Christine Schneider

Kloster als Lebensform. Der Wiener Ursulinenkonvent in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1740–1790)

(L'HOMME Schriften, 11)


Böhlau Wien 2005, 390 S., 24 s/w-Abb., EUR 39,00, ISBN 3-205-77393-4

ImageDie ideale Nonne ist ein theoretisches Konstrukt männlicher Theologen, das von den betroffenen Frauen kritiklos angenommen, aber in der Praxis so adaptiert wurde, dass theologische Vorgaben erfüllt wurden, jedoch auch der Klosteralltag lebbar blieb.

Am Beispiel des Wiener Ursulinenklosters wird, an der Schnittstelle von Frauen- und Geschlechtergeschichte, von Sozialgeschichte und Religionsgeschichte, sowohl die irdische als auch die religiöse Dimension des Sozialraums Frauenkloster und der Lebensform der Nonne diskutiert. Besonders unter Joseph II. verschlechterten sich das öffentliche "Image" und die ökonomischen Verhältnisse der Klöster dramatisch, was auch maßgeblich zu einer schweren Krise im Gemeinschaftsleben des Konvents beitrug. Die Ursulinen entgingen als Schulorden den josephinischen Klosteraufhebungen.

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Presse

"Auf der Grundlage der Personenstandslisten, der Nekrologe und des Gruftbuches, der Visitationsprotokolle und der Klosterchronik zeichnet Christine Schneider eine beeindruckende Mikrogeschichte des Sozialraumes Frauenkloster innerhalb der Residenzstadt und des Berufsbildes beziehungsweise der Lebensform Nonne."
Martin Scheutz, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 114, 3–4 (2006), 453–455, 453.

"Christine Schneider ist eine vorzügliche Darstellung der Lebenswelt in einem Frauenkloster im 18. Jahrhundert gelungen. Es wäre wünschenswert, daß vergleichbar gründliche und differenzierte Untersuchungen für andere österreichische Frauenklöster folgen."
Johannes Frimmel, in: Das Achtzehnte Jahrhundert und Österreich, 22 (2008), 300f.