Hg. von Ulrike Krampl und Regina Schulte

Sinne gehören zur anthropologischen Grundausstattung des Menschen, ihre Definition, Erfahrung und Verwendung sind jedoch kulturell je unterschiedlich: Sinnesordnungen sind gesellschaftliche Ordnungen. Was geschieht nun aber mit den damit verbundenen Geschlechterordnungen, wenn die Sinneswahrnehmung Störungen ausgesetzt ist, sei es infolge von Kriegserlebnissen oder Gotteserfahrungen, im Kulturkontakt oder im Zuge von Konsumwandel? Zu dieser Frage versammelt das Themenheft neben einer Rubrik zu Archiven der Sinnesgeschichte vier Beiträge, die exemplarisch von der Antike bis zum 20. Jahrhundert untersuchen, ob und wie durch die Verunsicherung der sinnlichen Gewissheit zuweilen die Gewissheit um die Geschlechterverhältnisse ins Wanken geraten konnte. Weiterlesen ...