürchtet, daß er Wassersucht bekommen wird.Er denkt auch gerade daran eine Dochter zu verheiraten. Sie soll ihr Stricknadeln besorgen und die Frau Seemann Grüßen die ihrem Mann viel Gutes getan hat.Wenn sie vor hat zu ihr zu kommen, soll sie die Frau Seemann mitnehmen.
 



Einzelbrief:12

Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 7.11.1599 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Leombach (OÖ).

Christina ermahnt die Witfrau Marusch (Christoph von Schallenberg ist am 25.4.1597 gestorben) zu ihr zu kommen, solange es noch nicht so kalt ist. Sie bittet ihre Schwester mit ihren Kindern zu ihr zu ziehen, denn hier bei ihr könnten sie günstiger leben, sofern die Gerhaben nichts dagegen haben. Sie findet es allerdings eigenartig, daß man ihr Gerhaben vorgesetzt hat, da es sich nicht um die Güter ihres Mannes handelt, sondern um die ihrigen (Leombach). Sie bittet ihre Schwester Stricknadeln mitzubringen.
 



Einzelbrief:13

Brief vom 14.5.1588 der Helena  von Schallenberg (1560-1630) aus Innsbruck  an ihre zukünftige Schwägerin Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) geheiratet hat.

Helena hat davon gehört, daß Marusch ihren Bruder Christoph heiraten will, und bringt ihre Freude darüber zum Ausdruck, denn sie habe " ... unter vill stattlichen herrn die wahl het hoben khinnen ... " Sie würde gerne zur Hochzeit kommen aber der Hofdienst (Als Hofdame der Frau Erzherzog Ferdinands von Tirol) läßt es nicht zu. Barbara von Sprinzenstein ihre "muem" hat dem Schreiben einige Zeilen mit Glückwünschen beigefügt.
 



Einzelbrief:14

Brief vom 13.2.1586 der Elisabeth von Schönburg geb. Tschernembl aus Penig (Steiermark, Krain ?) an Marusch von Lappitz (1560-1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) heiratet.

Elisabeth möchte von Marusch, ihrer mumb, wissen wie die neue Frau ihres Vaters (Hans von Tschernembl heiratet 1586 Eva Strein von Schwarzenau) ist. Sie bedauert, daß sie wegen der Kinder nicht zur Hochzeit hat kommen können, und bittet Marusch  "... es ist auch mein gar freundlich bitt, den ich auch wol wes, das du gar feine khochbucher hasst, bitt gar ser mein lieb, leich mir eins oder las mirs abschreiben, ich mecht so gern eins haben, vergis ja nicht wils wider umb dich verdinen, wen dus nicht khanst lassen abschreiben bitt schikh mirs nur ich wils lassen thun und dirs on alen schaden wider schicken, den ich mich gerad trauf freih, es mues aber allerlei drin abgeschriben sein von khochen und von einmachen, und von tortten, den wes wol das du ein mesterin bist, den ich hab auch so gar grosse lust darzu, und schreib ja auch hinein wie man das schmalzkhoch machen mus ich habs warlich vergessen, hier machen sie es gar nit, die frau mumb von Stretweeg wes wol, wen ich schwanger geh denkh ich nimber an die traussigen essen, die hiern schmegen mir auch woll, vergis ja nicht ..."
Marusch soll ihren Schwestern Regina Strein und der Frau von Preysing beide geb. Tschernembl ausrichten, daß sie endlich schreiben sollen. Sie freut sich, daß ihre Kinder, sie redet von einer Tochter und einem Sohn, nach ihrem Geschlecht geraten, und so närrisch wie ihre Mutter (Barbara von Starhemberg) sind. Christina hält viel von Maruschs Mann Christoph.
 



 Einzelbrief:15

Brief vom 18.1.1606 der Barbara Enenkel (1585-1610)aus Hohenegg VOWW, Schwester Job Hartmanns und offenbar im Haushalt des ältesten Bruders Georg Achaz zu Hohenegg lebend, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.

Barbara berichtet, daß es der Frau des Bernhard Schiefer wieder schlechter gehe, der habe sich über die Kosten der Krankheit seiner Frau bei ihren Vater (Albrecht Enenkel) beklagt, er habe schon 40 fl für sie ausgeben müssen. Sie selbst ist auch noch krank, sie kritisiert die Ärzte denen immer nur das selbe einfalle, das zur Ader lassen. " ... Ach mein gott hälff mir unser lh gott nur ein mall von docter wie fro wolt ich sein, sie helffen eim das gott erbarm, got mus helfen, es ist mit inen verloren sie brauchen nur einerley sachen und meinen es sei alls mit irm purgirn ausgericht, ich hilt von frauenarzney vil mer, den mir got lob und danckh alle mall bis auf die zeit, wie mein liebe frau schwester wol weis, nichts wehe thuet, drum main ich die frau verstunten wol drauff, den ich iezt gar khein hoffnung mer als meinen gott weil die frau schiffer nichts hilft ..." Marusch habe von Hochzeiten in ihrem Brief gesprochen, aber hier weis man von keiner. Ein ansehnlicher ungarischer Herr ist als Bote zum Fürsten (Mathias in Linz ?) und zum Kaiser in Prag unterwegs, weil ein Frieden mit den Ungarn und Türken abgeschlossen werden soll.(Horner Bund, Bruderzwist) Ein Herr Stubner wird nach St.Pölten zum dritten gerichtstag gebracht, man sagt, daß man ihn hinrichten werde. Es ist der Stubner der so gut "welsch tanzen" kann. Aber man sagt es geschehe ihm unrecht, da er nur ein "schlechtes Grenzhäusl" gehabt habe, so daß man dort schon so sehr an Hunger litt, daß man daran gedacht habe auszulosen, wer von der Besatzung gegessen werden solle. Der der eigendliche Grund ist aber, daß er evangelisch ist. Sein Oberst der Graf von Salm ist bäbstisch und will ihm deshalb Übles. Aber er hatt viele Fürbitter im Land. Es sind zu Winpassing und Hafnerbach Landsknechte einquartiert die viel Übles anrichten. Man weis daher auch noch nicht wann man die Frau Teufel zu Grabe tragen kann und die alte Frau von Trautmannsdorf. Dem Herrn von Teufel hat man schon eine neue Frau gegeben, die Frau von Kuefstein. Ihr Bruder Georg Achaz ist nach Gars hinüber gereist, seine Frau (Anna von Althan) ist daheim geblieben, da sie krank ist, und auch der Herr Hans Kaspar ist krank. Der Herr Ott Friedrich hat die Frau Hoffmann zu Perg geheiratet. Sie schickt dem Wolf Christof einen Zuckerbischof (Kuchen ?) Bezüglich der Dienstboten ist zu berichten, daß der Kutscher Jockl weg ist, die Maria ist zu den Lichtenstein zurück gegangen, die Köchin Bärbl ist aber da geblieben. In letzter Zeit sind viele Leute nach St.Pölten gezogen, der Herr Max Teufel mit Frau, der Herr von Greiß mit Frau, der Hans von Althan mit Frau, der Herr Georg Ludwig von Trauttmansdorf mit Frau, diese nicht wie die anderen für ständig sondern wegen der Seuche.
 



Einzelbrief: 16

Brief vom 17.3.1606 der Barbara Enenkel (1585-1610) aus Hohenegg VOWW, Schwester Job Hartmanns und offenbar im Haushalt des ältesten Bruders Georg Achaz zu Hohenegg lebend, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.

Barbara bittet die Marusch das nächst mal unbedingt mit ihrem Mann zu Besuch zu kommen, denn auf Hohenegg sei es so langweilig. Es giebt auch wenig neues zu berichten, die Schwägerin (Anna geb. Althan frau des Georg Achaz ?) glaubt schwanger zu sein, aber Barbara traut ihr nicht, da sie das schon öfters irrtümlich geglaubt hat. Auch die Frau Mutter wills nicht glauben, auch scheint ihr das Vorhaben der Georg Achazin zwischen Ostern und Pfingsten das Heilbronner Bad zu besuchen nicht für eine Schwangerschaft zu sprechen. Die Bernhard Schifferin ist wieder gesund, doch die Frau von Traun, die schon viele Wochen beim Doctor in St.Pölten in Behandlung ist, noch immer nicht. Sie selbst nimmt die Medizin des Doktors nicht mehr, da diese doch nichts hilft. Die kleine Tochter des Herrn Josef von Prösing, Anna, ist an Pocken gestorben. Sie bittet die Marusch ihr auf dem Linzermarkt "geldt wertter harr" (billigen Flachs ?) um einen Gulden zu kaufen.
 



Einzelbrief: 17

Brief vom 10.1611 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus Hohenegg, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.

Elisabeth berichtet, daß es hier wie dort regnet und sie noch etwas beim Schloss Hohenegg erledigen muß. Obwohl sie ein feuchtes und kaltes Wetter beim lesen gehabt haben, hat es eine große und gute Weinernte  gegeben. Hundert Eimer mehr als letztes Jahr. Sie wird ihn noch eine Weile behalten, da jetzt die armen Weinhauer verkaufen. Sie schickt ihr auch zwei Lagen Weinbeermarmelade, sie ist aber etwas sauer geraten, da die Pflegerin sie gemacht hat . In einer Truhe schickt sie Job Hartmann eine Laugenkanne und eine Schüssel aus Messing, eine Blutschüssel, vier Harngläser und zwei gläserne Kugeln. Sie soll den Wolf  Christof und das Fräulein Tugendlieb (Schallenberg) grüßen.
 



Einzelbrief: 18

Brief vom 9.1612 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus St.Pölten ?, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.

Die Schwiegermutter klagt über Podagra, ihre Füße sind stark geschwollen. Sie soll die Klagen der anderen Rektoren über Georg Achaz (Bruder des Job Hartmann, er war ein enger Vertrauter des Kaiser Mathias und einer der Direktoren im Land unter der Enns) nicht glauben, sie sind ihm seine Stellung neidig, besonders der Herr Schiefer. Sie soll unbedingt zu ihr kommen und ihren Mann mitbringen, denn dieser könnte dem Georg Achaz im Direktorium helfen. Sie würde auch gerne ihren Rat bezüglich ihrer Füße hören.
 



Einzelbrief: 19

Brief vom 25.10.1612 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus St.Pölten, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.

Elisabeth bedauert die Krankheit Maruschs Sohnes, sie selbst war lange so krank, daß sie kaum gehen oder stehen hat können. Sie wurde zur Ader gelassen und das Blut war sehr übel. Sie und ihr Mann sollen unbedingt zu ihr kommen, da sie fürchtet nicht mehr lange zu leben. Ihr Arzt, der Doktor Hofer, ist selbst krank und kann nicht kommen.


REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 41


10 Briefe der Anna geb. Schaunberg (1513-1551), 1530 mit  Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Mann, mit dem sie 18 Kinder hatte. Über sie kam das Schaunbergsche Erbe an die Starhemberg.



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 4.2.1536
Anna bestätigt Erasmus, daß sie ihm den grauen Sammt schicken wird.Sie bittet Erasmus ihr ein drandschtischl  zu schicken.
Er soll eine Medizin vom Doktor für die Madlen (wohl Magdalena 1524-1573 eine Tochter des Hans von Starhemberg 1494-1533) schicken. Wenn der Doktor nach ihrer Heiserkeit frägt, soll er ihm sagen, daß diese kaum noch heiser ist.



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 5.1536.


Anna bestätigt Erasmus, daß sie die Kirschen bekommen hat.
Sie hätte ihm gern Wildpret geschickt (nach Linz ?), aber es sind nur wenige (Untertanen ?) zur jagt gekommen und der Hirsch liegt jetzt im Enndhof.



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 15.6.1536.


Anna giebt der Färberin einen Brief für den Erasmus mit, in dem sich der Brief der Frau von Schaunberg (Regina ?) befindet, den sie schon geöffnet hat.



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 19.6.1536.


Anna schickt dem Erasmus drei Kränze aus Rosen, sie hätte ihm gern mehr geschickt, aber es sind noch nicht mehr aufgeblüht. Die Frau  von Losenstein hat Kirschen geschickt. Sie weis nicht ob sie ihm den Weizen schicken soll, da dieser schimmlig ist. Wenn er ihn doch braucht soll er den Voglfänger schicken, da der Weizen mit der Zeit besser wird. Er soll vom Maierhofer Seife besorgen.



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 21.7.1536.


Anna bestätigt Erasmus, daß sie das Schreiben des Oberndorfer erhalten hat, und darauf wegen der Sache mit den Schafen mit dem Pfleger geredet hat. Dieser meint, daß es gut wäre 8 oder 10 Schafe zu kaufen, da diese zur Zeit noch günstig sind. Sie hat dem Pfleger aufgetragen die kapauner schneiden zu lassen.
(Adeliges Landleben:) ... ich pit euch gar dreulich wen ier was vier warhaft neu zeitung herdt ier welt mier was herein  wissen lassen, den es gleich lanngweilig ist das man so gar  nichs herdt ...
Der Herr Jörg von Lichtenstein hat ihr am Abend noch mehr Birnen geschickt.
Sie hat einen Brief vom Pays (Gregor Payss zu Mitterdorf, Pfleger ?) erhalten, den sie nicht weiterleitet, da er nicht so wichtig ist.Sie schickt ihm einen Kranz aus Nelken, den er ihr zu liebe tragen soll.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 21.7.1536.


Anna teilt Erasmus mit, daß sie den mitgeschickten Brief von der Frau von Schaunberg schon aufgemacht hat.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 24.9.1536.


Anna überlegt was mit Magdalena(1524-1573), Tochter des Hans von Starhemberg (1494-1533) nach dessen Tot sein Bruder Erasmus wohl deren Gerhab  geworden ist, weiter geschehen soll.
Mein herz aller liebster herr, von dem parmherzigen got winsch ich euch vil glickseliger zeit und ales was eur herz pegerdt, wieder hat mier die frau von Starnberg pevolhen euch zu schreiben ob es eur wil noch wär so wolt sie die Matlen mit ier hinein fiern und so fern es eur mainung ist pit ich euch mier das selb aufs peldest schreiben so wolt ich ier mer hematen fierdicher goler und anders machen und auch das grien duech, so man den Ieronymus aus genumben hat, wolt ich ier einen rockh machen lassen, es dünckt mich warlich es wär nit übel vier das dierndll wier mechtens dening über ain ii jar oder wie lang ier wolt wieder heraus nemben, hiemit mein herzen aller liebster herr und gemachl spar euch der parmherzig ebige got gesundt und schick euch mit freiden und gesundt her haim amen, die frau von Starnberg entpeut euch ier freundlich dienst hiemit pevilich mich euch als meien herzn aller liebsten herr und gemachl, und ich pit euch auffs allerhegst wan ier daust kain gueten wein habt, ier welt umb gueten wein herein schüken und eur selbs verschonen, d. dm. Wiltperg am sundag vor michahelis im 36 jar.
Mein h. aller l. herr und gemachl es hat
der pfleger von Pirchenstain heidt ein
prieff herab geschickt den ich euch hiemit
schicken due   eur gehorsame Änndl



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 14.11.1536.


Anna teilt Erasmus mit, daß der Bub des Hans Schoten ein Sammtbarett und zwei Hauben gebracht hat.
... mein herz aller liebster herr seit gedacht auff die schpezerey als mandl weinpeer und zubeben auch zuker und marzipann auch konfekt ...
Sie wird die gewünschte Truhe mit dem Stallknecht zu ihm schicken.



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz 15.11.1536.


Anna bespricht mit Erasmus Hochzeitsangelegenheiten der Elisabeth, die 1536 Marquart von Kuenring heiratet, Tochter des 1533 verstorbenen Hans von Starhemberg und der Susanna geb. Polheim, deren Kinder Gerhab Erasmus war.
... die seiden war sambt dem gulten duech hab ich empfangen und wen der schneiderwider von Linz kumbt weliger der hinaus ist und den underzug aus nymbt so will ich von stundan morgen wies get anheben lesen der Elsen und mier auch mein herz aller liebster herr als ier mier schreibt das die Els ains weissn paret pedirftig wer sein zu ierem weissen damaschg so las ich euch wissen das sie zu dem weissen damaschg kain paret dregt sundern ainen kranz den sy in zu dem zamgeben anlegen mues, auch als ier maindt das sy ains roten paret pedirfftig sein wer, so ist es meines achtens nit von neden, den warlich das ein schens paret ist auch, so ist das ein schenns das sy vor hat mit der perlen seum wie wol es auch nur schwarz ist verleicht es ier, als pleibt der schmuk so darauf ist, wan ier aber gern wolt das sy ain rotz zu dem rot samendt rokh het, so megt ier ier wol ains nemben lassen da gar nichts auff ist das man ier darnach den schmukh darauff mach, selches hab ich euch auf eur schreiben also ansageb welen ...
Der Pfleger hat sich an Anna wegen einer nicht besetzten Pfarrstelle gewandt:
... auch mein herz aller liebster herr hat der pleger mit mier geret von wegen der pfarr zu Gallneukirchen und vermeind es wer der pfarrgemein peschwärlich sein also on einen pfarrer zu sein und hat mich gepäten euch zu schreiben und wie es euch am pesten gedeicht, vermaind auch wol wen ier mit dem Kazprenner reten liesst er schliegs nit ab, doch ein wenig weil pis man umb einen andern säh, den es warlich mit den kinder dauffen sacramendt raichen und andern zeremonyen rein peschwärt sach sein wür ...
Sie möchte wissen ob ihr Bruder wirklich ins Warmbad gereist ist.



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an  ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 22.11.1536.


Anna bedankt sich bei Erasmus für die Feigen, den Strizl und das Getreide. Ihr Husten ist besser geworden.
Sie hätte gerne schwarzen Sammt für den braunen Rock.



REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 42


39 Briefe der Regina geb. Polheim verwitwete Schaunberg (1520-1572), 1553 mit  Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Mann, ihren Sohn, Schwiegertochter und Pfleger.



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 16.12.1554 aus Wildberg.


Regina bittet Erasmus die mitgeschickten Briefe an ihren Bruder Andre von Polheim mit dem Stallburschen weiterzuschicken.



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 24.7.1555 aus Wildberg.


Regina freut sich, daß Erasmus gut in Kirchberg angekommen ist.
Sie selbst ist erst am Montag von Waldenfels zurückgekommen, hat aber die Glashütte nicht besucht.
... es ist herobn vast ein schendlich regen wetter ...
Der Wolf von Polheim (Pfandinhaber von Waldenfels) ist mit einem Wagen von Enns dorthin gefahren, und ist vom Regen sehr krank geworden. Es ist aus Linz ein  ... hauptmanischer pefellch ... gekommen, den sie ihm übermittelt.



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus aus Ulrichkirchen vom 24.7.1555.


Regina erzählt, daß sie mit der Frau von Kuenring (Elisabeth geb. Starhemberg, Frau des Marquart von Kuenring) nach Waldeskirchen gereist ist, und dort auf ihn gewartet hat. Dorthin ist auch Oswald von Eizing gekommen, und hätte ihn gern getroffen. Morgen reist sie zu ihrer Schwester (Johanna, Frau des Ulrich von Scherfenberg Burghauptmann in Wiener Neustadt ), der Frau von Scherfenberg. Er soll wegen seiner Tochter (Anna Maria,  geb.1537, hat am 12.5.1554 Siegmund geheiratet) mit Herrn Siegmund von Dietrichstein reden.



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 13.4.1556 aus Linz.


Regina bringt ihre Freude über Ersamus gute Ankunft in Prag zum Ausdruck. Sie selbst war in Wels bei ihrer fraintschaft (Polheim), allen geht es gut. Paul Jakob (von Starhemberg ?) wollte auch kommen, aber er hat sich wegen einer Krankheit entschuldigt. Seine beiden Söhne Heinrich (1540-71) und Gundaker (1535-85) haben geschrieben, daß es ihnen gut gehe (Bildungsreise ?). Morgen wird sie mit den Kindern nach Wildberg zurückkehren. Die Frau von Landau läßt ihn grüßen.
Der junge Herr Otto von Traun ist aus dem Krieg in Welschland zurückgekehrt.



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 9.7.1556 aus Wildberg.


Regina berichtet, daß sie über den Hauspfleger den Brief von ihm empfangen hat, und schickt ihm die 24 fl sowie den Brief vom Herrn von Sprinzenstein. Er soll nicht vergessen am St.Johanstag nach Sprinzenstein zu reisen.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 9.9.1557 aus Wildberg.


Regina hofft, daß Erasmus gut von Passau weggekommen ist. Seine Sachen hat der Doppler (Pfleger von Wildberg) von Passau abgeholt, und ein Schreiben mitgebracht, aus dem sie entnimmt, daß der Doktor (?), der oberste passauer Kanzler, ihm mit Rat und Tat behilflich war (Lehensachen ?). Er soll bei der Pöglin und der Witwe Lichtenstein vorbeischauen. Ihr und ihrem ... jungen hauffen ... (Erasmus hat von seiner ersten Frau Anna von Schaunberg 18 Kinder von denen zu dieser zeit noch 9 leben) geht es gut. Erasmus soll beim Essen und Trinken aufpassen,  ... dan der grest reichtum in der weltt ist gesunhaitt ... Die Tochter schreibt, daß es ihr gut geht.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus vom 30.10.1557 aus Wildberg.


Regina schickt Erasmus mit dem Brief ein vergessenes Kollier nach. Er soll sich mit dem Essen und Trinken in Acht nehmen.



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Mann Erasmus aus Wildberg ? von 1559 ?


Regina ist mit dem Testament einverstanden, wie es Erasmus und der Graf Wolf von Schaunberg (starb am 12.6.1559 als letzter männlicher Schaunberger) ausgehandelt haben. Die Pflegerin ? hat von ihrer Tochter (Anna Maria) Nachricht, daß es deren Mann (Sigmund Georg von Dietrichstein) schlecht geht, und bittet sie, die Pflegerin zu ihr zu schicken.



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihre Schwägerin Paula geb. Ortenburg, 1551 verheiratet mit Paul Jakob von Starhemberg aus Wildberg vom 14.10.1556.


Regina bittet Paula die Frau Hoburg oder eine andere Hofdame in Prag nach einem bestimmten Rezept für Quitten zu fragen.



Einzelbrief:10

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Schwager und Fetter Paul Jakob von Starhemberg aus Wildberg von 1556.


Regina bedankt sich bei ihrem Schwager für das ihr geschickte Reh. Sie wünscht ihm gesunheitliche Besserung.
Wegen der Angelegenheit die er mit ihrem Mann zu besprechen hat, kann sie ihm nur sagen, daß er am Samstag oder Sonntag nach Wildberg kommt, aber er muß gleich zum böhmischen Landtag nach Prag weiterreisen, er hat daher keine Zeit bei ihm auf  Pürnstein vorbeizukommen. Sie wird ihm ein oder zwei Hasen schicken



Einzelbrief:11

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wildberg vom 22.1.1560.


(Bildungsreise)
Mueterliche lieb und treue zuvor, freundlicher mein hertz lieber son Erasm, gottes göttliche genadt sambt vill gesunder zeyt wünsch ich dier, und wo es euch allen an gesundt woll erginge wär mir eine sunderliche freidt zu heren. Alhie wiß dein lieben hern vattern mein liebsten hern und gemachl, bey schwachen wesen (stirbt am 8.10.1560) also das er nit gen mag, sunst stet es gott lob umb die ander freundtschafft so alhie bey einander sein woll, der almechtige gott welle ferrer sein gnadt zu guetem mit thaillen. Ich schreib dier lieber ee und mermaln, also mangeld es an den poten, aber mein lieber her, dein her vatter, und ich versechen unns ganntz du werst in deinem studieren mit vleis vortfaren, und in allen guetten tugendten und sitten zuenemben und aufwaxen, alsden wo ein solches lob von dier geben wuerd, wär mein lieber herr vorhabens auf den früeling dich weitter zeschicken, und verrer dein nutz nach studiern lassen, wollest aufs eyst herab schreyben, und wissen lassen, ob ander mer von eurer schuell weitter zu studiern geschickht wuerden, jetzt nit mer, dann wellest von mier meine lieben jungen vettern Polheim und Schärffenberg ganntz freundtlich gruessn. Ich hett meinen lieben ziechsun, den Seyfridt, was geschikht, also will ichs sparen bis zu dem ostermarkht wils gott mues der khirchtag des schener wern, damit bin und bleib ich dein dreue muetter, die gnadt Christy mit uns allen. Datum Wildperg den 12 tag january anno im 60 jh
         Regina frau von Starhemberg
                     d d muetter



Einzelbrief:12

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg vom 28.4.1560 aus Wildberg.

(Bildungsreise)
Mueterlieb und dreu sambtt als guets wis jeder zeitt von mir zuvor, freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dein schreiben hab ich zu zbay mal neulichen empfangen und daraus erstlich gern eur aller gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig wöl euch noch verner lang derpei erhalten , auch aus andern schreiben und anzaigen vernomben das du wol studirst, welches meinen lieben hern dein her vatter ain sunderlichs geffalhen ist, und will als verner dich zu deinem nutzen und gueten lenger dich dapei erhalden, und verner es sei gen Straburg oder anderswo dich zu lernen und studiern schikhen und verlegen, wölst noch ein zeitt gedultt haben, wart mier das erkhundig wie du zu Straspurg unnder magst khumben, mein lieber sun der Hainrich dein pruder ist nunmer wie ich hoff in Francreich und wirtt witer wie ich härtzlich hoff sein zeitt nitt vergeblich oder umbsunst verffeiren und verner das studium ausweln, darzu gott sein genadtt verleihen wol und ime vor aln ibel genedig pewarn wol amen, es zichen ietz di zwen jungen Lossenstainer auch in eur schul gen Regenspurg, sein sunst gar  feine wol khundett und zogen knaben zwen, wölst dich der selbigen dugendtt und zuchtt auch annemben, dan es stett gar wol wo weishaitt und zucht pei einander ist, auff dein pegern schikhett ich dir gern ein samedes hiedl, hab aber iezt zu Lintz khain rechs pekhumben khinen aber ains gefrimbtt, sol dir auffs eist hie nach khumben, ain dhalher wärst du von dem jungen von Lossenstain zu empfahen, seih und leg das geltt nitt unutz an, dan es ist paltt gewantt, iezt nitt mer, dan mein her wirtt dir sambtt dem prueder auffs eist sein wilhen schreiben lassen, dhue dich in di pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelhen, gries von mir den Seyffritt und Sigmundtten Ludwig, will im paltt was schicken, ist mir iezt gar zu ällentt, da. Wildp. Den 28 dag aprielus im 60 ist
                Re. f. von Starhemberg
                       d d muetter



Einzelbrief:13

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 29.8.1560.


(Bildungsreise)
Mueterlich lieb und dreu zuvor freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dem schreiben den 6 dag augusti zu Regenspurg ausgangen hab ich die vergangen dag zu Lintz empfangen, und daraus erstlichen gern eur aller gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig erhalde euch langweri derpei, alhie stett es mitt mein lieben hern dein hern vatter ietzt zimblich wol (stirbt am 8.10), hof zu gott es wer noch peser wern, sunst ist mein lh und gemahel noch ganz pedachtt dich verner zu studirn auf Dol (Dole in der Freigrafschaft Burgund) zu schikhen, weil andre auch dahin geschikhtt wern,  und die selbigen zuvor am erst herabprachtt wern soln, will ich vermanerin sein das du auch erfortterst, wolst derwegen der klaider halben einsteln so vil als du khannst geraden, solst als dem her zaimbtt damitt versehen wern, doch soltt du mitt dauglicher klaidung und notturfft versehen sein, und wol es schlecht ist so pringtt es doch eben vil, derwegen wolst achtsam und sauber mitt deiner hab umbgen, dan es stet der jugentt wol an wo sie selb was khan zuratt haben und denkhen, schikh dir hirneben ein sameden huett, den wolst pehalden und von meintwegen dragen, du wirst sunst auffs eist schreiben und erinderung haben an meinern lieben hern und gemachel wie du es verner dein pegern nach der klaidung halben halden solst, jetzt nitt mer, dan dhue dich und uns samendlichen in die genadtt und pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelchen und schreib aufs eist zu offt mal herab, darffs khainer copein nitt, dan die ibung macht den schreiber guett, alzeitt dein mitt willigen gemitt, dat. Wildp. Den 29 dag augustus im 60 jar
                           d d muetter
                  Re. f. von Starhenberg



Einzelbrief:14

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 4.12.1560.


(Bildungsreise)
Freundtlicher lieber son Erasm, dir sein mein muetterliche treu unnd alles guets von mir zuvor, ich habe von dir drey schreiben nacheinander empfangen unnd neben annderen innhalt das du bey guetem gesundt bist, darbey dich der almechtig got lennger mit gnaden erhalten wölle, sonnders gern unnd mit freyden vernomben, das ich dier aber bisher auf solche schreiben nit geantwurth unnd widergeschriben, ist allain aus manngl der potn underlassen worden, nachdem ich nun anjezo gelegenhait bekhomen hab ich dier zeschreiben nit underlassen wöllen, und schickh dier hiemit auf dein begern ain fuxens fuetter zu ainem rokh, das waistu zuempfahen unnd dier dasselb zu deinem gefallen machen zelassen, was sonsten dein schreiben betrifft unnd das du wo dieser zeyt deine brueder sein zu wissen begerst will ich dir nit verhalten, das dein bruder her Rüdiger zu Österreich zu Schönpüchl (bei Melk) mit haus ist, unnd her Gundakher alhie zu Wildperg bleiben wirdet, her Hainrich ist noch zu Frannkhreich zu Orliennz, so ist der Gregor auch schon aus dem lanndt und wiederum beym grafen zu Mannsfeldt am hof mit dem er schon hinein inns Niederlandt gen Prissel, waist dich derhalben so du inen ainem schreiben wildt darnach zu richten, sonderlich säch ichs gern das du deinen bruedern Hainrichen geschrieben unnd dich zu Regenspurg beim Andreas Wolfen oder annderen mit was gelegenhait wan von dannen aus potschafft möchte hinein haben erfragt und mir solches mit ehisten zu wissen gethan hettest, wollte ich alsdann meine schreiben an her Hainrichen auch hinauff gen Regenspurg verordnen, auf das sie miteinander hinein befürdert werden, sonnsten wais ich dir dieser zeytt nichts zu schreiben allain das ich deine brüder und schwestern und wir alle gott lob noch bey guetem gesundt, das auch ich unnd deine brüder dich zu negst khummenden ostern herabzunemben unnd an andern orth weitter zu befurdern bedacht sein, wie du denn von deinem bruedern herrn Gundtakharn merers schriftlichen vernemben wierdest, wollest demnach mitler zeyt in deinen studiis vleissig sein unnd darinnen wie bisher erlich fortfaren, solches hab ich dir auf dein schreiben nit verhalten wollen, hierneben was dier von mier muetterlicher lieb ist unnd sey du sambt unns allen in gottes schuz und schirmb bevolchen,
d Wildp. Den 4 tag decemb. Anno 60
                                  Regina frau von Starhemberg
                                  geborene von Polhaim witfrau



Einzelbrief:15

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 19.7.1563.


Regina ( Witwensitz in Wels) macht Erasmus heftige Vorwürfe wegen 60 fl die er unbedacht und ohne Absprache in Linz für Schuhe und Kleider ausgegeben hat.



Einzelbrief:16

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70)  aus Wels vom 29.4.1567.


Regina ( Witwe in Wels) bittet den Erasmus dem Herrn Benedikt, bisher Priester (Prediger ?) in Neukirchen (bei Wels) für ein Jahr in Hellmonsöd (Erbbegräbnisstätte der Starhemberg bei Linz) anzustellen, bis er etwas besseres gefunden hat.
Regina erinnert Erasmus daran, daß er dazu verpflichtet ist ihr 125 fl zur Vorbereitung der Hochzeit seiner Schwester Elisabeth ( Diese heiratet am 15.7.1568 Ludwig von Polheim) zu geben. Er soll sich auch darum kümmern  Geld zu ihrer Abfertigung zusammenzusparen.



Einzelbrief:17

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 9.6.1567.


Regina ( Witwe in Wels) hofft, daß Erasmus sich darum bemüht möglichst viel Wildpret zu besorgen (für die Hochzeit seiner Schwester ?). Er soll auch in Linz die Witwe Polheim, deren Mutter und Schwägerin fragen, ob sie nach Wels zur Hochzeit kommen, da sie eine Unterkunft besorgen muß.



Einzelbrief:18

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 21.1.1568.


Regina ( Witwe in Wels) ermahnt Erasmus das eingenommene Geld gut anzulegen, und nicht zu vergessen ihr die 44 fl, die er ihr noch wegen der Hochzeit seiner Schwester schuldig ist, zu bezahelen. Er soll sich auch um das ihr zustehende Getreide (Witwenversorgung ?) kümmern.



Einzelbrief:19

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) vom 17.9.1568 aus Wels.


Regina ( Witwe in Wels) meint, daß er recht daran getan hat es (Hochzeitladschreiben ?) abzuschreiben, denn bis  zum 3. Oktober (Erasmus heiratet die Katharina von Waldburg) wird sie nicht fertig. Sie wird ihm Geschirr und was er sonst noch braucht schicken. Er soll es unterlassen teure Kleider zu kaufen, denn diese kosten viel und gehen schnell kaputt. Man braucht nie so viele wie man meint, mit wenigen kommt man auch aus.



Einzelbrief:20

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 25.12.1568.


Regina ( Witwe in Wels) schickt Erasmus die ihm zustehenden 87 fl von den 200 Taler Einnahmen aus der (Aschacher ?) Maut. Sie ermahnt ihn endlich besser Haushalten zu lernen.



Einzelbrief:21

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 3.8.1563 aus Wels.
Regina ( Witwe in Wels) berichtet, daß sie, wenn ihre Schwester sie weg läßt, mit der Tschernembl über Enns nach Steyer kommen wird.Wenn er etwas für seine Reise nach Wien und Preßburg braucht, soll er es ihr sagen. Sie wird ihm ein Reisebett besorgen, zwei sollen ihrer Meinung nach noch auf Wildberg sein.



Einzelbrief:22

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 28.10.1563 aus Wels.


Regina bittet Heinrich seinem Bruder Gundaker von seiner Ankunft in Linz zu melden, und diesem zu berichten wie es der Schwester in Hollenburg geht.



Einzelbrief:23

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 3.11.1563 aus Wels.


Regina teilt Heinrich mit, daß sie über Parz nach Peuerbach reisen wird. Er soll sich nach Wildberg begeben und die Schaunbersche Angelegenheit regeln.



Einzelbrief:24

Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 10.12.1563 aus Wels.


Regina berichtet Heinrich vom Schreiben seiner Schwester (Anna Maria) aus Hollenburg, und daß es ihrem Mann, dem Herrn von Dietrichstein, noch immer schlecht gehe. Der Kaiser (Ferdinand I) hat Anna Maria einen Brief geschrieben, worüber ihn diese selbst mehr schreiben wird. Die Frau des Christoph Jörger (Barbara geb. Harrach) ist auf Pernstein gestorben.



Einzelbrief:25

Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) aus Wels vom 7.11.1564.


Rosina bittet Heinrich ihrem Bruder Siegmund von Polheim wegen einer Religionsangelegenheit gegenüber dem Landeshauptmann beizustehen, er soll Mittwoch  Früh in Linz sein.



Einzelbrief:26

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 8.9.1565 aus Wels.


Regina hat die ihr zugesannten Briefe durchgesehen und meint bezüglich des  Streites mit Herrn Adam Hoffmann, daß die Angelegenheit mittels zwei Personen aus der Freundschaft geschlichtet werden sollte. Man kann Herrn Adam das Geld nicht vor Ende des Jahres geben, aber der Zehent steht seinen Brüdern Gundaker und Andre nicht zu. Mit den Herren Adam und Dietmar von Losenstein hat man sich schon verglichen. Der Herr Aspan ist in den Dienst der (niederösterreichischen ?)  Regierung getreten, und wird deswegen zu Mitterfasten nach Wien reisen.



Einzelbrief:27

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) aus Wels vom 11.1.1565.


Regina bedankt sich bei Heinrich für das ihr zugesannte Wild und die Wandteppiche. Sein Bruder Gundaker war bei ihr in Wels und ist weiter nach Schwaben gereist.



Einzelbrief:28

Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 4.4.1563.


Regina klagt Magdalena, daß es schon sommerlich heiß ist , und ihr die Rosmarienstöcke eingegangen sind.
Sie würde sich freuen wenn Magdalena zur Osterpredigt nach Wels kommen würde, da der Prediger Melchart hier so schön predigt. Magdalena soll auf die Truhe mit dem Silbergeschirr im Gewölbe gut aufpassen, denn ... dem sun herr Gregöring was in solchen gwelbel auffprochen worn, ist nit guet unnd denkh es sey durch ein menschen der vermaint hat was mehrers oders bössers darin ze finden beschehen, unnd wär billich ain solcher pueb darumb ze straffen, sol auch derwegen zu Willperg nachforschung beschehen ... Sie soll den Weber daran erinnern ihr auf dem Linzermarkt die ... geschachten sarvet ...zu bringen.



Einzelbrief:29

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 19.8.1563 aus Wels.
Regina verspricht ihrer Schwiegertochter Magdalena ihr ihre Stieftochter Magdalena (1541-74) nach Linz zu schicken, zur Zeit ist diese noch in Steyr. Dem Herrn Melchart (Prediger in Wels ?) wird es, so hofft sie,  bald besser gehen, ... das ich hoff unnsser lieber her gott wer si iber uns erparmben und sein heilligs wares gottlichs wortt nit von uns nemben, welches den in der weltt der pest und hest schaz zu raiden ...



Einzelbrief:30

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 1.9.1563 aus Wels.


Regina bringt ihre Freude darüber zum Ausdruck, daß Magdalena ihre Tochter in Windegg (Sitz Christoph von Tschernembls im Mühlviertel) besucht hat. Sie ärgert sich darüber, daß der Weber fortgezogen ist, ohne ihren Vorhang fertigzumachen, obwohl sie schon bezahlt hat.



Einzelbrief:31

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 27.9.1563.
Regina verspricht ihrer Schwiegertochter, daß sie ihr sofort schreiben wird, wenn sie etwas über ihren Mann hört.
Regina schickt Magdalena die versprochenen Nelkenstöcke. Die Frau von Landau hat ihren Sohn hierher begleitet, der nun mit dem Herrn von Losenstein eine Welschlandreise antritt.



Einzelbrief:32

Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 15.11.1563 aus Wels.


Regina berichtet Magdalena, daß sie in Peurbach (Sitz ihres Stiefsohnes Gundaker) bei ihrer Schwägerin (Susanna geb. Hohenfeld) gewesen ist, und es dieser gesundheitlich nicht gut gehe. Wie sie heute über Parz nach Wels gekommen ist, wollte man sie nicht zu ihrem Haus lassen, und ein Kind hat Fieber bekommen (Epidemie ?). Sie schickt ihr und ihrem Mann Heinrich Käse.



Einzelbrief:33

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 15.12.1563.


Regina berichtet, daß ihre Schwägerin, die Frau von Polheim (Elisabeth ?), von Peuerbach heimgekommen ist, und diese sagt, daß es der Frau des Gundaker noch immer schlecht gehe.



Einzelbrief:34

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat vom 4.4.1565 aus Wels.


Regina will mit Magdalena persönlich darüber reden ob ihre Stieftochter zu ihr kommen dürfe ... hab sorg sie wür euch wenig dienstlich sein khinen und pei euch gar zu guett dag und leben, das mensch will genisen undt haben wo sie also der leitt gewar wur, wuert pei mir darnach  khain guett dhain ... Die Frau des Gundaker (Susanna geb. Hohenfeld) hätte gerne Spica aus Wildberg. In Peuerbach geht es dem Hans Ulrich (1563 geb. Sohn des Gundaker) nicht gut. Dem Herrn Melchart (Prediger in Wels) geht es gesundheitlich wieder besser.



Einzelbrief:35

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg), die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 6.2.1565 aus Wels.


Regina bedankt sich für ein Magenpulfer bei Magdalena, und will wissen wieviel sie davon einnehmen muß.
Dem Herrn Melchart (Prediger in Wels) geht es gesundheitlich sehr schlecht.



Einzelbrief:36

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat vom 13.6.1571 aus Wels.


Regina bedankt sich bei Magdalena wegen einer Fuhre Lebensmittel und Bier. Sie wird versuchen zur Hochzeit nach Enns zu kommen, nicht wegen der Vergnügungen sondern um sie zu sehen. Sie ist betroffen vom plötzlichen todt des Herrn Haim. Sie hat heute das Bier probiert, es ist ganz sauer und wässrig. Regina möchte ihren kleinen Enkel (Hans Ulrich) wieder sehen.



Einzelbrief:37

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger Pfleger Christoph Doppler aus Wildberg vom 7.7.1560.


Regina meint, daß man mit Rüdigers Angelegenheit (Hausstandgründung ?) noch warten soll. Die Angelegenheiten (Erbe der Schaunberg ?) mit Passau und den Lichtenstein sowie der Witwe in Eferding (Anna von Schaunberg) ist nicht so ernst zu nehemn, denn ... man mus dem deuffl nitt so hartt virchtten, als man schwarz maltt ... Man soll abwarten ob der Leithund brauchbar ist.



Einzelbrief:38

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger Pfleger Christoph Doppler aus Wildberg vom 12.3.1561.


Regina bestätigt, daß sie die Kopie des Hochzeitbriefes (Hochzeit des Gundaker ?) und die Abschrift der Kirchbergschen Schriften erhalten hat. Der Pfleger soll den Gundaker ermahnen, damit es sich dieser gut  überlegt 5000 fl vom Königsmark in Wels auszuleihen. Das Hündchen, das er ihr geschickt hat, gefällt ihr nicht so gut wie jenes, das sie bei ihm gesehen hat, aber sie wird es behalten bis das andere kommt.



Einzelbrief:39

Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger und Riedegger Pfleger Siegmund Vierher vom 2.2.1572 aus Steyr. (Mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder). (vgl. LA-Magdalena1)


Regina bittet den Vierer ihre Sachen von Riedegg nach Linz zu bringen, von wo sie mit einem Knecht weiter nach Eferding gebracht werden sollen. Sie will dem Wilhelm von Losenstein bei seiner Hochzeit behilflich sein, und bittet daher den Pfleger Rebhüner, Hasen und dergleichen zu jagen oder zu besorgen. Er soll auch 20 Hennen töten und am Freitag vor Fasnacht nach Enns bringen lassen.
...von wegen des Retl hantlung unnd ist der wegen mein rechter ernst, das ich, wo er sein zuesagen nit nachkhumbn wird, imen zu khainem stiftman oder underthan nit haben will ...
Die Schweine will Regina noch länger behalten, bis sie wieder in Eferding ist, seine hausfrau  soll sich darum kümmern.
Sie drückt ihr Bedauern über die Krankheit seiner hausfrau  aus, und schickt ihm für diese ein pilferl  gegen das Fieber.


REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 42


10 Briefe der Regina geb. Polheim verwitwete Schaunberg (1520-1572), 1553 mit  Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Stiefsohn Erasmus II. von Starhemberg.


Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wildberg vom 22.1.1560.


(Bildungsreise)
Mueterliche lieb und treue zuvor, freundlicher mein hertz lieber son Erasm, gottes göttliche genadt sambt vill gesunder zeyt wünsch ich dier, und wo es euch allen an gesundt woll erginge wär mir eine sunderliche freidt zu heren. Alhie wiß dein lieben hern vattern mein liebsten hern und gemachl, bey schwachen wesen (stirbt am 8.10.1560) also das er nit gen mag, sunst stet es gott lob umb die ander freundtschafft so alhie bey einander sein woll, der almechtige gott welle ferrer sein gnadt zu guetem mit thaillen. Ich schreib dier lieber ee und mermaln, also mangeld es an den poten, aber mein lieber her, dein her vatter, und ich versechen unns ganntz du werst in deinem studieren mit vleis vortfaren, und in allen guetten tugendten und sitten zuenemben und aufwaxen, alsden wo ein solches lob von dier geben wuerd, wär mein lieber herr vorhabens auf den früeling dich weitter zeschicken, und verrer dein nutz nach studiern lassen, wollest aufs eyst herab schreyben, und wissen lassen, ob ander mer von eurer schuell weitter zu studiern geschickht wuerden, jetzt nit mer, dann wellest von mier meine lieben jungen vettern Polheim und Schärffenberg ganntz freundtlich gruessn. Ich hett meinen lieben ziechsun, den Seyfridt, was geschikht, also will ichs sparen bis zu dem ostermarkht wils gott mues der khirchtag des schener wern, damit bin und bleib ich dein dreue muetter, die gnadt Christy mit uns allen. Datum Wildperg den 12 tag january anno im 60 jh
         Regina frau von Starhemberg
                     d d muetter



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg vom 28.4.1560 aus Wildberg.

(Bildungsreise)
Mueterlieb und dreu sambtt als guets wis jeder zeitt von mir zuvor, freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dein schreiben hab ich zu zbay mal neulichen empfangen und daraus erstlich gern eur aller gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig wöl euch noch verner lang derpei erhalten , auch aus andern schreiben und anzaigen vernomben das du wol studirst, welches meinen lieben hern dein her vatter ain sunderlichs geffalhen ist, und will als verner dich zu deinem nutzen und gueten lenger dich dapei erhalden, und verner es sei gen Straburg oder anderswo dich zu lernen und studiern schikhen und verlegen, wölst noch ein zeitt gedultt haben, wart mier das erkhundig wie du zu Straspurg unnder magst khumben, mein lieber sun der Hainrich dein pruder ist nunmer wie ich hoff in Francreich und wirtt witer wie ich härtzlich hoff sein zeitt nitt vergeblich oder umbsunst verffeiren und verner das studium ausweln, darzu gott sein genadtt verleihen wol und ime vor aln ibel genedig pewarn wol amen, es zichen ietz di zwen jungen Lossenstainer auch in eur schul gen Regenspurg, sein sunst gar  feine wol khundett und zogen knaben zwen, wölst dich der selbigen dugendtt und zuchtt auch annemben, dan es stett gar wol wo weishaitt und zucht pei einander ist, auff dein pegern schikhett ich dir gern ein samedes hiedl, hab aber iezt zu Lintz khain rechs pekhumben khinen aber ains gefrimbtt, sol dir auffs eist hie nach khumben, ain dhalher wärst du von dem jungen von Lossenstain zu empfahen, seih und leg das geltt nitt unutz an, dan es ist paltt gewantt, iezt nitt mer, dan mein her wirtt dir sambtt dem prueder auffs eist sein wilhen schreiben lassen, dhue dich in di pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelhen, gries von mir den Seyffritt und Sigmundtten Ludwig, will im paltt was schicken, ist mir iezt gar zu ällentt, da. Wildp. Den 28 dag aprielus im 60 ist
                Re. f. von Starhemberg
                       d d muetter



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 29.8.1560.


(Bildungsreise)
Mueterlich lieb und dreu zuvor freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dem schreiben den 6 dag augusti zu Regenspurg ausgangen hab ich die vergangen dag zu Lintz empfangen, und daraus erstlichen gern eur aller gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig erhalde euch langweri derpei, alhie stett es mitt mein lieben hern dein hern vatter ietzt zimblich wol (stirbt am 8.10), hof zu gott es wer noch peser wern, sunst ist mein lh und gemahel noch ganz pedachtt dich verner zu studirn auf Dol (Dole in der Freigrafschaft Burgund) zu schikhen, weil andre auch dahin geschikhtt wern,  und die selbigen zuvor am erst herabprachtt wern soln, will ich vermanerin sein das du auch erfortterst, wolst derwegen der klaider halben einsteln so vil als du khannst geraden, solst als dem her zaimbtt damitt versehen wern, doch soltt du mitt dauglicher klaidung und notturfft versehen sein, und wol es schlecht ist so pringtt es doch eben vil, derwegen wolst achtsam und sauber mitt deiner hab umbgen, dan es stet der jugentt wol an wo sie selb was khan zuratt haben und denkhen, schikh dir hirneben ein sameden huett, den wolst pehalden und von meintwegen dragen, du wirst sunst auffs eist schreiben und erinderung haben an meinern lieben hern und gemachel wie du es verner dein pegern nach der klaidung halben halden solst, jetzt nitt mer, dan dhue dich und uns samendlichen in die genadtt und pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelchen und schreib aufs eist zu offt mal herab, darffs khainer copein nitt, dan die ibung macht den schreiber guett, alzeitt dein mitt willigen gemitt, dat. Wildp. Den 29 dag augustus im 60 jar
                           d d muetter
                  Re. f. von Starhenberg



Einzelbrief:4

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 4.12.1560.


(Bildungsreise)
Freundtlicher lieber son Erasm, dir sein mein muetterliche treu unnd alles guets von mir zuvor, ich habe von dir drey schreiben nacheinander empfangen unnd neben annderen innhalt das du bey guetem gesundt bist, darbey dich der almechtig got lennger mit gnaden erhalten wölle, sonnders gern unnd mit freyden vernomben, das ich dier aber bisher auf solche schreiben nit geantwurth unnd widergeschriben, ist allain aus manngl der potn underlassen worden, nachdem ich nun anjezo gelegenhait bekhomen hab ich dier zeschreiben nit underlassen wöllen, und schickh dier hiemit auf dein begern ain fuxens fuetter zu ainem rokh, das waistu zuempfahen unnd dier dasselb zu deinem gefallen machen zelassen, was sonsten dein schreiben betrifft unnd das du wo dieser zeyt deine brueder sein zu wissen begerst will ich dir nit verhalten, das dein bruder her Rüdiger zu Österreich zu Schönpüchl (bei Melk) mit haus ist, unnd her Gundakher alhie zu Wildperg bleiben wirdet, her Hainrich ist noch zu Frannkhreich zu Orliennz, so ist der Gregor auch schon aus dem lanndt und wiederum beym grafen zu Mannsfeldt am hof mit dem er schon hinein inns Niederlandt gen Prissel, waist dich derhalben so du inen ainem schreiben wildt darnach zu richten, sonderlich säch ichs gern das du deinen bruedern Hainrichen geschrieben unnd dich zu Regenspurg beim Andreas Wolfen oder annderen mit was gelegenhait wan von dannen aus potschafft möchte hinein haben erfragt und mir solches mit ehisten zu wissen gethan hettest, wollte ich alsdann meine schreiben an her Hainrichen auch hinauff gen Regenspurg verordnen, auf das sie miteinander hinein befürdert werden, sonnsten wais ich dir dieser zeytt nichts zu schreiben allain das ich deine brüder und schwestern und wir alle gott lob noch bey guetem gesundt, das auch ich unnd deine brüder dich zu negst khummenden ostern herabzunemben unnd an andern orth weitter zu befurdern bedacht sein, wie du denn von deinem bruedern herrn Gundtakharn merers schriftlichen vernemben wierdest, wollest demnach mitler zeyt in deinen studiis vleissig sein unnd darinnen wie bisher erlich fortfaren, solches hab ich dir auf dein schreiben nit verhalten wollen, hierneben was dier von mier muetterlicher lieb ist unnd sey du sambt unns allen in gottes schuz und schirmb bevolchen,
d Wildp. Den 4 tag decemb. Anno 60
                                  Regina frau von Starhemberg
                                  geborene von Polhaim witfrau



Einzelbrief:5

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 19.7.1563.


Regina ( Witwensitz in Wels) macht Erasmus heftige Vorwürfe wegen 60 fl die er unbedacht und ohne Absprache in Linz für Schuhe und Kleider ausgegeben hat.



Einzelbrief:6

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70)  aus Wels vom 29.4.1567.


Regina ( Witwe in Wels) bittet den Erasmus dem Herrn Benedikt, bisher Priester (Prediger ?) in Neukirchen (bei Wels) für ein Jahr in Hellmonsöd (Erbbegräbnisstätte der Starhemberg bei Linz) anzustellen, bis er etwas besseres gefunden hat.
Regina erinnert Erasmus daran, daß er dazu verpflichtet ist ihr 125 fl zur Vorbereitung der Hochzeit seiner Schwester Elisabeth ( Diese heiratet am 15.7.1568 Ludwig von Polheim) zu geben. Er soll sich auch darum kümmern  Geld zu ihrer Abfertigung zusammenzusparen.



Einzelbrief:7

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 9.6.1567.


Regina ( Witwe in Wels) hofft, daß Erasmus sich darum bemüht möglichst viel Wildpret zu besorgen (für die Hochzeit seiner Schwester ?). Er soll auch in Linz die Witwe Polheim, deren Mutter und Schwägerin fragen, ob sie nach Wels zur Hochzeit kommen, da sie eine Unterkunft besorgen muß.



Einzelbrief:8

Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 21.1.1568.


Regina ( Witwe in Wels) ermahnt Erasmus das eingenommene Geld gut anzulegen, und nicht zu vergessen ihr die 44 fl, die er ihr noch wegen der Hochzeit seiner Schwester schuldig ist, zu bezahelen. Er soll sich auch um das ihr zustehende Getreide (Witwenversorgung ?) kümmern.



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) vom 17.9.1568 aus Wels.


Regina ( Witwe in Wels) meint, daß er recht daran getan hat es (Hochzeitladschreiben ?) abzuschreiben, denn bis  zum 3. Oktober (Erasmus heiratet die Katharina von Waldburg) wird sie nicht fertig. Sie wird ihm Geschirr und was er sonst noch braucht schicken. Er soll es unterlassen teure Kleider zu kaufen, denn diese kosten viel und gehen schnell kaputt. Man braucht nie so viele wie man meint, mit wenigen kommt man auch aus.



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an  ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 25.12.1568.


Regina ( Witwe in Wels) schickt Erasmus die ihm zustehenden 87 fl von den 200 Taler Einnahmen aus der (Aschacher ?) Maut. Sie ermahnt ihn endlich besser Haushalten zu lernen.


REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 40


5 Briefe der Magdalena geb. Lamberg (1543-81), die am 7.2.1563 Heinrich von Starhember (1540-71) geheiratet hat, an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher.



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 25.3.1576.


Ädler vester lieber Vierher, ich hab eur schreiben empfangen und draus verstantten das ir pesorgtt so Haugstorf vor der zusambenkhunft nit verkhauft, mecht den ärben groser nachtl draus entstehen, pin ich der drestlichen hofnung es wertten die hern gerhaben numer paltt khumen nach dem der lanttag in disem lantt von monttag achtt dag wertten soll, so khan der dag als dan viergnumen alsdan aber sachen halben gehanttelt wertten, khan in dieser khurzen zeitt nitt mitt dem khauf verabsaumbtt wertten, woltt auch nitt gern das mein khintern was zu nachtel soll khumen, was ich inen zu nuz hantteln khan will ich herzlich gern dain, otter man wyrtt auf ainen andtern wäg gedachtt sein müssen, khan und will meinem gewisen nach khain verzinsung nitt nehmen, dan ich khans nitt pilichen oder vier recht erkhenen, und hat mich unser lieber her got so lang on dem wuecher erhaltten sez ich das verdrauen in in er wertte es noch dain als ain reicher gott der die seinen so im verdrauen nitt verläst. Weitter lieber Vierher nach dem ich gehertt das die frau her Hansin v. Lantau mit geltt abgfärttigt wiertt und sy das selb gdachtt uns zu leichen und wie ich verstanttn umb vienf, hab ich dachtt ob man, da es die nott ervorttert, mit ier hanteln mecht das sie es dir herleich,  gedenkh man wertt sy zu sannt yergn dag abfärttigen, dattumb Wilperg den 25 dag marcy im 76 iar

  Madalena frau von
  Starhemberg wittib


Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 27.6.1576.


Ädler väster lieber, ich hab eur schreiben empfangen, was das gepay pedrift das ier dem pfarer auf seinem gruntt hinein pautt khan ich nit erachtten das es wie ier vermeltt meinen lieben khinttern on schatten sein soll, werttet derhalben das selb als ain mitgerhab der ieren nuez schulttig zu pedenckhen ist einstellen, wasier sunst noch merers däs pfarhofs halben vermeltt soll euch zu antrer glägner zeitt gnuegsamb veranttwortt wertt.
Zum andtern will ich auf das ehest als ichs anschikhen khan ainen hinab verorttnen der ale sach an die hantt nehmen soll, mitlerweill versieh ich mich wertt ier die sachen noch verrichten, so will ich euch die zwen zehent heur verlasen umb das was man  Mertten darvon gäben hatt.
Zum dritten von wegen des zapfenmas wist ier das der zehent vieles verhinttert hatt das ich däsen hochen noch nicht peschlosen hab soll aber mitt dem ehesten däshalben mitt euch gerehtt wertten, versich euch man wertt darin ain piliche gleichhaitt haltten und nitt zu vill auf meine märkhtt schlagen, wär mier nitt lieb das den ärben was hierin verabsaumbtt soll wertten, ier wist die ursach das ich die sach nitt eher hab khinen vier die hantt nehmen, ich säch fast gern das mein gepay von statt gieng, nach dem ich aber von meiner khrankhen frau muetter nit alzeitt aus khan und nitt wais ob ich auf den sunttag hinab khan so säch ich gern ob ier ain weg als den andtern aufs aller pälttest peschlust mitt dem maurer und zimerman, da ier euch der sachen nit anderst undtersten woltt das ier doch so vill mitt in hanttlet und peschlust das es auf erkhanttnus guetter leitt gestellt wuertt. Dattumb Wilperg von 27 dag yuny im 76 iar
      der richtter in der Zwetl woltt ain halbn mutt
        waiz von mier khaufen, den wolst im gäben
            wie es gib und gäb ist.

Magdalena frau von
Starhemberg wittfrau


Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) 27.6.1576.


Ädler väster lieber Vierher, ich hab eur schreiben empfangen, was nun die pestalung andrift erachtt ichs unvon netten sein weil ich eh schon mitt euch ghanttelt hab, das ier pei mier pleiben solltt, woltt die wein auf das ehest so es miglich vierlägen  dan es kein anstantt leiten khan, die wein so zu Linz ligen khinen meines erachttens mit dem hofzug da ier mitt den oxn vierspanen last gefiertt werten, ich wer des wexl halben nitt zu wider gwäsn wan ich nur gwist hett was gestaltt oder mit welchen weinen nun der wexl geschehen soll, aber ieztt verzug es sich zu lang, woltt der halben die wein von Linz und was der zu wenig von Winttäkh vierlegen wie ier in wol zu dain wist.Viers andter der zapfnmas halben mues ich selbs mitt euch rätten, woltt ädwa alher khumen so will ich euch darin pefelh geben.Von wägen des khuchl dienst sein die hern gerhabn gar nitt zu wieder das sie in ablesen lassen, hatt miers herr Gunttakher schon pewiligt, so pringt es den kintern khainen schatten.
Nachdem ich nitt so gar eilents ain khastner und khelner pekhumben khan versich ich mich ier wertt es mittler weill in eure verwarung pehaltten, was der abgang ist will ich was pilich auch pewiligen, es pringt ein gschlechts von so wenig, woltt auch mitt dem gepay vorttfarn, dan es khain anstantt leiten khan damit ich mich hinab khan zichen zu den meinen, last mich wissen wan ier den zug haben wöltt zu dem andtert wein vieren pey diesen potten wisen lasn, dattum Wilperg den 27 dag yuny im 76 iar

Madalena frau von
Starhemberg wittib


Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 28.6.1576.


Ädler väster lieber Vierher, von wegen der zapfen mas erintter ich euch das ich gedenkh ier werttet euren wortten nach die zapfenmas zu Schwanz und Gallneunkhirchen an meiner statt und nitt an der khintter statt oder vier euch selbs pestantten haben, nachdem die märkhtt niembtt zuegeren als mier, weil ier mier aber anzaigtt habtt das ier die zapfen mas auf allen märkhtten mitteinandter pestantten habtt so ist es an dam das ier ain abdaillung mit mier machen miest damit ich weis was was auf meine märkht khumbtt, ich will sächs hunttert gultten von diesen petten märkhtten gäben und selbs in die lanttschaft erlägen.
Was das gepey andrift säch ich gern das es von satt gieng, hab vermaintt ier wuertt mitt dem maurer und zimerman schon gedingtt haben und euch däsen so lang ier noch im geschlos seitt undterwintten, ich will auf das ehest ainen hinab verornen der ale sach an die hantt nehmen soll, dattumb Wilperg den 28 dag yuny im 76 iar

Magdalena frau
von Starhemberg
wittib


Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 2.7.1576.


Ädler väster lieber Vierher, eur schreiben hab ich empfangen und seinem inhaltt nach lengs vernumben und vieg euch darauf zu vernemben das ich mich die siben hunttertt gultten in der zapfen mas von meinen zway märkhtten zu geben pewilien will. Da ier aber noch peschwärtt seitt so will ich die abdaillung den herrn gerhaben machen wie es christlich und pilich ist, dan gott und ietter menigkhlich mein gemiett woll wais das ich meinen lieben khinttern nitts zu enttziehen peger.
Weitter wie ier mier schreibtt ier khintt on mein peysein mitt den zimerleitten nitt dingen, ich soll ädwan darzu hinab schikhen oder den pfarrer und richter darzu verornen, verdrau ich euch woll in ain merern als in dem, da ier euch aber däs nitt undterwintten wöltt will ich pis mithwoch wils gott selbs hinab und mit in peschliesen, ain pier will ich auch auf das ehest hinab verorttnen, dattumb Wilperg den 2 dag yulyus im 76 iar

Madalena frau
von Starhemberg
wittib

REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 40


7 Briefe der Magdalena (1541-74), Tochter des Erasmus von Starhemberg (1503-60) und der Anna von Schaunberg (1513-51), an Magdalena geb. Lamberg (1543-81), die sich am 7.2.1563 mit Heinrich von Starhemberg (1540-71) verehelicht.



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg in Wildberg
aus Parz (Polheimer Sitz bei Wels) von 1563 ?


Magdalena berichtet ihrer Schwägerin, daß ihre Stiefmutter Regina (geb. Polheim), ihre Schwester Elisabeth (1544-80) nach Kärnten (zu ihrer Schwester Anna (1537-97) die 1554 Siegmund Georg von Dietrichstein zu Hollenburg und Finkenstein geheiratet hat) schicken wird, und sich diese darauf sehr freut (vgl. Brief 8 u.9). Gestern sind sie (die Mutter, Magdalena und Elisabeth ?) von Peuerbach abgereist, wo sie acht Tage waren. Die Frau des Gundaker (Susanna geb. Hohenfeld) ist noch sehr schwach (Geburt ihres Sohnes Hans Ulrich am 29.6.1563 ?), diese hätte gerne, daß Magdalena mit der Frau von Tschernembl (Barbara geb. Starhemberg 1542-84) zu ihr kommt. Sie soll ihren Mann (Heinrich), die Gräfin Itta und den Hans Christoph von Prag grüßen.



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 1564 ?


Magdalena verspricht ihrer Schwägerin ihr die parettllen so bald wie möglich zu schicken.
Türkenkrieg: ... man vill vom dierkhen sagtt, alsdan woln wir zu dier hinein flichen gen Wiltperg ...
Der Herr Wolf von Ochreit der Mann der Esther von Weispriach ist gestorben.
Die Mutter, Regina geb. Polheim, will wissen, ob sie das werch und das Geld zu ihr schicken soll. Mit der Anna Maria (Polheim ?) haben sie viel Spaß, sie redet jetzt schon viel.



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus ? vom 6.1564 ?


Magdalena teilt ihrer Schwägerin mit, daß die zwei parettll fertig sind, und da diese aus gutem Sammt sind kosten sie 14 Schilling. Die Gräfin Itta soll die versprochenen Lebkuchen nicht vergessen. Zusatz der Elisabeth von Starhemberg (1544-80): Sie entschuldigt sich, daß sie keinen eigenen Brief schreibt, da sie nichts zu berichten weis.



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 23.1.1564.


Magdalena will von ihrer Schwägerin wissen ob sie den Brustfleck, den ihr Mann Heinrich bei ihr vergessen hat, schicken soll. Die Frau des Gundaker war zwei Wochen nicht zu Hause in Peuerbach, sondern bis gestern bei ihrer Schwester in Parz.



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 1.2.1564.


Magdalena berichtet ... die frau muetter (Regina ihre Stiefmutter) hat mier auch pevolhen dier zu schreiben das es den fascheng mitt iern hochzett haltten nix duett, dan es ist wider niembtt khumben vom Schluxen (Hieronymus Schlux zu Grub und Haglau, Starhemberischer Lehenprobst, zuerst mit Elisabeth von Hacklberg dann mit Sabina Schmidtspergerin verheiratet, starb 1603) , aber die frau muetter hett in willen den vaschang gen Steyer auf die hochzeitt zukhumen den wan sie schon gelatten hatt, aber mitt ieren hochzetten wiertt leichtt erst nach ostern peschehen mit der Röttererin (Rödern ?) und Rorwäkhin  (Rohrbach ?) ...
Die Frau des Gundaker (Susanna geb. Hohenfeld) hat ihr geschrieben, daß der Spiegel die Khäzlin (oder Katzprenner von Grub) zu Fasching heiraten wird, und sie meint, daß man Magdalena und ihren Mann einladen wird.
Sie teilt ihr den Tot des Bernhart Schiefer mit.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels von 1564.


Magdalena hofft, daß der Hut, den sie für ihre Schwägerin hat machen lassen dieser gefällt.
Sie bedauert, daß die Gräfin Itta krank ist. Die Hochzeit der Schieferin wird in Wien erst wenn der Kaiser gestorben ist stattfinden (Ferdinand I, gest. 25.7.1564). Die Mutter (Regina geb. Polheim) will ihr das Schmalz, falls es noch in Linz ist, abkaufen.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 11.1.1565.


Magdalena beklagt, daß der Herr Melchart (Vgl. St-Regina 28, 35) noch sehr krank ist, und man deswegen schon lange keine Predigt habe hören können. Man sagt, daß der Kasimir von Polheim die Barbara von Prösing heiraten soll, aber Magdalena glaubt es nicht. Die Mutter (Regina geb. Polheim) läßt fragen, ob ihr kuchlbub  Wiltpret und Pasteten zubereiten kann, und ob er den Koch eine Weile vertreten könnte.


REGESTENREGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 40


3 Briefe der Elisabeth (1544-80) Tochter des Erasmus von Starhemberg (1503-60) und der Anna von Schaunberg (1513-51) am 15.7.1568 mit Ludwig von Polheim (gest. 1585) verheiratet, an Magdalena geb. Lamberg (1543-81).


Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Hollenburg vom 1.5.1564.


(Kärntenreise der Elisabeth)
Wolgeborne frau freundliche mein herz gar liebste frau schwester, ich winsch dier von dem parmherzigen gott vill gesunder gnadenreicher zeitt und pdankh mich deines treulichen an mich gedenkhens, ich het dier lengst gern geschriben so hab ich so vill zu schreiben das ich gleich nit wais wie ich draus khan khumben, damitt du aber meine libe frau schwester siechst das ich noch an dich gedenkhteh wolt dier gern vill von der hochzeit schreiben, so wais ich nicht vill, seindt nicht vill leudt da gewest, mit dem preidigam sein khumben 5 hern von Eck herr Phillip von Lamberg und ainer von Aursberg sunst gar kainer und gar wenig frauzimer, es ist gleich ain feine klaine stille hochzeitt gewest, mein gott das die Röttererin (Rödern ?) so palt zu einer wittib ist worten es ist gleich erpärmblich zu hören, hät sie in länger aufzogen mit der heirat in der weill ward er darnach gestorben das sie in doch nicht gar versprochen wär gewest, sunst weis ich dier nichts zu schreiben, dan ich pitt dich du wellest deinen lieben heren mein lieben herr pruedern freundlich griesen, die frau schwester  (Anna Maria, 1537-97, von Starhemberg, heiratet 1554 Siegmund Georg von Dietrichstein zu Hollenburg und Finkenstein) und der herr läst dich auch freundlich griesen und vermanen an das pettschafft und die mödl, das du iers herein hetst geschickht, die gnadt des almechtigen gottes sei mit uns allen, dattum Hollenburg den 1 tag mai des 64
                                    d d w sch w j laz
                               Ellisabeth von Starhemberg



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Klagenfurt vom 13.7.1564.


(Heiratsgeschichten)
Wolgeborne frau freundliche mein gar herzen liebste frau schwester, ich winsch dier gottes gnad und vill gesunder gottselliger zeitt sambt erpiettung meiner treuen und willigen dienst, ich hab dein schreiben empfangen und bedankh mich deines so getreuen an mich gedenkhen freundlich, das es zu Wien so prächtlich ist zu gangen glaub ich ganz gern ich hab mich doch auch offt zu euch hinab gewinscht wan winschen het geholffen, wiewoll ich weniger als nichts mit meiner khlaidung und schmukh pestanden wär, ich glaub es wer fast der Madlen auch also gangen sein wuer ier der rott damasch zu der hochzeitt nicht gemacht worden, so hat sie auch sunstt schlecht stangen khlaider gnueg, man läst es in dem landt woll bleiben, machts nicht so khöstlich, es ist auf der frl. von Aursperg hochzeitt nicht so prächtlich zuegangen man hats bei ainen gleihnen lassen pleiben, es ist nichts von junckhfrl hinen auch sein unser über 4 nicht drauf gwest  die voran sin gangen, du schreibst mier auch mein lieb ich soll dier neu zeittung schreiben, der ich fürwar gar wenig hör, wie es zu Gräz ist zugangen auf des von Gerah hochzeitt, wierstu von der von Lapitz und Schifferin, die dan ain prautt drauff ist worden mit dem Geronimus Bekhen (am 28.6.1564 hat er sich mit der Witwe des Alexander Schiefer, Maria geb. Scherfenberg verlobt, und am 3.9. zur dritten Frau genommen), erindert sein, es ist mir doch ein seltsam heiratt das sie mit so vill khindern ain solch gottlosen man nimbt, und ist so paldt von statt gangen, hör sagen ier vatter hab nur wellen, die frau muetter wirdt soliches schon von ier erindert sein worden und dier nachmals zu schreiben das dein lieber herr mein lieben herr prueder so guett starckh und praidt wert vergun ich im von herzen, woll gedenkh er wer so gros werden als der Petter Schlux ist gwest, es ist aber vill pesser zu neitten als zu erbarmen, bitt dich mein herz liebe frau schwester wellest in hiewieder von meinetwegen gar hertzlich und treulich griessen, wan ich bei dier wär wolt ich dier wol sagen aber uber landt ist nicht guett vill neu zeittung zu schreiben, hoff zu gott ich well paldt wieder pei enkh im landt sein und sei hiemit dem einigen gott vor laidt und ubel treulich pefolhen, dattumb Clagenfurt den 13 tag july des 64 jar
                         d d w schwester w j laz
                         Ellisabeth von Starhemberg



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an  Magdalena geb. Lamberg  vom 10.9.1564
aus Steyr.


(Kärntenreise der Elisabeth)
Wolgeborne frau freundliche mein herzen liebste frau schwester, ich winsch dier gottes gnad und vill gesunder gottgefölliger zeit samt allem was ich liebs und guetts vermag wiss mich dein zum pesten, mei hertz liebsze frau schwester ich bin im herzen erfreydt das mein liebe schwester frau von Tschernembl mit einer tochter wieder erfreydt ist worden hat meine liebste frau maimb befolhen dier zu schreiben das sie es auch herzlich gern vernumben hat das so glickhlich und palt von statt sey gangen, gott sey lob, ich woltt gar gern ein mall bey dier sein mein lieb den ich het vill mit dier zu reden, mei liebe frau maimb läst dich sambt deinem lieben hern und der frau von Prag gar freundlich griessen und bitt dich auch schön du wellest der frau von Prag auch junkhfrau Kattrina mein freundlich willig dienst anzaigen, und schikht meine frau maimb dainer frau maimben und dier ein frisches essen willprätt so erst jetzt khumen ist, pitt dich auch wollest deinen lieben herrn mein lieber her bruedern von mier gar freundlich grisen und sey du mein liebste frl. schwester von mier gar ganz freundlich griest und die gnadt gottes sey mit uns allen, dattum Steyr den 10 tag septemer disses 64 jar
                        d d w sch w j laz
                     Ellisabeth von Starhemberg



REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 43


14 Briefe der Juliana geb. Roggendorf (1574-1633), 1592 mit Reichart von Starhemberg (1570-1613) verheiratet, an ihren Mann und an ihren Sohn Gundaker (1594-1652).



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Eferding an ihren Mann vom 27.02.1599


Juliana berichtet ihrem Mann, daß die Frau Elisabeth (geb. Ungnad ihre Schwägerin) und die Frau von Lichtenstein bei ihr waren. Der Herr Ungnad kommt zu Besuch, sein Koch ist schon da.
Die Frau von Limburg (Ottilia ? Witwe des Rüdiger v. St.) hat ihr geschrieben ... das die spanninger schon gar in das nasisch gebiet sein komen undt greulich rumoren ...



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 24.06.1599


Juliana bedauert Reichart (der sich im Auftrag der Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete"Generalreformation" zu protestieren) wegen seines Kathars und giebt ihm den Rat ... wen ihr mein liebster herr nur das naigelstup undt das hannife werg auff den khopff bey der nacht fleisig braucht undt sunterlich so vill mieglich mäßig in essen und trinckhen halt, es wer sich algemach verzehen welches besser als wen es gälling fäll ...
Es hat bei Wildberg Streit gegeben wegen zwei Hirschen, die der Pfleger von Waxenburg (Gera) in ihrem Wildbann, auf der Kreuzwiese, erlegt hat. Sein Pfleger, der Vierher, wird ihm genauer darüber berichten. Juliana berichtet, daß die Frau des Georg Erasmus (Tschernembl ?) am 15.6 eine Tochter zur Welt gebracht hat, zu deren Taufe sie nach Linz gereist ist.Sie wird darauf achten, daß die Bauarbeiten (am Schloß Riedegg) weitergehen, aber der Meister Antony ist zur Zeit beim Ausbau von Weinsberg beim Herrn von Zelking beschäftigt. Der (Eiennehmer) Oberham hat ihr berichtet, daß die Zehentabgabe im Machland ohne Probleme vor sich gegangen ist (1596-98 Bauernkrieg), die Abgaben sind sogar gestiegen. Der Oberham meint, daß es mit dem Hafer überall schlecht steht. Juliana meint, ... hielt ich derwegen nicht fir ratsam das man mit den habern so ihr mein libster schaz zu verkauffen wilens sehr eillen soll, doch was mein liebster herr euer will werdt ihr zu befehlen wissen ...



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 28.06.1599.


Juliana ist froh, daß es Reichart (der sich im Auftrag der Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren) gesundheitlich schon wieder besser geht. Der Oberham ist mit der Einnahme des Zehents im Markt noch nicht fertig.
Sie erwartet heute den Antony, sie hofft, daß dann die Bauten (am Schloß zu Riedegg) schneller weitergehen ... in ein acht tagen soll stuben und khamer fertig sein, sie sezen gleich jetzt die fenster ain ...



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 04.07.1599.


Juliana hofft, daß die Gesandtschafft erfolg haben wird und Reichart bald heimkommen wird (der sich im Auftrag der Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren)
... unsern kintern geht's gott dem herrn sey lob woll undt steet auch sunsten im hauswesen ziemlich wie ihr mitt mehrern bericht aus des pflegers und Oberhamb schreiben das euch hoffentlich schon zukomen ist werdt vernomen haben, alein das iezt bey uns die arbeit im heu undt der schnidt genetigt ist und gleich zusamen kompt undt das weter schlecht, hilff darzu dein will, den es schon 9 tag anananter regnet, das es diese woch wür wollten wir gern auff dem mittwoch schneitten lassen, den man umb den markt fast uberal geschniten, gott verlay uns ein glickselige fexung ...
Sie bedauert, daß die Gesandten noch keine Audienz beim Kaiser erhalten haben, und fürchtet, daß sie noch lange in Prag bleiben müssen. Der Herr von Zelking war da und meint, daß der Bau bei ihnen schneller vorangeht als bei ihm. Morgen kommt der Maler und malt die Wappen, die sie von Hans Ulrich (Starhemberg) bekommen hat. Der Oberham hat fast das ganze Robotgelt und die Steuer eingenommen. Der Pfleger Virher ist von der Hochzeit seiner Schwester zurück und hofft bis Bartlmä die Abgaben der Untertanen einzubringen. Den Hafer hat er noch nicht verkauft, da es eine schlechte Ernte gegeben hat und die Preise steigen werden.
Bezüglich der Gerste wird sie den Erasmus fragen was zu tun ist. Der Wein wird Heuer gut geraten.
... aber da ihr mir doch etwas khauffen wolt bit ich ihr wolt etwas khauffen das mir und euch nuz und hernach unsern khindern undt in die neuen zimer tauglich wäre, sey nun was es wole, etwa etwas schens das euch gefölt undt nicht gar zu teuer wär, bidt wolt den khintern auch etwas rechts zu khauffen  nicht vergessen, aber nur etwas das sie tragen khienen ...
Die Frau des Ludwig von Starhemberg (Elisabeth geb. Hardegg) ist gestorben.



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 06.07.1599.


Juliana beklagt, daß die Gesandtschafft so wenig Erfolg hat und Reichart deswegen nicht so bald heimkommen wird (der sich im Auftrag der Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren)
... und erfreut mich der türckischen botschafft auff Prag ankhunfft auch nicht gar vill alein aus besorgung sie werdte ein grose ursach eures noch langen aussein sein ...
Die Kinder erwarten Reichart schon ungeduldig. Der Neubau zu Riedegg geht gut voran, der Meister Antony hat fünf Leute eingestellt, die alle fleißig arbeiten.Das Heu ist eingebracht worden, zum Teil ist es aber noch naß. Wegen der Gerste hat sie von Eferding (Erasmus) noch keine Nachricht.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Genf vom 26.02.1609.


(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich Wilhelm auf Kavalierstour, 19.11. 1609 Genf,  1612 Padua, 1613 Siena)

Juliana freut sich über den guten Fortgang der Studien, wie ihr der Prezeptor der Söhne Eisenman schreibt. Er soll für das Land und die Eltern beten, denn sie befinden sich in größter Gefahr (Bruderzwist, Konföderation gegen Rudolf).
Der erbetene Wexel wird ihnen über den Eisenman zukommen, sie sollen das Geld aber vernünftig ausgeben und dem Vater darüber brieflich rechenschaft ablegen.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Genf vom 26.08.1609.


(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich Wilhelm auf Kavalierstour, 19.11. 1609 Genf, 1612 Padua, 1613 Siena)

Juliana entschuldigt ihr seltenes schreiben mit der Hochzeit ihrer Schwester Polyxena, aber auch mit den schlechten Briefen der Söhne ... das euch her Eisenman ein fierschrift fierschreiben muess wie man den khintern von zwelff jarn pflegt zu thun und ihr bedte die selbigen hiernach nur abschreibt, welches mir ser übel gefelt, dan man euch ihn der gleichen sachen nitt mehr fir khinter halten khan ...
Der Vierher ist als Pfleger auf Wildberg vom Hirsch ersetzt worden, sie sollen seiner Frau in ihren Briefen Grüße ausrichten lassen, da diese ihnen viel Gutes getan hat. Sie werden wenn sie Heim kommen Riedegg nicht mehr wiedererkennen, denn die Burg ist ganz umgebaut worden. Es wurde auch ein schöner Blumen- und Küchengarten angelegt. Ihr ehemaliger Prezeptor hat geheiratet und ist jetzt an der Lateinschule in Eferding tätig.



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 30.06.1610.


Juliana ist nicht mit der Absendung des Reichart an den Hof in Prag einverstenden, (das "Passauer Volk" unter Ramee macht das Land unsicher)
... ihn meinem herzen dunkht mich das ihr mein lieber noch nie, so lang ihr mich habt, kein gefehrlicher reis gethan als diese , nachdem ihr an ein soligen ort reist da ich vergewis das ihr keinen  aingen  gutten freundt ja das haupt (Rudolf II ?) selbst euch zum hegsten zu wiedter, auch keinen ainigen mitgesanten eures glaubens genosen, ich khan halt nit gar genugsam schreiben wie schmerzlich und schwer mir disse reis fierkhompt, ich hab zwar wol starkhen trost von hern Georg Erasm, von hern Erasm eurem brutter und von hern lantshauptman empfangen, aber ich weis leitter wol wie es der brauch wen die gefar am gresten das die trestungen am meisten ...
Juliana berichtet über die schwierige wirtschaftliche Lage:
... sonterlich was das gelt einbringen belangt beklagt sich Milheusl so woll als diese hie, das er von den untertanen nichts einbringen khan, er schreibt si sein ihm gestern ihn krieg zogen (Landesaufgebot gegen Ramee?) der ihm jeter huntert gulten schultig sey, aber er woll an sein miglichen fleis ehest einzubringen nichts ermiten lassen, das khorn kann man zwar umb neun schiling wökh geben aber als auf bidt, kein ibriger habern ist wötter hier noch in Wilperg nit verhanden, maint rentmaister mitt den so vorhandten wer man schwerlich zur hausnoturfft kleken, der waiz tregt nichts das volk ist also ihn forcht, lest sich wenig ihn wirtsheussern findten, doch hab ich heunt zu Galneukhirchen ein grose meng volk auff den kirtag gesehen, will gern sehen was das qartall ertragen wierdt, die fierlag sagt raintmaister will er euren befehl nach ehest fir die handt nehmen ...
Juliana berichtet was ihre Söhne Heinrich Wilhelm und Gundaker ihr aus Frankreich geschrieben haben.
... der Gundker ist wie er mir schreibt gar khrank gewessen, aber es ist schon witer bösser sie schreiben mir und bidten so hoch bey euch mein lieb auszubidten, das sie doch ihn Frankreich weitter reissen mögten, und ich weis nit anders den ihr habts ihnen schon lang bewiligt alein das inen die schreiben noch nit  zukhomen,  ich glaub es sey meinen arman khintern zugangen das sie den könig nit mer sehen werdten, weliger leiter wie die zeitung geben schäntlicher weis ist erstochen worten, mir ist herzlich leidt fier ihn weil er ein gutter regent gewesen, und das das arm volk all dorten iezt gefärliche zeiten mitt khrieg wirdt haben.
Juliana berichtet von einer Feuersbrunst bei einem Untertanen:
... hab euch mein lieber her leiter widter von einer prunst eures armen unertan zu schreiben, der Stainin vatter ist sein haus und drey ross verbrunen, und ist also ehr und sein inman dem auch ein ross verprunen und ales was er sunst gehabt auf ainen tag zu betlern worten, wie man sagt so soll durch sie der Stainin mutter durch ihren unfleis das feuer auskomen sein, sie sein woll iezt recht arm, unser hergott helff ihnen ...



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 01.06.1610.
Juliana bedauert ihren Mann wegen seiner Magenschmerzen und sie rät ihm weniger zu trinken. (Reichart weilt am Hof in Prag während das "Passauer Volk" unter Ramee das Land bedroht) Sie schickt ihm eine golden Salbe und ein rotes Pulfer als Medizin.



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Wien an ihre Söhne in Siena vom 23.02.1613


(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich Wilhelm auf Kavalierstour, 1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana teilt den Söhnen den Tod (8.2.) ihres Vaters mit :
... nun es aber dem almechtigen gott also gefalen uns mitt dieser scharffen ruetten also heimzusuchen und zu straffen, miesen wir seine väterlichen zichtigung also mitt gedult stilhalten ...



Einzelbrief:11

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Neapel vom 2.3.11.1613.


(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich Wilhelm auf Kavalierstour, u.a. 1609 Genf,1612 Padua, 1613 Siena)

Juliana macht sich Sorgen um das Seelenheil ihres Sohnes, und berichtet über die Beratungen mit den Gerhaben wegen Erbschaftsangelegenheiten.
Wolgeborner freundlicher lieber son Gundaker, hab dein schreiben ausgehend Napoli den 13 sptemer den 16 Oktober empfangen, daraus euer aller gesundt und dein guets arbeiten mitt groser und herzlicher freidt vernomen, gott wöle dir gnadt verleyen das du soliges ihm werk erzeigest, das ich ferners den getreuen gott umb dein gesundtheit und langes leben ursach zu bidten, und ich mich dessen ihn meiner jetzt betrübten und elenten zeit zu trösten und zu freuen hab, ich hab aber ihn diesen deinen erbieten das du offter als bisher beschehen schreiben willst schon das wiederspil erfahren ihn dem du mir von Rom aus nichts geschriben weliges mich anfenglich erschröckht, wie ich aber deines brutter und m Eisenman schreiben gelesen und darin deinen gesundt vernomen mit betrübung gedenken miesten das solige unterlasung alein aus literlicher nachlässiger weis geschehen, und das kein gedanken bey dir dein betrübte muetter zu contentiern, wie schmerzlich mier aber soliges von dir virkhompt will ich dir woll zu bedenken und hinfüro besern fleis und gehorsam gegen mier und alen denen so dus schultig zu thun ermandt haben, weil du dich anderst meines mieterlichen segen und gebedts nit beraubt machen, ihn dem nun diese wochen eurer von eurem gelibten herrn vatter seligen geortnete testamnetarische hern gerhaben beysamen gewesen die herrschaft raitungen auffgenomen und durchsehen, und die unerträgliche ausgab so auff euch nach der landtsoblagen der gleichen sachen gehen, gögen dem einkomen gehalten und die uberdreffung der ausgab  des einemen befundten, haben sie so woll als ich ursach genumen euch nach haus zu vortern ihn dem wir auch gern eure erlernung ihn der so langen ausgebliebenen zeit sehen, und was mitt dem ainen und dem antern ferners zu seiner wolfart firzunemen erfahren wollten, und ob ich woll als mueter bekenen mues das mich die lieb gegen euch einmall zu sehen zu heraufforterung bewegt, so ist doch dasselb nit umb dises allein zu thun, den ich euer person durch gottes gnadt mitt gesundt sehe, suntern vill mehr das ich dafür halte das es eurer seln noturfft das ihr aines mals wiedter zu anhörung gottes worts gebracht, weliges ihr nunmehr ein guete zeit beraubt gewessen, und euch als christen bey der christlichen khirchen fint und einstelt, mein mainung ist nit sowoll auch der gerhaben das ihr euer zeit solt und miest hinfüro bey haus zubringen weil wir ihn dem selbigen euer nuzen nit firtern khinten sontern euch an ort und endt zu lassen wo es euch und eurem ehrlichem geschlecht löblich und nüzlich ist,  wir also mitt verlangen und freiten eurer herauskunpfft erwarten,von euren briter (Caspar und Erasmus beginnen ihre Kavalierstour) hab ich vor zween dag schreiben bekhomen sein gotlob noch bey guetem gesundt und fiertrefflichen lob, soln khunfftigen fruling wils got nach Leiden (imatrikulieren dort am 28.5.1614) ihn Niterland geschikht werdten, got will sie ferner durch seine giedt und gnadt regieren und vor alem unglickh behieten, die begerten saim als melaun von alerlay sälat, artischoke, cartiuol, corty, kholl und vom allerley hibschen bliemelwerg saimb und kuel wölst mir heraus zuschiken nit vergessen, und due also dich und deinen brueter und hern Eisenman sampt uns alle in den schuz und regierung des allerhegsten befehlen,mein schwester frau von Scherffenberg samst der freylein Susana Regina so sie bey ihr, her Hans Melerig doktor und die Regina Streinin so bey mir, lassen dich freundtlich griesen und von mier auch ein mieterlichen grues und verman und bidt dich nochmals du wolst dies nit lasen ein geringes sein mich zu betrieben sontern deinem erbieten ein genugsamen volzug tun mitt fleisigen schreiben, mir deinem hern vettern und hern gerhaben, auch mit überschikung der beschreibung der reis und mitt gehorsam gegen hern Eisenman und der brieterlichen ainigkeit gegen deinen bruttern, so wirstu gottes segen und alle wolfart gewislich zu gewarten haben

  Rideck den 23 novemer des 613 jar.
   d.t.m.w.f.
Juliana fr. Starhemberg witib


Einzelbrief:12

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Neapel vom 26.08.1613.


 (Heinrich Wilhelm befindet sich mit seinem jüngeren Bruder Gundaker auf Kavalierstour, 1612 Padua, 1613 Siena)

Juliana teilt ihrem Sohn den Entschluß der Gerhaben mit, daß sie ihre Kavalierstour beenden sollen. Juliana berichtet von einer Epidemie:
...von zeitungen weis ich euch anderst nichts zu schreiben als das ihr kaiser. mayestet mitt sampt senen ganzen hoffstatt ihm landt und das die selbigen zu Linz resitiren, und das man vermaint das sie den winter über ihm landt wegen des sehr grossen sterben so es ihn Unterösterreich, Böhämb und aller orten gibt, verbleiben solen, es will gleich woll das sterben ihm landt auch etwas anfangen her baer weil die grosse khelten einfelt werr es der getreue gott mitt gnatten wenten ...
Juliana wünscht sich einen Äffchen:
... und weil ich mir je und alle zeitt ein merkhäzel zu haben sehr gewinscht also welstu fleis haben ob du mir aines bekhomen khinst das khlein und nit bös, auch nit zu teuer wär über zehen maistes zwelff khronen würstu mir keins khauffen ...
Juliana wünscht sich Seidenstrümpfe:
... also weil ich hör das die seiten strimpf darinen wolfeler als heraust zu bekhomen, wolstu fir mich ein zwey schwarze und etliche geferbte und sonst was den freylein zu verschenkhen mitt heraus bringen ...



Einzelbrief:13

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg an ihren Sohn vom 07.07.1616 aus Riedegg .


Juliana bespricht eine Zehentangelegenheit mit ihrem Sohn:
Wolgeborner freundtlicher lieber son Hainrig Wilhalm, zaige dies dein untertan Mittermair  zu Pelnperg ein bestandtman eines hieiger herschafft gehörigen zehet der Streitreiter gleit genant, khomst zu mir mit anzeigung wie das ihn abtheilung des zehet bey hiemitt uberschickten verzeichnet heussern ein ihrsall geb, also das deine leutt ihme nichts von den selbigen orten wolt vorligen lasen, weiln den ich ihn dem Riedeckerischen urbar nachgesehen und befint austrücklich darinen sechste theil bey disen verzeichneten heussern alher gebier, und damit nun baiten herschaften nichts benumen sontern jetlicher ihr gebier vermieg ihres urbars zuthailt werdte  mueß die auszehetung auff diesen weg beschehen, also das erstlich das felt durch erst das zehete mäntl ausgesteckt werte, von solichen gleichen zehet mäntl aber muest hernach die abthailung beschehen, das der herrschaft Wilperg die zwei theil, der herschaft Riedeck der sechst und hern Jerger der drite theil geben werten, also auff diesen weg bleibt jedten theil sein gebier, es giebt bey hieiger herrschaft vill der gleichen abtheilungen mitt antern herschafften weliges man dort noch ungewont aus ursach weils so lange zeit einem hern zugehört, khunfftig aber wuert sich dein diener Burgmilner darin finten lernen, und damit due ich dich undt uns alle ihn den schuz des allerhegsten befehlen, Riedeck den 7 July des 1616 Jar

              d.d.m
 Juliana fr. Starhemberg witib




Einzelbrief:14

Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg an ihren Sohn in Wildberg vom 05.08.1620 aus Riedegg.


Juliana giebt ihrem Sohn Anweisungen wie er sich beim Durchzug des kaiserlichen Heeres verhalten soll um Schaden möglichst zu vermeiden (am 25. July rückt Tilly im Land ob der Enns ein, am 8. 11. findet dann die Schlacht am Weißen Berg statt):
Wolgeborner freundtlicher lieber son, mitt winschung aines glickseligen gueten morgen uberschick ich dir hiemitt salvaguardia abgeschriben das du ihn notfall bey deinem schlos mäkten gebrauchen khanst, hedt wol gemaint du solst umb ein gefertigtn bemieht haben den ich sorg disn nicht genug austragen werten, darnach will ich gewis vermeinen das der zug ales volck in die Frysatt hie durch gegen soll wolt ich gern das du bedten deinen märkten befehln last das sieh brot firpachen und bier prauen lassen und da zu ihnen nichts khompt sih die proviant alher auff Galneukirchen zu fihrn khunten, und was man hie nit bedurft nach Frystatt, wie den das jungste patent ausweist gleichfals den unterthanen in der Rietmag was von viktualien herzugeben ansagen lassen, last alhie ihm markt zwei proviant heuser auffrichten daraus alle noturft dem volk soll geben werten damit in Hagg nit alein der pauersman unbeschwert sontern auch der wirt ihm seinem haus da der soltat ligt bleiben soll, ich hab auch deinem diener gestert geschribn und begert 4 muht habern alsbalt heriber zu schicken, die zwen ist man one das her schultig welige von hie aus den stänten ihn deinen namen geben worten, die zwen aber solstu darleichen die wollten die wollten wir  das widter mitt habern bezallen soll auch ihns provianthaus nach Galneukirchen geben werten, schick dir auch hiemitt den hunt und las dich wissen das ich gewisslich sorg er witig wern wirt wan du ihm nit den wurmb nehmen lest, den er felt alle leutt sonterlich die soltatten an, will khein auff der stigen die zur wacht gen soln auff und unter gehen lassen, auch mein gartner gar nit dulten, so beist er auch holz wo er zukhompt, zu Eferding hör ich geh es nit woll zu darumb das ihr daussent zu ros mit gewalt ihn die statt woln, ihn eill Riedeck den 5 augusty des 1620 jar

          d.d.m.
    Juliana fr. Starhemberg w.

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Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg), 63


Sechs Briefe der Anna Maria geb. Khevenhüller (1585-1629),  1608 zweite Frau Georg Wilhelm Jörgers (1580-1617) und 1619 zweite Frau dessen Vetters Helmhart (1572-1631), an ihre Tante Juliana geb. Roggendorf (1574-1633), 1592 mit Reichart von Starhemberg (1570-1613) verheiratet.



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Linz an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 12.7.1619.


Anna Maria hat am 2.5.1619 Helmhart Jörger geheiratet und bekommt am 12.9.1619 in Steyregg ihre fünfte Tochter (nun die erste mit Helmhart) Anna Magdalena. Am 5.6. war Helmhart einer von sechzehn protestantischen Adeligen, die in die Hofburg eindringen und von Ferdinand II. politisch-religiöse Zugeständnisse erzwingen wollen.
Wolgeporne frau frau fraindliche meyn viel geliebte frau maumb, neben wientschung von gott alle begerten wolfart, sey dier auch mey hertzliebe frau meyne dreu schultig wielige dienst zuvor sage dier meyn auserwelte frau dienstlichen hohen danckh fier die grosse gnadt, und bemiehung, das du mier umb eyn amel so fleysig nachfragst und bemiest,  ich hete wol gern wans mieglich wer eyn ehweyb gehabt, sich aber in der khurtzen zeyt kheyn miedel das ich miet glengheyt eyne bekhumb, ist mier wol bedenckhlich das das mensch davon du mier mey liebste frau schreybst schon zwemal unrecht than hat, hab auch das niet gern gehert, weyl das khint noch so jung, und sie schon ihr manet zeyt hat, wie aber demb allen, weil sie pues gedan und so eyn gueten fiersatz hat sich zu bessern, so biedt ich dich mey liebste frau muemb, schickh miers zu Jacobi auf Steyereg damit ich sie sehen khan und selbst miet ihr reden, dauget sie mier, so wolt ich schon miedel finden ihr khint anzubringen, khindt ich den ein ehweyb undertessen haben, so wolt ich ihr auch schon glengheyt machen, das sie meynt wegen an kheyn tienst verhindtert wuer, und wolt sie schon miet eyner zerung versehen, biet dich mey liebste frau, umb hohe verzeyhung, das ich dich miet solchen comisionen bemiehen mag, schaff mier halt wieter in weh ich  dier dienen khan, so due ichs miet freydten, ich fiercht ich khumb noch vor 10 dagen niet auf Steyeregg, wer doch lieber heyndt alls morgen dort, sie wollen meyn herren gar niet weckh lassen, sie khumen deyglich in radt zu samen (Am 16.8. treten die Stände des Landes ob und unter der Enns der böhmischen Konföderation bei), man hofft wieder gar starkh friedt, gott gebs miet gnadten, heydt sol der khienigg gar gwies von Wien aufprechen und auf demb waltag verreysen, gestert ist der obrist von Trautmanstorf auf der post herkhumen, und reyst voran auf demb waltag, hiemiet sey mey liebste frau muemb von mier thienstlich griest, und ich thue mich dier, uns aber alle in gottes gnadt befelhen, Lintz  den 12. July a 1619
 PS mey freyle Seidel so wol die ander freyle gries ich gar dienstlich                  m.f.m.d.f.v.dienerin
  die Jutit Sabina last sich meiner frau und freylen gar schen pefelchen           Anna Maria fl. Jörgerin



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Steieregg an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 25.10.1619.


Anna Maria hat erfahren, daß es Juliana gesundheitlich nicht gut geht, und bietet ihre Dienste an. (Anna Maria galt als eine der Heilkunst kundige Frau vgl. Czerny)



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Wien an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 11.7.1626.


Wolgeporner frau frau
 meyn gar hertzliebe frau meumb und frau schwester, (1624 hat Anna Marias Tochter Judit Sabina Erasmus den Jüngeren geheiratet, Sohn der Juliana) neben wientschung von gott alles das so dich in dein tugensamen gemiedt erfreien khan, bin und bleib ich, dier mey hertzliebe frau mit dreuen diensten bis in todt verbundten,nit genugsam weisich dier mein liebste frau alle gnadt und dreu, so du mier und den meinigen auch iezt mein lieben khint zu seinem endt erzaigt hast, zu verdanckhen und witter zu verdienen, gott wel diers belonen und mir midel geben das ichs umb dich und die deinigen witter khan doch lieber in frelicheren ocasion verdienen, es schmerzt mich ja des lieben khindt (Bianka Ludmilla ?), das ich in meiner seel hoch geliebt, todt ser hoch, aber meines gottes gnediger weil ist viel mer zu lieben und den selben mit gehorsamen und gedultigen hertzen anzunemen, ob wier wol unsser creitz nit allein mit gedult sundern auch mit freiden von gott solen annemen, so ist es doch der miederlichen affeccion unmieglich mues also in solichen feyllen die zeit, das gebet firnemblich aber gottes trost das beste dhuen, mein dreuer gott der helt mich also in seine creitz bres, das ich ihm die khlein chreitz mues in gedult befelhen, und hertzlich betten mues, das er miech vor grossen behieden wel, den das ich mein liebsten hern in solicher gefar hietz wiessen mues, ist mier iber alls, (Am 24.6.1626 beginnt die Belagerung der Stadt Linz durch das Bauernheer unter Fadinger. Am 5.7. stirbt  Fadinger. Helmhart Jörger, als Ratspräsident,  ist unter den in der Stadt eingeschlossenen Ständevertretern . Am 21.7. beginnt der Sturm auf Linz. Am 29. August ziehen die Bauern, nachdem Wels von den bayrischen Truppen erobert worden ist, von Linz ab.) ich khuemer mier allein umb sein perschon schier das hertz ab wier miesen ja iner solichen cwal leben das eins laudder bese zeittungen hört und khein rechter gruendt darbei wissen khan das eins darbei vergeen mecht, wollte gott ich wär zu Lientz oder wiensch durch miedel hien zu khummen, es wer mier dausentmal leichter, wolt gar gern alle gfar mit mein lieben herren aussten, das du mein liebst frau die Maria Liessel der weil zu dir nemben wielst, bis sie befelch von ihrem herr vatter, was sie duen solt, bekhumbt erzeigst du mir ein grosse gnadt und dreu die dir gott neben anderen deinen woltaten vergelten wel, ich het sie zwar herzlich gern bei mir herunden, weis aber der zeidt khein miedel wie sie mit siecherheit herab khan, in allweg mues sie ihrs herr vatter wiellen, was er schaffen wirt, erwarten, heruenten helt man die landobterenserischen unrueh fier schlecht, weils nuer ein bauernwerckh ist, es heist wol wer leidt der leidt, wer reidt der reidt, es ist khein erparmung ihber die unschultigen verhanten, der barmhertzig gott schickh eyn allmechttiges miedel das one pluet vergiessen alles wieder zu friedt und rueh gebracht wert, thue mich also dier mein liebste frau, uns aber  alle, in gottes gnadt und hielf befelhen
Wien den 11 July a 1626
             d. dreue freindin und dienerin
                  Anna Maria fl. Jörgerin



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 12.1.1628.


Anna Maria berichtet von dem Todt eines Kindes:
... es schreibt der hoffmeister wuenter was disser junge herr fier eyn  freidiges gottseliges schens endt genumen, die schensten sprich auch den 23 psalm bedt, seinen elldern und geschwisterdt cristlich gesengnet, das sol bilich den ellteren ein grose freidt miten ihm leit erwecken ...
Anna Maria beklagt ,daß sie seit drei Wochen nichts aus Wien gehört hat, und sie weis auch nicht, ob ihr Bruder Franz Christoph Khevenhüller schon nach Spanien abgereist ist. (Ihr Mann Helmhart versucht zu dieser Zeit in Wien den Jörgerschen Besitz zu retten.)



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Linz an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 22.2.1628.


Anna Maria bittet Juliana noch etwas länger auf eines ihrer Kinder aufzupassen denn ... so khumbt heynt ein resolucion von ihr mtl. das man den stenden den termin bis auf den 9 Apriel verlengert, daher mein lieber herr sein reis auf diesmal einstelt ... Sie würde sich gern zu Ostern von Juliana 400 fl ausborgen, sie hat einen Gläubiger auf diesen Termin vertröstet.
Ihre Tochter war auf der Hochzeit der Paradeiserin und bringt einen Brief mit.
Julianas Sohn Heinrich Wilhelm wird ihr berichten was er und Helmhart in der bewußten Sache (Streit um Steyregg mit Passau ?) unternehmen werden.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Wien an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 26.7.1628.
(Zur Emigration der Jörger und Starhemberger)

Wolgeporne frau frau
mein gar hertzliebe frau schwester, neben wientschung von gott alles däs so deinem godseliges herz verlangt bin und bleib ich dein dreue freindien bis in todt, mir hat man fier gwis gsagt du mein liebste frau seist schon in Esterreich verreist (Juliana emigriert nach Niederwallsee) daher ich nur die lieben khiender, die ich herzlich gern selbst gessehen, pesuchen lassen, het ich aber mein liebste frau daheim gewiest, so wer ich wol mit schweren hertzen firiber khreist, meinen lieben herr hat aber also geilt das er noch an freidag hat khinen herkhumen, sein erst ums 3 uhr von Galenkhierchen weckhgforn, mein reis auf Wien ist augenplieckhlich fortgang, pien nur auf ein zufelige gemeinen fuer aufgesesen, hob den her suen, frau dochtter und meine khinder wolauf gefunden, und also wietter verlassen, demb allmechttigen sei darumb lob und dankh gesagt, die Maria Liessel ist for 5 wochen ser ibel auf gewest und hat stetz grossen khopffweh, daher hab ich sie auf des doctor und der frauen radt auf Patten (Baden bei Wien ?) ausgstffiert, die frau Gientterin von Hermbsteien (Eva Regina Starhemberg 1618 Frau des Günther von Herberstein )duet mir die gnadt und lasts mit ihr ausbaten, ist mir wol ser unglegn gwest meine khinder allein zu lassen, mein liebsten herren hab ich in seiner unrichttickheit auch nit allein verlassen khinen, bien also von Wien auf Buchperg, dort hab ich meinen lieben herrn schon gefunden mit dem ich weitter ein iberaus bessen weg hereuf bein, sein schier eine gantze nacht in freisteder walt umb gfaren, aber gottlob ich befindt gleich auf diese reies wol, der frau Anna Maria (geb. Jörger,1605 Frau des Benedikt Schiefer ?) gesundthalber wol, hat viel khinder und wenig darzu, gott helf sie an seel und leib versorgen, zu deiner reies in Esterreich wiensch ich dir meine liebste frau viel dausent glieckh, gott geb das du dein frau dochtter  und das liebe khint wolauf fints, die frau Jutut Sabina wart deiner mein herzliebe frau auch mit grossen verlangen, deine vier herren sien seien hietz alle zu Wien beisamben, der khlein Heynrich Helmert (Sohn des Erasmus d.J. Enkel der Juliana) ist ein hertzliebs fruembs schens khindt, hat ein ser guete emel, die frau ist mit ihr gar wol zu friedten, seien beide feien gesunt, gott erhalts also, thue mich also meine liebe frau dier neben eynen dienstlichen grues gar schen befelhen, gottes gnadt mit uns allen, Lintz den 26 Juny a 1628
        d.t.f.u. dienerin
    Anna Maria fl Jörgerin


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Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),43


25 Briefe der Elisabeth geb. Ungnad (1578-1631), am 2.2.1598 mit Erasmus II. von Starhemberg (1575-1648) verheiratet, an ihre Schwägerin Juliana Starhemberg geb. Roggendorf (1574-1633).



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Eferding an ihren Schwägerin in Riedegg vom 24.02.1620.


Elisabeth berichtet von der Angst ihrer Tochter Eva Regina (1618 mit Günther von Herberstein verheiratet) vor ihrer ersten Geburt.
Sie selbst ist gesund von der Reise zurückgekommen, doch (am 9. April bringt sie ihre Tochter Maria Barbara zur Welt) ... den wyder bin umgeworffen worden und guett plab fleck hab darvon dragn , doch bin ich hieran selbst schultich den ich iber starkhes vermanen meines hern nicht hab wollen absteigen ...



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 10.03.1620.


Elisabeth versichert Juliana dafür zu sorgen, daß die Hinterlassenschaft ihrer verstorbenen Schwägerin Margareta, (Frau des ständischen Landeshauptmannes Sigmund Ludwig von Polheim, Witwe des Kaspar von Roggendorf, Vater ? der Juliana) geregelt wird.
Der Doktor Reckenbach und der Eisenman hoffen, daß der zu Enns krank darnieder liegende Heinrich Wilhelm (Sohn der Juliana) bald gesund wird. Elisabeth bietet Juliana ein Zimmer an, wenn sie zu ihm reisen will.
Die Reise ihres Mannes Erasmus an den Hof nach Wien (er überbringt am 21.3. die Forderungen der Stände bezüglich Ferdinand II. Huldigung) verschiebt sich, denn: ... las dich mein hl frau wissen das es sich mit maines hl hern reis nach Wien wieder zweifflich lest ansehen, dan im ridterstandt will kainer ziehen, Hans Paull Geyman begerdt ein versicherung von ständten wan innkunftig ein schatt daraus endn khindt, das in die ständ on schatten woltn haltn, wär es ein lustige kumysyon die on gefar wär es würdten sich die im ritterstandt nicht vyll spreitzen, wierd diese reis verhindert so dauerts gewislich gott dem ich ja herzlich bit, da es mir nicht zu lieb und dem vatterlandt zum pesten gereichen soll, er wolle es verhindern, ich her wunder wie erbyttert der keisser yber dies landt sey, hab gestern vyll mit hern von Tscherneml gerett und mein herz, warumb mier ob meines hern reis so schwär ist, zimlich gerämbt, man sagt mier halt der kaisser wer starck zu wissen begern was die ständt bey dem Wedtlehem Gäbor und künig in Peham durch die abgesandten haben lassen drackdiern und anbringen, darauff sagt er mier er sey vyr sich selbst bey dem künig in Pehem gewessen und audienz gehabt, sey im von ständtn nichts annbefolhen worden, das wirdt man aber bey hoff nicht glauben, her von Tscherneml sagt offendlich wan die ständt wolln er woll von herzen gern ziehen, das wär ich in mein herzen woll zu frytten ...



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.05.1620.


Elisabeth berichtet, daß ihre Tochter Eva Regina zur Zeit in Graz ist und die dortige Luft ihr nicht bekommt (1618 mit Günther von Herberstein verheiratet). Heinrich Wilhelm (der Sohn der Juliana) war bei ihrer Tochter in Graz.
Der Landeshauptmann der Steiermark ist gestorben.



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 18.11.1620.


(Haushaltsangelegenheiten und Nachrichten von der Schlacht am weißen Berg)
Wolgeborne frau meine gar herzliebste frau schwester mit allen dreuen bleib ich dier zu dienen verbunden weill ich leb, hab gleich jez dein schreiben empfangen, wegen der gens solst du die selbigen gewislich haben so palt es meine leidt gemest haben, doch verhoff ich es werde dier nicht zu wieder sein da ich dirs schon gemachter schick damit ichs desto leichter herab bring, den lebendig sein sy schwer zum dragen und am fiern geschycht inen palt ein schatt, was den halter anbelangt ist er zudein dienstn breit allein damit nicht dier und mier bey dem schatweder ein schatt geschycht die fysch palt lassen abzuhollen, odter da sollichs dein gelegenheit nicht ist so het die fr Ungnadin ein halter der one des lär ist, darinen halten sy weidter und wär sich weniger schatts zu besorgen, ich reis gleich heude heim, auff ein paar dag ist mier post kumen das meiner dochter (Eva Regina in Graz) kindt nicht woll auff sey, gott geb das es on gefar sey, von Prag  (Schlacht am weißen Berg am 8.Nov.) kumen däglich post das dem in allen mit einnennung Prag, so ist wie du hier verstanden hast her Hainrich Wilhelm von Schärffenberg ist gewiß dott wie auch der Geyman, her Gotthart von Starhemberg ist in starken arest, wie man sagt last man nimant zu im, der frau und dem freillen Anna Mary hat man alles das ihre genomen, her Hauck von Scherffenberg ist auch auff den dott verwundt, solliches alles schreibt der Reichart, so her von Scherffenberg gewester fendrich, dem hern Gottharten von Schärffenberg,in grosser eyll kann ich dier merers nicht schreiben, dan allein befilh ich mich sambt den meinen dier dienstlich, und say sambt dein freillen von mier und mein hl hern gar dreulich und dienstlich griest, gottes gnad mit uns allen, dattum Linz den 18 novemer in 1620 jar
                                 d.d.w.sch.u.d.
                            E.f.v. Starhemberg



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg 27.10.1621.


Elisabeth übermittelt Juliana Schreiben von den nach der Schlacht am weißen Berg inhaftierten Verwanten. Heinrich Wilhelm, der Sohn der Juliana, und ihr eigener  Sohn Georg Ludwig haben ihren Mann Erasmus besucht (In der Burg in Linz bis 1625 inhaftiert). Siegmund Ludwig von Polheim soll gegen Kaution bald freigelassen werden.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 31.05.1622.


Elisabeth berichtet, daß sie nichts Neues über den Ferdinand Jörger hat in Erfahrung bringen können, die Frauen (im Freihauhs) wissen auch seit Tagen nichts Neues  über seinen Zustand zu berichten (Er stirbt im Oktober 1622 in St.Pölten). Man sagt, daß die Frau des Statthalters (Marie Salome Herbersdorff) und die Frau von Gera ins Bad fahren (Baden ?). Sie möchte wissen ob es wahr ist, daß die Frau von Greiß bei ihrer Fahrt zur Hochzeit nach Enns (Karl Christoph von Schallenberg mit der Eva Maria Tschernembl ? vgl. sch-rosina 23) in der Donau beinahe ertrunken wäre, und alle Kleider naß geworden sind.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 17.08.1622.


Elisabeth berichtet, daß ihr aitam Günther von Herberstein überraschend zu ihr gekommen ist, ihre Tochter Eva Regina ist aber schweren Herzens in Graz geblieben, da sie schwanger ist. Ihr Tochter hätte gerne ein Pfund Zwirn von der Art wie ihn ihr Juliana geschickt hat.



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 05.09.1622.


Elisabeth berichtet, daß ihrem Mann versichert wurde die comysyon (Komission gegen die Amtsführung des bayrischen Statthalters Herbersdorff ?) werde das Land wieder dem Kaiser übergeben.



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 28.09.1622.


Elisabeth klagt über eine geschwollene Wange und Kopfweh, und meint  ... so empfind ich doch das die schwären flys bey meinen driebsölligen lebm und bekumberten herzen mihr schwärer wern zu yberwünden ...(Erasmus ist in Linz in Hausarrest, Güterkonfiskation, Münzverschlechterung)
 Der Herr von Freyber ist gekommen und hat berichtet, daß der Herzog von Bayern das Land noch nicht zurückgeben will.



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 26.05.1623.


Elisabeth berichtet, daß ihrem Mann die Augen geschwollen sind und die Pflaster ihm Schmerzen bereiten. Sie drückt ihr Bedauern über die Einsegnung der Kirche in Zwettel (Pfarre der Starhemberg im Mühlviertel) aus, und befürchtet das man weitere einsegnen wird. (Gegenreformation)
Ihr Mann Erasmus hat mit dem Abt von Wilhering über den Streite mit Heinrich Wilhelm (Sohn der Juliana) um eine Pfarre geredet.
Ihre Tochter Anna Dorothea hat aus Graz geschrieben, und sie weis nichts von einer Türkengefahr wie man hier im Land redet.
Sie versteht die Klagen der Juliana über das alte Freihaus in Freistadt, wo sich Juliana jetzt aufhält, aber sie hofft, daß Gundaker es herrichten lassen wird.
Sie hat gehört, daß man in Prag mit der Konfiskation der Güter fortfährt und sie befürchtet, daß die Komission es im Land ob der Enns auch so machen wird.



Einzelbrief:11

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.05.1626.


(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff bei Peuerbach von Bauern besiegt.)
Elisabeth bedankt sich bei Juliana dafür, daß sie während ihrer Abwesenheit (Verhandlungen ihres Mannes wegen Konfiskationen in Wien) sich um die Kinder gekümmert hat, und die kranke Maria Barbara (1620-26) bis zu ihrem Tod gepflegt hat.
... wie es mit liebn leichl soll kaltn wern und es auffs wenigste mein hl her gern säh, deswegen hat mein hl her dein sun her Erasem zu geschryben, was das särchl anbelang hab ich mein kündern keinen, so der liebe gott zu sich genomen hat, alls hylzene drychl machen lassen ...
Ihr ist es recht, daß die Kinder in Eferding sind, aber sie weis nicht ob es dem Pfleger des bayrischen Herzogs (der wegen der Konfiskation die Starhenbergschen Güter verwaltet) recht sein wird. Sie hält es in Wien nicht mehr aus.
(Bauernkrieg:)
  ... es erhebt sich alhie ein geschrä alls solln die pauern wieder droben etwas anfangen und umb Ascha und Efferding sein, welliches ich aber nicht glaub, fyrcht es mecht ein ursach sein das weder mein her noch ich hinauff auff die begrebnis käm ... (Am 24. besetzt Fadinger mit den Bauern Eferding)
(Am 24.5. hinzugefügte Sätze)
Mein allerliebst frau schwester ich hab das schreiben vorgestern geschryben undt noch nicht so vyl gewist von den leidigen pauernhendl alls leider ich gester und heindt her, es ist mier so angst und pang das mier unmieglich ist mit mein her zu reissn, der schreck hat mier in alle meine glytter geschlagn das ich nich mall gen kann, man gybt heinde herunden wie her statthalter sey alles folck erschlagen und Peurbach auch Neydtharting sey abbrandt, gott geb das es nicht sey ...



Einzelbrief:12


 
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.05.1626.


(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff bei Peuerbach von Bauern besiegt, Fadinger besetzt Eferding und Wels, 24.6. Belagerung von Linz)
Elisabeth sorgt sich um ihre Kinder in Eferding, ist aber froh, daß sie nicht in Linz sind, da ein Heer dorthin unterwegs sei (erst am 23.7. kommt Löbel mit 2000 Mann ins Land).
Der Mühlheusl (Bayrischer Pfleger in Eferding ?) soll bei den Bauern sehr verhaßt sein, sie dankt Juliana, daß sie zwei Truhen in Sicherheit gebracht hat.
Elisabeths Einschätzung des Krieges von Wien aus:
... alhie halt man den auffstandt der pauern nicht so vir gefärlich, ich drag woll sorg es wer den guettn pauern ybl gen ...
Gerüchte:
... sy haben mit dem kündern schon einmall darvon wollen so hab es inen an der firer gemangelt, ich her sy haben uns ein ganzn zug weck undt woll 3 rindt auch vyll wein ausgedrunkn ...



Einzelbrief:13

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 30.09.1626.


(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff bei Peuerbach von Bauern besiegt, Fadinger besetzt Eferding und Wels, 24.6. Belagerung von Linz, 22.9. Löbl besetzt Steyr, 27.9. Übergabe von Wels an Löbl, 29.9. Ende der Belagerung von Linz)
Elisabeth hat in Enns erfahren, daß die Eva Elisabeth an der roten Ruhr erkrankt ist.
Sie ist mit der Frau des Weikart (von Polheim) und ihren Kindern von Wels nach Linz gereist, aber ihr Mann ist schon wieder zur kaiserlichen Kommission nach Enns gereist. Vor Linz hat sie das Elend gesehen das der Krieg verursacht hat.



Einzelbrief:14

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 07.04.1627.


Elisabeth giebt ihrer Hoffnung ausdruck, daß Juliana zum Linzermarkt kommen wird, es sind schon viele Kaufleute hier, wie das Geschäft laufen wird, wird man sehen. Sie bittet Juliana ihr die Schlüssel zum Gewölbe im Landhaus (ihre Fahrende Habe wegen Emigration ?) zu schicken, da sie wegen des Losensteinschen Gesindes die Kammer in der ihre Kinder geschlafen haben, räumen muß, und sie ein  gätterpettl  heraus nehem will.



Einzelbrief:15

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.04.1627.


Elisabeth fürchtet sich vor den Kommissaren, die über ihr und ihres Mannes weiteres Schicksaal entscheiden sollen. (Am 22.4.1627 teilen die kaiserlichen Kommissare Abt Wolfrat und Georg Teufel den Ständen mit, daß wer nicht katholisch werden will das Land verlassen muß)
... was mier dies fier ein herzenleyd verursacht ob ich zwar auch gern hoffet undt das gewisse verdrauen zu mein gott hab er werde noch ein gnädiges myttl schikn das ihre mayestatt die scharffe resolluzyon ändert, so her ich doch leidter das die cumysary schon auff den weg sollen sein ...



Einzelbrief:16

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 21.02.1628.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth bedankt sich für das Angebot bei Juliana auf Riedegg zu wohnen, (Konfiskation der Güter des Erasmus, u.a. Eferding) aber ihr Mann hat mit seinem Bruder Paul Jakob ausgemacht, daß sie in seinem Schloß(Schönpichl? VOWW) wohnen werden.
Sie hat von der Frau Seemann und der Schieferin Körbe aus Wallsee erhalten (für die Übersiedlung ?). Die Frau Jörger ist nach Steyregg abgereist.
Die Anna Dorothea schreibt, daß ihre Tochter (Eva Regina) ein Kind bekommen hat. Maria Elisabeth war bei der Hochzeit der Paradeiserin.
Der Herr Weikart von Polheim, der aus Prag zurück ist,  meint, daß ihr Mann nicht viel mehr beim Kaiser erreichen wird, als einen Aufschub zur Auswanderung bis 9. April.



Einzelbrief:17

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.02.1628.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth hat heute die kaiserliche Resolution (Ausweisungspatent ?) bekommen, ihr Mann und der Herr Jörger werden darin namentlich genannt.
Die Frau von Gera hat sie zur Taufe eines Kindes eingeladen.



Einzelbrief:18

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.02.1628.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth wünscht dem Vater der Juliana den Beistand Gottes, damit sich dieser vom Statthalter nicht überreden läßt katholisch zu werden.
Sie bietet der Juliana an im Bett des abwesenden Erasmus zu schlafen, wenn sie her kommt, um die Frau des Wolf Jörger vor ihrer Emigration noch einmal zu sehen.
Sie hat gehört, daß es in Schönbichl schwer zu hausen sey , denn die Stiegen sind sehr steil und sie will nicht immer im Zimmer bleiben.



Einzelbrief:19

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Gstetten(au) ?  an ihren Schwägerin in Riedegg vom 16.06.1628.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß die Margareta (Ihre Tochter ?) noch immer große Schmerzen hat und sehr abgenommen hat.
Die Frau Jörger ist mit ihrem Mann (Helmhart ?) nach Wien, will aber zum Begräbnis der Schieferin wieder da sein.
Sie giebt ihrer Hoffnung Ausdruck, daß Juliana, die wegen ihrer Ausweisung in Linz vor dem kaiserlichen Administrator (das Land ob der Enns wurde am 5.5.1628 aus der bayrischen Pfandschaft wieder den habsburgern übergeben) dem Herrn von Salaberg (Hans Heinrich von Salburg zu Salaberg) erscheinen muß, im Land bleiben kann.



Einzelbrief:20

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Gstetten(au) ?  an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.08.1628.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß ihr Mann vom Hofmeister ihres Sohnes (Johann Reichart, der sich offenbar mit einem Scherffenberg auf Kavalierstour befindet) aus Rom einen Brief  erhalten hat, dem ein Brief des Fetters der Juliana, eines Herrn von Scherffenberg, beigelegt ist. Ihnen geht es gut und sie haben den Papst gesehen.
Elisabeth berichtet von den Schwierigkeiten nach dem Abzug der bayrischen Pfleger von ihren Herrschaften Eferding und Gstettenau :
... da mier das fiech zu Efferting nicht wirdt so versint sich doch der Curfyrst nicht allein an mier, sundtern an den armen leidtn, den ich darmit zum däll helffen kündt, es hebt sich ja ein sollichs leitn das sie mier im herzen erbarmen das ich inen nicht helffen soll, und da ich nicht des gesindts halben mieste fierhaben wolt ichs alles verlassen, undt das ich one des bey so wenigen fich nicht vyll sameln kann gen kauffen, was die armen leidt, seidther es inen genomen ist worn, wieder bekhumen haben, hat inen der pfleger, der warlich yber die mas ybl mit den underdanen ist umgangen, an den ausständen  wieder genomen, und hat woll an 10 rinder, 8 schaff, 3 ros, 2 oxn, 30 hiener weckpracht, ist etwan ein halbs jar dagewest, gott verzeih ims, ich hab nicht mer als zwe hanen, das ist all mein viech, zwar hab ich des habern nicht, weis nicht wern sy mier von Efferting noch eins lassen, bey ein pauern dem hab ich etlich copauner gebn ehe ich weckgeschafft bin worn, die hat man mier erhalten ...



Einzelbrief:21

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 24.04.1629.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet Juliana, daß sie die 6 Lot und ein halbes Quintl Silber bekommen hat, sie wird den Münzenschmied fragen, ob er es sich zu münzen traut und was es kostet. Dem Hans Reichart geht es wieder gut, aber der Doktor Springer hat noch nicht gesagt, wann er die Kur beenden kann.
Die Frau von Stubenberg soll gestorben sein, was sie nicht glaubt, aber die Frau des Karl Teufel ist sicher tot.



Einzelbrief:22

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Niederwalsee von 11.09.1629.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß ihr Mann krank ist ... und duett kain deytt one sundern grossen schmerzn, es ist mier ser angst und pang sunderlich desthalben das er so ser ybl darbey sicht, besorg es wird ein mangl so er an der nieren hat bedeytten, zu kein dokter hat er kein lust waill man kein uncattolischen prauchen darff ...
Sie weis noch nicht ob die Bemühungen ihres Mannes um die Verschiebung des Ausreisetermines erfolgreich waren.
Sie berichtet von Verkaufsverhandlungen : ... von dem verkauff Riedeck (Witwensitz der Juliana) gybt es hie allerley disgursch und wird der frau von Haim solliches nicht gunndt, eins dälls wollens vier ein scheinkauff haltn, man sagt her von Meggau begerts umb 10000 merers als die frau von Haim darum zu geben, ich schreib es aber dier nur wie ichs her und vier ein wienerische zeitung und vier kain gewishait, her es hab auch her landtmarschal ein aug darauff die weil aus dem kauff mit Schwarzenau welichs er hat kauffen sollen nichts ist daraus worn, daher er soll vermelt haben er gedrau im von seiner schwester Riedeck woll zu bekumen, habs aber auch von im selbst nicht ...
Elisabeth möchte wissen wie lange sie noch in Walsee bleiben wird, weil sie die Juliana dort zu besuchen will.



Einzelbrief:23

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 11.10.1629.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth bietet Juliana an bei ihr in Linz zu wohnen. Sie weis nicht ob die Frau des Gotthard (Witwe ? Benigna von Preysing) zur Hochzeit ihres Sohnes (Heinrich Wilhelm mit Franziska von Lamberg ?) kommen wird. Der Paul Jakob (1560-1635)  hat vor mit seinem Frauenzimmer aus Wien zur Hochzeit zu kommen.



Einzelbrief:24

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien ? an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 09.11.1629.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet über die merkwürdige Krankheit ihres Mannes, die sie und die Ärzte zuerst für Cyattyyä, aber da ihm die Füße geschwollen sind, befürchtet sie, daß es Wassersucht ist. Sie selbst leidet noch an der Podagra. Ihre Töchter und die Eva Lisl haben die fleck gehabt.
Sie freut sich über die gut verlaufene Niederkunft der Schwiegertochter der Juliana (Anna Sabina geb. Dietrichstein, Frau des Gundaker mit dem Sohn Erasmus).
Juliana meint, daß der Verkauf der Herrschaft Riedegg gut verläuft, aber die Frau von Haim ist eine in Kaufangelegenheiten erfahrene Person die auf ihren Vorteil schaut. Ihr Sohn Heinrich Wilhelm wird sich am Verkauf von Eferding orientieren können.
Elisabeth berichtet von Bekehrungsversuchen an ihrem Bruder Herrn von Roggendorf:
...der cardynal Diettrichstein hat in wegen seiner weibsguett nie viergelassen, man erzäll hern von Rogendorff er wer wenig richten, man merkt an hern von Rogendorff das er zu hohen sachen dauget, man zaygt im auch schon das raich der welt undt gybt im mit hohen diensten verdrestung, ich besorg woll wie er sich bisher bedragen hat, er dredt auff die andter seiden, gott geb das ich mich hierin betrieg ...
Elisabeth warnt die Judith (Schwiegertochter der Juliana ?) wegen einer falschen Krankheitsdiagnose : ... das mier bey ihren schen gestalt recht leidt umb sy ist, ich hab selbst von ihr geherdt sy mag woll essen, schlaff und ist hybsch geferbt, allain in der seidn due ihr etwas weh, das halt ich vier vierwandt, ich fircht es wer sy ain mall reuen den wie ich versteh so hab der dokter ihr lauder erzney gebraucht die öffnen, darvon khumbt gern die starkhe verfliessigung welliches ich an mier erfarn hab, undt ist nicht so leicht zu stillen alls zu dreiben ...
Elisabeth hofft von Juliana zu erfahren, wo ihre zwei Truhen geblieben sind, vor Julianas Emigration waren sie mit der Fahrnis des Kaspar von Starhemberg in Riedegg.



Einzelbrief:25

Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 11.12.1629.


(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß es ihrem Mann besser geht, er kann schon alleine gehen. Auch hat ihre Podagra zur Zeit nachgelassen. Sie beklagt sich, daß sie hier in Wien einen unnötig großen Haushalt führen muß, und freut sich schon auf den Frühling wenn sie wieder abreisen werden.
Sie hat gehört, daß der Herr von Kuefstein Landeshauptmann im Land ob der Enns werden soll (Hans Ludwig Kuefstein 1630 LH).
Sie berichtet vom Tot des Bethlen Gabor: ... der Wedtlehn Gäber ist ein mall dott, sein gemahl sagt man sey cattolisch aus ursach das sy sich besorgt der kässer sties sunst von regimend und bekriegts ...Sie berichtet von einer konvertierten Verwanten: ... ich khan dier mein hl frau schwester nicht genug beschreibn wie eyffrig und andächtig sich die frau Ludwigin von Starhemberg in jeziger religon erzeigt, aber ich hab mier viergenomen kein wordt derendtwegen mit ihr zu redtn ...Von der Judith Sabina hat sie gehört, daß die Frau Haim sich über die Frau Strein beklagt hat, da sie all Fahrnis ( von Riedeck ?) weggebracht oder verkauft hat.
Der Kaspar von Starhemberg hat bei den Verkaufsverhandlungen die Frau Heim sehr unterstützt, so daß sie glaubt er habe die Absicht diese selbst oder eine Tochter zu heiraten.



REGESTEN

Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),47


18 Briefe der Judith Sabina geb. Jörger (1604-1630), am 4.6.1624 mit Erasmus den jüngeren von Starhemberg (1595-1664) verheiratet, an ihre Schwiegermutter Juliana Starhemberg geb. Roggendorf (1574-1633) und ihren Schwager Kasper (1598-1646) und Heinrich Wilhelm Starhemberg (1593-1675).



Einzelbrief:1

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 25.06.1624.


Judith bedankt sich bei  Juliana für die Gerste und den Gries. Sie hat in Linz 3 Fuhren Heu erhalten, von Enns will sie 4 weitere holen. Die Fässer die sie von ihrer Mutter (Stievmutter Anna Maria Jörger geb. Khevenhüller) für Wein erhalten hat, kann sie nicht verwenden, da diesen ein schlechter Geschmack anhaftet.



Einzelbrief:2

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 1624.


Judith bittet Juliana den Kaspar (Starhemberg 1598-1635, Schwager) daran zu erinnern, ihr einen Teil der 30fl, die sie ihm geliehen hat, zu schicken, da der Rentmeister keinen Kreuzer dagelassen hat.



Einzelbrief:3

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihren Schwager Kaspar in Riedegg vom 15.2.1624.


Judith versichert dem Kaspar seine Sache (Darlehn, Heiratspläne ?) zu fördern, und versichert ihn ihre Gewogenheit.



Einzelbrief:4

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 10.09.1624.


Judith will von Juliana wissen, ob sie zum Begräbnis des Herrn von Neuhaus kommt, die Hildebrandin will auch hinkommen. Sie bittet ihre Schwiegermutter in Wildberg wegen eines Leiterwagens nachzufragen, denn sie braucht ihn dringend.



Einzelbrief:5

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 14.01.1629.


(Erasmus der Jüngere befindet sich mit seiner Frau am Hof in Wien um gegen das Restitionsedikt und die Konfiskationen etwas zu unternehmen)(Judith teilt Juliana mit, daß sie vermutlich schwanger ist)
Wolgeborne frau frau
mein hoch gebidtente herz liebste frau muetter, derselben verobligierdte dienerin pin ich solang ich löb, gott las sie mein liebe frau muetter in glikh löben und mich in ihrer gnad, ich hab nit unterlassen wölen mich durch dis priefel meiner lieben mueter zu pefehlen und erintere die selbig das es mir gott lob noch wol gedt, ich pefindt mich auch iezt mit mein magenweh ganz wolauf und lies dös stedige pröchen so ich droben embfunden nach, also das ich hof ich werde in ein 14 dagen oder 3 wochen löbendigs embfinden, es ist mit mir meiner reitung nach in der 14 wochen, (Judith berichtet Juliana vom Faschingstreiben am Hof ) von zeitung was iezo hie gibt hat mir heind die frau Erasambin (Elisabeth geb. Ungnad) gesagdt, hab sie die frau muetter erinert, man rist sich hie starkh zu einen fuesdurnir der in 4 wochen wern sol, so wird auch gar ein schens khenigreich zu hof gehalden wern, unser vötter her Weikart von Starhemberg (1605-1648, Neffe des Mannes der Juliana) ist khinig worn, die freilen alte hofmeisterin, die frau Formendin khinigin, der jung her von Harach nar, die andern embder weiln der one zal fil khan ich in warheit nit perichten weil ich sie nit in der gedechtnus pehalden hab, (Sie berichtet von ihren Unternehmungen am Hof bezüglich der Konfiskationen) vergangen sambstag pin ich zu hof gewössen hab der kheiserin (Eleonora geb. Gonzaga, zweite Frau Ferdinands II) umb unser pedision witer den rokh gekhist und sie in die föhsper pegleid, sie hat die obriste hoffmeisterin gefragdt obs dö von Starhemberg sey die ihr den sumber hab mit den grosen pauch ein publizion iberantwort, drauf sie von ir geandwordt, heidt pin ich mit unser frau Erasambin pey der gräfin von Mögau und frau obrist khamberin gewössen, sie ist gar peseidnlich und verninftig in ihrn disgurschen, und in warheit es mues also sein den wer wil hir zu Wien predensionen suchen der mues leiten, schweigen, höflich und gedultig sein, ich mach iezo zöhen referensen fir den von Harach, das er so höfflich ist und zidirt uns das haus witer, (Judith erzählt Juliana von Konversionen und Hofklatsch) mein auserwölte frau muetter, ich hof sie hab schon for ödlich dagen ein schreiben von mir embfangen daraus mein glikliche herabkhunft wird vernumben haben, es ist uns wol zu radten gewösen das wir auf dem wasser  herab sind, die frau Erasambin die kann nit genug sagen was fir ein pesser wäg gewössen ist, das die frau Dudl von Althamb (Wandula von Altheim ?) pepstisch worden wird sie wissen, und nur so liederlich und in ein augenblikh hat sie sich das resolfiert, man wils von hern Jörg Achaz (von Losenstein ?, Hofmarschall) auch sagen und zweifelt mir nit das er der frau Dudl folgen wird, den sie lieben peide ser hoch aneinander, es soll zwar ein kheimbe lieb sein und mörkhts nimbt als die ganze weldt, doch khan sies weniger pergen als er, den hern Hans Ernst ist sie versprochen und so lang er löbt khan sie wol khein andern nemben, sie ist mit ihrn liben gleich so verstendig als mit ihrn glauben, (Judith berichtet von den Konfiskationsverhandlungen) recht fil leit denkhen hie meiner frau muetter  und wo man sich ihrer erindert richt ich alendthalben gries und pefelh aus,  von unser predension khan ich meiner lieben frau muetter noch nichts perichten, sie gedt langsam her, gott gäb aber gnadt das ich ir paldt fir uns alle ättwas erfreiliches schreiben mög, die abgesandten aus dem land ob der Enz sind noch nit hir werden aber deglich erward, mein her vatter hat heind witer auff ein anbringen, so er in seiner sachen ibergöben, ein schlechten pescheiht und verweis pekhumben, gott helf im und wäre seinen witerwerdigern, (Judith bittet Juliana um Rebhüner für ein Gastmahl) mit diessen will ich fir dismals schlissen und mein liben hern und mich in ihr gnadt ganz underthenig zu pefelhen mit pit mein liebste frau muetter las uns nit pei ir verdrisen, mein liebe freile Rögel gries ich zu daussenmal, und las sie wissen das ir frau Femia von Puechheim hie gar ein schlechts lob, wöliches mir ein freid und ir ein leid verursacht, pit mein libste frau muetter im fal sie was von röbhienern mir mit ein 3 zu verhelffen, es haben sich hofffrelen pei mir zu gast geladen, mein lieben hern  Chaspar gries ich zu dausenmal und las in wissen das er und ich auch mein lieber her khein pisl mer pei der Chelleitin geldten, ich hab mir ir gnadt schon aus den sin geschlagen und das hof ich wer er auch dein, due mich also meiner lieben frau muetter pefelhen und pleib ihr dreu und khorsam khind pis in mein grab, mein liben Reichardl pit ich göb sie ein pusl von mein wögen und pleib ebig m. lieben frau m. Wien den 14 January

Judit Sabina
frau von Starhemberg
 Zusatz von  Erasmus.
 P.S.  mein herzliebste frau mutter mit disen wenig zeulen hab ich mich allein der frau mutter
 gehorsamblich zu gnaden befehlen wollen, in übrigen hoffe ich bey derselben entschuldigt zu sein, das ich ihr nicht absonderlich und ausführlich schreib, welches darumb für diesmahl underlassen wirdt weil ich von einer wichtigen vershandlung so uns in particulari oder auch das landt concernirt der zeit  noch nichts zu schreiben wüste, so viel aber die algemeinen wienerischen faschungs zeittung anlangt  kann mein weib der frau mutter (wie sie es den thuet) alles viel besser den ich berichten, da aber was wichtigs fürgeht, unterlasse ich gewiss nicht dir meine fr. mutter dessen fürderlich zu erinnern, thue mich hiermit der frau mutter und der Schwarzin mit einen grues dienstlich uns allerseits göttlich obacht befehlen
           Erasm.



Einzelbrief:6

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Riedegg vom 31.7.1629.


Judith berichtet von der Krankheit ihrer neugeborenen Tochter (Juliana Maria), die keine Milch verträgt. Sie berichtet vom Besuch bei Elisabeth die gerade ein Kind verloren hat:
... sie pefind sich in ihren pedt zimblich wol, so schikedt sie sich auch in die petriebte zeitung ihres lieben khins dot gar verninftig, auch in des heren gieden abfal, glaubt sie sey des kreiz schon so gar gewendt das ihr das leiten ein degliche speis ist, um die lieben kinder sol man sich wol zwar nit pedrieben in disser warn verfolgns zeit, sundern gott mer drumb dankhen, aber der öltern herz khan gleich wol nit lassen, freilich sol eins die seinigen liber dot wissen, als das sie rechte erkande warheit verlaugnen, wie iezo fil meschen dein ...
Sie versucht Konversionen zu verhindern:
... der Hans Wilhelm (1601 geb. Sohn des Hans Ulrich von Sterahmberg ?)ist iezo hie, pefind sich gar offdt pey uns, mit dem hab ich allerlay geistlich disgurs, erman in hoch zur pestendikheit und mach im die höl heis genug, gott erhald in umb seiner ehr willen pey der pekhanden warheit ...
Judith macht sich um ihr Neugeborenes Sorgen :
... klag meiner lieben frau muetter das mir mein Julia Marie gar ser ibel auff gewösen. Haob miesen for zwei dag emel wegseln, hat wenig gespin gehabdt, und der dokhtor hot ir gespin sunst auch nit mer fir dis subdile meidl pasirn wollen, mit der pin ich gleich zu friten, hat dapfer zu seigen, ist ir khind erst 5 wochen aldt, habs witer zu ein anders weib lassen lögen, mus firdl jar 10 fl göben, aber die alte eimel khan wol nit darfir, sie hat sunst das ihrige dreulich dan ...
Der Gundaker ist auch wieder in Wien, war aber mit dem Versuch eine Audienz zu erhalten nicht erfolgreich.

Von Judith beigelgter Zettel:
Sie drückt ihr Bedauern darüber aus, daß Juliana Riedegg verlassen muß, sie wird ihre Brüder daran erinnern, dagegen etwas zu unternehmen. Paul Jakob hat angeboten sie für eine Weile in Schönbichl aufzunehemen, sie kann aber auch  zu ihr nach Wien kommen. Der Juliana Maria geht es schlechter, sie hat Fieber.



Einzelbrief:7

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Riedegg vom 23.8.1629.


Judith berichtet vom Tot ihrer Tochter Juliana Maria:
... gott dankh meiner lieben frau muetter fir den schen drost so sie mier in ihrn schreiben gibdt wögen ableibung meines lieben khind selligen, weniger ist nit als das sie zu dissen mieseligen zeiten die pöser versorgung pey ihrn gott haben, aber der öltern schmerzen und empfinden pleibt nit aus, und mus bekhenen das es mich wol in meiner sel geschmerzt, ich mues mir aber den willen meines gottes gefallen lassen, die amel hat wol kein schuldt, hat das ihrige in dem sies khindt noch an ihrer prust gehabdt und auch hernach dreulich dan, habs aber aufs dokhter radt, weil er vermaindt die gespin sey zu aldt, wegseln misen, und hab hibs saubers mensch hie pekhumben dern khindt erst 5 wochen alt pekhumben, der ist in ödlich dagen die gespin so gar verlofen, das khein dropfen, mit allen dem was man ihr zu mehrung der gespin praucht hat, haben khinen, der docktor hat haben wöln ich sols witer an eine andere lögen, so hat mir aber die frau von Polhamb und andern frauen geradten ich sols spenen, darauff ichs in gottes namben gewagdt, so ist sie ein 10 dag so fein auff, das spenen wolauff gewösen, das ich mich von herzen gefreidt, das reisen und alles hat nach gelasen, in einer nacht pekhumbt sie mir ein durch pruch und khumbt das inwendig freisel darzue, das hat in wenig stunden endt gemacht ...
Juliana soll ihren Sohn Georg Reichart zu ihr nach Wien schicken wenn er ihr Ungelegenheiten macht, da sie für sich selbst eine Unterkunft suchen muß.



Einzelbrief:8

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihren Schwager Kaspar in Riedegg vom 6.9.1629.


Judith bittet Kaspar die Pferde mit einem guten Knecht zu ihr zu schicken. Sie verspricht für ihn nach einer reichen, schönen und frommen Frau Ausschau zu halten.
Der Kaiser und die Kaiserin haben das 4 deglich fiber , deswegen ist das Ringlrennen abgesagt worden.
Zusatz von Erasmus: ... mein dir glihenes buech Robbertum Abbatum Oxoniensem wöllest fleissig lesen, und mir wieder mit herabzubringen nit vergessen...



Einzelbrief:9

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg  aus Wien an ihren Schwager Heinrich Wilhelm vom 18.9.1629.


Judith berichtet, daß ihr Mann mit dem Kaiser unterwegs ist. Sie bittet ihn um Geld, und bedankt sich für den weißen Rock. Sie hat viele Neuigkeiten gehört, weis aber nicht was davon wahr ist.
Judith will eine Heirat  vermitteln: ... her oberist von Difenbach gibt ein gallani pay der frau Rewöga, pit dich durch gott mein herz nimb dein glikh in acht, du khanst in noch verdringen, ist gott weis dein glikh und dir ein er, das weis der högst, das ich dir gern gunet, hald nur das ich find das ihr wolfard wer, den was khüm ich mich sunst umb dein heiraten, ich hab wol mer darfon wanst also verökhst ...



Einzelbrief:10

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Niederwalsee vom 28.11.1629.


Judith kritisiert den Arzt wegen der Krankheit ihres Sohnes Georg Reichart (1626-47):
... allein unser lieber Jörig Reichardl will hald noch gar nicht recht auff richten, er ist so abzördt, mager und pleich, das er eimb in herzen erbarmbdt, will in der hiege luffdt gar nit daugen, der dokhter hat mir disse dag unders gesicht gesagt er khunb nit darfun, er hab die dör am hals, ich prauch noch fordt dös dokhters midl, mein her wils durchaus haben, ich soll alles mit dem khind dein was der dokhter will, ich weis het ich in disser zeit guette haus midl derfen brauchen, was mir die frau muetter und andere guette frauen geraden, ich wold ihn schon gesund haben ...
Judith berichtet von Glaubensgefahren:
... die alt frau (Elisabeth geb. Ungnad ?) kumbt herab und pegert an hern Paul Jagob er soll sein jingste dochter fl Warbara Chonstanssia (1619-1665) hinauff lassen (Regensburg), sie wolts gern der jungen frau der Eva Rögina göben, so hat ers gleich in willens khinfftigen ostern hinauff zu sikhen, wie ich den fir mein deil starkh darzue radt und hilff, den der vatter ist nunmer ein ibermiehtiger man, und wan er sterben sol were seine dochter in högster gefar wögen ihrer khadolischen schwöstern, den die stubenbergerischen khinder der frau Paul Jagobens (Dorothea geb. Thannhausen, 1595 erste Ehe mit Georg Hartmann von Stubenberg) san nunmer alle papbstisch ... Die Frau von Althaim (Dudl), die etwas eingebiledt ist obwohl sie an Schönheit schon eingebüßt hat, läßt ihre Schwester Regina grüßen.



Einzelbrief:11

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder Wallsee vom 3.1630.


Judith berichtet, daß ihr Sohn Georg Reichart wieder gut schläft und ißt, aber noch immer sehr schwach ist. Sie ist mit der Amme, die ihr Juliana mit Hilfe der Frau Jörger besorgt hat, sehr zufrieden, aber diese verlangt 16 fl im Jahr.
Judith ist wieder schwanger:
... empfind schon ein 14 dag löbendigs khindt und reit mir gleich zu end dös sebtember aus, mein liebste frau muetter pit ich umb die gnad, weil die frau von Neuhaus (Regina ?) mein lieben hern verdrestung göben sie wolle mir witer ein Embel pekhumben ...
Der Kaiser wird am Montag nach Regensburg aufbrechen, aber sich nicht im Land ob der Enns aufhalten. Zur Zeit ist Markt in Wien, der aber ist schlecht und teuer. Sie bittet Juliana den Kaspar zu erinnern ihr die 4000 fl zurückzugeben, da sie das Geld jetzt brauchen kann.



Einzelbrief:12

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder Wallsee vom 12.3.1630.


Judith berichtet vom Vorhaben ihres Mannes den Landeshauptmann um eine Verlängerung des Ausreisetermiens zu bitten, wozu sie nach Linz reisen werden.
Sie bittet Juliana für sie in Linz eine Unterkunft zu besorgen, wo sie selbst kochen lassen kann, das Haus ihrer Eltern (Stieveltern Hildbrand Jörger und Anna Maria geb. Khevenhüller) ist durch diese belegt.



Einzelbrief:13

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 16.3.1630.


 Judith klagt, daß sie seit Julianas Abreise wegen ihrer Schwangerschaft fünf oder sechs mal am Tag erbrechen muß und Kopfschmerzen hat.
... wir khinen nit aller weil gesundt sein, gott machts nit alles nach unssern willen, wair uns auch nit allezeit nuz wan wir stets gueden daig heten, darzue sagdt gott nit umb sunst von schmerzen der schwangern weiber, und also haben wir auch die verheisung der seligkeit ...
Sie hat gehört, daß die Barbara Schiefer gestorben ist und Nieder-Wallsee darauf an einen französischen Herren, Heinrich von St.Julien, verkauft worden ist, und will wissen wo Juliana nun wohnen wird. Der neue Besitzer soll ein feiner Herr sein, sie kennt ihn nur vom sehen, er war ein paar mal bei der Gräfin von Wallenstein.
Ihrem Sohn dem Georg Reichart geht es von Tag zu Tag besser, die Salbe ihrer Schwester der Eva (Regina von Crailshaim ?) hat ihm sehr geholfen.
Ihr Mann und der Doktor bestehen aber darauf, daß er weiterhin das plaidl trägt, was er Tag und Nacht ohne klagen tut.
Sie bemerkt zum Hofleben:
... und hab witer lautter gnedige fraun und freillen in der Wienstad ihrer erzeigung und sagen nach, ins herz khan man kein sehen, sunst wolt ich eimb die wienerischen humor zimblich peschreiben, ich glaub nit, das ein soliche falscheit in der kristenheit ist als hie, und wer das nit khan der mus doch hie lernen oder er khumbt zu kurz ...
Sie möchte Wien gern verlassen, ist aber nicht sicher ob ihr Mann sie zu Bartelmä nach Regensburg bringt.



Einzelbrief:14

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 30.4.1630.


Judith klagt, daß ihr Sohn Georg Reichart einen Husten hat, sie will ihm nach des Doktors Rat Ziegenmilch geben.
Sie hat Mitleid mit der Frau Haushamerin, der diese Woche drei Kinder gestorben sind, doch
... den lieben khindern geschicht wol, sunderlich den von öltern khumben dern religion der schrift gemäs verwerflich, seind rein engl for gott und sterben in ihrer unschuldt ...
Judith schriebt zu Wien und dem Hofleben:
... gott weis wol, den ich herzlich drumb anruf, das ich alle stund fördig wair und gwis mit krigen herzen diese lose stadt so foller laster und sinden ist verlaset ...
Sie klagt über den Versuch sie bei Juliana schlecht zu machen, indem man behauptet sie habe ihr hinterbracht, wie verliebt die Maria Elisabeth in den Kaspar sei.
Der Kaiser ist in Presburg am Landtag, und reist dann zum Fürstentag nach Regensburg.



Einzelbrief:15

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 15.6.1630.


Judith klagt, daß ihr Sohn Georg Reichart sich verletzt hat, und würde ihn gerne zu Juliana nach Wallsee schicken, weil der Arzt wegen der Hitze keine Behandlung anfängt. Doch ihr Mann will ihn zu einem (protestantischen ?) Arzt in Linz schicken.
Ihr Mann wird auf bitten der Juliana deren Nichte Juliana (Dorothea ? Tochter des Paul Jakob,  geb. 1616) die 230 fl für die Frau Martin (Witwe des Martin von Starhemberg, Sidonie geb. Sonderndorf) borgen, weil diese ihn deswegen so quält. Doch ersucht er sie ihm das Geld möglichst bald zurückzugeben, da er es nur vom Haushaltsgeld nehmen kann. Judith meint, daß es der Juliana Dorothea bei der Eva Regina (Frau des Günther von Herberstein,1599-1663) besser ergangen ist, sie hat gehört, daß Juliana Dorothea im Haus in Wien von der Frau Martin schlecht behandelt wird. Sie bittet Juliana den Kaspar an die 4000 fl zu erinnern, da sie diese jetzt gut brauchen könen, sie haben ja nur die Einkünfte aus Wildberg zum leben. Ihr Mann macht ihr schon Vorwürfe, da er es nur auf ihrer Bitte dem Kaspar gelihen hat. Sie hat die Sache mit den Hündchen, die sie den Fräulein von Traun versprochen hat, in Ordnung gebracht, und seither sind sie wieder gute Freundinnen.



Einzelbrief:16

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 27.7.1630.


Judith berichtet, daß es mit der Seuche nicht so schlimm ist, zwar ist ihr Bursche krank geworden, doch hat sich nach Gebrauch von Medikamenten sein Zustand schnell gebessert. Sie hat niemenden davon erzählt, da sie ihr Haus nicht in Verruf bringen wollte. Ihr Mann wird sie und die Kinder mit zum Linzermarkt nehmen, und wenn es der Oberst St.Julien erlaubt wird sie nach Wallsee kommen und dort ihr Kind zur Welt bringen. Sie würde gerne das Bettzeug der Frau von Tschernembl (deren Fahrnis sich in Wallsee befindet) kaufen, da diese aus dem Land reisen will ist ihr Geld nützlicher. Sie macht sich sorgen um ihre Mutter, deren Füße stark angeschwollen sind.
Noch mehr Angst hat sie aber um ihre Schwestern wenn die Stiefeltern sterben (Helmhart Jörger und Anna Maria geb. Khevenhüller):
... meine liben jungen schwöstern, die man in Warheit, fircht ich, gleich an khadolische ord göben wur, und so also in den plinden pabbsumb unsuldig erzogen misen wern ...
Beim Herrn Statthalter, wo sie zum Essen eingeladen waren, haben sie erfahren, daß die Holländer einen Sieg über die Kaiserlichen errungen haben.
Wo die königliche Hochzeit stattfinden wird, ist noch nicht klar, in Wien selbst oder in Linz, wie die Maria Elisabeth meint.



Einzelbrief:17

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 1.8.1630.


Judith teilt der Juliana mit, daß sie auf den Linzermarkt fahren werden und danach, wenn sie die Erlaubnis des Herrn von St.Julien haben, drei Wochen zu ihr nach Wallsee kommen werden. Sie hat gehört, daß der Fürstentag in Regensburg zu ende geht, aber die kaiserlichen Hochzeitsangelegenheiten noch nicht abgeschlossen sind. Der König (Ferdinand III) soll, so habe Kardinal Dietrichstein gesagt, der Braut (Maria Anna von Spanien) bis nach Görz entgegenziehen. Sie soll schön sein und sehr schöne Hände haben. Aber ihre Hofdamen sind nicht so schön, und man braucht nicht fürchten, daß diese die österreichischen verdrängen.



Einzelbrief:18

Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 8.8.1630.


Judith versucht Juliana wegen der Seuche ( pest ) in Wien zu beruhigen, es sterben kaum drei Leute am Tag daran und die Regierung ist auch noch hier. Die Gräfin von Mansfeld und der Graf von Losenstein reisen zwar ab, aber nur wegen des Fürstentages in Regensburg. Sie bedankt sich bei Juliana und der Frau von Neuhaus, daß sie ihr eine Amme besorgt haben. Wenn der Oberst von St.Julien die Erlaubnis giebt, wird sie eine Weile bei ihenen in Wllsee wohnen. Sie bittet die Juliana ihr bei der Beschaffung von Hausrat behilflich zu sein.
Anmerkung der Juliana am Briefkopf:
   ... Empfangen den 18 Augusti des 1630 jar, und ist leiter gott sey es gekhlagt meine liebe frau
   dochter seliger lezes schreiben an mich.