Li Gerhalter/Christa Hämmerle (Hg.):
Krieg - Politik - Schreiben. Tagebücher von Frauen (1918-1950)

L'Homme Schriften, Bd. 21. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2015 (Dezember)
176 S., s/w-Abb., Preis: € 29,90; ISBN: 978-3-205-78942-0

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Im 20. Jahrhundert haben mehr Frauen als jemals zuvor ein Tagebuch geführt. Sie taten das vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen und der Katastrophe zweier Weltkriege, die sie ihren Aufzeichnungen – ganz anders als es der gängige Topos der Privatheit nahelegt – in komplexer Weise eingeschrieben haben. Die Beiträge dieses Buches zeugen davon. Sie führen in die Forschungsdiskussion ein und verweisen auf die Hybridität und Vielfalt des Genres Tagebuch. Es diente der Buchführung wie dem Selbstgespräch und der Dokumentation von Alltag, der Erinnerung, dem Bezeugen von Leid und Verfolgung sowie einer steten Selbstkonstruktion. Untersucht werden Tagebücher bekannter wie unbekannter Frauen – von Rosa Mayreder über Elise Richter bis hin zu einer Müllerin namens Theresia Vogt.

Zu den Herausgeberinnen:
Mag.a Li Gerhalter ist Historikerin und Betreuerin der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte der Universität Wien.
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Christa Hämmerle ao. Universitätsprofessorin für Neuere Geschichte sowie Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Wien und Leiterin der Sammlung Frauennachlässe.

Werbeblatt mit Inhaltsverzeichnis (pdf)

Buchpräsentation
im Rahmen der Festveranstaltung anlässlich 25 Jahre Sammlung Frauennachlässe
Zeit: Fr., 11.12.2015, 15 Uhr c.t.
Ort: Lesesaal der FB Geschichtswissenschaften, Institut für Geschichte, Universitätsring 1, 2. Stock, 1010 Wien
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Rezensionen

"Der Sammelband Krieg – Politik – Schreiben zeigt auf differenzierte Art und Weise wie Tagebücher als historische Quellen genutzt weden können. Die einzelnen Beiträge geben in Summe ein sehr differenziertes Bild verschiedener Formen des diaristischen Schreibens sowie dessen sozialer und individueller Funktionen. Der Band eignet sich somit sowohl für eine erste Beschäftigung mit Tagebüchern, da er einen sehr guten Überblick über verschiedene Zugänge gibt, als auch zur vertiefenden Auseinandersetzung mit einzelnen Phänomenen."
Ulli Koch, Tagebücher als historische Quelle, in: Blog "unregelmäßige gedankensplitter", 31.3.2016