Aktuelles

Hg. von Regina Schulte und Xenia von Tippelskirch

"Fall – Porträt – Diagnose" umreißt das Unterfangen, Fallgeschichte, Medizingeschichte und die Geschichte des Porträts als Wissens- und Darstellungsformen miteinander in Beziehung zu setzen. Individuelle Fallerzählungen zur Geschichte der Schwangerschaft und der diese einkreisenden und beobachtenden Diskurse und Narrative wecken das wissenschaftshistorische Interesse, ebenso wie biografische Porträts aus der frühen, sich mit abweichenden Sexualitäten auseinandersetzenden europäischen Psychiatrie des 19. Jahrhunderts. Spröde wie literarisch anmutende Fall- und Porträtgeschichten von Patientinnen aus Nervenheilanstalten zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihren diversen Aufschreibe- und Aufzeichnungsverfahren, die sich verändernden Beziehungen zwischen Ärzten und PatientInnen und schließlich widersprüchliche Diagnosen und Heilverfahren bilden das Material der Analysen, die Thema dieses Heftes sind.   Weiterlesen ...

Vortrag von Anna Hájková:
"Sexualität im KZ – Facetten einer erzwungenen Frauenbeziehung"

Zeit: 3. April 2019, 18 Uhr
Ort: Seminarraum I, Institut für Zeitgeschichte, Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2, Hof 1, Tür 1.13, 1090 Wien

Moderation: Claudia Kraft, Institut für Zeitgeschichte

Im Winter 1945 beobachteten die Häftlinge des Frauenaußenlagers Tiefstack, eines Außenlagers des KZ Neuengamme, mit Faszination und Abscheu die Beziehung zwischen der Aufseherin Anneliese Kohlmann und der tschechischen Häftlingsfrau Lotte Winter. Auch wenn die meisten Überlebenden Kohlmann als „anständig“ beschrieben, erweckte die lesbische Beziehung Unbehagen und reflektierte somit die Homophobie der Häflingsgesellschaft.

Anhand von Kohlmanns Geschichte und von Interviews mit einer lesbischen Holocaustüberlebenden des Lagers wird gezeigt, wie wir über normative Geschlechtsrollen sowie erzwungene und konsensuelle Sexualität im Lager nachdenken können. Zudem wird erläutert, wie eine queere Geschichte des Holocaust es ermöglicht, Machtlosigkeit und Kontrolle der Holocaustopfer zu erkennen.

Dr.in Anna Hájková ist Associate Professor an der University of Warwick. Ihr preisgekröntes Manuskript, "The Last Ghetto. An Everyday History of Theresienstadt", erscheint 2020 bei Oxford University Press. Sie arbeitet an einem Buch über Anneliese Kohlmann und die queere Geschichte des Holocaust.

Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte in Kooperation mit "L'HOMME. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft". Gefördert durch die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien.

 

Therese Garstenauer (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Univ. Wien), präsentiert ihr neues Buch, das in der Reihe "L'Homme Schriften" erschienen ist.

Zeit: 30.1.2019, 19 Uhr
Ort: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Am Podium
- Therese Garstenauer, Historikerin, Univ. Wien
- Maria Katharina Wiedlack, Amerikanistin, Univ. Flensburg
- Veronika Wöhrer, Soziologin, Univ. Wien
- Susan Zimmermann, Historikerin, Central European Univ. Budapest
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „feminismen diskutieren“ des Verbands feministischer Wissenschafterinnen (VfW).

Zum Inhalt: Es macht es einen Unterschied, ob jemand in Saratov, Moskau, Wien oder New York verortet über Geschlechterverhältnisse in Russland forscht. Das liegt an der globalen Arbeitsteilung in den Sozial- und Geisteswissenschaften: Wo entstehen Theorien, wo werden sie angewendet? Wer liefert – oder ist selbst – empirisches Datenmaterial? Welchen Stellenwert haben in Russland arbeitende Forscher_innen in dieser Konstellation? Anhand des präsentierten Buchs werden Grenzen und Möglichkeiten transnationaler, russlandbezogener Geschlechterforschung diskutiert.

Das Buch: Therese Garstenauer: Russlandbezogene Gender Studies. Lokale, Globale und transnationale Praxis. L’Homme Schriften / Reihe zur feministischen Geschichtswissenschaft, Band 25, V&R unipress: Göttingen, 2018

Radiosendung der Reihe „Stimmen der Kulturwissenschaften“ aus 2013 mit Therese Garstenauer über ihre Forschungen (u.a.) zu den Gender Studies in Russland

 


Karin Hausen, langjährige "L'Homme"-Herausgeberin, gehört zu den Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte im deutschsprachigen Raum. Ihre Forschungsbeiträge, in denen sie – stets auch mit dem Blick auf Interdisziplinarität – mehrere Ansätze der neueren Geschichtswissenschaft miteinander verbindet, sind bis heute viel gelesen. Der folgende Text enthält Ausschnitte aus zwei langen Gesprächen mit Karin Hausen in ihrem Haus in Berlin-Dahlem, die Christa Hämmerle im Februar 2018 aufgezeichnet hat. Das Interview ist auf Initiative der Online-Zeitschrift "Genre & Histoire" entstanden und wurde in französischer Übersetzung am 28. Januar 2019 veröffentlicht.

Interview mit Karin Hausen (Deutsch) (PDF)


Am Di, 6. November 2018, wurde das neue L'Homme-Heft - zum Ersten Weltkrieg aus frauen- und geschlechterhistorischer Perspektive - von den Herausgeberinnen Christa Hämmerle, Ingrid Sharp und Heidrun Zettelbauer an der Universität Wien präsentiert.

Zum Programm

Zum Nachlesen: Einleitende Worte von Christa Hämmerle (PDF), inklusive der Grußworte von Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer